#107 – Once upon Atari

Denkt man über die „Frühzeit“ der Videospielgeschichte nach, kommt einem vor allem ein Begriff in den Sinn: „Pong“. Das 1972 von Atari veröffentlichte Spiel gilt (auch wenn schon zuvor diverse Videospiele entwickelt wurden) als Urvater der Videospiele und bietet trotz seines minimalistischen Designs bis heute endlosen Spielspaß für zwei Spieler! 🙂

Fun Fact: Die falsche, aber häufig verwendete Bezeichnung als „erstes Videospiel aller Zeiten“ stammen vermutlich von dem massiven kommerziellen Erfolg. So trug Pong mit nur ein paar rechteckigen Formen zur Gründung einer ganz neuen Branche bei – krass! 😀

Heute möchte ich gar nicht zu sehr abschweifen und euch eine gefühlte Ewigkeit über die Geschichte der Videospielindustrie vollquatschen. Stattdessen möchten wir uns mit einer Konsole beschäftigen, welche in den frühen Jahren der Videospiele einen großen Teil zu eben jenem Erfolg der Industrie beitrug und aus heutiger Sicht das Wort „Klassiker“ quasi gepachtet hat: Der „Atari 2600“.

Den Atari 2600 gab es in zahlreichen Varianten. Während die ersten Modelle des Atari 2600 noch unter dem Namen VCS (Video Computer System) Ende der Siebziger in den USA für den amerikanischen Markt produziert wurden, schwappte die „Atari-Welle“ erst Anfang der Achtziger zu uns nach Europa. Populäre Modelle sind z.B. der klassische Holz-2600 (gerne „Woody“ genannt) und der Atari 2600 Jr., sozusagen das „Facelift“ des Ataris! 🙂

Fun Fact: Während die ersten Modelle tatsächlich noch mit Holzdekor verziert waren, wurden die späteren nur noch mit entsprechenden Aufklebern versehen.

Jedes Modell der Konsole ist mit allen Atari 2600 Spielen kompatibel. Letztendlich unterscheiden sich die Systeme nur durch deren Optik. So sind bei späteren Modellen z.B. die Schalter zur Einstellung der Schwierigkeit von der Ober- auf die Rückseite gewandert. Und ja – damit kann man tatsächlich in einigen Spielen die Schwierigkeit einstellen. Häufig wurde der Schalter aber auch dafür benutzt eine andere Einstellung im Spiel zu verändern. So kann man in „Moon Patrol“ damit z.B. die Hintergrundmusik an- und ausschalten oder in „Space Invaders“ kann so die Größe des eigenen Raumschiffs modifiziert werden.

Fun Fact: Das gleiche gilt für die Schalter „TV Type“ (Color / Black and White), „Game Select“ und „Game Reset“. Diese wurden sehr gerne von Programmierern für ganz andere Funktionen als der Name vermeintlich verrät missbraucht.

Ich selbst besitze ein späteres Modell CX-2600 AP (wird dank der schwarzen Farbe auch gerne „Darth Vader“ genannt). Über das Alter kann ich leider nicht viel sagen, ich weiß lediglich, dass das gute Stück in Irland (vermutlich ca. 1983) produziert wurde (Angaben auf dem Typenschild auf der Unterseite des Geräts).

Auf der Oberseite hat mein Atari dementsprechend nur vier Schalter. Aber selbst diese haben es in sich. Aus heutiger Sicht wirkt gerade der „TV Type“-Schalter zum Auswählen des Fernsehbildes in Schwarzweiß oder Farbe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen! 😀

Fun Fact: Einen interessanten Artikel über den „TV Type“-Schalter und seine Funktion in diversen Spielen findet ihr hier.

Auf der Rückseite des Systems befinden sich die beiden Controller-Ports, ein Stromanschluss, die Schwierigkeits-Schalter sowie ein „Channel-Schalter“, welcher dafür gedacht war die Konsole auf den TV-Kanal 2 oder 3 (sofern die Konsole über ein Koaxialkabel mit Antennenausgang am Fernseher angeschlossen ist) zu kalibrieren – jaja, lang ist’s her, dass diese Art Konsolen anzuschließen modern war! 😀

Apropos Antennenausgang – wo ist der eigentlich? Normalerweise kommt direkt aus der Konsole ein schwarzes Kabel mit besagtem Anschluss (links unten im Bild), allerdings wurde das bei diesem Atari entfernt, da er mit einem „AV-Mod“ (Ergänzung des Systems um ein Compositsignal samt Cinch-Buchsen) beglückt wurde. Dafür wurden lediglich ein paar Widerstände, ein paar Transistoren und natürlich Cinch-Buchsen benötigt.

Fun Fact: Keine Angst – der Mod wurde bereits vor einiger Zeit durchgeführt und ich werde in diesem Artikel nicht weiter drauf eingehen. 😀

Der mitgelieferte Joystick ist so ziemlich das absolute Minimum, was man für die Steuerung von Spielen benötigt. Ein Joystick und ein Knopf – viel einfacher geht es wirklich nicht! 😀 Dennoch hat das gute Stück schon Kultstatus erreicht und wird häufig als Icon oder Sinnbild für Retro-Videospiele verwendet!

Was Spiele angeht, bestand ein Großteil der Atari 2600 Bibliothek aus konvertierten Arcade-Umsetzungen, bekannt aus den Spielhallen. Die meisten davon mit ziemlich heftigen Kompromissen, weil die Hardware „für zu Hause“ einfach zu schwach auf der Brust war, um echtes „Arcade-Feeling“ zu simulieren. Es war eine einfachere Zeit, in der Spiele häufig von lediglich einer Person in wenigen Wochen entwickelt wurden. Aus heutiger Sicht unvorstellbar! 😀

Schaut man sich die Module genauer an, fällt sofort auf, dass Atari (z.B. im Vergleich zu Nintendo) eine sehr lockere Politik fuhr was die Standards von Spielen anbelangt. So wurden die Modulformen nur rudimentär genormt und auch beim Artwork wurde unabhängigen Entwicklungsstudios relativ freie Hand gelassen.

Fun Fact: Tatsächlich besitzt der Atari 2600 keinen „Lockout-Chip“ und so lassen sich theoretisch auch US-Games auf europäischen Konsolen zocken (und umgekehrt). Allerdings kann es dabei zu verschobenen Bildern, falsch dargestellten Farben oder inkorrekter Geschwindigkeit in den Spielen kommen. Die Probleme sind einfach – mal wieder – den unterschiedlichen Fernsehnormen (NTSC und PAL) geschuldet.

So – lange genug geredet. Es wird Zeit ein Modul einzustecken und die Kisten anzuschmeißen. Ich habe mich für „Donkey Kong“ entschieden – ein absoluter Arcade-Klassiker! 🙂

Fun Fact: Da ich das originale Netzteil nicht mehr habe – und auch irgendwie ein schlechtes Gefühl habe ein fast 40 Jahre altes Netzteil anzuschließen – habe ich einfach ein Universal-9V-Netzteil mit entsprechender Polung verwendet.

Mann – die Grafik war definitiv kein ausschlaggebender Faktor für gute Games und Spielspaß. Das ist definitiv kein GTA 5 kann ich euch sagen! 😀 Das Design von Mario (damals noch Jumpman genannt) und Pauline (damals gab es noch keine Prinzessin Peach) lasse ich mir ja noch eingehen, aber schaut euch mal an wie der rebellische Affe aussieht! 😀

Auf dem System wurde eine ganze Reihe an Arcade-Klassikern umgesetzt, so selbstverständlich auch das allseits bekannte „Pac-Man“, welches 1982 für den Atari portiert wurde. Es ist logisch, dass Pac-Man ein Klassiker ist, aber meiner Meinung nach sieht man gerade dieser Konvertierung die Einschränkungen des Systems doch deutlich an – kein Vergleich zum Arcade-Original!

Neben eher mäßig umgesetzten Arcade-Ports gab es aber auch einige wirklich gelungene Titel wie z.B. „Pitfall!“ – ebenfalls aus dem Jahre 1982. Darin begleitet ihr den Protagonisten „Pitfall Harry“ durch den Jungel auf der Suche nach 32 Schätzen innerhalb eines Zeitlimits von 20 Minuten. Das Spiel war mit mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren kommerziell sehr erfolgreich und wurde nur noch durch Pac-Man (sieben Millionen verkaufte Exemplare) überflügelt.

Ein weiterer Titel der schon lange Kultstatus erreicht hat ist „Space Invaders“. Das Spielprinzip des Shoot-‘em-up-Titels ist so einfach wie genial und wird bis heute in zahlreichen Nachfolgern und Arcade-Sammlungen von Fans geliebt. Das Spiel erschien bereits 1979 für den 2600 und trug somit einen entscheidenden Beitrag zum Durchbruch des Ataris im Heimmarkt bei.

Fun Fact: Space Invaders wurde nach seinem Erscheinen 1978 in den japanischen Spielhallen sogar so populär, dass nach kurzer Zeit die 100-Yen-Münzen im ganzen Land knapp wurden. Die Regierung Japans war gezwungen die Münzproduktion zu verdreifachen. Wahnsinn! 😀

Ein Evergreen, den auch fast jeder kennt, ist „Frogger“ aus dem Jahre 1982. Ziel des Spiels ist es einen Frosch sicher über eine stark befahrene Straße und anschließend über einen Fluss zu führen. Ziel eines jeden Levels ist es fünf Frösche sicher ans andere Ufer zu bringen – gar nicht so einfach wie es klingt! 😀

Ein – meiner Meinung nach völlig zu Unrecht – nicht ganz so populäres Spiel ist das 1980 erschienene „Berzerk“. Darin steuert man ein Strichmännchen durch ein Labyrinth, welches mit schießenden Robotern übersät ist. Ziel ist es, möglichst viele Roboter mit der eigenen Laserwaffe auszulöschen. Dabei dürfen die Projektile der Gegner, die Gegner selbst und auch die Wände eines Raumes nicht berührt werden, sonst verliert man ein Leben. Passiert das drei Mal heißt es Game Over. Das Spiel ist simpel, aber es verkörpert den Atari 2600 wie kein anderes. Es kann von jedem ohne Vorkenntnisse einfach gespielt werden, ist aber schwer zu meistern. In jedem Fall ist es einen Blick wert – alleine schon wegen den absolut legendären Soundeffekten! 🙂

Ich könnte vermutlich noch stundenlang über irgendwelche Spiele oder die Geschichte des Systems erzählen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass in dem Atari-Spiel „Adventure“ das erste jemals programmierte Easter Egg enthalten ist? Der Programmierer „Warren Robinett“ versteckte 1978 seinen Namen in dem Spiel. Oder wusstet ihr, dass das Spiel „E.T the Extra-Terrestrial“ für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Videospielmarkts 1983-1985 („Videogame-Crash“) mitverantwortlich gemacht wird? Es gilt weitläufig als eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten und zwang Atari dazu, 1983 mehrere tausend nicht verkaufte überschüssige Module zu zerstören und in der Wüste Neumexikos zu vergraben – kein Witz!

Stopp – ich schweife schon wieder ab! 😀

Während PC-affine Benutzer meist zum Commodore VC-20, C64 oder C128 griffen, führte der Atari 2600 in Deutschland zunächst ein Schattendasein bis er sich nach und nach durchsetzte. Meiner Meinung nach definiert der Atari 2600 das Wort „Klassiker“. Er bot erstmalig die Möglichkeit, die aus den Spielehallen bekannten Spiele zu Hause zu spielen und trug somit einen gewaltigen Schritt zur Entwicklung des Videospielmarkts bei.

Wer noch nicht genug von „Atari“ hat und mehr über die Geschichte des Unternehmens erfahren möchte, dem kann ich die Dokumentation „Once Upon ATARI“ sehr empfehlen! 🙂

Fun Fact: Jetzt wisst ihr auch, wieso der heutige Blogartikel so heißt wie er heißt! 😉

Der Atari-Werbeslogan „Have you played Atari today“ von 1977 stellt ja bereits eine sehr provokative Frage, die ich mit „Nein“ beantworten muss. In diesem Sinne – bitte entschuldigt mich – ich muss jetzt noch eine Runde „Q*Bert“ spielen! 🙂

Stay retro! 😉

#106 – Sacred

Es gab eine Zeit, in der wurden viele Ego-Shooter (heutzutage eher First-Person-Shooter genannt) fast ausschließlich als „Doom-Klon“ bezeichnet. Warum das so war? Nun, zum einen wusste man damals noch nicht, was die Zukunft alles zu bieten hat und zum anderen gilt das Spiel als wegweisendes Erstlingswerk des Genres, welches wichtige Grundelemente zementierte und somit Vorreiter für alle kommenden FPS war.

Fun Fact: Nach Doom gab es natürlich weitere (mittlerweile auch schon etwas betagte) Titel wie z.B Halo, Half-Life oder Counter-Strike. Moderne Vertreter des Genres wären z.B. Battlefield, Far Cry oder Call of Duty.

Selbstverständlich gibt es solche stilprägenden Titel nicht unter Ego-Shootern. Was Doom für das FPS-Genre war, ist „Diablo“ für Fans von Action-RPGs (Action-Rollenspiele). Gerade „Diablo II“ wird von vielen Anhängern als der beste Teil der Serie angesehen und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit.

Fun Fact: Scheinbar sehen das nicht nur die Fans so, denn tatsächlich will Blizzard mit Remaster namens „Diablo 2 Resurrected“ den Glanz der alten Serie nochmal neu aufblitzen lassen. Fans warten gespannt auf die Veröffentlichung dieses Jahr!

Uff, ich schweife schon wieder ab. Schnell zurück zum eigentlichen Thema! 😀 Heute möchte ich euch ein Spiel vorstellen, welches meiner Meinung nach zu Unrecht häufig ein reines Schattendasein als „Diablo-Klon“ führt: „Sacred“!

Fun Fact: Das nenn ich mal lobenswert – die Erstauflage des Spiels kommt in einer großen Box mit Handbuch und Karte! Gekauft habe ich das Spiel erst kürzlich für ganze 2€! 😀 Das ist das Schöne an alten PC-Spielen – sie interessieren gefühlt keine Sau mehr. Außer mich natürlich! 😉

Sacred ist ein vom deutschen Entwicklerstudio „Ascaron“ (Studio II Software) entwickeltes und von Take 2 Interactive vertriebenes Action-RPG aus dem Jahre 2004. Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist die fiktive Fantasy-Welt „Ancaria“, in welcher es zahlreiche Aufgaben (Quests) zu erledigen gibt.

Als Protagonisten (bzw. Protagonistin) könnt ihr euch zwischen sechs unterschiedlichen Charakteren entscheiden. Zur Auswahl stehen der starke Gladiator („Hau-Drauf-Maschine“), der giftige Dunkelelf, der clevere Kampfmagier, die himmlische Seraphim, die höllische Vampirin oder die naturverbundene Waldelfin (aka Bogenschützin).

Die Charaktere unterscheiden sich primär durch Stärken und Schwächen bestimmter Statuswerte (Charisma, Stärke, Widerstand, Geschick, etc.). Ebenso bietet jeder Protagonist eine eigene Hintergrundgeschichte samt Startpunkt im Spiel sowie verschiedene Kampftechniken, Fertigkeiten, spezielle Zaubersprüche, Rüstungen und Waffen an. So wird dem Spieler (je nach dem für welchen Charakter er sich entscheidet) jedes Mal eine vollkommen andere Spielerfahrung geboten! 🙂

Fun Fact: Ich habe immer sehr gerne mit dem Kampfmagier oder der Seraphim gespielt. Meiner Meinung nach sind beide gute Allrounder und bieten einen Mix aus magischen Angriffen und konventionellen Angriffen. 😉

Was die Handlung angeht, so müsst ihr dem bösen Totenbeschwörer Shaddar das Handwerk legen. Er ist mies drauf, weil er von der Magiergemeinschaft verstoßen wurde. Nun will er Rache üben und beschwört hierfür einen gigantischen Sakkara-Dämon. Der Versuch geht aber nach hinten los, denn der Dämon wendet sich gegen seinen Beschwörer! Zusätzlich wird das Tor zur Unterwelt geöffnet, welches Schwärme von Untoten auf Ancaria loslässt. Nur euer Held kann das Königreich Ancaria retten! 🙂

Fun Fact: Keine Angst, auf die Story sollte man gar nicht zu viel Wert legen, sie ist in diesem Fall mehr oder weniger nur „Beiwerk“ zu einem großartigen Rollenspiel.

Während eures Abenteuers gibt es die üblichen RPG-Quests zu erledigen. Die Aufgaben reichen von Dingen wie „Töte einen machtbesessenen Herrscher, der das Nachbardorf unterjocht“ über „Hilf den Dorfbewohnern beim Einfangen von Tieren oder dem Transport von Gütern“ bis hin zu den klassischen Eskorte-Missionen à la „Bringe einen Händler quer durch das Land, damit er seine Waren wo anders verkaufen kann“.

Gerade die Eskorten („escort quests“ genannt) stoßen bei vielen Spielern meist auf wenig Gegenliebe, weil man auf zumeist langsame Begleitcharaktere warten muss, die sich dann auch noch völlig hilflos von heraneilenden Gegnern abstechen lassen. „mission failed“ sag ich da nur! Pro Tipp: Speichern, speichern, speichern… 😉

Fun Fact: Auch in Sacred wird mit Eskorten nicht gegeizt. Diese wirken manchmal etwas absurd und an den Haaren herbeigezogen – es ist wirklich gut, dass diese Aufgaben nur optional erledigt werden müssen! An einer Stelle muss man z.B. einen entlaufenen Wachwolf namens „Gambit“ finden und zu seinem Herrchen zurückbringen. Alle anderen Wölfe, denen man so auf dem Weg begegnet, dürfen natürlich abgeschlachtet werden, ist klar. 😀

Als Belohnung für abgeschlossene Quests erhält der Spieler Gold oder Erfahrungspunkte. Gerade letztere sind notwendig um die Fähigkeiten des eigenen Charakters zu verbessern („hochzuleveln“). Mit jedem neuen Level kann der Spieler so bestimmte Fertigkeiten (wie z.B. Konstitution, Waffenkunde, Wendigkeit, etc.) und Attribute (z.B. Stärke, Geschick, Regeneration, etc.) vergeben. Dadurch lässt sich jeder Charakter in eine komplett unterschiedliche Richtung entwickeln – cool! 🙂

Das Gold kann der Spieler wiederrum für Waffen- oder Rüstungsupgrades beim Schmied investieren. Dieser kann Schmiedekünste oder Gegenstände wie Amulette oder Ringe in die Ausrüstungsgegenstände schmieden und so euch noch stärker und resistenter gegen Feinde machen.

Apropos Waffen und Rüstungen – selbstverständlich gibt es in jeder neu zu erkundenden Stadt auch einen Händler, bei dem man sein Geld loswerden kann. Ich persönlich habe deren Angebote aber immer als unnötig empfunden. In den niedrigeren Schwierigkeitsstufen des Spiels findet man durch den Loot, welche Gegner nach deren Tötung fallen lassen, wesentlich besseres Zeug.  Selbstverständlich kann man den Händler auch dazu nutzen, den ganzen Kram loszuwerden und ein paar Goldstücke zu verdienen.

Fun Fact: Häufig findet man z.B. Gegenstände, die vom eigenen Charakter nicht verwendet werden können (entweder weil man entsprechende Attributwerte (noch) nicht erlangt hat, oder weil der Gegenstand nur von einer ganz andere Charakterklasse genutzt werden kann). Ich nehme diese Sachen trotzdem immer gerne mit und verscherble sie beim Händler im nächsten Dorf – da lacht der Geldbeutel! 🙂

Last but not least kann auch der Combomeister bemüht werden, welcher spezielle Zaubersprüche und Kampftechniken zu starken Angriffsvarianten kombinieren kann. Ebenso können diese speziellen Angriffe durch den Einsatz vieler Goldstücke verbessert werden, sodass sie z.B. mehr Schaden anrichten.

Neben dem normalen „Hau-Drauf-Angriff“ (sei es nun mit einer Nah- oder Fernkampfwaffe) gibt es zahlreiche Kampfkünste, welche durch sogenannte „Runen“ erlernt werden können. Diese Runen bekommt man durch das Besiegen von Bossgegnern oder durch die Erledigung von Nebenaufgaben. Je nach Charakterklasse können natürlich unterschiedliche Künste erlernt werden.

Fun Fact: Meine Waldelfin kann z.B. ein paar spezielle Techniken mit dem Bogen (Mehrfachschuss, verfolgender Pfeil, Bombenpfeil, etc.) erlernen. Ebenso können auch einige naturverbundene Zauber wie z.B. die Giftranken, die dem Gegner Schaden zufügen, erlernt werden. Neben dem klassischen „Heilungszauber“, welcher die eigene Energie wieder herstellt, gibt es sogar einen „Verwandlungszauber“, welcher einen Gegner in ein gebietsabhängiges Tier (z.B. ein harmloses Reh) verwandeln kann.

Mit entsprechender Ausrüstung ist man dann gut gewappnet um den ganzen Schurken und untoten Kreaturen das Handwerk zu legen. Die Hauptstory führt euch dabei immer wieder mit einigen Schlüsselfiguren wie z.B. dem rechtmäßigem Thronerben Prinz Valor oder seiner Gattin in spe Baroness Vilya, sowie deren Zauberin Shareefa zusammen. Diese können und werden euch (teils optional, wenn vom Spieler gewünscht) ein Stück der Reise begleiten.

Fun Fact: Im Gegensatz zu andern Begleitcharakteren können diese Schlüsselfiguren – Gott sein Dank – nicht sterben. Sobald ihre Lebensenergie sich dem Ende neigt, kippen sie einfach um und sind für wenige Sekunden bewusstlos, bevor sie aufstehen und weitermachen als wäre nichts gewesen! 😀

Die jeweiligen Settings wie z.B. Waldgebiete…

…grüne Ebenen mit querenden Flüssen…

…Eisbergpässe…

…dunkle Höhlen…

…oder mysteriöse Kellergewölbe sind dabei für die damalige Zeit recht ansehnlich inszeniert.

Fun Fact: Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Gebiete, die ich euch jetzt unterschlagen habe. Zum einen möchte ich nicht zu viel spoilern, andererseits würde es wohl den Rahmen des Beitrags sprengen! 😀

Auch spezielle Orte, an denen meist Hauptaufgaben erledigt werden müssen stechen nochmal deutlich aus der restlichen Welt heraus. So müssen z.B. an einer Stelle des Spiels die vier Elemente Ancarias (Luft, Feuer, Erde und Wasser) gefunden werden. Jedes dieser Elemente befindet sich in einer unterschiedlichen Spielregion…

…und wird dabei von vergleichsweise starken Gegner (wie z.B. einem Drachen oder einem Sakkara-Dämon) bewacht. Während sich die normalen Widersacher (Straßenräuber, Goblins, Orks, etc.) noch recht einfach vernichten lassen, sind diese Bossgegner teilweise richtig harte Nüsse, an denen man (oder zumindest ich) ganz schön zu knabbern hat (höhere Level und übertrieben hohe Angriffswerte). Spätestens vor so einem Kampf ist es ratsam sich mit Heiltränken auszustatten und die Ausrüstungsgegenstände sowie Kampfkünste des eigenen Charakters zu verstärken.

Während normale Gegner manchmal etwas eintönig wirken, wurde gerade bei den Boss-Gegnern ein Augenmerk auf Animation und Details gerichtet. Es gibt wenig Befriedigenderes als einen schweren Gegner zu erledigen…

…nur um dessen Ableben (samt passender „die-bösen-Geister-entweichen“-Animation) zu erleben.

Fun Fact: Neben der Bronze-Kampagne gibt es auch noch die höheren Schwierigkeitsgrade Silber und Gold. Sehr lobenswert: Der eigene Charakter kann samt Kampfkünsten und Ausrüstungsgegenständen von einem vorherigen Spielstand (niedrigere Schwierigkeitsstufe) importiert und somit weiterentwickelt werden – cool! 🙂

Was mir besonders gefällt ist der Humor der Entwickler. So wird z.B. wenn man seinen Charakter regungslos für einige Minuten stehen lässt die „vierte Wand“ durchbrochen und der Spieler wird mit einem lustigen Spruch gerügt, wieso es nicht weiter geht. 😀

Ein für mich persönliches Highlight sind die Grabinschriften auf den jeweiligen Friedhöfen der einzelnen Städte. Diese haben – neben gelegentlichen Überraschungen wie Ausrüstungsgegenständen oder einem untoten Skelett, das es zu besiegen gilt – eigentlich immer einen lustigen Spruch eingraviert. Hier nur ein paar Beispiele:

Der schwächste Punkt des Spiels ist für mich die Vielzahl an Bugs. Trotz zahlreichen Patches, die Ascaron im Laufe der Zeit nachgeliefert hat, gibt es immer noch einige Stellen, an denen man beten muss, dass alles so funktioniert wie es soll. Manchmal sind es nur kleine Dinge, wie z.B. dass einige Gegner außerhalb der Spielwelt erscheinen und so nicht besiegt werden können – ein Gamer würde dazu „out of bounds spawnen“ sagen.

Auch gibt es die ein oder andere Nebenaufgabe, die sich nicht erfüllen lässt, wenn man sie in der falschen Reihenfolge angeht (Stichwort: Whiskeyfässer). Neben so Kleinigkeiten gibt es auch richtig krasse Fehler, welche ein Weiterspielen unmöglich machen. Mir ist es z.B. an zwei Stellen passiert, dass sich eine Tür nach Besiegen eines Bossgegners nicht öffnet – und das alles nur, weil ich den Gegner nicht exakt in der Mitte eines Raumes besiegt habe! Erst durch einen Tipp im Steam-Forum habe ich einen Workaround gefunden.

Fun Fact: Ich habe vorsichtshalber immer vor so Stellen (an denen ich Probleme vermutet habe) gespeichert. Meistens ist alles gut gegangen, aber wenn nicht gibt es nichts Frustrierenderes als zwei Stunden Spielzeit durch so einen blöden Fehler zu verlieren…

Da Sacred aber von den Spielern trotzdem relativ gut angenommen wurde, kam noch im gleichen Jahr eine neue Auflage („Sacred Plus“) raus, welche zahlreiche Fehler behob und die Spielwelt erweiterte und um neue Gegnertypen ergänzte.

Fun Fact: Alleine das Logo rechts unten in der Ecke weckt nostalgische Erinnerungen. Wer hat nicht schon mal ein richtig gutes (PC-)Spiel für 5 € in der „Software Pyramide“ beim Müller oder Mediamarkt erworben? Klassiker! 😉

Ein Jahr später (2005) kam dann mit „Sacred Underworld“ ein AddOn. Die Erweiterung brachte zwei neue Charaktere (Zwerg und Dämonin), eine um ca. 40 % vergrößerte Spielwelt, neue Gegnertypen und Gegenstände sowie eine Fortsetzung der Kampagne aus der Grundversion. Diese knüpft unmittelbar an die Ereignisse in Sacred an.

Mir persönlich hat die Underworld-Erweiterung nicht ganz so gut wie das Hauptspiel selbst gefallen. Zwar sind die zusätzlichen Inhalte ganz nett, aber irgendwie fehlt es dem Spiel an Persönlichkeit. Die Story (Rettung der Baroness Vilya nach – Spoiler alert – Prinz Valors Tod) ist noch flacher als im Original. Die neuen Gebiete sind schön, aber wirken vollgestopft mit Gegnern, was das Spielerlebnis eintönig macht. Ich kann den Gamespot-Kollegen an der Ecke nur zustimmen – Ascaron hat es leider versäumt wirkliche Innovationen hinzuzufügen. Underworld ist definitiv kein schlechtes AddOn, aber auch kein „Must-have“.

Fun Fact: Was cool ist – auch für Underworld kann der eigene Charakter aus der Ancaria-Kampagne übernommen werden. So konnte ich ein weiteres Abenteuer mit meiner Waldelfin bestreiten! 🙂

2008 erschien dann mit „Sacred Gold“ noch eine Kompilation mit Sacred sowie dem AddOn Underworld. Mit dabei ist neben dem Spiel und dem Handbauch auch die Ancaria-Karte sowie eine Soundtrack-CD! 🙂

Fun Fact: Ich habe das Exemplar vor ein paar Tagen auf eBay für 3€ ersteigert! Ich mag alte PC-Spiele – wo sonst bekommt man (je nachdem wie vollständig man alle Missionen abschließen möchte) 40-100 Stunden Spielzeit für so wenig Geld? 😉

Was die weiteren Spiele der Sacred-Reihe angeht, gefällt mir persönlich immer noch der erste Teil am besten. Die späteren Teile driften eher in Richtung „Hack and Slay“ oder sogar ins „Beat ‘em up“-Genre ab. Auch mit dem zweiten Teil, welcher eigentlich die klassische Formel beibehält, kann ich nicht so recht was anfangen. Die Grafik ist besser, wirkt für mich aber zu comichaft und bunt. Vielleicht liegt das auch nur an mir. Ich habe einfach eine Schwäche für alte Spiele mit Pixelgrafik oder Retro-Charme (der Blog heißt ja nicht umsonst „retrololo“ :P).

So, ich denke es wird so langsam Zeit, dass wir zum Ende kommen. Ich könnte vermutlich noch Stunden über das Spiel berichten, über spezielle Set-Gegenstände, Transport-Portale und eine Vielzahl an coolen Easter Eggs, aber das würde den Rahmen dann endgültig sprengen! 😀

Ich weiß nicht woran es liegt, dass mich „Sacred“ vom ersten Tag an gefesselt hat. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wie ich überhaupt zu dem Spiel gekommen bin. Alleine diese Tatsache beeindruckt mich bis heute, denn Action-RPGs sind üblicherweise nicht wirklich mein Beuteschema…

Fun Fact: Worüber ich beim Durchspielen überrascht (und nicht gelinde gesagt schockiert) war, ist der Zeitaufwand, den man reinstecken muss um solche RPGs zu spielen. Das ist so, wie wenn man in die Arbeit (oder in das Schreiben von Blogartikeln :P) vertieft ist – da vergeht die Zeit im Flug. Rückblickend betrachtet kommt es mir so vor, als hätten mich solche Sachen früher weniger gestört. Ich vermute mal ich hatte „damals“ einfach mehr Zeit. Vielleicht liegt es aber auch nur einfach daran, dass ich alt werde… 😀

Wer nun Lust darauf bekommen hat, Ancaria zu entdecken, dem kann ich nur empfehlen das Spiel einfach zu kaufen! Digital kostet es ca. 8€ bei GOG, alternativ könnt ihr auch für ganz kleines Geld (meist nur 1-3€) eine Version auf eBay ersteigern, denn das Spiel läuft selbst unter Windows 10 (64 Bit) ohne Probleme! 🙂

Noch ein Hinweis zur Technik: Tatsächlich wurde das Spiel für eine 4:3-Auflösung (1024×768) entwickelt. Wer sich nun über die schönen „Widescreen-HD-Screenshots“ in dem Beitrag wundert: Es gibt eine Möglichkeit Einstellungen am Grafiktreiber vorzunehmen, um so das Spiel auch in einer HD-ready-Auflösung (1366×768) im Fullscreen-Modus zu spielen.

Als noch bessere Alternative kann ich euch den „Sacred ReBorn HD-Mod“ empfehlen. Der Mod wurde von einigen russischen Enthusiasten entwickelt und merzt einen Großteil der Fehler im Spiel aus. Ebenso wurde der Schwierigkeitsgrad etwas erhöht und es können sogar diverse Einstellungen, wie z.B. das Setzen eine Full-HD-Auflösung von 1920×1080 getätigt werden, welche das Spielerlebnis deutlich verbessern. Das Beste – der Mod wird auch heute noch aktiv weiterentwickelt! Alles in allem ist das die perfekte Lösung um Sacred auf einem modernen System zu spielen. 🙂

So, nun ist aber gut… In diesem Sinne – beste Grüße aus Ancaria – bis bald! 🙂

#105 – NES außer Kontrolle

Nanu? Was ist denn das trauriges?

Das sieht mir doch nach einer Kiste mit defekten NES-Controllern aus…

Ich habe die angeschlagenen Sportsfreunde günstig auf eBay ersteigert. Heute wollen wir mal schauen, ob wir sie wieder zum Leben erwecken können! 🙂

Fun Fact: Tatsächlich waren es fünf NES-Controller. Bitte fragt mich nicht, wieso ich nur vier fotografiert habe?! 😀

Zuerst sollten wir mal testen, ob die Controller wirklich defekt sind. Tetris-Modul einschieben, Controller anstecken und Action…?

Leider nein, denn tatsächlich funktioniert keiner der fünf Controller. Ob sie wirklich alle defekt sind?

Bevor wir voreilige Schlüsse ziehen, sollten wir die Controller erst mal aufschrauben und nachsehen was los ist. Controller Nr. 1 – bitte auf die Krankenstation! Auf den ersten Blick schaut eigentlich alles noch ganz gut aus – die Platine ist (bis auf etwas Dreck) in Ordnung.

Allerdings ist mir ist aufgefallen, dass das Kabel an einigen Stellen schon mal geflickt wurde:

Um zu prüfen, ob es wirklich ein Kabelproblem ist, sollten wir mal die Strecke von der Platine zu den einzelnen Pins am Stecker durchmessen. Doch wie kommt man an die tief ins Steckergehäuse gesetzten Kontakte? Mal wieder hilft uns eine die ultimative Allzweckwaffe – eine zurechtgebogene Büroklammer! 😀

Mit Hilfe der Klammer und einem Multimeter lassen sich die Kontakte durchmessen – und siehe da, tatsächlich sind zwei der sieben Kontakte fehlerhaft. Ob das nun ein Bruch im Kabel oder ein Problem im Stecker selbst ist weiß ich nicht, aber letztendlich will ich damit auch gar keine Zeit verschwenden. Das Kabel sollte entfernt werden, es wurde schon zahlreiche Male geflickt und sieht auch optisch nicht mehr vertrauenserweckend aus! 😀

Wie es der Zufall will, habe ich noch ein loses NES-Controller Ersatzkabel samt Stecker hier herumliegen! 🙂

Fun Fact: Das Kabel stammt noch von dem zu einem USB-2.0-Hub umgebauten NES-Controller aus Artikel 67! 😉

Im Endeffekt muss man nur das alte Kabel ablöten und fünf Adern des neuen Kabels entsprechend ihrer Farbcodierung an die Platine löten…

Fun Fact: Tatsächlich verwendet der NES-Controller nur fünf Leitungen um die Signale zu übertragen, obwohl der Stecker sieben Ports bietet. Die Funktion des Controllers wird z.B. in diesem Video gut erklärt.

Abschließend müssen wir den Controller lediglich wieder zusammenschrauben und natürlich noch testen ob er auch funktioniert. Da das Tetris-Modul schon im Slot steckt, habe ich mir gleich eine kleine Pause gegönnt – läuft! 🙂

Na dann schauen wir uns gleich mal den zweiten Controller an. Dessen Problem konnte glücklicherweise sehr schnell behoben werden, denn hier waren einfach nur die Kontakte der Platine…

… sowie der Tastengummis so sehr verdreckt, dass die Kontakte nicht mehr überbrückt und so kein Signal zum NES weitergegeben wurde. Mit etwas hochprozentigem Alkohol, ein paar Wattestäbchen und viel Geduld hat sich das Problem beheben lassen! 🙂

Es lief fast zu gut, denn tatsächlich konnte auch Controller Nr. 3 recht schnell repariert werden. Dieser hatte eine offene Stelle an der Isolierung des Kabels. Beim Durchmessen habe ich festgestellt, dass wohl auch eine Ader verletzt ist. Glücklicherweise war die defekte Stelle direkt am Anfang des Kabels (und nicht in der Mitte oder am Stecker), so habe ich das Kabel einfach ein kleines Stück gekürzt und neu verlötet – läuft auch wieder! 🙂

Also schnell weiter zu Controller Nr. 4. Beim Aufschrauben habe ich mich gewundert wieso nur fünf (anstatt der sonst typischen sechs) Schrauben verwendet wurden. Es sieht so aus als wäre mal eine Schraube abgebrochen, zumindest steckte das Gewinde noch in der Plastikfassung.

Fun Fact: Ich habe es nicht fotografiert, aber ich habe die defekte Schraube mit viel Geduld herausgebohrt, sodass man jetzt wieder eine andere Schraube reindrehen kann! 🙂

An dem Controller war definitiv schon mal jemand dran, denn die Tastengummis wurden bereits durch neuere Modelle ersetzt.

Das technische Problem war aber ein ganz ein anderes. Nachdem ich den Controller endlich offen hatte, kam mir folgender Scherbenhaufen entgegen. Ich bitte um eine Schweigeminute für die von uns gegangene Platine! 😦

Zugegeben, mit genügend Zeit und Lust könnte man jetzt versuchen die Platine wieder zusammenzukleben und die einzelnen Leitungen mit Kabeln zu überbrücken. Wenn ich ehrlich bin ist mir das den Aufwand nicht wert, denn ich vermute das würde einige Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

Dann ist mir eingefallen, dass wir ja noch aus Artikel 101 eine – theoretisch – funktionsfähige Platine samt Kabel übrighaben. Bei jedem anderen wäre das Teil wohl schon im Müll gelandet aber ihr kennt mich – ich hätte es nie übers Herz gebracht, die (teilweise) noch funktionierende Platine wegzuschmeißen! 😀

Zur Erinnerung: An sich war die Platine ja OK, nur der Chip ist defekt. Vielleicht können wir den Chip von der zerbrochenen Platine recyceln und in die intakte Platine einlöten? 🙂

Gesagt, getan…

Merkwürdigerweise war auch noch eine Lötstelle an der Kabelzuleitung gebrochen. Das war beim letzten Mal aber noch nicht so! Ich vermute das ist der Tatsache geschuldet, dass die Platine in irgendeiner Schublade lag und beim Suchen nach Ersatzteilen durch die Gegend geworfen wurde! 😀 Aber kein Problem, die kalte Lötstelle habe ich bei der Gelegenheit auch etwas nachgebessert… 🙂

Tatsächlich hat der Chiptausch funktioniert und so konnte auch der vierte Controller repariert werden – läuft! 🙂

Wie es meistens bei so Basteleien ist, habe ich mir instinktiv die größte Baustelle für den Schluss aufgehoben! 😀 Ich sag’s euch – der letzte Controller war ein absoluter Härtefall. Alleine an der Optik merkt man, dass hier etwas nicht stimmt. Der Aufkleber („Faceplate“) ist lose und hat schon einen Riss…

Die Optik ist das eine, aber wie sieht es mit der Technik aus? Als ich ihn dann aufschrauben wollte kamen mir gleich mal Tri-Wing-Schrauben entgegen. Sehr merkwürdig, da eigentlich nur normale Kreuzschlitz-Schrauben bei den Controllern verwendet wurden. Wieder ein Indiz dafür, dass schon mal jemand was an dem Controller gemacht hat!

Auch das Innere war eher weniger erfreulich. Zumindest waren die Platine und das Kabel intakt, aber die Gummipads haben definitiv schon bessere Tage gesehen:

Fun Fact: An sich könnte man versuchen die Dinger zu reparieren (kleben), aber so richtig gut fühlen sich die Druckpunkte der Knöpfe dann nicht an. Den Aufwand wollte ich mir sparen und habe bei der Gelegenheit dem Controller ein paar neue Tastengummis spendiert (solche Ersatzpads kosten ca. 3 €).

Hm, wenn aber Kabel und Platine nicht das Problem sind, wieso funktioniert der Controller nicht? Tatsächlich habe ich noch einige Zeit gegrübelt, bis es dann nach etwas Internet-Recherche doch noch „klick“ gemacht hat. Für mich sieht es so aus als hätte irgendein Scherzkeks hier eine amerikanische Platine in ein europäisches Gehäuse eingebaut! Der Unterschied zwischen beiden ist, dass in den europäischen Controllern je zwei zusätzliche Widerständen eingelötet sind, damit z.B. eine „Nicht-Euro-Konsole“ amerikanische Controller aussperrt. So viel zum Thema „region locking“ – sogar die Controller haben eine Ländersperre – Wahnsinn! 😦

Na, so leicht lass ich mich nicht abschütteln. Theoretisch müsste es möglich sein, die Widerstände nachträglich einzulöten und somit den Controller kompatibel mit einer europäischen Konsole zu machen. Gut, dass ich sowieso ein paar Elektronik-Teile bestellen musste! 😉

Fun Fact: Es werden lediglich zwei 3.3k Ohm Widerstände benötigt, welche an die orangene und rote Zuleitung (sowie Masse) gelötet werden müssen! 🙂

Mit verlöteten Widerständen sieht das dann so aus:

Und tatsächlich, durch die Modifikation funktioniert der Controller jetzt auch mit europäischen NES-Konsolen – sehr schön! 🙂

Jetzt müssten wir nur noch was wegen der Optik unternehmen. Da ich den originalen (gerissenen) Aufkleber nicht wiederverwenden wollte, dachte ich mir ich mache mit dem letzten Controller etwas Besonderes. Von einem Game Boy Bastelprojekt hatte ich noch ein paar Ersatzteile (schwarze Knöpfe und Steuerkreuz) übrig. Vielleicht könnte man die alternativ statt den normalen roten Knöpfen einbauen? 🙂

Mein ursprünglicher Plan war es auch das Steuerkreuz zu tauschen, doch leider ist das D-pad des Game Boys etwas kleiner und so musste ich beim NES-Original bleiben. Aber zumindest die Knöpfe können wir austauschen. Sieht gut aus wie ich finde! 🙂

Fun Fact: Die Knöpfe sind – was die Bauform angeht – zwar fast identisch mit denen des Game Boys, trotzdem musste ich die Aussparung etwas mit einer Feile bearbeiten, sodass die schwarzen Knöpfe in den NES-Controller passen. *Seufz* – immer diese ungeplanten Herausforderungen! xD

Jetzt müssten wir nur noch einen neuen, passenden Aufkleber für die Oberseite des Controllers finden. Tatsächlich bin ich auf eBay fündig geworden. Der Aufkleber kommt aus Griechenland (vom Aufkleberdealer meines Vertrauens) und kostet inklusive Versand nur knapp 5 € – irre! 😀

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sieht meiner Meinung nach wirklich cool aus! 🙂

So, damit sollten wir es für heute gut sein lassen. Ich bin froh, dass ich alle fünf Controller vor dem Müll retten konnte. Jetzt müsst ihr mich aber entschuldigen, es wird Zeit ein paar alte Tetris-Highscores zu knacken! 😉

Cya! 🙂

#104 – Flipper-Reparaturen

In Artikel 5 und Artikel 9 haben wir uns ja schon mit meinem Indiana Jones Flipper beschäftigt. Heute soll das gute Stück etwas Aufmerksamkeit bekommen, denn es gibt noch ein paar kleinere Reparaturen durchzuführen! 🙂

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beleuchtung. So ist mittlerweile die ein oder andere Birne defekt. Eine sehr gute Gelegenheit diese gegen LEDs auszutauschen.

Um auch zukünftig gut ausgerüstet zu sein, habe ich mir einen ganzen Satz an verschiedenen LEDs für den IJ-Flipper bestellt.

Fun Fact: Tatsächlich gibt es – obwohl es so ein Nischenprodukt ist – noch zahlreiche Onlineshops, in denen man diverse Ersatzteile für den Flipper bestellen kann – irre! 😀

Mit dabei war ein Belegungsplan um die Übersicht über die ganzen Leuchtmittel zu behalten – praktisch! 🙂

Fun Fact: Ganz möchte ich den Flipper nicht auf LED umrüsten. An einigen speziellen Stellen wirken die Birnen einfach besser. Gerade die „Flasher“ (schnell hell aufblitzende Lichter) wirken als Glühbirnen viel cooler! 🙂

Um an die defekte Birne heranzukommen, muss der Flipper erst mal geöffnet, das Spielfeld herausgezogen…

…und nach oben geklappt werden (kennen wir ja alles bereits).

Fun Fact: Man sollte unbedingt daran denken die Kugeln zu entnehmen, bevor man das Spielfeld hochklappt. Tut man das nicht gibt es Beulen am Kopf, oder – noch schlimmer – defekte Teile im Flipper! 😉

Einige Birnen lassen sich dann recht einfach tauschen, dafür müssen lediglich kleine Sockel auf der Unterseite herausgedreht werden. Einige andere sind mit dem Spielfeld direkt verschraubt (meist mit Bajonett-Sockel) aber auch diese lassen sich mit nur einer Schraube lösen. Baut man LEDs ein, sollte man auf die Einbaurichtung achten. Die modernen LEDs haben zwar einen Verpolungsschutz (sodass diese nicht abrauchen, wenn man sie falsch herum einbaut), trotzdem bleibt es dunkel im Flipper! 😀

Leider war auch eine Birne auf dem beweglichen Mini-Spielfeld (wird auch POA, für „playfield over air“ genannt) defekt. Das zu entfernen war ein ganz schöner Act, denn hierfür müssen diverse Teile (Drahtrampe, Plastikbrücke, etc.) abgeschraubt werden. Hierbei hilft ein Blick ins englische Service Manual.

Fun Fact: Das POA ist tatsächlich einer der größten Schwachpunkte des Flippers. Es ist definitiv ein cooles und innovatives Feature, gleichzeitig bietet es leider zahlreiche Schwachstellen (Motor, Getriebewelle, Lichtschranken, …), die Probleme verursachen können…

Einige Schrauben sind dabei so fies versteckt, sodass man ohne spezielles Werkzeug (oder zusammengebasteltes Werkzeug mit mehreren Verlängerungsstücken) keine Chance hat diese zu erreichen.

Fun Fact: Ganz wichtig – möchte man an dem Flipper herumschrauben wird (amerikanisches) Werkzeug mit Zoll-Maß benötigt. Mit einem bei uns handelsüblichen Werkzeugset kommt man da nicht weit…

So sieht das Mini-Spielfeld im ausgebauten Zustand aus. Um es zu lösen, müssen natürlich auch diverse Stecker auf der Unterseite des Spielfelds gelöst werden. Gott sei Dank ist der Übeltäter schnell gefunden und das Birnchen kann einfach gewechselt werden! 🙂

Fun Fact: Ich mache bei solchen Aktionen immer gerne mehrere Fotos, sodass ich die Geräte auch ja wieder zusammen bekomme! 😀

Beim Zusammenschrauben ist mir dann aufgefallen, dass sich das Mini-Spielfeld nicht mehr vernünftig bewegen lässt. Nach rechts dreht es sich einwandfrei, aber sobald man versucht das Spielfeld nach links zu kippen, bewegt es sich nur stotternd. Ich meine mich zu erinnern, dass der Fehler schon immer da war, mir es aber noch nie so wirklich störend aufgefallen ist.

Tatsächlich ist das ein bekanntes Problem, welches durch die Gabellichtschranken verursacht wird. Diese werden im Lauf der Jahre schwächer und erkennen die Signale, welcher der Arm übertragen soll, nicht mehr zuverlässig. In meinem Fall hat es gereicht, die Plastikummantelung zu entfernen und die Sensoren etwas näher aneinander zu biegen.

Fun Fact: Perspektivisch werde ich wohl nicht um den Austausch des Opto-Boards herumkommen. Solange das noch nicht nötig ist, lasse ich schön die Finger davon! 😉

So sieht das schon besser aus. Das Spielfeld lässt sich (im entsprechenden Modus) wieder einwandfrei über die seitlichen Flipper-Buttons kippen und alle Birnen leuchten wieder – sehr schick! 🙂

Ein weiteres defektes Birnchen ist mir dann noch vor den Drop Targets beim Center Hole (welches den Multiball-Modus auslöst) aufgefallen – das „N“ will nicht mehr leuchten. Schuld daran war ein ausgerissener Kontakt an der LED. Mit etwas Lötzinn konnte ich die LED reparieren und musste diese somit nicht mal wegwerfen! 🙂

Fun Fact: An sich könnte man den Flipper jetzt starten und hoffen, dass alles funktioniert. Besser ist natürlich, wenn man sich über die Funktionalität der ganzen Komponenten im Testmenü (erreichbar über die Knöpfe in der Kassentür) überzeugt, bevor man wieder alles zusammenbastelt.

Nachdem ich noch ein paar weitere Birnen getauscht hatte, war es Zeit, sich dem „Mode-Start“-Problem zu widmen. Um einen Spielmodus (z.B. Video Mode, bestimmte Rampen oder Targets treffen, etc.) zu starten, wird der Ball in ein sog. „Kick-Out Hole“ gespielt, welches den Ball nach Auswahl des Modus wieder zurück aufs Spielfeld schleudert.

An sich eine coole Sache aber leider auch eine bekannte Schwachstelle, da der Ball häufig nicht im Loch liegen bleibt, sondern einfach zurück auf das Spielfeld rollt. Schuld daran ist ein Designfehler des Herstellers. Das Loch, welches den Ball auffangen soll, ist einfach nicht tief genug. Erschwerend kommt hinzu, dass das Blech, welches den Ball nach unten in das Loch drücken soll, im Lauf der Jahre durch die vielen Treffer nach oben gebogen und somit der Ball einfach zurückgeschleudert wird.

Um dem Problem etwas entgegenzuwirken haben Bastler aus dem Flipperforum ein paar Plastikstücke entworfen, welche die betroffenen mechanischen Teile (Kicker, Spule, Schalter, …) einfach etwas tiefer legen. So soll die Erfolgsquote erhöht werden.

Fun Fact: Eigentlich muss man „nur“ die weißen Plastik-Plättchen unter die Teile schrauben, trotzdem hat der Einbau (zur Erinnerung – das ganze passiert vertikal bei aufgerichtetem Spielfeld) einiges an Zeit verschlungen! 😀

Und tatsächlich – dank des „Tunings“ bleibt der Ball jetzt wesentlich öfter im Mode Start Loch hängen. Sehr schön! 🙂

Fun Fact: Es war leider sehr schwer das während eines laufenden Spiels (und auf Grund der spiegelnden Oberfläche) zu fotografieren, ich hoffe man erkennt es trotzdem… 🙂

Da wir den Flipper sowieso schon offen haben macht es Sinn dem Gerät mal eine Grundreinigung zu verpassen, denn an manchen Stellen hat sich doch ganz schön viel Dreck angesammelt!

Für die Glasscheibe verwende ich immer einen speziellen Glasreiniger (Dr. Becher). Für das Spielfeld und die installierten Teile gibt es auch einen Spezialreiniger namens Super Flip von Geiger, welcher nicht nur reinigen, sondern die Spielfläche auch versiegeln und somit vor weiteren Einflüssen schützen soll. Bei dem Thema scheiden sich aber die Geister (welcher Reiniger ist der beste), das kann man nur falsch machen. Ich bin schon zufrieden, wenn der grobe Dreck beseitigt ist! 🙂

Beim Reinigen sind mir dann noch zwei defekte Gummis (einer gerissen, der andere ausgeleiert) aufgefallen.

Die Gummis gibt es nur selten einzeln als Ersatz, stattdessen werden Kits angeboten, welche alle benötigten Gummis für einen vollständigen Austausch beinhalten. Gut, dass auch hier ein Belegungsplan dabei ist. Bei 45 Gummiringen könnte man da leicht durcheinander kommen! 😀

Fun Fact: Tatsächlich habe ich dann nur den defekten Gummi entfernt und mich um den einen Ausgeleierten gekümmert. Für einen vollen Austausch müsste ich wohl das Spielfeld komplett abbauen und dazu fehlt irgendwie die Motivation! 😉

Was mich die ganze Zeit schon stört ist, dass die Flipperfinger so gar nicht zum Design des restlichen Flippers passen. Die stechen optisch doch deutlich heraus finde ich.

Aus diesem Grund habe ich mir ein paar Decals (Aufkleber) bestellt, welche die Flipperfinger passend zum „Jungle-Theme“ des Flippers mit dem Indiana-Jones-Schriftzug schmücken sollen.

Endlich mal ein einfacher „Einbau“. Aufkleber aufkleben – fertig! 🙂

Auch habe ich mittlerweile herausgefunden für was der mysteriöse Anschluss auf der Kassentür gut ist. Tatsächlich ist es eine Klinkenbuchse, in welcher ein Kopfhörer eingesteckt werden kann. So kann man flippern, ohne dass die laute Musik andere Leute stört! 😀

Fun Fact: Wenn man ehrlich ist, dann ist das Quatsch, denn die mechanischen Geräusche werden natürlich nicht ausgeblendet. Musik kommt zwar dann keine mehr, aber die Kugel rappelt und scheppert weiter fröhlich durch das Gehäuse und knallt gegen alles was ihr in den Weg kommt. Nicht gerade leise. 😀

Irgendwie ist es wie bei jedem technischen Gerät: Je mehr ich mir den Flipper ansehe, desto mehr Stellen entdecke ich, an denen man mal Hand anlegen müsste. Doch ich befürchte, dafür ist heute keine Zeit mehr, der Artikel ist sowieso schon wieder recht lang geworden. Eigentlich habe ich gehofft euch heute etwas mehr über die verschiedenen Modi sowie das Regelwerk des Flippers berichten zu können. Ich denke das muss noch etwas warten… 😉

Jetzt wird es erst mal Zeit die ein oder andere Runde zu flippern. Immerhin müssen wir ja auch überprüfen, ob noch alles funktioniert… 🙂

In diesem Sinne – „The adventure continues…“

Fun Fact: „The adventure continues“ war sogar der offizielle Werbe-Slogan des Indiana Jones Pinball Adventure Flippers! 😉

Cya!

#103 – Oldest NAS on the block

„Network attached storage“. Was für eine praktische Erfindung. Was früher lediglich der Industrie vorbehalten war, wird heutzutage in zahlreichen privaten Haushalten als „private Cloud“ eingesetzt.

NAS-Systeme gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, je nachdem wie redundant und verfügbar die Daten sein müssen. Ich selbst habe eine Netzwerkfestplatte von Western Digital („My Cloud“, 3TB) – zugegeben, die wohl geringste Ausbauform eines NAS. Als richtigen Langzeit-Datenspeicher würde ich diese Lösung definitiv nicht verwenden, aber für so einen schnellen Austausch von Daten über mehrere Geräte ist das schon sehr praktisch! 🙂

Möchte man eine bessere (und somit leider auch teurere Lösung), bei der die Daten im Fehlerfall einer Platte auch noch verfügbar sind, gibt es z.B. die DiskStations von Synology. Diese bieten eine Vielzahl an praktischen Funktionen (FTP-Transfer, Zugriff übers Internet, Synchronisation zwischen verschiedenen Clients/Systemen, automatische Backup-Services, Einsatz als Media-Server, …) und fallen dank ihrer Bauform (kompakt, klein und leise) z.B. in einem Büro gar nicht mehr auf.

Aber heute wollen wir uns nicht mit so neumodischem Schnickschnack, sondern mit guter alter Hardware beschäftigen. Von wegen klein, kompakt und leise: DAS ist ein NAS! 😀

Was für eine Maschine. Dieses Monstrum ist ein Arena EX easyRAID Disk Array System (SCSI to IDE). Es hat sechs IDE-Platten in Wechselrahmen integriert und kann über SCSI mit dem Computer verbunden werden. Integriert sind 32 MB RAM und ein Intel i960 Prozessor mit 33 MHz. Betrieben werden kann es mit verschiedenen RAID-Leveln (0-5) und war so als Einstiegsprodukt für den Einsatz als Server- oder Archivsystem in kleineren Unternehmen gedacht.

Fun Fact: Ich habe viel recherchiert, aber leider keine Produktdaten zu dem Modell gefunden. Ich weiß nur, dass es 1999 geliefert wurde und gefühlt eine Tonne wiegt (ist natürlich übertrieben, aber das Ding ist definitiv sau schwer – ohne installierte Festplatten sind es schon 13 kg) 😀

Auf der Rückseite sieht man, dass das Gerät zwei 250 W-Netzteile integriert hat, welche sogar unterschiedliche Spannungen liefern können – cool! Zur Konfiguration und Steuerung des Systems kann ein Terminal (serielle Schnittstelle) angeschlossen werden. 🙂

Fun Fact: Laut Handbuch könnten die Lüfter und Netzteile via „hot swap“ im laufenden Betrieb getauscht werden – beeindruckend!

Damit das Gerät nicht nur lokal via SCSI (68 Pin) mit einem PC verbunden werden kann, ist auch ein Plug&Store-LAN-Controller („thin file server“) mit an Bord. Damit kann man über Netzwerk auf seine Daten zugreifen. Auch wird über diesen Weg (mit Hilfe eines Webinterfaces) das System konfiguriert.

Was den Speicherplatz angeht sind sechs Maxtor-Festplatten (5400 U/min, 13 GB pro Platte) verbaut. Das System kann in unterschiedlichen RAID-Leveln konfiguriert werden und bietet somit 78 GB (bzw. 65 GB bei RAID-3 und RAID-5) Speicherplatz.

Fun Fact: Natürlich geht noch etwas Platz für das Dateisystem sowie die Volume-Verwaltung verloren, im Endeffekt sind gute 60 GB nutzbar.

Um das Teil über SCSI anzuschließen, brauchen wir einen RAID-Controller (PCI-Karte) und ein SCSI-Kabel. Wie gut, dass das noch vorhanden ist! 🙂

Fun Fact: Ich bin tatsächlich sehr froh, dass ich noch das ganze Zubehör habe, so langsam wird es selbst im Internet schwierig so spezielle Retro-Hardware aufzutreiben! 😉

Puh, aber wo finde ich jetzt einen alten Rechner mit PCI-Port (nicht PCI-Express, sondern PCI). Alles kein Problem, erinnert ihr euch an den Shuttle aus Artikel 87? 😉

Na, dann wollen wir doch mal versuchen die Karte da einzubauen. Ich könnte mir vorstellen, dass es knapp werden könnte…

Tatsächlich passt die Karte (Adaptec AHA-2940VW) einwandfrei in das Gehäuse. Wahnsinn – wie ausgemessen! 😀

Jetzt ist nur die Frage, ob das System mit dem Controller zurechtkommt. Ein erster Systemstart schlägt schon mal fehl und der PC bleibt bei der SCSISelect Utility Meldung hängen.

Hm, vielleicht sind ein paar Parameter im Bios des SCSI-RAID-Systems (ja, das Teil hat tatsächlich ein eigenes BIOS) falsch gesetzt. Das sollten wir gleich mal überprüfen.

Fun Fact: Tatsächlich hat man nur ca. eine halbe Sekunde Zeit um „STRG + A“ zu drücken. Ich musste das durch mehrere Versuche erst lernen… 😀

Nachdem ich die Einstellungen auf Default zurückgesetzt hatte, ist der PC wieder hochgefahren. Und siehe da, der SCSI-Controller wird sofort ohne weiteres im Gerätemanager erkannt. Keine Treiberinstallation, nichts – ich bin baff! 😀

Ob das RAID-System auch noch läuft? Erst mal verkabeln:

Ich habe ja schon fast Bedenken das Ding anzuschalten, aber was soll’s: No risk, no fun! 😉 POWER ON! It’s alive! Das Display auf der Vorderseite zeigt diverse Systemtests an…

Fun Fact: Der Start des Systems hört sich fast so wie ein Flugzeugstart an und man könnte definitiv meinen man ist in einem alten Serverraum… 🙂

…und scheinbar wurden alle sechs Platten einwandfrei erkannt! 🙂

Auch am PC wird das „Laufwerk E“ ohne Probleme erkannt und wir können darauf zugreifen – krass!

Fun Fact: Hierfür musste der PC allerdings mit angeschaltetem RAID-System neugestartet werden. Plug & Play gab es damals – bei SCSI – noch nicht! 🙂

„Old but Gold“ sage ich da nur. Jetzt ist eigentlich nur noch die Frage, ob wir auf das NAS auch tatsächlich über Netzwerk zugreifen können, denn bisher haben wir es ja nur über den SCSI-Port probiert. Der Netzwerksupport wird über das kleine Panel auf der Rückseite gestartet.

Nach einer kurzen Systemdiagnose wird leider eine falsche IP-Adresse angezeigt. Um dem System eine neue IP zu vergeben, müssen wir den „Admin Mode“ starten. Das geht, in dem man beim Boot (linker Knopf) die anderen beiden Knöpfe (Enter und Next) gedrückt hält und anschließend das Admin-Passwort (3x Next und 3x Enter) eingibt.

Fun Fact: Die Eingabe der IP-Adresse über nur zwei Knöpfe ist echt eine Challenge – jetzt bloß keinen Fehler machen! 😀

Um weitere Konfigurationen vorzunehmen muss man auf das NAS über ein Webinterface (http://<ip>/admin) zugreifen. Eigentlich kein Problem (nachdem wir die IP-Adresse jetzt angepasst haben), oder? Tja, leider lässt sich das Interface nicht mehr aufrufen, weil es mit einer uralten Java-Version programmiert wurde und Java ja bekanntlich aus allen Browsern entfernt wurde – Mist! 😀

Um aus der Nummer herauszukommen habe ich eine alte portable Firefox-Version heruntergeladen und diese mit einer alten Java-Version „vermanscht“. Dafür müssen entsprechende DLLs gelöscht, kopiert, überschrieben und eine Ini-Datei mit Verweis auf das Java-Verzeichnis erstellt werden. Gebastel auf höchsten Niveau! 😛

Und siehe da: Mit Retro-Software klappt auch ein Aufruf von Retro-Webseiten! 🙂 Sehr gut, jetzt müsste ich mich nur noch an das Administrator-Passwort erinnern. Puh… 😀

Fun Fact: Tatsächlich habe ich dann (mit etwas Unterstützung) das Passwort noch herausgefunden und konnte den Server neu konfigurieren. Das ist auch gut so, weil leider ist das so proprietär versteckt, dass man (laut Handbuch) das Gerät einschicken müsste – uff! Ich habe auch auf die Schnelle keine Möglichkeit gefunden das Passwort anderweitig auszulesen.

Die Konfiguration ist relativ einfach, aber es müssen ein paar Schritte beachtet werden. Seht es mir nach, wenn ich jetzt nicht zu sehr ins Detail gehe, das würde den Rahmen deutlich sprengen. Im Endeffekt müssen einige Netzwerkparameter wie Servername, Workgroup oder Gateway konfiguriert werden. Auch muss für das angeschlossene Storage-Device ein Volume erstellt werden, sodass der File Server etwas mit dem Speicherplatz anfangen kann.

Fun Fact: Leider lässt sich das aktuelle Datum nicht mehr einstellen, die Auswahl in dem Drop-down-Menü geht nur bis 2007! 😀

Abschließend müssen noch ein Serververzeichnis sowie eine dazugehörige SMB-Freigabe erstellt werden. Standesgemäß heißen die natürlich „retrololo“! 😉

Fun Fact: Hier könnte man auch zahlreiche Sicherheitseinstellungen vornehmen. So könnten eigene Benutzer mit spezifischen Rechten definiert, oder sogar auf die Berechtigungsstrukturen eines Windows-Domänencontrollers zugegriffen werden. Seht es mir bitte nach, dass ich auf diese Features (Stichwort Lebenszeit) verzichte! 😀

Leider verwendet das Gerät das veraltete SMBv1-Protokoll, welches standardmäßig in Windows 10 nicht mehr unterstützt wird. Um das veraltete Feature weiterhin zu nutzen, muss dieses über „Programme und Funktionen“ erst nachinstalliert werden:

Fun Fact: Bei mir war die Einstellung tatsächlich bereits schon so gesetzt, weil ich für diverse andere Projekte (z.B. die PS2 aus Artikel 61) die Einstellung bereits aktiviert hatte! 😀

Nach der ganzen Aktion können wir tatsächlich über das Netzwerk auf die neu erstellte Freigabe zugreifen:

Testweise habe ich ein paar Dateien auf das NAS kopiert. An sich funktioniert das auch ohne Probleme (wenn auch der Zugriff mit ca. 2,5 MB/s nicht gerade schnell ist), doch leider ist das Handling eher umständlich. So können vom Benutzer keine Verzeichnisse angelegt werden. Diese müssen alle händisch über die Administrations-Oberfläche definiert werden.

Fun Fact: Das Gerät stammt aus einer Zeit, in der man seinen „Admin“ noch mit einer Butterbreze oder alternativ einer Hopfenkaltschalte bestechen konnte, sodass er einem Ordner im Netzwerk anlegt! 😉

Nach den ganzen negativen Einschränkungen wird es Zeit, noch eine der Stärken des Systems auszutesten – einen Notfall! 🙂

In der aktuellen Konfiguration läuft das System mit RAID-5, d.h. dass sich die Paritätsinformationen auf mehreren Festplatten befinden. Rein theoretisch müsste es möglich sein im laufenden Betrieb einfach eine Platte rauszunehmen und diese durch eine neue zu ersetzen – na das wollen wir doch gleich mal probieren – zum Glück war noch eine weitere Platte samt Wechselrahmen dabei! 😉

Zum Entfernen der Wechselfestplatte samt Einbaurahmen wird ein spezieller Schlüssel benötigt. Leider hatte ich keinen exakt passenden Schlüssel mehr, sondern nur ähnlich Schlüssel, also musste ich mir erst aus einem nicht mehr benötigten Schlüssel einen Passenden basteln. Ein paar Minuten sägen, schleifen und feilen später…

Fun Fact: Theoretisch kann man auch versuchen mit einer Zange oder Nadel das Schloss zu öffnen, aber mit einem (wenn auch nachgemachtem) Schlüssel wirkt das ganze einfach gleich wesentlich professioneller… 😉

Sobald man den Schlüssel einsteckt und um 45 Grad dreht, erkennt das System, dass etwas nicht stimmt und kennzeichnet die Festplatte mit einer roten LED:

Fun Fact: Natürlich würde im richtigen Fehlerfall die rote LED bereits vorher leuchten (als Merkmal, dass die Platte getauscht werden muss), aber wir tauschen ja jetzt eine funktionierende Festplatte aus! 🙂

Alte Platte rausziehen, neue Platte einbauen:

Und tatsächlich, sobald man die neue Festplatte eingebaut und den Schlüssel umgedreht hat beginnt das System damit die fehlenden Informationen anhand der Teildaten auf den anderen Festplatten wiederaufzubauen – Wahnsinn!

Fun Fact: Während des Vorgangs kann man natürlich weiterhin auf die Daten zugreifen! 🙂

Der Fortschritt des Rebuild-Prozesses wird durch eine Prozentanzeige samt lauter Pieptöne des Geräts kenntlich gemacht.

Fun Fact: Die neue Festplatte zu initialisieren und somit den Spiegel wieder vollständig aufzubauen hat ca. 50 Minuten gedauert.

Puh, der Artikel geht schon wieder viel zu lang, wird Zeit, dass wir die Kurve kriegen! Um ehrlich zu sein macht es aus Effizienzgründen keinen Sinn (mehr) für private Backups ein RAID-System wie dieses einzusetzen. Warum ich das Gerät bisher noch verwendet habe? Vermutlich Nostalgie! 🙂 Ich fand die Optik immer recht ansprechend und auch die „Hot-Plug“-Mechanik, also dass man im laufenden Betrieb einfach eine Platte entfernen kann, hat mich schon immer fasziniert.

Fun Fact: Tatsächlich habe ich bei der Firma, bei welcher das Gerät damals erworben wurde eine Anfrage bzgl. maximaler Ausbaustufe des RAID-Systems gestellt und selbst nach so vielen Jahren eine kompetente Antwort erhalten. Der Support war von der ungewöhnlichen Anfrage so begeistert, dass sie gleich einen Artikel auf ihrer Homepage veröffentlicht haben. Ich fühle mich geehrt! 🙂

Stay retro! 😉

#102 – DIY: Keller-Kabelkanal

Vorwort: Oh weh, auch der heutige Artikel liegt schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf der Halde… Das ist echt ein Problem! Je länger so ein Projekt her ist, desto geringer sind die Chancen, dass ich noch passende Bilder dazu habe (geschweige denn, dass ich mich an die einzelnen Arbeitsschritte erinnere) … 😀

Ich versuche mich in Zukunft zu bessern – ich verspreche es euch! 😉

Seht es mir nach, es gibt einfach viel zu viele interessante Dinge, mit denen man sich beschäftigen könnte… 🙂

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Preisfrage: Was ist an diesem Bild falsch?

Wer auf die chaotische (und zugegeben etwas „unaufgeräumte“ Werkstatt) getippt hat, liegt richtig, aber darauf wollte ich nicht hinaus! 😀

Tatsächlich ist das Problem, dass ich im Keller immer ein Stromkabel quer durch den Raum legen muss, um mit irgendwelchen Geräten auf der Werkbank zu arbeiten. Klar, mit einem Verlängerungskabel oder einer einfachen Mehrfachsteckdose ist das zwar kein Problem, aber ich würde lügen wenn ich euch sage, dass ich nur einmal über das blöde Kabel gestolpert bin! 😀

Fun Fact: Ebenso rieseln beim Sägen von Holz immer die ganzen Späne in die Mehrfachsteckdose – nicht cool! 😦

Um Abhilfe zu schaffen, habe ich mir eine verschraubbare Verteilersteckdosenleiste mit Klappdeckeln besorgt.

An sich ein tolles Teil, aber das Grundproblem bleibt: Das Kabel muss quer durch den Raum gelegt werden…

Im Endeffekt wäre es geschickt, das Kabel permanent irgendwie mit einem Kabelkanal an der Decke zu verlegen. Doch dank Corona-Lockdown sind die Einkaufsmöglichkeiten (Stichwort Baumärkte) ja eher beschränkt – da hilft nur eins: Reste-Basteln! 😉

Als erstes habe ich mal den Stecker der Steckdosenleiste entfernt, da dieser gerade nach vorne absteht und ich einen abgewinkelten Stecker benötige. Ein Glück – in der „Elektro-Schrottkiste“ war noch ein schraubbarer Stecker, den ich vor den ewigen Jagdgründen am Wertstoffhof retten konnte. 🙂

So kann ich das Kabel hinter der Verkleidung im Holzlager durchführen:

Jetzt fehlt „nur noch“ der Weg auf die andere Seite! 😀

Da ich den Kabelkanal auch vollständig aus Resten basteln wollte, habe ich zu einer alten Dachlatte gegriffen:

Leider wurde diese in ihrem bisherigen Leben als Halterung für Hasendraht (ein Überbleibsel des alten Hasenstalls aus Artikel 33) verwendet und so musste ich erst zahlreiche Klammern mühsam mit Schraubenzieher und Zange entfernen.

Fun Fact: Jeder Handwerker würde spätestens jetzt fragen, ob ich zu viel Zeit habe. Eine neue Dachlatte kostet meist nur 1-2 €, also wofür den Aufwand? Nun, mir gefällt es einfach Reste zu verarbeiten. So hat man eine Aufgabe und tut gleichzeitig etwas für das gute Gewissen! 🙂

Anschließend habe ich die Latte in drei feine lange Streifen gesägt und zu einem Schacht verschraubt. Somit musste ich eigentlich nur noch das Kabel durchführen und mit zwei seitlichen Stücken an der Verkleidung verschrauben. Selbstverständlich habe ich es versäumt Bilder davon zu machen, darum gibt es hier gleich das fertige Ergebnis. 😉

Fun Fact: Selbst die verwendeten Schrauben wurden aus anderen Bastelprojekten recycelt! 🙂

Jetzt kann der Strom von hier…

…hinter der Verkleidung nach oben…

…um die Ecke…

…an der Decke entlang…

…nochmal um die Ecke…

…auf der anderen Seite runter…

…und durch einen kleinen waagrechten Schacht zur Werkbank geführt werden:

Die Steckdosenleiste habe ich sicherheitshalber mit der Werkbank verschraubt. Passt, wackelt und hat Luft! 😛

Jetzt müssten wir nur noch hoffen, dass nicht irgendwo der Wurm drin ist und die Stromversorgung auch noch funktioniert. Läuft – Erfolg! 🙂

Insgesamt bin ich recht zufrieden mit der Lösung. Klar, hätte man deutlich besser machen können, aber für die Tatsache, dass der Kanal mehr oder weniger aus Abfall besteht, kann man nicht meckern! :).

In diesem Sinne – bis die Tage! 😉

#101 – (S)NES Controller MODs

Was haben diese Controller gemeinsam, außer, dass sie beide von Nintendo sind?

Richtig, sie sind beide krank und brauchen dringend ärztliche Hilfe! Ich vermute mal es ist nichts Ernstes, was sich ambulant beheben lässt. Wobei – wenn wir schon einen Eingriff machen, dann bekommen die beiden Controller gleich ein kleines Facelifting! 😉

Hä? Was ist denn damit gemeint? Keine Angst, ihr werdet es gleich verstehen. Fangen wir mit dem ersten Patienten an:

Ein stinknormaler NES-Controller. Optisch ist dieser noch in erstaunlich gutem Zustand, alle meine anderen NES-Controller sind schon ziemlich vergilbt. Doch leider funktioniert er nicht mehr. Woran das liegt? Ich zeig’s euch. Dafür müssen wir den alten Knaben erst mal öffnen. Das geht nicht mit einem Skalpell, sondern durch das Lösen der sechs Kreuzschlitzschrauben auf der Rückseite.

Ich hatte den Patienten schon öfter in meiner Praxis und habe immer ein defektes Kabel, oder dreckige Kontakte als Fehlerquelle vermutet, aber leider scheint der Chip (Schieberegister) defekt zu sein. Klar könnte man nach einem Ersatzorgan Ausschau halten und es einbauen, aber so ein komplizierter (teurer) Eingriff lohnt sich bei einem so alten Patienten nicht mehr! 😉

Stattdessen wollen wir einen anderen Weg gehen: Heute wollen wir dem Controller ein neues Herz samt Herzschrittmacher verpflanzen und so seine lange Leitung (das Kabel) loswerden. Dafür gibt es extra Modkits von 8bitdo. Darin enthalten ist eine Anleitung, ein Schraubenzieher, die Platine selbst und ein kurzes USB-Kabel zum Aufladen des Controllers – nice! 🙂

Die Platine besitzt die gleichen Kontaktfelder wie das originale PCB. Das ist gut, so sollte es keine Komplikationen nach der Operation (wie z.B. ein abgestoßenes Organ) geben.

Im Endeffekt muss eigentlich nur die originale Platine entnommen und durch die kabellose Platine ersetzt werden.

Fun Fact: Bei dieser Gelegenheit macht es Sinn das Gehäuse, die Knöpfe und die Tastengummis mit Wattestäbchen und Isopropylalkohol von dem Dreck der letzten 35 Jahre zu befreien! 🙂

Das Hineinfummeln der Buchse zur Aufladung des integrierten Akkus für den Herzschrittmacher erfordert höchstes Geschick – da dürfen nur Chefärzte ran! 😉

Jetzt müssen wir unseren Patienten nur noch wieder sauber verschließen – fertig! 🙂

Damit er sich vollständig regenerieren kann, sollten wir den Patienten noch etwas an den Monitor (Strom) hängen:

Nach guten drei Stunden ist der Controller bereits wieder auf den Beinen und bereit einige Tests zu durchlaufen. Durch sein neues Herz kann man ihn jetzt mit diversen Geräten und Systemen (Nintendo Switch, Windows, Android) via Bluetooth (durch das Drücken bestimmter Tastenkombinationen) koppeln (Systemtyp wird durch unterschiedliche Blink-Signale angezeigt).

Als erstes wollen wir die Funktion an einem Windows-Laptop probieren. Zur einmaligen Kopplung muss der Controller mit einer bestimmten Tastenkombination (START+UP) gestartet und in den Windows-Einstellungen als Bluetoothgerät hinzugefügt werden.

Fun Fact: Ich habe diesmal einen Laptop verwendet, weil mein Desktop-Rechner kein Bluetooth kann! 😀

Test erfolgreich – das neue Organ funktioniert ohne Probleme via Bluetooth an einem Windows PC. Hier spiele ich gerade „Castlevania“ über den „FCEUX“-Emulator! 😉

Fun Fact: Der Controller kann jederzeit aus- und eingeschaltet werden. Auch nach einem Neustart wird die Verbindung wieder automatisch aufgebaut – sehr geil! 🙂

Und wie sieht es mit dem guten alten Nintendo Entertainment System aus? Kann man den Controller daran auch noch verwenden? Na aber sicher – dank einem 8bitdo-NES-Receiver! 🙂

Fun Fact: Normalerweise kostet alleine der Empfänger ca. 30 USD, aber ich hatte Glück und habe ihn gebraucht für 5 € bekommen! 🙂

Die Handhabung ist denkbar simpel. Adapter anstecken, Controller anschalten, zocken. Yeah – NES-Klassiker auf originaler Hardware mit originalem (wenn auch getuntem) Wireless-Gamepad! 🙂

Der „Retro Receiver“ hat sogar eine Micro-USB-Buchse. Damit kann man die Firmware aktualisieren und ihn z.B. an einem PC anschließen, der kein Bluetooth hat (wie mein Desktop-Rechner)!

Doch genug vom NES-Controller, widmen wir uns nun dem zweiten Patienten…

Dessen Problem ist eigentlich ganz klar: Die Schultertasten (L+R) sind eingedrückt und lassen sich so nicht mehr vernünftig bedienen.

Bevor wir jedoch voreilige Schlüsse ziehen, sollten wir den Patienten erst mal auf den Operationstisch hieven und öffnen:

Oha, das sieht doch nach einem etwas komplizierteren Bruch an den Schultergelenken aus.

Aber keine Panik, nichts, was sich nicht durch etwas Sekundenkleber und einen Tag Geduld beheben ließe! 😉

Auch dieser Patient soll noch ein kleines „Upgrade“ erhalten. Da ich bereits genügend – deutlich bessere – SNES-Controller für das SNES an sich besitze, dachte ich mir wir verpassen ihm anstatt des proprietären SNES-Ports einen USB-Anschluss! Hierfür habe ich mir ein RetroKit von retrousb geordert. Letztendlich ist das nur ein USB-Kabel samt kleiner Platine mit Chip, welcher die Signale für USB umsetzt.

Fun Fact: Ja, ich weiß, es gibt bereits fertige USB-SNES-Controller, aber das sind alles Nachbauten und vom Gefühl kommen die – meiner Meinung nach – nicht an das Original heran. Außerdem wollte ich mal wieder etwas basteln, also lasst mich! 😛

Bevor wir das Kit einbauen, sollten wir gleich noch eine kleine Fettabsaugung durchführen und unseren Patienten erst mal etwas säubern.

Fun Fact: Ich weiß nicht, wo sich der Kollege die letzten Jahre herumgetrieben hatte, aber da hat sich einiges an Schmutz angesammelt! 😀

Damit die Operation gelingt, muss das Kabel des Controllers abgeschnitten und die einzelnen Adern abisoliert werden.

Den Lötvorgang erspare ich euch jetzt einfach mal. Wie was zu verlöten ist, sagt einem ein Diagramm auf der retrousb-Webseite. Damit der USB-Controller besser hält, kann man ihn mit etwas Heiß- oder Sekundenkleber auf der Hauptplatine befestigen.

Was mir vor der Operation noch nicht klar war, ist, dass ich zusätzlich eine Niere entfernen muss, damit der USB-Controller mit in das Gehäuse passt. Was soll’s – dann kommt eben die kleine rotierende Knochensäge (Dremel) zum Einsatz, denn auf die eine Niere mehr oder weniger kommt es auch nicht an. 😀

Abschließend muss alles wieder sauber an die richtige Stelle gesetzt und der Körper verschlossen werden. Operation geglückt – zumindest optisch sieht unser Patient noch ganz gut aus! 😉

Und siehe da, das neue Organ wird einwandfrei angenommen:

Den Testlauf habe ich mit dem „Snes9x“-Emulator durchgeführt und das Programm „Top Gear“ laufen lassen. Alle Ergebnisse positiv! 🙂

Nach so einem anstrengenden Tag hat sich auch ein Arzt mal etwas Auszeit verdient – natürlich auf dem Golfplatz! 😉

Bis zum nächsten Mal in einem anderen Krankenhaus…

#100 – Audi A6 C4 1.9 TDI

Vorwort: Während ich diese Zeilen so schreibe, kann ich kaum glauben, dass wir bereits bei Artikel 100 angelangt sind. Wie doch die Zeit vergeht?! Aber genauso wie mit „echten“ Geburtstagen sind das nur irgendwelche Zahlen, die nicht wirklich eine Bedeutung haben. Man ist immer so alt, wie man sich fühlt! 😛

Ihr kennt mich, ich bin nicht der Typ für ein „100-Artikel-Special“ oder eine Feier samt „Extra-Tombola-Verlosungs-Orgie“. Ich bin froh, meine Gedanken in den letzten paar Artikeln „auf Papier“ gebracht zu haben (damit ich sie nicht vergesse)! Und wenn ich dabei dem ein oder anderen von euch auch noch ein „Retro-Nostalgie-Schmunzeln“ auf die Lippen zaubern konnte, dann ist das ein toller Bonus! Dennoch möchte ich mit dem heutigen Artikel mir einen Herzenswunsch erfüllen und über mein erstes Auto erzählen – ein treuer Begleiter in unbeschwerteren Zeiten! 🙂

In diesem Sinne: Alles Gute retrololo – auf die nächsten 100? 😉

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Das erste eigene Auto… Ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit und ein essentieller Schritt im Leben eines Mannes! 🙂

Na gut, ob der fahrbare Untersatz wirklich ganz so wichtig ist? Um ehrlich zu sein, haben sich die Prioritäten (zumindest meine) mittlerweile verschoben. Ein Auto soll sicher und zuverlässig sein, nicht mehr und nicht weniger. Mein „Vergangenheits-Ich“ würde mir für diese Aussage vermutlich ein paar saftige Backpfeifen verpassen! 😀 Ich denke zumindest in dem Punkt wird mir jeder zustimmen: Egal ob es nun der alte Golf von der Oma, der gebrauchte Polo vom Schrauber im Dorf oder der neu finanzierte Seat Ibiza vom Autohändler um die Ecke war – das erste eigene Auto ist in jedem Fall etwas Besonderes! 🙂

So auch bei mir. Selbst heute erinnere ich mich noch sehr gerne an mein erstes eigenes Auto zurück. Bevor die Erinnerungen verblassen, möchte ich die Chance nutzen und euch heute das gute Stück etwas genauer vorstellen. Darf ich vorstellen? Ein silberner Audi A6 C4:

Fun Fact: Tatsächlich war es ein Zufall, aber erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass der alte A6 doch ganz gut zum 100. Artikel passt, denn der Vorgänger des A6 hieß Audi 100! Der Audi A6 C4 war quasi das 1. Facelift des Audi 100 C4, welcher bereits seit 1990 so gebaut wurde – so schließt sich der Kreis. 🙂

Das gute Stück wurde im November 1996 zum ersten Mal zugelassen und kostete in der Grundausstattung bereits saftige 49.000 DM. Dieser Audi im speziellen war seinerzeit als Vorführwagen auf Automessen unterwegs und wurde dementsprechend mit einigen Extras für 55.000 DM verkauft.

Fun Fact: Als der Kauf eines ersten KFZ anstand, habe ich mir überlegt wie ein Auto aussehen muss. Dabei habe ich mich wohl grob an die Zeichnungen aus Kindergartenzeiten erinnert und mich prompt für eine Stufenhecklimousine entschieden! 🙂

Ich selbst habe den Diesel (von meinem Onkel liebevoll als „Heizöl-Ferrari“ bezeichnet) als junger Spund gebraucht für 3.300€ von einem betagten Herrn irgendwo in der Nähe von Ingolstadt erworben. Schon verrückt, wenn man sich den Wertverlust so einer Karre vor Augen führt…

Eins kann ich euch sagen – ich werde nie die ersten Kilometer vergessen. Die erste Fahrt führte gleich mal zu einer Tankstelle um den Tank komplett zu füllen (denn der war natürlich bis auf die äußerste Reserve leer). Knapp 96 € – da blutete das Fahranfänger-Herz! 😉

Fun Fact: Wer sich jetzt wundert, wieso eine Tankfüllung fast hundert Euro gekostet hat. Zum einen war der Sprit zum Kaufzeitpunkt etwas teurer und andererseits war der Audi mit einem 80 Liter Tank ausgestattet. Das sorgte zwar regelmäßig für ein trauriges Gefühl an der Tankstelle, andererseits war der Audi so auch für längere Ausflüge gut gerüstet.

Bestückt war der Audi mit einem unkaputtbaren 1.9er TDI (1896 cm³ Hubraum). Dieser brachte sparsame 90 PS für ein 1,5 Tonnen schweres Schiff auf die Straße. Nicht gerade viel – definitiv kein Auto zum Rasen, eher zum entspannten Cruisen mit Sonnenbrille auf dem Kopf und Arm auf dem Fensterrahmen…

Fun Fact: Ich habe leider keine Bilder mehr vom Motorraum, dafür gibt’s ein Bild von der Rücksitzbank! 😛 😀

Dementsprechend lag die laut Fahrzeugschein angegebene Höchstgeschwindigkeit bei nur 177 km/h, auch wenn man mit viel Geduld (und bergab) bis zu 185 km/h schaffen konnte. Da ich mich selbst aber eher als entspannten, passiven Autofahrer einordnen würde, bin ich nur selten bis in diese Sphären vorgedrungen. Meist war der Audi ganz entspannt mit ca. 120 km/h auf der Autobahn unterwegs… 😉

Fun Fact: Beschleunigung von 0 – 100 km/h in bahnbrechenden 13,9 Sekunden – abgefahren! 😀

Generell fühlte man sich als Fahrer des A6 stets wie der Kapitän eines großen Schiffs, welches zwar etwas schwerfällig und solide auf der Straße liegt, sich aber trotzdem ohne Probleme durch kritische Situationen manövrieren ließ.

Fun Fact: Hat jemand die einsame Kassettenhülle in der Mittelkonsole entdeckt? 😉

Was den Verbrauch anging, konnte man sich echt nicht beschweren. Für so ein altes, schweres Auto war man auch Jahre später noch sparsam unterwegs. Je nach Fahrweise (geschaltet wurde noch manuell) brauchte der Audi im Durchschnitt knapp sechs Liter Diesel auf 100 km. So waren in Kombination mit dem 80 Liter Tank problemlos 1.200 km mit einer Tankfüllung möglich.

Fun Fact: Es war eine Zei,t in der offizielle, vom Hersteller herausgegebene Verbrauchsangaben tatsächlich noch gestimmt haben. Könnt ihr euch das vorstellen? 😀

Über die Feinstaubbelastung reden wir besser nicht weiter. Ich habe damals absichtlich auf die Beantragung einer Feinstaubplakette verzichtet, da der Diesel (wohlgemerkt ohne Katalysator) vermutlich sowieso nur eine rote Plakette bekommen hätte. In der Praxis hatte ich damit nie Probleme, zumal ich meist größere Innenstädte (nicht nur auf Grund des Verkehrsaufkommens) vermieden und stets entspannte Touren über Landstraßen bevorzugt habe.

Fun Fact: Meine Freunde haben mir damals eine schwarze „Euro 0“-Plakette für den alten Diesel gekauft. Um kritischen Nachfragen bei Routinekontrollen zu entgehen, habe ich auf deren Anbringung an der Windschutzscheibe verzichtet! 😀

Zum Kaufzeitpunkt hatte er 143.000 km auf der Uhr, ich selbst bin ihn bis ca. 265.000 km gefahren. Natürlich habe ich hin und wieder einige Euros für Verschleißteile investieren müssen (gebrochene Federn, Bremsen, etc.), aber das ist ja leider bei jedem Auto so. Rost war dank vollverzinkter Karosserie eigentlich nie ein Thema, lediglich an den Plastikteilen (z.B. Stoßdämpfer) musste der abgeblätterte Lack eines Parkremplers ausgebessert werden.

An der Ausstattung merkte man, dass es sich um ein Fahrzeug der „gehobenen Mittelklasse“ handelte. Für sein Alter waren schon ein paar nette Features wie z.B. elektrische Fensterheber, eine Klimaautomatik, sogar eine Sitzheizung und selbstverständlich ein hochwertiges Kassettenradio mit an Board.

Fun Fact: Auch der Kofferraum war mit 510 Liter relativ geräumig ausgestattet. In der Mitte der Rücksitzbank war der Verbandskasten untergebracht und direkt darüber wurde – für Wintersportfans – ein Skisack zum Durchladen von Skis eingearbeitet! 😀

Gerade beim Thema „Kassetten“ (wir erinnern uns an Artikel 85) denke ich gerne an den Audi zurück. Das verbaute „Audi Gamma CC“ hat immer stets seinen Dienst verrichtet – auch unter anspruchsvollen Bedingungen! Ich erinnere mich da z.B. an einen sehr heißen Kroatienurlaub im Jahre 2013, für den ich extra mehrere Kassetten (3 Stück mit jeweils 90 Minuten) überspielt hatte. Aus heutiger Sicht ein unvorstellbarer Aufwand. 😀

Fun Fact: Der Urlaub an sich war auch nicht schlecht. Unterwegs in unbekannten Gefilden und eine siebenstündige Fahrt mit einem fast 20 Jahre alten Auto – Abenteuer pur! 🙂

Rückblickend betrachtet, sieht man natürlich immer nur die positiven Seiten. Die negativen Erlebnisse werden oft ausgeblendet. Ich nenne das Phänomen gerne „rosarote Rückblick-Brille“! 😀 Bei genauerem Nachdenken erinnere ich mich z.B. an den defekten Klimakompressor, welcher mich die ein oder andere hitzige Heimfahrt aus der Arbeit begleitet hat. Eine vierstellige Reparatur wäre zu teuer gewesen, bedenkt man den Restwert des Autos. Das hatte zur Folge, dass es im Auto (durch das Gebläse) meist wärmer war, als draußen – und das im Sommer bei 30° Außentemperatur! 😀

Auch hatte der betagte Kollege (nein, nicht ich – das Auto!) öfter Probleme mit Inkontinenz. So waren das ein oder andere Mal Ölleitungen undicht und der Motorraum wurde etwas „lackiert“. Auch eine Dieselleitung hatte mal ein Loch und so hat der Audi in jeder Einfahrt und auf jeder Straße, auf der er geparkt hatte, ein kleines „Andenken“ hinterlassen…

Aber alles in allem kann ich mich echt nicht beschweren. In einer alten Autozeitschrift von damals wurde der Audi als „unspektakulär und zuverlässig“ sowie „rostresistent und zeitlos“ beschrieben. Ich erinnere mich noch gut an den abschließenden Satz: „Ein grundsolides Auto, bei dem man einfach weiß, was man kauft. Ein Fahrzeug, dass bei entsprechender Pflege länger hält als manche Ehe“. 😀 Dem kann ich nur beipflichten – tatsächlich hat mich der Audi nie stehenlassen! Auch wenn er (gerade im Winter bei eisigen Temperaturen) einige Anläufe gebraucht hat, bis der Diesel angesprungen ist. 😉

Mittlerweile ist der treue Audi längst von mir gegangen. Er musste sein Leben leider bei einem Autobahnunfall lassen, dafür durfte ich meins behalten! 🙂 Kleiner Tipp: Egal für welches „erstes Auto“ ihr euch entscheidet, achtet darauf, dass sich etwas Blech um euch herum sowie eine solide Sicherheitsausstattung an Board befindet.

Das einzige was noch übrig geblieben ist, ist die Bedienungsanleitung sowie das Autoradio (aus Artikel 41).

So, es wird Zeit den Nostalgietrip (für heute) zu beenden. Tja, was soll ich über meinen treuen Audi noch sagen? Im Nachhinein betrachtet bin ich froh, dass ich mich damals gegen den massiven Widerstand meiner Eltern (von den Schelten der Großeltern mal ganz zu schweigen) durchgesetzt und mir den alten Audi gekauft habe.

Zum einen war es ein zuverlässiges, sparsames Fahrzeug mit einem (auf Grund des geringen Anschaffungspreises) gigantischen Preis-Leistungs-Verhältnis. Andererseits hatte es trotzdem genügend „Flair“ und Klasse für stilvolles Cruisen durch die Weltgeschichte. Für mich persönlich war der Audi einfach der perfekte Kompromiss zwischen Fun- und Vernunftauto! 🙂

Ich denke so ganz werde ich den A6 nie vergessen (können). Die Magie des ersten eigenen Autos kann man eben nur einmal erleben, das ist einfach etwas Besonderes! 😉

Fun Fact: Tatsächlich ziert der Audi bis heute meinen Desktophintergrund und wenn es nach mir geht kann das auch noch eine ganze Weile lang so bleiben… 🙂

Bis die Tage, bleibt geschmeidig!

#99 – Music: game on

Ich hoffe euch hat das erste „Videospiel-Floppy-Album“ (game over level up) gefallen, denn heute folgt mit „game on“ ein weiteres, welches sich rund um Videospielthemen dreht! 🙂

Fun Fact: Auch dieses Mal wurde das Cover (samt Background) von Michi designed. Einfach top – wie immer! 🙂

Während es beim letzten Mal eher um ältere 8-Bit-Schinken aus der NES- und Game Boy-Ära ging, sind auf diesem Album überwiegend Melodien von 16-Bit-Supernintendo-Spielen vertreten (also auch ältere, aber nicht ganz so alte Schinken :D). Natürlich haben sich auch ein paar andere Plattformen mit eingeschlichen, etwas Abwechslung schadet nicht.

Auch dieses Mal gab es wieder zahlreiche Rückschläge und „Herausforderungen“. Ein Stück, an dem ich gefühlt ewig gewerkelt habe (und dass sich leider trotzdem für mich nicht zufriedenstellend anhört), ist z.B. die Titelmelodie vom PC-Klassiker „The Secret of Monkey Island“. Normalerweise kommen die Laufwerke mit kurzen, abgehackten Tönen gut klar, aber diesmal haben sie sich einfach irgendwie blöd angestellt! 😀

Ein weiteres Stück auf das exakt das gleiche zutrifft ist „Dark World“ aus „A Link to the Past“. Ich liebe die Vorlage (und das Spiel dazu), aber auch hier musste ich mich der Komplexität geschlagen geben. Eigentlich echt schade drum, da hatte ich mir wesentlich mehr versprochen. Manchmal hilft es bei solchen Stücken, wenn man alles was man gemacht hat nimmt, in die Tonne wirft und nochmal von vorne anfängt – manchmal auch nicht. 😀

Trotzdem sind auch ein paar coole Tracks dabei. Mir gefällt z.B. das „Forest Maze“ aus dem „Super Mario RPG“ ganz gut. Auch das staccatoartige „Fire Shark“ aus dem gleichnamigen Spiel finde ich extrem krass! 😀

Das „Dragon Roost Island“ Stück aus „Wind Waker“ kann man gut hören und ich finde es kommt dem Original recht nah. Wer es fröhlich und „Mario-typisch“ mag, der wird mit dem „Athletic Theme“ aus „Super Mario World 2“ seine Freude haben. Hier mussten allerdings auf Grund der Komplexität auch einige Spuren weggelassen werden.

Generell merkt man, dass viele der Stücke einfach zu schnell für die ollen Laufwerke sind. Ist das der Fall, hat man die Qual der Wahl. Stücke verlangsamen oder drauf verzichten? Oder in Kauf nehmen, dass einige Töne verschluckt werden. Alles irgendwie nicht so ideal 😀 Ein gutes Beispiel ist „Las Vegas“ aus „Top Gear“, da bin ich vom Original leider sehr weit weg. Echt schade, weil das eine wirklich coole Melodie wäre.

Je mehr Lieder ich umsetze, desto mehr fällt mir auf wie „zufällig“ das alles ist! 😀 Es gibt Stücke, wo ich mir hundertprozentig sicher bin, dass es kompliziert wird und dann ist es eine Sache von einer Stunde. Andere Lieder hat man im Kopf und glaubt felsenfest daran, dass das eine einfache Nummer wird und muss dann nach mehreren Stunden (oder meist Tagen) gefrustet aufgeben. Es gibt einfach zu viele Variablen und letztendlich steht und fällt es mit der MIDI-Vorlage, die man hat.

Immerhin bin ich diesmal mit dem Abschluss des Albums durch das „Town Theme“ aus „Wild Arms“ und „600 AD“ aus „Chrono Trigger“ etwas zufriedener. Vielleicht liegt das aber auch dran, dass das zwei Stücke sind, die ich mir auch so (ohne Diskettenlaufwerke) gerne anhöre! 😉

Fun Fact: Diesmal fasst das ganze Album nur schlappe 38 Minuten. Das hat mich selbst überrascht und ist wesentlich kürzer geworden als gedacht, aber das liegt wohl in der Natur der verwendeten Videospiel-Themen. Mehr als 20 Tracks möchte ich einfach nicht pro Album reinquetschen, irgendwo muss die Tracklist ja auf dem Backcover auch noch Platz finden! 😉

Insgesamt betrachtet bin ich etwas zwiegespalten, was das Album angeht. Zwar gibt es ein paar echt gute Tracks, aber auch einige „Füller“, die es fast nicht wert sind. Für mich wirkt es an einigen Stellen einfach etwas „unpoliert“, aber im Endeffekt muss ich es so lassen, da noch zahlreiche andere Baustellen und Projekte warten (#Lebenszeit und so) … 😉 Letztendlich ist jedes Projekt einfach nur ein Kompromiss aus Zeit, Aufwand und Qualitätsanspruch… 🙂

Wie dem auch sei, wer Lust auf etwas kratzige Videospielmusik bekommen hat, kann sich das Album gerne hier kostenlos herunterladen. Alternativ gibt es auch wieder eine Playlist auf Youtube.

In diesem Sinne – „stay floppy“! 😉

#98 – Burn Baby Burn!

Vorwort: Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass es in dem Artikel eigentlich nur um das Durchsehen von ein paar alten CDs geht. Schon irre wie man abgelenkt wird, wenn man in Kindheitserinnerungen schwelgt. Trotzdem lade ich euch ein, mich auf einem kleinen Nostalgietrip rund um die Jahrtausendwende zu begleiten. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja auch noch an „die gute alte Zeit“… 😉

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Beim Ausmisten bin ich auf folgende CD-Mappe gestoßen…

Ich denke, zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben hatte jeder mal solch eine Mappe mit diversen (originalen oder gebrannten) CDs. Die Frage ist nur: was befindet sich in meiner? Um ehrlich zu sein weiß ich es selbst nicht mehr, ich denke es ist höchste Zeit aufzuräumen. Und schwupp, die Büchse der Pandora öffnet sich…

Hier ist wirklich alles dabei. Originale Treiber-CDs, Windows-Versionen, diverse Software – ein absolutes Chaos! xD

Bevor ich den ganzen Haufen wegschmeiße, werfe ich nochmal schnell einen Blick drüber – ein kleiner Nostalgietrip kann nicht schaden. 😉

Als erstes ist mir die Vielzahl an losen Zetteln aufgefallen. Scheinen alles Seriennummern für irgendwelche Betriebssysteme oder Softwareprodukte zu sein. Zeitlich würde das gut passen, denn während der Schulzeit hatten wir die Möglichkeit recht günstig zahlreiche Microsoft-Lizenzen über ein Förderprogramm (MSDNAA) zu beziehen.

Fun Fact: Es wäre natürlich schön gewesen, wenn derjenige, der diese Zettel geschrieben hat (*hust*) auch dazu geschrieben hätte, für welche Software die Keys sind! 😀

Lustig finde ich auch die Liste mit den am häufigsten von Herstellern eingesetzten Bios-Passwörtern! Ob man sowas in Zeiten von UEFI noch benötigt? 🙂

Mit dabei ist auch einiges an Linux-CDs, Jahrgänge 2008 und 2009. Jeder Linux-Anwender weiß doch, dass eine Distribution veraltet ist, sobald man sie heruntergeladen und auf CD gebrannt hat. Auch bin ich selbst nicht der größte Fan des Pinguins, aus diesem Grund wandern die CDs ohne weitere Analyse in den Müll! 🙂

Ebenso waren einige Softwareprodukte dabei. Corel Draw 9, PowerDVD und Treiber für einen WLAN-Stick sowie einen Xbox-Controller. So kleine CDs habe ich seit Jahre nicht mehr gesehen! 😀

Fun Fact: Hier habe ich mir tatsächlich die Treiberdaten digital gesichert. Gut, dass ich noch zwei optische Laufwerke (DVD-Brenner und BlueRay-Disc-Brenner) herumliegen habe um die Discs zu lesen. Ironischerweise hat der DVD-Brenner mit den kleinen CDs nichts mehr anfangen können, aber das BD-Laufwerk konnte sie einwandfrei lesen! 😀

Dann kamen noch einige CDs zum Wiederherstellen von verlorenen Passwörtern oder zur Erstellung von Sicherungsimages von Festplatten (Acronis) zum Vorschein. Ob diese überhaupt noch funktionieren ist fraglich. Ich habe sie alle bis auf die GParted-CD (ein Tool zum Partitionieren von Laufwerken) weggeschmissen.

Fun Fact: Erinnert sich jemand noch an die ophcrack-CD aus Artikel 87? Diese haben wir tatsächlich nochmal benötigt.

Auch waren in der Hülle eine Vielzahl an Boot-CDs wie z.B. „Hiren’s Boot CD“, die „Ultimate Boot CD“ oder einige Versionen von „Bart PE“, eine veraltete Möglichkeit Computer über ein Windows-Live-System zu starten – alles Müll! 🙂

Den größten Haufen machen mit Sicherheit die verschiedenen Betriebssysteme aus. Von DOS bis Windows 10 ist alles dabei. Auch hier macht es bei den meisten CDs keinen Sinn mehr, diese aufzuheben (gerade Windows 10 DVDs sind nach wenigen Monaten veraltet). Von einigen „Retro-Betriebssystemen“ (Windows 95 & 98) habe ich mir trotzdem sicherheitshalber Images gezogen! 😉

Fun Fact: Mit dabei waren auch obskure Systeme, wie z.B. „Windows Fundamentals for Legacy PCs“, ein auf Windows XP basierendes Thin-Client-Betriebssystem mit sehr geringen Hardwareanforderungen. Das kam auf meinem alten Laptop zum Einsatz! 🙂

Eigentlich dachte ich, ich wäre schon fertig, da habe ich noch eine zweite Mappe gefunden. Schlimm. 😀

Fun Fact: Gott sei Dank ist die wenigstens etwas kleiner, da können sich nicht mehr ganz so viele Scheiben drin verstecken! 😉

Oha, ich merke wie der Nostalgielevel rapide ansteigt. Das sieht mir doch verdächtig nach ein paar Vollversionen einiger Retro-Spiele aus… 🙂

Fun Fact: Da sind definitiv ein paar Titel aus der Kindheit dabei. Wobei ich „Timeshock!“, eine der besten Flippersimulationen die es gibt, auch noch heute spiele (wenn auch mittlerweile mit einer DosBox)… 🙂

Logischerweise sind auch ein paar CDs aus Videospiel-Zeitschriften dabei. „Bravo Screenfun“? Hell Yeah! Die Zeitschrift habe ich mir als Jugendlicher häufig gegönnt. Keine riesige Sammlung, aber immerhin sind es CDs aus dem Zeitraum 2002 – 2006… Man wird alt? 😀

Fun Fact: An einige der Spiele kann ich mich noch sehr gut erinnern. „RollerCoaster Tycoon 1“ samt Add-on „Loopy Landscapes“ habe ich sehr viel gespielt. Selbstverständlich auch einige Klassiker wie „Crazy Taxi“ oder „Worms 2“. Aber auch eher unbekanntere Spiele wie „Trickstyle“ oder „Tonic Trouble“ habe ich noch gut im Gedächtnis.

Aus Nostalgiegründen habe ich mir sogar ein Exemplar aufgehoben. Für 5,90 DM bekam man damals mehrere Vollversionen und natürlich auch die Zeitschrift, welche mit Infos über den ganzen angesagten Scheiß vollgepackt war! 😀

Sogar die Heft-CD ist noch vorhanden. „Re-Volt“ habe ich immer gerne gespielt. Für „Anti-PC-Zocker“ lässt sich der Funracer am ehesten als „Mario Kart für Arme“ erklären. 😉

Fun Fact: Tatsächlich sind einige der hier erwähnten Klassiker mit der Retro-VM aus Artikel 44 noch spielbar! 🙂

Auch die Textbeiträge waren nicht von schlechten Eltern. Was es wohl mit dieser unbekannten neuen Hyper-Konsole namens „Xbox“ auf sich hat? 😀

Neben Konsolenneuankündigungen gab es natürlich auch massig Spielberichte, Komplettlösungen, und Trivia.

Fun Fact: Sogar über das von uns in Artikel 60 für den PS2-Exploit verwendete „007: Agent im Kreuzfeuer“ gibt es einen Bericht! Man merkt, dass eine neue Konsolengeneration vor der Tür stand, N64 und PS1 waren im Endstadium ihrer Popularität angekommen.

Auch die News und Werbeanzeigen hatten es in sich. Von wegen Fidget Spinner, Fingerang ist angesagt! 😀

Oh weh, ich drifte schon wieder ab, schnell zurück zu der CD-Mappe. Auch eine „Computer Bild Spiele“-CD darf in so einer „Sammlung“ nicht fehlen! 😀

Fun Fact: Zu dem „Crazy Frog Racer“-Spiel kann ich leider nichts sagen, das habe ich tatsächlich nie ausprobiert (vermutlich besser so). 😀 „Big Mutha Truckers 2: Truck me harder“ habe ich dagegen tatsächlich durchgespielt. Ziel des Spiels ist es genügend Geld einzusammeln um alle Geschworenen zu schmieren, welche in der Gerichtsverhandlung über das Schicksal der eigenen Mutter entscheiden. Wie das geht? Natürlich durch den Transport von (teils illegalen) Waren mit einem Truck. Verrücktes Konzept, macht aber Spaß! 🙂

Selbst einige CDs aus dem „Mickey Maus“-Heft waren noch da. Die Grafiken auf den CDs wecken so viele Erinnerungen. Gerade „Funk Flitzer“ hat bei mir trotz (oder gerade wegen) seiner simplen Grafik einen bleibenden Eindruck hinterlassen… Gute Zeit! 🙂

Puh, war das eine Zeitreise. Ich denke, so langsam sollten wir wieder in der Gegenwart ankommen… xD

Schon verrückt, wie viel Zeit man als Kind/Jugendlicher noch hatte. Auch der Geschmack war wohl zum Teil ein anderer, wenn ich mir die Spiele von damals so ansehe… Heute spiele ich (wenn mal Zeit ist) überwiegend PC-Adventures! 🙂

So, bitte entschuldigt mich, ich bin dann mal weg. Ich muss jetzt dringend ein paar Mark zusammensparen um mir endlich die PSOne bei Karstadt kaufen zu können! 😀

Stay retro!