#134 – 360 Controller

Was?! Wollen wir uns heute tatsächlich mit 360 verschiedenen Controllern beschäftigen? Puh, na das wird aber ein langer Blogartikel…

Keine Angst – ganz so schlimm wird es nicht! Zwar geht es heute tatsächlich um Controller aber ganz so viele Gamepads besitze ich dann doch nicht. Zur Erinnerung: Beim letzten Mal haben wir uns die Xbox 360 sowie deren Spiele etwas zu Gemüte geführt. Was ich euch aber verschwiegen hatte: Mit in dem Paket waren auch vier Controller:

Fun Fact: Ebenso war ein Kabel dabei, über welches man die Controller über USB an der Xbox anschließen kann. Mir gefällt so etwas, aber ich denke die meisten Leute würden dann doch eher auf die kabellose Variante mit zwei AA-Batterien zurückgreifen! 😉

Leider sieht es so aus als hätte jeder der Controller eine andere Macke. Während einer überhaupt nichts tut, sind bei den anderen die Joysticks ausgeleiert und einige Knöpfe (gerade die Schultertasten LB und RB) funktionieren nicht. Auch haben wohl zwei der Controller Wackelkontakte was die Stromversorgung angeht. Ich befürchte bevor wir mit denen wieder spielen können, müssen wir die Controller erst mal wieder flott bekommen…

Fun Fact: Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich noch den anderen weißen Controller (aus Artikel 65) überarbeiten, der hat es auch nötig.

Fangen wir mit dem ersten Patienten an. Der Controller ist mit Abstand der beste und benötigt nicht mal großartig eine Reinigung (außer an den typischen Stellen wie den Gehäusezwischenräumen). Alle Knöpfe samt Schultertasten funktionieren ohne Probleme, lediglich die Abdeckkappen der Joysticks sind optisch schon etwas verblichen und sehr abgegriffen und sollten dementsprechend getauscht werden.

Kein Problem – für ein paar Euro habe ich Ersatz aus den Untiefen des Internets ordern können! 🙂

Um die Steuerknüppel zu tauschen, müssen wir die kleinen Torx-Schrauben auf der Rückseite des Controllers mit einem T8-Schraubenzieher lösen – dachte ich! 😀

Denn tatsächlich hat Microsoft hier spezielle Torx-Schrauben mit Sicherungsstift verwendet für welche ein spezieller Torx-Sicherheitsschraubenzieher (oder ein entsprechendes Bit) benötigt wird – ganz toll! Ich habe einige Bitsätze, aber so ein Bit war natürlich nicht dabei. Gut was soll’s, dann musste ich eben noch so einen speziellen Schraubenzieher bestellen…

Fun Fact: Mir geht es gar nicht um die 3€, die das blöde Teil gekostet hat. Mich nervt nur, dass sich wegen so einem Blödsinn wieder ein Bastelprojekt tagelang hinzieht und man ein neues Thema auf der „ToDo-Liste“ ansammelt. Well – shit happens… 🙂

Mit dem richtigen Werkzeug lassen sich die Schrauben dann aber ohne Probleme lösen. Richtig fies – eine der Schrauben versteckt sich unter dem Seriennummernaufkleber im Batteriefach – na da muss man erst mal draufkommen! 😀

Nachdem der Controller endlich offen war, konnte ich die Sticks ohne Probleme tauschen.

Fun Fact: Ich mache bei so Aktionen immer gerne Bilder, da die „modernen“ Controller im Vergleich zu seht alten Controllern (z.B. Atari, NES- oder SNES) doch wesentlich komplexer aufgebaut sind und eine ganze Reihe an kleinen Plastikteilchen haben. Zum einen können diese schnell mal abhandenkommen und andererseits ist nicht immer ganz klar, an welche Stelle welches Teil gehört! 🙂

Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die Gehäusehälften sowie die Kontaktflächen mit etwas Isopropylalkohol gereinigt. Nichts neues – das Prozedere kennt ihr ja bereits von diversen Controller-Reparaturen! 😉

Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen! 🙂

Jetzt müssen wir nur noch prüfen, ob auch noch alles funktioniert. Zum Testen der einzelnen Controllerfunktionen habe ich einen Bluetooth-Adapter für den PC verwendet. In Verbindung mit dem Windows-Joystick-Konfigurationsprogramm (joy.cpl) kann man hier die Funktionalität aller Tasten prima überprüfen.

Fun Fact: Den Bluetooth-Adapter hatte ich ursprünglich mal gekauft um damit alte Nintendo-Spiele (NES, SNES, N64, etc.) mit einem Xbox-360-Controller auf dem PC zu emulieren. Auch „The Messenger“ habe ich damit in die Knie gezwungen. Tatsächlich ist der 360-Controller recht universell und eignet sich ideal als modernes PC-Gamepad.

Nachdem das so gut geklappt hat schnell weiter zu Kandidat Nr. 2. Im Allgemeinen ist dessen Zustand noch ganz ordentlich und alle Knöpfe scheinen prinzipiell zu funktionieren. Lediglich der linke Joystick hat schon bessere Tage gesehen. Leider ist diesmal nicht nur der Steuerknüppel (im Vergleich zum Steuerkreuz) ganz schön dreckig/ausgeblichen, sondern auch das darunterliegende Potentiometer läuft extrem hakelig und bewegt sich nicht von selbst in die Mittelstellung zurück.

Spätestens bei der Überprüfung mit der Software lässt sich das Fehlverhalten gut erkennen.

Fun Fact: Auch die X- und Y-Rotationswerte sollten im Idealfall in ihrer Ausgangsposition im Lot sein, die stehen nämlich für den rechten Joystick. Im Bild sind sie das nicht, weil ich den Screenshot in einem Moment aufgenommen habe, in welchen ich an dem Stick herumgespielt habe! 😀

Na, dann wollen wir das gute Stück doch mal aufschrauben und schauen, wie es im Inneren aussieht…

Leider war das Teil doch deutlich dreckiger als ich es erwartet habe. Schade, und ich hätte gehofft ich kann mich um eine intensive Reinigung drücken! 😀 Mit einer Zahnbürste und viel Geduld bekommt man alle Plastikteile wieder schön sauber:

Fun Fact: Bei solchen Aktionen mache ich immer gerne viele Bilder (oder suche nach einem informativen Video im Internet), damit ich genau weiß an welcher Stelle welches Teil war. Wäre ja extrem blöd, wenn man so ein Ding auseinanderschraubt und dann nicht mehr zusammenbekommt! 😀

Auch den Joystick konnte ich retten. Der musste tatsächlich nur mal dringend gesäubert und anschließend etwas eingefettet werden. Im Idealfall hat man Lithiumfett oder PTFE-Paste zu Hause. Da ich beides nicht hatte, habe ich etwas Vaseline genommen.

Fix das Teil wieder zusammengeschraubt und überprüft ob es funktioniert – läuft! 🙂

Kandidat Nr. 3 – diesmal ein Modell in elegantem Schwarz – sehr sexy! 😉

Während die Joysticks noch einwandfrei funktionieren scheint wohl die linke Schultertaste (LB) defekt zu sein. Zumindest gibt es kein klickendes Geräusch mehr beim Druck auf die Taste.

Nach einigen planlosen Behebungsversuchen, bin ich doch noch dahintergekommen, wo das Problem liegt. Im Endeffekt sieht es so aus, als würde der darüber liegende Knopf durch Abrieb keinen Kontakt mehr zu dem drunter liegenden Mikroschalter haben. Ich habe lang überlegt, wie ich den Fehler möglichst einfach beheben könnte und habe mich dann letztendlich für ein kleines Metallplättchen als Abstandshalter entschieden:

Fun Fact: Tatsächlich war selbst dieses kleine Metallplättchen (welches ich aus einem Kabelclip herausgeschnitten habe) noch zu dick und hat den Schalter permanent nach unten gedrückt. Erst als ich es etwas mit einer Feile bearbeitet hatte, passte der Abstand perfekt und die Taste ließ sich wieder bedienen.

Beim Zusammenschrauben ist mir dann aufgefallen, dass vermutlich auch die rechte Vibrationsfunktion defekt ist. Zumindest war das Kabel, welches zum Motor mit Ungleichgewicht (erzeugt Vibrationen) führt abgerissen. Ich habe es etwas provisorisch wieder angelötet. Nicht ideal, aber besser als nichts! 😀

Fertig, oder? Noch nicht ganz, denn ein weiteres Problem ist, dass der Controller scheinbar einen Wackelkontakt hat und einfach ab und zu von selbst ausgeht. Bei der Betrachtung des Batteriefachs ist mir aufgefallen, dass der Kontakt zwischen Fach und Controller selbst einfach etwas verbogen, bzw. hinter den Aufkleber gerutscht war. Ich habe ein Stück vom Aufkleber entfernt und das Metallplättchen wieder „geradegebogen“ – jetzt funktioniert das Teil wieder ohne Probleme! 🙂

Und weiter geht’s mit Kandidat Nr. 4:

Es scheint so als würden alle Knöpfe funktionieren und der Controller stabil arbeiten. Lediglich der linke Joystick ist sehr hakelig und fühlt sich extrem schwammig an. Auch im Joystick-Konfigurationsprogramm kann man den Fehler sehen. Eigentlich sollte das Pluszeichen in der Mitte sein, aber der Joystick hängt auf Halbmast! 😀

Leider war es diesmal nicht mit etwas Schmiermittel getan, denn der Joystick sieht echt übel aus. Auch eine Reinigung hat keine Verbesserung gebracht. Scheint so, als wäre das Potentiometer ausgeleiert, denn der Stick ist sehr hakelig und fühlt sich extrem schwammig an – so ist eine präzise Steuerung nicht mehr möglich! 😦

Da hilft nur eins – wir müssen das Teil ersetzen… Doch woher bekommt man so ein passendes Ersatz-Potentiometer? Da ich nichts aus China (mit entsprechend monatelanger Wartezeit) bestellen wollte, habe ich via eBay-Kleinanzeigen Beute gemacht und ein paar von den Dingern für fünf Euro ergattern können! 🙂 Im Vergleich zum originalen Joystick (links unten) sind sie minimal anders aufgebaut, sollten aber genau so funktionieren.

Fun Fact: Fragt mich bitte nicht, wieso ich nur ein so ein Teil fotografiert habe – ich weiß es nicht mehr 😦

Der Plan ist klar: Alten Joystick aus- und neuen einlöten. Doch leider muss dafür erst mal der Umlenkmechanismus der Schultertaste LT ausgelötet werden. Zuerst dachte ich der Mechanismus wäre nur an zwei Punkten festgeklipst, doch leider muss auch der dreipolige Sensor mit ausgelötet werden.

Anschließend kann das alte Potentiometer aus- und das neue eingelötet werden. Im Idealfall hat man dafür eine gute Entlötstation. Da ich so etwas nicht besitze, habe ich es mit einer Entlötpumpe und etwas Geduld machen müssen. Kein Beinbruch – hat trotzdem prima funktioniert! 🙂

Abschließend habe ich den Sensor für die Schultertaste wieder angelötet, das Gehäuse sowie alle Einzelteile ordentlich gereinigt und wieder zusammengebaut. Mit neuen Abdeckkappen für die Joysticks sieht das Ding wieder richtig gut aus! 🙂

Dank dem neuen Potentiometer sehen die Werte des Controllers optimal aus und es lassen sich diverse Spiele wunderbar damit steuern! 🙂

Als letztes wartet noch Kandidat Nr. 5 auf eine Rettung. Bei einem ersten Test verweigert das Gamepad gleich mal vollständig den Dienst und geht nicht an. Ob es wirklich komplett defekt ist? Beim Abnehmen des Batteriedeckels sind mir zwei ausgelaufene Batterien entgegengekommen. Diese haben sich so aufgebläht, dass der Batteriedeckel gesprengt wurde. Kein Problem, nichts was sich nicht mit etwas Modellbau- oder Sekundenkleber beheben lassen würde! 😉

Leider geht – auch mit frischen Batterien – der Controller nicht an. Spätestens bei einem Blick auf die Batteriekontakte wird mir auch klar warum: Der rechte Kontakt ist völlig verrostet! Mit einer Feile habe ich den Kontakt etwas bearbeitet und anschließend mit Alkohol gereinigt. Jetzt geht der Controller wieder! 🙂

Uff – was für eine Odyssee. Verrückt, wie das wieder ausgeartet ist – eigentlich wollte ich doch nur einen schnellen Blick auf die Xbox werfen und schon findet man sich in einer Reparaturorgie wieder – unglaublich! 😀

Ich denke da habe ich mir eine kühle Hopfenkaltschale und eine Runde Zocken verdient. Als Kontrastprogramm zu den Xbox 360 Spielen wird „The Messenger“ am PC gespielt – habe gehört, es soll da noch einen härteren Schwierigkeitsgrad geben, der gemeistert werden will… 😉

In diesem Sinne – bis die Tage!

#133 – Abenteuer 360

Vorwort: Eigentlich wollte ich mich gar nicht groß weiter mit der Xbox 360 beschäftigen, aber dann bin ich durch einen Zufall an eine weitere Konsole mit einem ganzen Sack voll Spiele gekommen.

Ihr kennt mich – diese Chance kann ich mir nicht entgehen lassen nochmal einen Blick auf Microsofts zweite große Konsole zu werfen. Ernsthaft – wie könnte man so einer Versuchung widerstehen? 😀

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Von meinem Bruder habe ich folgendes Paket gegen eine Taschengeldspende für meinen kleinen Neffen bekommen:

Gleich zwei große Pakete – das ist ja fast wie Weihnachten! 😀 Wie ein ungeduldiges Kleinkind habe ich natürlich sofort die Kartons aufgerissen und die Konsole begutachtet. Die Xbox hat definitiv schon bessere Tage gesehen. Die Klappe für die USB-Ports hängt schlaff im Gehäuse – scheint fast so als wäre die Feder ausgeleiert oder gänzlich verschwunden.

Ebenso ist es ein altes „AV-only“-Modell, d.h. die Xbox lässt sich nur über Composite (Cinch) anschließen und besitzt noch keinen HDMI-Port. Somit müssen wir uns mit einer Standardauflösung (4:3, 640×480, 480i) begnügen.

Fun Fact: Tatsächlich ist das für diesen Blogartikel gar nicht so schlimm, weil so können wir prima Screenshots über den USB Video Grabber erstellen! 😉

Immerhin hat die Xbox eine 60GB Festplatte mit am Start. Aus heutiger Sicht mag das wenig klingen, aber für die Tatsache, dass es ein Modell der 1. Generation (Typ Xenon) ist, ist das schon erstaunlich, denn diese wurden eigentlich nur in den Varianten „Core“ (ohne Festplatte) und „Premium“ mit einer 20GB Festplatte verkauft! 🙂

Fun Fact: Schon witzig, heute würde man vermutlich nicht mal mehr ein großes Spiel darauf ablegen können. Beeindruckend, wie schnell sich die Technik weiterentwickelt…

Über die Größe des Netzteils habe ich mich ja bereits ausgelassen, aber ernsthaft – wer dachte es wäre eine gute Idee einen Backstein für die Stromzufuhr zu verwenden?!

Aber egal, sofern es seinen Dienst tut. Als erstes sollten wir mal prüfen, ob das Monstrum noch läuft – Power on!

It’s alive! Man könnte meinen ein Flugzeug hebt neben mir ab – echt Wahnsinn wie laut die Lüfter sind! Mit dem Luftstrom aus dem Lüftungsgitter könnte man sich glatt die Haare föhnen! xD

Zumindest scheint die Konsole an sich zu laufen – so weit so gut! 🙂

Auch konnte ich sofort (und ohne Probleme) einen Controller damit koppeln. Na dann können wir uns ja gleich ein paar Spiele ansehen! 🙂

Nanu? Was ist das? Im Laufwerk scheint sogar noch eine DVD zu stecken – Far Cry 3. Mann, ich kann mich noch erinnern, wie das Spiel neu war – echt erschreckend wie die Zeit vergeht! xD

Mal sehen, was hätten wir denn da im Angebot. Wie wäre es mit zwei Klassikern, welche technisch gesehen gar keine Xbox 360 Spiele sind, sondern auf der alten Xbox erschienen sind? Darf ich vorstellen? Halo 1 & 2:

Der Hinweis auf der Vorderseite bringt mich zum Schmunzeln. Bravo Screenfun, Computer Bild Spiele, Gamepro und Maniac – das waren noch Zeitschriften! 😉

Die meisten der alten Xbox „Classic“ Spiele laufen tatsächlich auch ohne Probleme auf der Xbox 360, allerdings muss dafür eine Festplatte installiert sein. Man merkt sofort, dass ich mich nur äußerst selten ans Shooter-Genre wage und das einfach nicht mein Fall ist – selbst auf dem Schwierigkeitsgrad „einfach“ stell ich mich schon im Tutorial erstaunlich blöd an! 😀

Schon witzig, die künstliche Intelligenz, die wir von einem Schiff evakuieren sollen heißt „Cortana“. Tatsächlich ist diese Cortana der Namensgeber für Microsofts künstliche Intelligenz in Form einer persönlichen Assistentin. Kein Wunder, denn das Entwicklerstudio von Halo (Bungie) wurde kurz vor der Veröffentlichung des Spiels von Microsoft aufgekauft.

Fun Fact: Schon irre – eine künstliche Intelligenz, welche in so gut wie jedem Microsoft-System steckt und deren Name von einem Videospiel abstammt. THE FUTURE IS REAL!!! 😀

Für die Xbox 360 erschienen auch einige weitere Spiele der Halo-Reihe. Bei dem Paket waren z.B. „Halo 3: ODST“ und „Halo 4“ dabei. Seht es mir nach, wenn ich mir weitere peinliche Ausflüge mit dem Master Chief erspare… 😉

Ein weiterer Klassiker aus Xbox-Zeiten ist die Half-Life-Serie, hier vertreten durch „Half-Life 2“:

Fun Fact: Half-Life wurde von Valve entwickelt – richtig gelesen, die Typen, die Steam erfunden haben! Während es damals noch einen Aufschrei in der Gamer-Community gab, dass man jetzt auf einmal für die Installation eine Internetverbindung benötigt und ein Konto bei einer obskuren Downloadplattform anlegen muss, ist das heute Gang und Gebe. Vorteil für uns – auf der Xbox läuft Half-Life auch ohne Steam! 🙂

Schon der Vorgänger schlug ein wie eine Bombe, aber der zweite Teil setzte in vielerlei Hinsicht nochmal einen drauf. Half-Life gilt vermutlich zurecht als einer der besten und einflussreichsten Egoshooter aller Zeiten und genießt definitiv Kult-Status.

Erst mal mit dem Zug in City 17 angekommen stürzen wir uns als Gordon Freeman (zu Beginn nur mit einer Brechstange bewaffnet) ins Abenteuer…

Tja Leute – was soll ich sagen? Letztendlich habe ich mich nach wenigen Minuten in einem Lagerraum wiedergefunden. Ich soll wohl irgendwelche Objekte aufnehmen um weiterzukommen, aber, wenn ich ehrlich bin, fehlt mir dazu die Geduld und irgendwie auch die Lust! 😀

Fun Fact: Vielleicht werde ich einfach zu alt, aber mich überfordert schon die Steuerung. Es gibt einfach zu viel zu beachten und irgendwie sehne ich mich nach einem simplen „Zwei-Knöpfe-Laufen-und-Schießen-Spiel“… 🙂

Puh, bevor es noch peinlich(er) wird und ich nicht mal den ersten Abschnitt schaffe – gleich weiter zum nächsten Spiel! 😉

Neben Halo und Half-Life ist selbstverständlich noch eine ganze weitere Reihe an Shootern vertreten. Darunter zählt unter anderem die recht populäre „Call of Duty“-Reihe des amerikanischen Publishers Activision:

Ebenso sehr bekannt sind die Crysis-Spiele. Bei dem Spielepaket ist z.B. „Crysis 2“ mit von der Partie:

Natürlich darf auch ein Titel der Far Cry Serie (Far Cry 3) nicht fehlen. Im Gegensatz zu den ganzen Ego-Shootern bietet Far Cry einige Action-Adventure-Elemente und gefällt mir dementsprechend deutlich besser. Natürlich wird hier auch zu schwerer Munition gegriffen, aber trotzdem wirkt das Spiel etwas „flexibler“. So kann man z.B. zahlreiche Passagen alleine durchs „Vorbeischleichen“ an Gegner bewältigen. Das erinnert mich fast etwas an „Thief“ auf der Xbox… 😉

Fun Fact: Crysis und Far Cry stammen vom deutschen Entwicklerstudio Crytek, welches vor allem für seine „CryEngine“, eine international bekannte und häufig lizensierte, bzw. verwendete Spiel-Engine bekannt ist. Sie zählt neben der Unity- und der Unreal-Engine zum höchsten Stand der Technik und wird häufig für beeindruckende Tech-Demos verwendet.

So, aber jetzt lassen wir mal die ganzen Shooter beiseite, schließlich ist es ja kein Geheimnis, dass ich eigentlich nicht so der Fan von FPS-Titeln bin. Eine Spielereihe mit der ich definitiv mehr anfangen kann ist „Fable“. In diesem Action-Rollenspiel begleitet ihr einen kleinen Jungen, welcher nach und nach zum Helden heranwächst und zahlreiche Quests erfüllt.

Fun Fact: Ähnlich wie bei Sacred (Artikel 106) sind sich die Fans uneinig, welcher Teil der Reihe nun der Beste ist. Ich habe mich zum Testen für „Fable Anniversary“, einer Neuauflage des ersten Teils samt zusätzlichen Inhalten, entschieden.

Gott – ich hasse die „moderne digitale Welt“. Bevor das Spiel startet, gibt es erst mal wieder Werbung für eine App – ganz großes Kino! 😦

Anstatt dem üblichen Gemetzel müssen wir als erstes Mal drei Goldstücke durch gute Taten zusammentragen um ein Geburtstagsgeschenk für unsere Schwester zu kaufen. Das nenn ich mal Frieden! 🙂

Doch leider hält der nicht lang, denn schon bald wird das Dorf Oakvale von Banditen überfallen und der Junge muss dabei zusehen, wie sein Vater getötet und seine Schwester und Mutter entführt werden. Auf Rat eines mysteriösen Magiers schließt sich unser Protagonist der Heldengilde an um sich den Gefahren und Problemen der Welt Albion zu stellen.

Für die damalige Zeit besonders ist vor allem die „Charakterentwicklung“ des Helden. So haben z.B. das gesamte Handeln (gute und böse Taten) sowie euer Aussehen einen massiven Einfluss auf die Spielwelt und andere Charaktere. Ein klarer Kritikpunkt dagegen ist die doch recht kurze Länge der Hauptquest.

Doch genug von Fable. Kommen wir abschließend noch zu einem Evergreen aus der Familie der Sportspiele. Was wäre eine Microsoft- oder Sony-Konsole ohne „FIFA“?

Ihr werdet es nicht glauben, aber selbst ich habe schon ab und zu FIFA gespielt! 😀 Allerdings ist das verdammt lang her. Wenn ich mich recht erinnere war das noch „FIFA 2003“ auf dem PC! Mein Bruder und ich haben zusammen immer wieder ein paar Minuten einer Demoversion, welche man kostenlos auf CD bei McDonalds zu einem Menü bekommen hat, gespielt! Mann, das waren noch Zeiten! 😀 Es hat Jahre gedauert, bis ich die Vollversion hatte, denn als Kind war das Taschengeld knapp und die Wunschliste lang! 😉

Hier spiele ich gerade ein Freundschaftsspiel gegen den Computer in „Fifa 12“. Richtig gut kann ich es nicht, aber immerhin habe ich es bereits nach wenigen Minuten geschafft, dass ein Gegenspieler (dank massiver Blutgrätsche) verletzt vom Platz muss! xD

Nach gut 30 Minuten ist es mir dann tatsächlich doch noch gelungen ein Tor zu schießen. Zugegeben – es war zwar nur ein Kopfballtor nach einer Ecke (weil aus dem Spiel heraus ging nichts) aber immerhin! 😀

So, genug für heute – mir raucht schon der Kopf vor lauter Spielen! 🙂

Ich denke damit will ich es bei dem kurzen Ausflug auf die Xbox belassen. Ich hoffe ihr hattet genau so viel Spaß wie ich, das war definitiv ein unerwartetes Erlebnis! 🙂 Ach ja – irgendwie schon erschreckend, wenn man bedenkt, dass selbst die Xbox 360 mittlerweile schon „retro“ ist. Ich kann mich noch erinnern, wie die Konsole „der nächste heiße Scheiß“ war. Anhand solcher Dinge merkt man, dass man alt wird… 😀

In diesem Sinne – bis die Tage, ciao! 😉

#132 – Super(nintendo) Switch

Supernintendo Switch? Ist das eine neue Hybrid-Konsole von Nintendo? Tja, schön wär’s aber das ist natürlich Quatsch! 🙂

Vielmehr möchte ich heute einen kleinen Casemod durchführen und einen Netzwerkswitch in ein Supernintendo Modul verpflanzen.

Fun Fact: Wer sich jetzt fragt: „Warum?“ dem kann ich nur empfehlen meinen Blog nicht weiter zu verfolgen. Die einfache Antwort ist wohl „weil es mich interessiert und ich Lust darauf habe“! Und mal ganz nebenbei – die gleiche Frage könnte man einem Modelleisenbahnenthusiasten oder einem Auto-Freak an den Kopf werfen! 😛

Na, ob das gut gehen kann? Ich bin optimistisch! 😉

Fangen wir von vorne an: Die Hülle von dem Supernintendo-Spiel hatte ich noch im Keller rumliegen. Das Basketball-Modul begleitet mich schon sehr lange, aber leider musste ich dessen Platine vor einiger Zeit im Rahmen einer Ersatzteilgewinnung ausschlachten. Gut, dass ich die Hülle aufgehoben habe!

Jetzt bräuchten wir doch eigentlich nur noch einen geeigneten Switch, den wir in das Modul verpflanzen könnten. Letztendlich habe ich mich auf Grund der geringen Bauform und des niedrigen Preises für einen TP-Link TL-SF1005D entschieden.

Klar, mit max. 100Mbit/s ist das kein Geschwindigkeitswunder (und definitiv nicht das richtige Modell für einen Glasfaseranschluss), aber für ne olle Dorfinternetleitung via Kupferkabel sollte das allemal ausreichen… 😉

Fun Fact: Tatsächlich habe ich bereits so ein ähnliches Modell im Einsatz. Meiner Erfahrung nach funktionieren sie zuverlässig und preislich sind die Dinger einfach unschlagbar. Ein neuer Switch samt Netzteil für 7€ – verrückt!

Eins kann ich euch sagen – das war mal wieder eines dieser Projekte bei dem ich einfach drauf los gebastelt habe und dann währenddessen die „Planung“ gemacht habe. Die Vorgehensweise macht am meisten Spaß, weil man sich nicht vorab den Kopf über tausend ungelegte Eier zerbrechen muss. Allerdings kommt es dann vor, dass man während des Bastelns auf Probleme stößt und dementsprechend viel improvisieren oder irgendwelche Ideen umwerfen muss, weil irgendwas nicht funktioniert. Oft ist auch das Ergebnis anders als man es erwartet hätte, aber bei welchem Projekt ist das nicht so? 😀

Nachdem das Modul bereits mit einem GameBit geöffnet wurde, muss nur noch das Gehäuse des Switchs geknackt werden.

Fun Fact: Natürlich sind mir erst nach der „destruktiven“ Öffnung des Gehäuses mit einem Winkelschleifer die Clips in den Ecken aufgefallen – shit happens! 🙂

Tatsächlich ist „die Elektronik“ noch viel kleiner als das Gehäuse selbst.

Das ist gut, denn vielleicht haben wir so eine Chance das Teil in dem SNES-Modulgehäuse unterzubringen. Lediglich die Bauhöhe bereitet mir etwas Sorgen…

Naja, was soll’s – als erstes sollten wir mal das Modulgehäuse vorbereiten.

Hier gibt es einige Plastikflächen zu entfernen, bevor der Switch überhaupt Platz hat.

Ursprünglich wollte ich den Switch seitlich verpflanzen, und habe dementsprechend erst einen Teil der seitlichen Plastikstücke entfernt.

Leider habe ich recht schnell gemerkt, dass das nicht funktioniert, weil das Modul an den Seiten zu sehr gebogen ist und der Switch so einerseits schief eingebaut werden würde und andererseits von der Höhe her nicht in das Gehäuse gepasst hätte.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als Plastikstücke an der offenen Seite (wo die Modulkontakte sonst aus dem Gehäuse herausragen) komplett zu entfernen. Vorher (oben im Bild) und nachher (unten im Bild):

Anschließend musste ich mir überlegen wie rum ich den Switch in das Gehäuse bauen könnte. Durch das merkwürdige Designelement (eine Art eingedellte Kerbe) des Moduls blieb eigentlich nur eine Option übrig:

Und tatsächlich – der Switch passt besser als gedacht in das Gehäuse, es fehlen lediglich ca. 2 Millimeter!

Da ich an dem Gehäuse nichts mehr flach feilen konnte, habe ich einfach die Pins auf der Unterseite der Platine etwas abgeschliffen. Bei einem teureren Gerät hätte ich mich vermutlich gegen diesen Schritt entschieden, aber was soll’s – no risk no fun! 😉

Dabei ist mir dann eingefallen, dass ja noch die Buchse für den Anschluss eines Netzteils an eine andere Stelle verlegt werden muss um von außen zugänglich zu sein.

Hierfür habe ich die Buchse ausgelötet und mit einem Stück Kabel verlängert:

Auf der Rückseite des Gehäuses habe ich mir dann eine geeignete Stelle gesucht und ein Loch zur Durchführung des Steckers gebohrt. Um die dünne Wand des Gehäuses nicht zu beschädigen, habe ich die Bohrung ab einer gewissen Größe nur noch mit einer Rundfeile bearbeitet.

Fun Fact: Das sieht vom Ergebnis her nach nicht viel aus, aber ich kann euch sagen – es war gar nicht so einfach das Loch in der exakt richtigen Position und gleichzeitig groß genug für den Stecker des Netzteils zu bohren, bzw. zu feilen. Für so eine Aktion braucht man viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Im Zweifelsfall kann eine Hopfenkaltschale als „Beruhigungsmittel“ nicht schaden… 😉

So, Rückseite erledigt – kommen wir also zur Vorderseite. Um auch zu sehen, ob der Switch an ist, wäre es prima, wenn man von außen auch die Status-LED sehen könnte…

Keine große Sache – ein weiteres kleines gebohrtes Loch später:

Jetzt müssen wir uns nur noch um die RJ45-Buchsen kümmern. Damit sich die Netzwerkkabel später auch ohne Probleme ein- und ausstecken lassen, muss am unteren Teil des Gehäuses noch etwas Plastik entfernt werden:

Im Nachhinein betrachtet wäre es vermutlich wesentlich einfacher gewesen ein Stück gerade Fläche abzusägen, aber ich hatte mir (auch welchen Gründen auch immer) in den Kopf gesetzt für jede einzelne Buchse einzeln das Plastik abzufeilen.

Coole Idee – aber nach der ersten Kerbe musste ich feststellen, dass ich noch eine zweite, etwas Breitere darüber ansetzen muss, ansonsten lassen sich die Stecker nicht wieder aus der Buchse entfernen. Mal wieder deutlich mehr Aufwand als eigentlich geplant… 🙂

Puh – Gott sei Dank ist das erledigt. So sieht das doch schon viel besser aus! 🙂

Fun Fact: Zusammengefasst kann man sagen: An den Öffnungen für die Rastnasen habe ich – im wahrsten Sinne des Wortes – sehr lange gefeilt 😉

Fast fertig! Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Blende um die unschönen offenen Stellen zu verdecken…

Eigentlich war der ursprüngliche Plan ein gerades Stück des Gehäuses zu verwenden und es entsprechend zu bearbeiten. Erst als ich das Teil abgesägt hatte, ist mir ein anderes Stück entgegengekommen, welches sich viel besser als Blende eignet! Tja, so kann es manchmal laufen! 😀 Das musste ich dann nur noch an einigen Stellen abschleifen und etwas kürzen.

Fun Fact: Ich denke man hätte auch mit dem 3D-Drucker was Passendes hinbekommen, aber so konnte ich Teile die sowieso im Müll gelandet wären recyceln! 🙂

Abschließend müssen jetzt nur noch die einzelnen Teile (Switch & Buchse) mit einer Gehäusehälfte verklebt und die Blende vorne angebracht werden – fertig! 🙂

Ob der Switch noch funktioniert? Das lässt sich nur durch einen Praxistest herausfinden. Also fix das Netzteil und ein paar Netzwerkkabel (eins vom Router und eins zum Laptop) anstöpseln:

Und siehe da – läuft einwandfrei. Jetzt kann ich mir meinen Blog auf vier Geräten gleichzeitig anschauen! 😀

Mann, das nenne ich mal „Netzwerken mit Stil“ – viel mehr „retro“ kann man im Internet nicht unterwegs sein! 😛

Fun Fact: Außer man würde sich vielleicht über ein Modem verbinden – aber diese Zeiten sind wirklich vorbei – auch für mich! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage!

#131 – Follow-Ups

Kennt ihr das? Ihr fangt etwas an, aber bringt es nicht richtig zu Ende? Mich machen solche Sachen rasend – entweder ganz oder gar nicht!

Leider muss ich mich da selbst an der Nase packen. So gab es in der Vergangenheit den ein oder andern Blogartikel, bei dem ich (rückwirkend betrachtet) noch eine Kleinigkeit hätte erwähnen müssen um die Sache rund zu machen. Heute möchte ich die Gelegenheit ergreifen und ein paar der Themen aufgreifen. Frei nach dem Motto: „Was wurde eigentlich aus…?“ 🙂

Mal überlegen – wo könnten wir besser anfangen als bei Artikel 1? 😉

Zur Erinnerung: Damals (lang ist’s her) habe ich euch einen alten elektromechanischen Lochkartenlocher (IBM Type 011) vorgestellt:

Am Ende des Artikels war ich so optimistisch und habe eine Fortsetzung mit „To be continued (?)…“ angekündigt! Ob das zu überheblich war? 😀 Um ehrlich zu sein bin ich mir nicht mehr sicher, was ich noch groß zu dem Teil erzählen sollte und einer versprochenen Komplettreinigung bin ich bisher auch aus dem Weg gegangen – das war mir einfach viel zu viel Arbeit. Immerhin habe ich mir in der Zwischenzeit das Handbuch professionell ausdrucken und binden lassen:

Selbstverständlich habe ich auch ein paar weitere Karten gestanzt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie akkurat die Maschine arbeitet. Unvorstellbar, dass über diesen Weg mal Daten gespeichert wurden! Tja, lang ist’s her… 😉

Bei der Durchsicht meiner Lochkarten sind mir sogar ein paar besondere Modelle aufgefallen. Neben einer Bestellkarte (samt Sachbearbeiter- und Unterschriftsfeld), einer Karte zur Erfassung des IBM-Mainframe-Modells sowie einer Lochkarte zur Gästebewirtung von IBM-Kunden, kam auch eine Anrufkarte zur Erfassung von technischen Störungen (also welcher Kunde angerufen hat und ob das Problem weitergeleitet, bzw. erledigt ist) zum Vorschein – krass! 🙂

Last but not least darf natürlich auch eine Karte im „retrololo-Design“ nicht fehlen! 🙂

Fun Fact: Es war gar nicht so einfach die Karte zu stanzen, da ich mit dem Stanzer nur max. zwei Tasten pro Spalte gleichzeitig drücken kann. So musste ich quasi „zeilenweise“ vorgehen, mich auf eine Reihe (Zahl) konzentrieren und die Löcher und Leerzeichen zählen – und das ganze natürlich fünf Mal! Zugegeben, eine „interessante“ Freizeitbeschäftigung, aber ich will nichts hören – andere Leute versumpfen nach der Arbeit auf dem Sofa! 😀

Bevor das ganze ausartet, sollten wir uns gleich dem nächsten Thema widmen. Hm, mal überlegen. Was ist denn da noch offen… Erinnert ihr euch noch an mein „altes“ (immer noch im Einsatz befindliches) Handy aus Artikel 22?

Tatsächlich habe ich in der Zwischenzeit das gleiche Handy nochmal neu (im Rahmen der Auflösung eines Handy-Shops) ergattern können! Es ist alles mit dabei und das Handy selbst ist noch neu mit Folie auf dem Display. So habe ich ein paar originale Ersatzteile, falls doch mal etwas (wider Erwarten) kaputtgehen sollte! 😀

Fun Fact: Theoretisch könnte ich jetzt dem betagten „Knochen“ ein kleines „Facelift“ mit frischen Teilen verpassen, aber ich denke ich werde es (mit gebrochener Displayscheibe) erst mal so lassen. Das gehört ja zu so einem Retro-Handy fast schon obligatorisch dazu! Und immerhin – alle Teile bis auf den Akku sind immer noch die gleichen wie vor weit über 15 Jahren – irre! 🙂

Jetzt kann ich nur hoffen, dass die großen deutschen Provider sich auch weiterhin zu „2G“ (GSM) committen. Dann steht einer Nutzung des Handys für viele weitere Jahre eigentlich nichts im Wege! 😉

Fun Fact: Ich möchte mal sehen, wie ihr eure iPhones als Flaschenöffner verwendet! Das ist eine Funktion, die Apple erst noch implementieren muss! 😉 😛

Erinnert sich noch jemand an die Dachbodensanierung aus Artikel 27? Da ich nach langer Suche keine passenden Vorhänge in der Größe gefunden habe, musste ich improvisieren und aus einem einfachen Tageslicht-Rollo selbst was zusammenbasteln. Sicher – alles andere als perfekt, aber letztendlich geht es ja nur darum die schwarzen Löcher in der Wand etwas zu verdecken. Mission erfolgreich! 😉

Wenn wir schon am Dachboden sind – diese leere Ecknische ist mir seit der Sanierung ein Dorn im Auge. Eigentlich wäre das der perfekte Platz für ein kleines Regal, doch leider ist es fast unmöglich ein fertiges Regal in passender Größe zu finden. Natürlich sollte die Lösung auch nicht zu teuer sein, schließlich geht es ja nur um ein kleines Abstellregal für den Dachboden. Letztendlich habe ich aus zwei einfachen OBI-Holzregalen was zusammengeschustert. Die Regalböden wurden verdoppelt und die Füße abgeschnitten und etwas stabilisiert. Mann – war das ein Kampf bis das blöde Ding endlich in die Nische gepasst hat. Leider waren die Elemente so unsauber gefertigt, dass ich an einigen Stellen ganz schön lange feilen musste… 😀

Fun Fact: Klar – wenn man es komplett selbst gebaut hätte, wäre man wesentlich flexibler bei den Maßen und der Bauweise gewesen. Bedenkt man aber die aktuellen Holzpreise (und vor allem die Verfügbarkeit) dank Corona hätte mich ein schönes selbstgebautes Regal vermutlich ein Vielfaches gekostet.

Auch zu Artikel 44 habe ich noch eine Kleinigkeit zu ergänzen. In der „Retrogamebox“ (sowie in der Windows-XP-RetroVM) hatte ich ein altes Spiel namens „Jumpstar“ zum Laufen gebracht. Jumpstar ist ein kleiner Space-Shooter aus Windows 3.x-Zeiten.

Letztendlich ist das Spiel nichts Besonderes, aber es war Teil meiner Kindheit (Nostalgie). Umso mehr wurmt es mich jetzt schon seit knapp zwei Jahrzehnten, dass ich immer nur die Demo-Version des Spiels zocken konnte! Den Hersteller gibt es schon lange nicht mehr und so kann ich nicht mal die geforderten 9$ für die Vollversion zahlen. Tja, was soll man sagen – kaum wartet man 20 Jahre wird man in den Untiefen des Internets fündig! 😀

Natürlich habe ich die unerwartete Chance sofort ergriffen und das Spiel durchgespielt. Bei der Gelegenheit habe ich auch einen neuen Highscore aufgestellt – IN YOUR FACE, Lady Sephira! 😛

Was alte DOS-Spiele angeht habe ich auch eine kleine Ergänzung zu Artikel 127. Mittlerweile habe ich online eine leicht verbesserte Version von „Electro Body“ auftreiben können. Es wurde 2006 von einem der Entwickler unter der Creative Commons Lizenz zur freien Nutzung veröffentlicht.

Diese (neu kompilierte) Version läuft unter dem Namen Electro Man, ist aber rein technisch exakt das gleiche Spiel wie „Electro Body“ (im Rest der Welt wurde das Spiel auch damals schon unter dem Titel „Electro Man“ vermarktet). Ein klarer Vorteil: Bei dem Release handelt es sich um eine für DosBox optimierte Version, welche nicht nur wesentlich flüssiger läuft, sondern auch auf den Kopierschutz verzichtet und dem Spieler einige Cheatcodes als Hilfe zur Verfügung stellt.

Fun Fact: Ich habe für meinen Test natürlich auf Cheatcodes verzichtet. Es geht doch nichts über eine richtig harte Retro-Challenge! 😉

Weiter im Text – in den Artikeln 123, 124 und 125 haben wir uns ja mit dem Tandberg-Bandlaufwerk beschäftigt. Mittlerweile habe ich – nach langer Suche – endlich eine passende Reinigungs-Kassette auftreiben können. Sie ist zwar leider schon gebraucht, sieht aber optisch noch ganz gut aus:

Fun Fact: Diese Reinigungs-Tapes werden üblicherweise neu für ca. 200€ verkauft. Kein Wunder – für alle die so ein System noch produktiv im Einsatz haben sind diese Kassetten Gold wert! Ich hatte Glück, die gebrauchte Kassette hat mich tatsächlich nur 3€ gekostet. 🙂

Anstelle eines magnetisierbaren Filmstreifens enthält die Kassette ein stoffartiges Reinigungsband. So hoffe ich, dass ich das Laufwerk noch einige Jahre betreiben kann! 🙂

Und ab geht’s zum nächsten Thema: Erst kürzlich (Artikel 129) haben wir uns etwas mit der Nintendo Switch beschäftigt. Tatsächlich habe ich euch aber gar nicht meine Lieblingstitel auf der Switch gezeigt! 😉

Wer sich erinnert – ich habe mich bereits über die fehlenden „Offline-Anleitungen“ geärgert. Aber ernsthaft – schaut euch mal die Innenseite so eines Switch-Spiels an:

Während die Rückseite des Covers häufig richtig schön designed ist, fehlt in 99% aller Switch-Spiele eine Anleitung! Ganz ehrlich – manches muss man nicht verstehen! Wieso designe ich extra eine Plastikhülle mit Halteclips für eine Anleitung, wenn ich dann kein einziges Spiel mit einer Anleitung verkaufe?! Was für ein Blödsinn… 😦

Nur einige wenige, sehr exklusive Releases wie z.B. „The Messenger“ von „Limited Run Games“ (ein amerikanischer Videospiel-Distributor, welcher sich auf die Veröffentlichung von physischen Versionen digitaler Spiele spezialisiert hat) kommen mit einer gedruckten Anleitung – sehr lobenswert! 🙂

Ich finde es schade, dass ich für meine anderen Switch-Spiele keine Anleitung habe. Doch nicht verzagen – Abhilfe kommt aus England! Ein mitfühlender Switch-Enthusiast aus England verkauft selbstgemachte Anleitungen für einige Switch-Titel auf Etsy. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe sofort zugeschlagen! 😉

Die Anleitungen sind sehr liebevoll gestaltet und mit zahlreichen nützlichen Informationen versehen. Leider hat der Kollege bisher nur für die sehr bekannten Titel (Zelda, Mario, etc.) Anleitungen erstellt, aber deren Qualität ist beeindruckend. Da bekommt man gleich Lust eins der Module einzuwerfen und etwas zu zocken… 🙂

Last but not least möchte ich nochmal das Thema aus Artikel 121 auf den Schirm holen. Wer sich nicht mehr erinnert: Wir haben es geschafft digitale Daten auf einer Audiokassette zu speichern! 🙂

Mittlerweile habe ich noch etwas damit herumexperimentiert und habe sogar zwei alte DOS-Spiele auf eine Kassette quetschen können! 🙂

Um dem „Zukunfts-Ich“ die Arbeit zu erleichtern, habe ich mir die wichtigsten Daten auf die Innenseite der Kassettenhülle notiert:

„Larry 1“ hat mit 268kB (und somit knapp 4 Minuten Luft) als ZIP-Archiv gut auf die B-Seite gepasst, aber bei „MicroMachines“ musste ich ganz schön tricksen, damit es einen Platz auf der Kassette findet. Zur Erinnerung: Pro Seite stehen umgerechnet nur knapp 300kB zur Verfügung!

So musste ich einige Dateien wie z.B. die Setup-Routinen, Verknüpfungen und Icons, nicht benötigte Soundtreiber sowie eine Windows-3D-DLL entfernen, um das Spiel klein genug zu machen.

Fun Fact: Natürlich könnte man einen wesentlich effizienteren Komprimierungsalgorithmus (ggf. in einem anderen Dateiformat (z.B. „.7z“ oder „.rar“) wählen um das Archiv noch zu verkleinern. Selbst im ZIP-Standard wäre man mit einer BZip2 oder LZMA-Kompression besser beraten, allerdings wollte ich beim „Deflate“-Standard bleiben, damit die ZIP-Datei von allen gängigen Systemen (so auch von Windows) nativ geöffnet werden kann! 😉

Mit einer Laufzeit, von 45 Minuten und 48 Sekunden ist die WAV-Datei theoretisch immer noch zu lang für eine Bandseite (45 Minuten). Gut, dass die Hersteller dieser Musikkassetten in der Praxis meist 1-2 Minuten pro Seite zusätzlich mit einkalkuliert haben! Ich habe die bespielte Kassette einmal durchlaufen lassen und dabei die Zeit gestoppt: 46 Minuten und 51 Sekunden. Selbst wenn man jetzt die 15 Sekunden nicht bespielbare Schicht (Bandvor- und Rücklauf) abzieht, bleibt immer noch genügend Platz. So hat das Archiv problemlos auf das Band gepasst! 🙂

Fun Fact: Natürlich spielt auch die eingestellte Laufwerksgeschwindigkeit eine Rolle.

Ein paar Recordings…

…und Konvertierungs-Sessions später…

…konnte ich die Archive tatsächlich wieder ohne Probleme öffnen:

Fun Fact: Warum die aufgenommenen WAV-Dateien jeweils ca. 30 Sekunden länger sind als die Originale ist mir nicht klar. Vielleicht hat sich der Motor des Laufwerks etwas verstellt. Völlig egal, denn es hat prima funktioniert! 😉

Herrlich – es geht doch nichts über eine Runde Micro Machines in der DosBox! 😀

So, jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss ein Rennen gewinnen! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage – bleibt lässig! 😉

#130 – switched upper

Beim letzten Mal haben wir ja der Nintendo-Switch dank Jailbreak (mit Homebrew-Anwendungen) ein paar neue Tricks beigebracht. Heute wollen wir noch einen draufsetzen und das Thema Switch abschließen, sodass wir uns endlich wieder den Retro-Konsolen zuwenden können. 😉

Einer der größten Schwachpunkte des RCM-Jailbreaks ist, dass dieser nur temporär ist und somit bei jedem Start der Switch erneut die Pins überbrückt und der Payload über USB-C (z.B. via Smartphone oder PC) zur Switch gesendet werden muss. Das ist in der Handhabung alles andere als praktikabel! 😦

Zugegeben, zum Überbrücken der Pins könnte man sich einen sog. „RCM-Jig“ kaufen, welcher etwas robuster in der Führung des Joy-Con-Controllers sitzt. Die Dinger sehen so aus:

Fun Fact: Alternativ könnte man auch den rechten Joy-Con-Controller so modifizieren, dass dieser für uns die Aufgabe übernimmt in den RCM einzusteigen.

Doch auch so ein RCM-Jig ist leider nur die halbe Miete, denn dann bräuchten wir immer noch ein Gerät, welches uns den Payload zum Starten der CFW einspielt. Auch sowas gibt es tatsächlich in kompakterer Form als Dongle für den USB-C-Port. Das Ding schimpft sich „RCM Loader“ und ist definitiv leichter handhabbar als ein Smartphone oder ein Computer. Mit dem Dongle können unterschiedliche Arten von Payloads eingespielt werden. Kleines Manko: Er besitzt einen Akku und muss hin und wieder aufgeladen werden.

Alles in allem keine schlechte Lösung, trotzdem irgendwie nichts Ganzes und nichts Halbes. Ich sehe schon, wenn wir die Hundertprozentlösung haben wollen, muss ein Modchip her. 😉 Findige Bastler haben auf Basis des Adafruit Trinket M0 Mikrocontrollers eine „RCM-Pusher“-Lösung erstellt. Dieser kleine Chip übernimmt beide Funktionalitäten, also das Eintreten in den RCM und das Senden des Payloads an die Switch!

An sich ist der Einbau nichts wildes, aber die benötigten Drähte und gerade die Lötstellen (gerade auf dem Switch-Mainboard) sind verdammt klein – definitiv nichts für meine alten, zittrigen Hände. 😀 Aus diesem Grund habe ich den Chip von einem Fachmann einbauen lassen.

Fun Fact: Sollte man die Software auf dem Chip updaten wollen, lässt sich dieser sogar über den USB-C-Port der Switch flashen. Sehr schön! 🙂

Dieser war so nett und hat mir auch gleich die „AUTORCM“-Funktion aktiviert. Dabei wird letztendlich ein Byte im Boot-Rom modifiziert, sodass die Switch jedes Mal automatisch in den Recovery-Modus bootet, wenn man sie anschaltet. Würde man das nicht machen, müsste man die Switch (damit der Chip aktiv wird) über eine spezielle Tastenkombination starten. Drückt man nun den Power-Knopf wird automatisch in Atmosphere gebootet und man kann sofort im Systemmenü sehen, dass die Switch unter CFW läuft – cool! 🙂

Fun Fact: Möchte man die originale Switch-Firmware booten, so muss man beim Einschalten (wenn das erste Logo erscheint) „Volume-Up“ und „Volume-Down“ gleichzeitig drücken um von einem Menü des Chips die „Stock-Firmware“ starten.

Da wir jetzt den Boot-Prozess vereinfacht haben, können wir noch ein paar weitere Spiele installieren – die Anwendung hierfür (tinfoil) kennen wir ja bereits. Allerdings hat es mich beim letzten Mal gestört, dass der Installationsvorgang so umständlich ist. Zur Erinnerung: Man muss zuerst Spiele-Daten auf die SD-Karte packen, um diese dann auf der Switch nochmal auf die SD-Karte zu installieren. Nicht nur kostet das Zeit, auch wird bei dieser Methode der doppelte Platz auf der Speicherkarte verbraten – unschön! Das muss doch irgendwie einfacher gehen…

Und das geht es auch – mit Hilfe einer PC-Anwendung mit dem schlichten Namen „nut“:

Damit nut funktioniert, müssen ein paar Verzeichnisse angepasst und passende USB-Treiber installiert werden. Das Programm an sich ist recht universell und kann als Netzwerk- oder USB-Server verwendet werden. Ich habe es für meine Installationen im USB-Modus (also mit am PC angeschlossener Switch) verwendet. Es erkennt automatisch Images von Switch-Spielen und kann diese mit Hilfe der tinfoil-Anwendung auf der Switch direkt auf der MicroSD-Karte installieren – sehr praktisch! 🙂

Fun Fact: Während ich den Artikel erstellt habe, kam mir ein Windows-Update in die Quere, welches meine USB-Treiber wieder zurückgesetzt hat – danke dafür! 😀 Gott sei Dank kann man mit Hilfe des Tools „Zadig“ versuchen, den libusbK-Treiber nachträglich erneut für die Switch zu installieren. Anschließend sollte eine Verbindung von tinfoil zu nut wieder möglich sein.

In tinfoil hat man dann einen guten Überblick über installierte Spiele. Auch lassen sich über diesen Weg Updates und DLCs zu den Spielen installieren! 🙂

Fun Fact: An dieser Stelle sei vielleicht noch anzumerken, dass Switch-Images in unterschiedlichen Formaten vorliegen können. Während ein vollständiger Dump einer Switch Game Card meist im „XCI“-Format vorliegt, sind Downloads aus dem eShop im „NSP“-Format anzutreffen. Im Endeffekt ist es egal, denn tinfoil beherrscht beide Varianten. 🙂

Wichtig: Um Spiele von anderen Quellen (z.B. Backups, die nicht mit dieser Konsole gemacht wurden) zu installieren, muss in den Optionen die Installation von unsigniertem Code zugelassen werden.

Was mir besonders gefällt: Beim Aktivieren der Option muss der „Masterschlüssel“ eingegeben werden. Dieser ist nicht etwa ein zuvor vom Benutzer vergebenes Passwort, sondern der Konami-Code (HOCH + HOCH + RUNTER + RUNTER + LINKS + RECHTS + LINKS + RECHTS + B + A + START)! Die Entwickler haben definitiv Humor. 😀

Alle von mir getesteten installierten Spiele liefen einwandfrei. Besonders cool finde ich, dass sich auf der Switch so viele Indie-Studios austoben (so ganz Nintendo-untypisch). Vor allem das RPG „Golf Story“ hat es mir angetan! 🙂

Fun Fact: Tatsächlich ist die Nintendo Switch vollständig „region-free“. So lassen sich Spiele aus sämtlichen Regionen der Erde ohne Einschränkungen installieren und spielen. Ich bin baff, selbst beim guten alten NES war das nicht so! Hat Nintendo tatsächlich dazugelernt?! 🙂

Neben Spielen lässt sich mit der gehackten Switch natürlich auch noch einiges mehr anstellen. Es gibt zahlreiche Homebrew-Anwendungen wie z.B. einen Videoplayer oder Texteditor aber ich möchte mich abschließend noch auf die Königsdisziplin im Homebrew-Bereich konzentrieren: Emulation älterer Systeme! 🙂

Es gibt eine ganze Latte an Emulatoren, die auf der Switch laufen. Um ehrlich zu sein habe ich aber gar keine Lust mich mit jedem einzeln zu beschäftigen, denn es gibt eine weitaus bequemere Lösung um die ganzen Systeme in einem Frontend zusammenzufassen. Das Zauberwort heißt „RetroArch“. Dieses Front-End ist quasi die „rundum sorglos Lösung“. Emulatoren diverser Systeme werden in sog. „cores“ verwaltet.

Um RetroArch zum Fliegen zu bekommen, müssen wir die SD-Karte mit der Switch-Applikation vorbereiten. Ebenso ist es gut zum Testen ein paar Backups von Spiele diverser Systeme mit auf die MicroSD-Karte zu packen! 🙂

Anschließend taucht RetroArch im Homebrew-Menü (Album) auf. Theoretisch kann man über diesen Weg die Anwendung starten, leider läuft RetroArch dann nur im „Applet Mode“ (also direkt über das Homebrew-Menü). Das kann zu diversen Fehlern führen, weil die gestartete Homebrew-Anwendung dann nicht den vollen Speicherzugriff besitzt. Besser ist es, man ruft RetroArch via „Titel Takeover“ (ein alternativer Weg das Homebrew-Menü mit erweiterten Berechtigungen aufzurufen) auf.

Hierzu muss lediglich ein Spiel (egal welches) mit gedrückter „R-Schultertaste“ gestartet werden (sieht man jetzt auf dem Bild schlecht, aber stellt euch vor, ich drücke „R“)! 😀

Und schon haben wir das Homebrew-Menü mit erweiterten Berechtigungen gestartet. Clever! 😉

Ist man erst mal im RetroArch-Hauptmenü angekommen, hat man zahlreiche Möglichkeiten. So kann man z.B. wählen ob man einen „Core“ (Emulator)…

…oder gezielt ein Spiel aus einem Verzeichnis starten möchte.

Die Switch ist stark genug um die älteren Nintendo-Konsolen (NES, GameBoy (Color/Advance), SNES und sogar N64) zu emulieren. Hier z.B. das Hauptmenü aus „Pokémon Stadium“:

Ebenso können natürlich auch Plattformen anderer Hersteller, wie hier z.B. „Earthworm Jim“ auf dem Sega Mega Drive emuliert werden:

RetroArch ist schon eine tolle Sache. Wer hier viel Zeit und Lust hat, kann sich austoben bis zum geht nicht mehr. Seht es mir nach, wenn ich darauf verzichte und stattdessen als abschließende Challenge noch versuchen möchte, Monkey Island 3 auf der Switch zum Laufen zu bekommen! Fragt mich bitte nicht wieso, aber ich mag das Spiel einfach und hatte schon lange vor es mal wieder komplett durchzuspielen 🙂

Doch wie stellt man das an? Gut, dass es für die Switch einen Port von ScummVM gibt, dem Tool um alte Adventure-Spiele für den PC zu emulieren. Dazu müssen lediglich ein paar entsprechende Dateien auf die SD-Karte gepackt werden:

Natürlich muss auch das Spiel selbst auf die SD-Karte kopiert werden. Welche Dateien genau benötigt werden, ist natürlich bei jedem Spiel unterschiedlich, eine gute Übersicht der unterstützten Spiele (samt Tutorials) findet sich hier.

Fun Fact: Ich habe die benötigten Dateien nicht mal von den Original-CDs kopieren müssen, weil ich sie für eine andere ScummVM-Installation (siehe Artikel 44) bereits auf der Platte hatte! 🙂

Ist alles vorbereiten, kann ScummVM einfach über das Homebrew-Menü gestartet werden.

Beim ersten Start müssen noch die Monkey Island Dateien mit der Software verheiratet werden. Ebenso können ein paar Einstellungen wie Untertitel, Grafikeffekte, etc. vorgenommen werden.

Fun Fact: Anstatt ein Bild von den Einstellungen zu machen, habe ich Depp natürlich nur das ScummVM-Hauptmenü abgelichtet – einmal mit Profis! 😛

Und tatsächlich – das Spiel läuft ohne Probleme. Hm, kommt euch diese Szene nicht auch bekannt vor…? 😉

So, ich denke es wird Zeit, dass wir so langsam zum Ende kommen. Für die Tatsache, dass es in den letzten beiden Artikeln eigentlich um eine Spielekonsole gehen sollte, war leider alles recht technisch. Viel zu viel Theorie – ich weiß. Nehmt es mir nicht übel, ich kann nichts dafür! Wenn es nach mir geht, müsste es nicht so kompliziert sein der Switch ein paar neue Tricks beizubringen… 😉

Fazit: Mit der Nintendo Switch ist scheinbar wirklich ein neues Zeitalter angebrochen. Kein „region-locking“ sowie eine Vielzahl an Indie-Spielen unabhängiger Hersteller? Und das alles auf einer Nintendo-Konsole? Ist die Hölle zugefroren?! Tief durchatmen… Zumindest beim Thema Cartridges (wenn auch in Form kleiner SD-Karten ähnlicher Module) ist Nintendo sich treu geblieben – sehr zu meiner Freude! 🙂

Spaß beiseite, um ehrlich zu sein bin ich von der Switch positiv überrascht. Klar hat sie ihre Macken (spiegelndes Display, Akkulaufzeit, Joy-Con-Controller, etc.) aber gerade für unterwegs (oder auf der Toilette) ist das Teil echt genial.

Bitte entschuldigt mich jetzt – ich muss jetzt mit einer frechen Gans im „Untitled Goose Game“ etwas Schaden anrichten! 😉

Cya!

#129 – switched up

Ach ja – die Nintendo-Switch… Was für ein faszinierendes Gerät. Nintendos Hybrid aus Handheld und stationärer Konsole bietet (typisch für Nintendo) einiges an Innovation und kommt bei den meisten Zielgruppen relativ gut an. Und so kommt es, dass tatsächlich auch ich mittlerweile eine Switch besitze! 🙂

Fun Fact: Ich höre es schon rufen: „Aber retrololo, die Nintendo Switch?! Das ist doch mal so gar nicht retro, was soll das denn?“. Tja Freunde, man muss mit der Zeit gehen! 😛 Spaß beiseite, den kleinen Ausflug in die jüngere Vergangenheit gönnen wir uns heute mal. Keine Angst, das bleibt eher eine Ausnahme… 🙂

Ich persönlich finde die Konsole insgesamt auch recht gelungen, auch wenn ich mit den „Joy-Con“-Controllern überhaupt nichts anfangen kann. Diese wirken recht billig (sei es die Beschaffenheit des Plastiks oder die wabbeligen Analogsticks) und das Zubehör (Handgelenksschlaufe und Joy-Con-Halterung) ist absolut überflüssig.

Fun Fact: Das ganze unnütze Plastik-Zubehör erinnert mich irgendwie an die Wii! 🙂

Für die grundlegende Bedienung der Switch kann man den Touchscreen verwenden, aber zum Spielen verwendet man besser gleich einen originalen Switch Pro-Controller oder ein Dritthersteller-Gamepad (in meinem Fall das 8bitdo SF30 Pro). Beide funktionieren kabellos über Bluetooth und bieten wesentlich mehr Komfort als die Plastikknüppel.

Fun Fact: Das 8bitdo-Gamepad kann sogar mit dem NES Retro Receiver aus Artikel 101 gekoppelt werden! So kann man es auch am NES oder PC (über das USB-Kabel) verwenden – crazy! 🙂

Was mir dagegen sehr gut gefällt ist die Dockingstation. Diese bietet auf der Rückseite ein Fach, in dem die ausgehenden Kabel (für HDMI- und Stromanschluss) verstaut und mit einer Kabeldurchführung nach außen geführt werden. Auch findet hier ein USB 3.0-Port seinen Platz, an welchem man z.B. einen Pro Controller aufladen kann.

Fun Fact: Auf der Seite bietet die Dockingstation tatsächlich nochmal zwei weitere USB-Ports. Ich wüsste gar nicht, was man damit machen soll und scheinbar bin ich nicht der Einzige, der sich diese Frage stellt! 😀

Die Spiele der Switch werden in bunten dünnen Plastikboxen vertrieben. Natürlich dürfen neben einigen neuen Titeln auch Vertreter aus Nintendos bekanntesten Franchises (wie z.B. Mario Kart oder Mario Party) nicht fehlen. Leider ist das Zeitalter von Offline-Anleitungen schon lange vorbei und so befindet sich in den Hüllen außer dem Spielmodul meist nichts – was für eine Platzverschwendung (vom Plastik mal ganz zu schweigen)!

Apropos Module – die Spiele selbst werden auf MROM-Modulen gespeichert, welche von der Form her wie etwas dickere SD-Karten aussehen. Offiziell werden diese Karten „Nintendo Game Cards“ genannt – schon verrückt, das Nintendo immer noch auf ein proprietäres Speicherformat setzen. Mir gefällt es, ich mag „Cartridges“ einfach! 🙂

Fun Fact: Rein technisch gesehen kann eine Game Card zwischen 1GB bis 32GB an Daten aufnehmen. Aktuell arbeitet Nintendo auch an einer 64GB-Version.

Doch genug Vorgeplänkel, ich denke über die Switch muss ich euch nicht wirklich ausführlich berichten, die Konsole ist noch so neu, da gibt’s noch genügend nette Reviews und Unboxing-Videos im Netz. Heute wollen wir mal versuchen der Switch ein paar neue Tricks beizubringen und ihr etwas Homebrew-Software unterzujubeln. Wie das geht? Nun, dafür benötigt es neben der Konsole lediglich eine Büroklammer, eine MicroSD-Karte, ein USB-C-Kabel und spezielle Software!

Fun Fact: What the fruit are you talking about?! Keine Angst, ihr werdet es gleich sehen… 😉

Als erstes müssen wir überprüfen, ob unsere Switch überhaupt „Homebrew-fähig“ ist, denn tatsächlich können nur die älteren Switch-Modelle (Aufgrund einer Schwachstelle in den USB-Routinen auf dem Boot-ROM) manipuliert werden. Hierzu muss die Seriennummer mit einer Liste abgeglichen werden. Wer zu faul ist eine Liste zu lesen, kann auch seine Seriennummer auf dieser Seite eingeben um zu prüfen, ob ein Jailbreak möglich ist.

Fun Fact: In jedem Fall sollte man die Switch komplett offline nehmen, oder zumindest angepasste DNS-Einstellungen konfigurieren, sodass die Konsole nicht mehr mit Nintendos Servern reden kann, ansonsten riskiert man einen Bann der Konsole (Sperrung aller Online-Funktionalitäten).

Wir haben Glück. Unser Modell ist alt genug, sodass wir die Konsole „jailbreaken“ können. Um das zu bewerkstelligen, muss erst mal entsprechende Software auf die Micro-SD-Karte geladen werden. Dabei muss einiges beachtet werden auf das ich jetzt nicht zu genau eingehen möchte. Gute Anhaltspunkte finden sich hier und hier. So sollte dann das Hauptverzeichnis eurer SD-Karte aussehen:

Fun Fact: Ganz wichtig: Die Karte sollte nicht exFAT, sondern FAT32 formatiert sein, da der exFAT-Treiber von Nintendo buggy ist und im schlimmsten Fall zur Korruption der MicroSD-Karte (und somit zum Datenverlust) führen kann!

Die Grundidee des Jailbreaks ist es die Switch in den RCM („recovery mode“) zu bringen um unsignierten Code über die USB-Schnittstelle vom PC zu laden. Für den Ladevorgang benötigen wir die PC-Software „TegraRcmGUI“ (samt eigenem USB-Treiber), welche „den Payload“ (so wird ein kleines Binärfile mit Software genannt, welches man im Recovery Modus ausführen möchte) der Switch unterjubelt.

Fun Fact: Somit ist auch klar, dass der Hack nur temporär ist und bei jedem Start der Konsole wiederholt werden muss. Nicht gerade schön, aber besser als gar nichts! 😉

Nachdem wir die MicroSD-Karte wieder in die Switch gesteckt haben, kommt jetzt der spannende Part, denn jetzt müssen wir die Switch in den RCM bringen. Ok, und wie macht man das? Im Endeffekt müssen hierfür nur zwei bestimmte Pins am rechten Joy-Con-Port überbrückt werden. Hat man den Joy-Con abgedockt, kann man durch die Reflektion am Gehäuse die winzigen Pins erkennen:

Leider sind die Pins so versteckt angeordnet, da kommt man ja gar nicht vernünftig hin, Mist! Hier kommt unsere Büroklammer ins Spiel! 🙂 Damit wir auch die richtigen Pins erwischen muss das gute Stück entsprechend präpariert werden. Der Abstand zwischen den Beinchen sollte 7mm betragen. Auch hilft es, wenn man die Beinchen am unteren Ende leicht nach oben biegt.

Fun Fact: Natürlich gäbe es auch „professionellere“ Lösungen, z.B. aus dem 3D-Drucker oder von eBay, aber ich finde so eine DIY-Lösung hat ihren Charme! 😀

Hat man die Klammer zurechtgebogen wird sie seitlich (da wo sonst der rechte Joy-Con festgeklipst ist) zu den Pins geschoben, sodass Pin 1 und Pin 10 überbrückt werden:

Ist das erledigt muss der „Volume-Up“-Knopf gedrückt gehalten und gleichzeitig das USB-C-Kabel in die Switch eingesteckt werden. Ein ziemliches Gefrickel! 😀

Hat man alles richtiggemacht, dann bleibt das Display schwarz und die Switch befindet sich im RCM. Erkennen kann man das auch in der PC-Software am grünen Logo.

Preisfrage: Was ist das wichtigste in der IT bevor man irgendwas tut? Richtig – Backups! 🙂

Um diese zu ziehen, muss man über die PC-Software den hekate-Payload (bei gedrückter „Volume-Down“-Taste) starten. Mit hekate lassen sich nicht nur Systemfunktionen überwachen, auch können einige Diagnose- und Reparaturprogramme ausgeführt werden.

Eines davon ist der „Nand-Dumper“. Damit sollten wir gleich mal ein NAND-Backup (Sicherung des Systemspeichers der Switch) ziehen. So kann man (sofern man softwareseitig irgendwas kaputt macht) wieder den Ursprungszustand herstellen! 🙂

Auch die zur Verschlüsslung der Daten verwendeten Schlüssel sollten via „Lockpick RCM“ gesichert werden. Da hekate auch die Möglichkeit zum Aufruf weiterer Payloads bietet, kann die Anwendung direkt aus hekate gestartet werden!

Fun Fact: Während man hekate noch über den Touchscreen bedienen kann muss in Lockpick RCM über die Lautstärketasten und den Power-Knopf navigiert werden.

Sind alle Backups gezogen, kann man über TegraRcmGUI den „fusee-primary“-Payload laden. Dieser dient als Bootloader und startet die CFW (custom Firmware) „Atomsphere“, anstatt des sonst bei der Switch üblichen „Horizont OS“.

Aber nanu? Außer dem Bootlogo sieht doch alles gleich aus?!

Nicht verwirren lassen – wir befinden uns definitiv in einer anderen Firmware. Überprüfen kann man das, indem man auf das „Album“ klickt. Dadurch startet ein Hombrew-Menü, in welchem man zahlreiche für die Switch erstellte Homebrew-Anwendungen ausführen kann. Dabei kann man sich entscheiden, ob man diese direkt über das Internet (von einem App Store) herunterlädt oder händisch auf die SD-Karte packt.

Fun Fact: „Daybreak“ ist die Update-Komponente von Atmosphere, allerdings werde ich die (dank nicht verbundenem Internet) wohl nie nutzen! 🙂

Ab diesem Zeitpunkt sind die Möglichkeiten welche uns die Switch bietet nahezu unbegrenzt. So kann man z.B. mit „nxdumptool“ Spiele von Cartridge auf SD-Karte sichern. Dabei werden richtige Dumps, bzw. Images gezogen, welche man anschließend wieder auf der Switch installieren kann.

Fun Fact: Das ist gut, denn im Normalfall lassen sich Game Cards nicht auf der Switch installieren. Diese funktionieren tatsächlich nur, wenn das Modul eingesteckt ist – ist ja mal voll retro, buuuh! 😛

Und wie sieht es jetzt aus, wenn man gedumpte Spiele installieren möchte? Hierfür gibt es die Switch-Anwendung „tinfoil“.

Tinfoil funktioniert eigentlich selbsterklärend. Spiele können entweder auf der MicroSD-Karte oder auf dem internen Speicher der Switch (32GB) installiert werden. Hat man das entsprechende Image gewählt, muss man nur noch warten bis es installiert ist. Kleiner Tipp: Auch wenn das Laden der Spiele vom internen Speicher etwas schneller geht, würde ich immer empfehlen die Spiele auf die MicroSD-Karte zu installieren, da der interne Speicherplatz exklusiv für Spielstände verwendet werden muss.

Fun Fact: Sowieso klar, dass der interne Speicher der schnellste ist, aber tatsächlich ist eine MicroSD-Karte auch um wenige Prozentpunkte schneller als eine Nintendo Game Card! 🙂

So, ich denke nach den ganzen Installationen und Konfigurationen haben wir uns eine Auszeit verdient. Vielleicht sogar bisschen was zocken? Was wäre da besser geeignet als eine gemütliche Runde Mario Kart? 😉

Ich bin dann mal weg. Es gibt einige neue Rennstrecken zu erkunden… 🙂

#128 – Music: tv treasures

Günther Jauch hat mal gesagt: „Fernsehen macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger“. Auch wenn an seiner Aussage was dran ist, erinnere ich mich gerne an die Momente, in der mich Fernsehen tendenziell eher dümmer gemacht hat! 🙂

Dabei meine ich aber nicht den ganzen Reality-TV-Schrott, der heutzutage auf fast jedem privaten Sender vertreten ist. Ich rede natürlich von (lustigen) TV-Serien, sei es nun aus Zeichentrickserien aus der Kindheit oder auch aktuellere Sitcoms und Shows der letzten Jahre! 😉

Eine Folge der aktuellen Lieblingsserie ist einfach was zum Abschalten und „Loslassen“ vom Alltags-Wahnsinn. Da viele dieser TV-Shows bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, habe ich mich dazu entschlossen auch ein Floppy-Album mit ein paar „tv treasures“ aufzunehmen! 🙂

Fun Fact: Besten Dank wie immer an Michi für die Covergestaltung. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Ich gebe ihm eine Vorlage und er macht etwas komplett Anderes! 😀 Das ist auch gut so, denn sein Ergebnis gefällt mir definitiv besser als meine traurigen (in Paint zusammenkopierten) Skizzen… 🙂

Darauf vertreten ist ein bunt gemischtes Potpourri von TV-Serien-Themen der letzten Jahre. Leider habe ich auch auf ein paar sehr ikonische Serienintros wie z.B. das der Simpsons verzichten müssen. Einige Stück sind einfach viel zu komplex und lassen sich schwer (oder eben überhaupt nicht) umsetzen. Dementsprechend habe ich im Lauf der Erstellung des Albums zahlreiche Ideen und Versuche wieder verworfen. Vielleicht sind die nicht genutzten Werke ja mal etwas für ein „B-Seiten“-Album… 😉

Fun Fact: Diesmal habe ich die Bezeichnung der einzelnen Stücke auf dem Cover absichtlich weggelassen. Ich denke das ist auch gut so, denn irgendwie wäre es ja albern gewesen, wenn hinter jedem Titel „Intro“ oder „Theme“ stehen würde! 😀

Leider sind Serien-Intros für gewöhnlich recht kurz und so ist auch das Album mit einer Gesamtspielzeit von gerade mal knapp 25 Minuten extrem kurz geworden. Damit es nicht noch kürzer wurde, musste ich einige Stücke (wie z.B. „Brooklyn 99“, „Parks and Recreation“ oder auch das Theme von „The Office“) etwas strecken und mir dazu passende eigene Passagen ausdenken! 🙂

Um es bei der Erstellung einzelner Melodien etwas leichter zu haben, habe ich mir ein kleines MIDI-Keyboard zugelegt. Darf ich vorstellen? Ein „Midiplus X2 mini“:

Das Gerät wird einfach über den USB-Port mit dem PC verbunden und benötigt keine externe Stromversorgung. Damit Sekaiju auch mit dem Keyboard arbeiten kann, müssen wir es auf einen MIDI-Kanal legen. Das geht unter dem Reiter „Setup => MIDI Device and Instrument“:

Anschließend können Melodien gespielt…

…und aufgezeichnet werden! Im Nachhinein müssen einige Notenwerte noch angepasst werden, weil man es einfach nicht so genau spielen kann, wie man es vielleicht haben möchte. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich einfach kein guter Musiker bin! 😀

Fun Fact: Im Bild ist der eingespielte Basspart vom „Brooklyn 99“-Intro abgebildet! 😉

Die Qualität der einzelnen Stücke möchte ich jetzt gar nicht großartig bewerten. Insgesamt gesehen bin ich mit dem Ergebnis schon zufrieden, auch wenn es (wie immer) noch Optimierungsbedarf gegeben hätte! 😉

Vielleicht nur so viel: Meine persönlichen Highlights sind „Leb deinen Traum“, das „Ducktales“-Intro und das „Sailor-Moon“-Intro. Auch wenn ich mit der Serie überhaupt nichts anfangen konnte, finde ich das Intro ganz cool und die Umsetzung auf den Diskettenlaufwerken gelungen.

Fun Fact: Das Intro von Ducktales war im Übrigen die allererste MIDI-Datei, die ich jemals für die Laufwerke gebastelt habe – ach ja, diese Nostalgie… 🙂

Im Vergleich zu obskurer Videospiel-Musik oder alten Punk-Songs haben die Serien-Intros natürlich einen höheren Wiedererkennungswert. Dank der kurzen Spielzeit kann man sich die einzelnen Stücke auch jederzeit einfach mal so reinziehen – quasi was „locker-leichtes“ für zwischendurch. 😉

Wie dem auch sei, wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich das Album gerne hier kostenlos herunterladen. Alternativ gibt es natürlich wieder eine Playlist auf YouTube!

In diesem Sinne, bis die Tage! 🙂

#127 – Electro Body

Vorwort: Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass der heutige Artikel mehr eine Art „Unboxing“ als ein wirkliches „Review“ ist. Ich hoffe ihr verzeiht es mir und könnt euch trotzdem an der kleinen Reise in die Vergangenheit erfreuen – ich kann bei dem Spiel einfach nicht ganz objektiv sein, da schwingt zu viel Nostalgie mit! 😉

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Erinnert sich noch jemand an Artikel 12? Ich weiß – lang lang ist’s her! 😉

Zur Erinnerung: Damals haben wir es geschafft, ein DOS-Spiel über ein USB-Diskettenlaufwerk auf einem Smartphone in einer DosBox-App zum Laufen zu bekommen! 😀

Wenn ich mich recht erinnere habe ich euch „damals“ schon was über das zum Testen verwendete Spiel („Electro Body“) erzählt. Trotzdem möchte ich die Zeit heute nutzen nochmal etwas ausführlich darüber zu berichten. Ähm, ok – und woher kommt die spontane Idee, bzw. der plötzliche Drang das Teil nochmal auszugraben? Tatsächlich fing alles an, als ich vor einigen Tagen folgendes Stück auf eBay ersteigert habe:

Eine originalverpackte (und noch verschweißte) Kopie von „Electro Body“! Seit vielen Jahren suche ich nach dem Teil und jetzt habe ich endlich ein Exemplar gefunden. Na, wenn das kein Anlass ist, einen genaueren Blick auf „Electro Body“ zu werfen! Wann hat man schon mal die Gelegenheit ein knapp 30 Jahre altes Spiel auszupacken? 😉

Bisher besitze ich das Spiel leider nur als „digitale Sicherheitskopie“. Diese wurde aber tatsächlich vor vielen Jahren mal als Kopie von der Originaldiskette erstellt. Auch das Handbuch ist noch da, aber die Verpackung mit der originalen Spiel-Disk ist wohl irgendwann mal abhandengekommen…

Fun Fact: Ernsthaft – selten habe ich mich so gefreut, nach ewiger Recherche doch noch fündig zu werden. Ich würde mal vermuten, dass von dem Spiel damals nur wenige Exemplare überhaupt nach Deutschland importiert wurden. In den letzten 10 Jahren wurden nur drei Angebote auf eBay verkauft – uff! Frei nach dem Motto: Nicht wertvoll, aber selten… 😉

Zur Erinnerung: „Electro Body“ ist ein 1992 erschienenes Jump ‘n‘ Run für DOS. Popularität, bzw. einen Kultstatus erlangte das Spiel, weil es in Polen sehr erfolgreich war und als „erstes professionelles polnisches PC-Spiel“ angesehen wird. Electro Body wurde 1993 von ADAMIK für den deutschen Markt portiert.

Doch jetzt schnell zurück zu der Verpackung. Das Logo auf der Seite weckt Erinnerungen… 😉

Auch auf der Rückseite gibt es so einiges zu entdecken. Besonders witzig finde ich die Symbole für „Tastatur“, und „Joystick“ auf der linken Seite. Ebenso finden sich hier Schlagwörter wie z.B. „Sound Blaster“, „EGA“, „CGA“ oder die gute alte Hercules-Grafikkarte – alles Begriffe aus einer längst vergangenen Ära… 🙂

Fun Fact: Daumen hoch für das ehrliche Marketing: Von wegen Cutscenes – alles echte Gameplay-Screenshots! So etwas gibt es heutzutage nicht mehr, oder erinnert ihr euch an den letzten Trailer den ihr gesehen habt, der wirklich nur Gameplay zeigt? 😉

Na, bei so einer Beschreibung bekommt man doch direkt Lust den Rechner anzuschmeißen und Electro Body einzuwerfen. Habt ihr das Zeug dazu zusammen mit „Jack“ die über 620 Räume zu überstehen? 😉

Wenn euch die Story nicht als Anreiz reicht, dann wird euch doch hoffentlich die „phantastische VGA-Grafik“ mit 256 Farben überzeugen? Also mehr kann man sich wirklich nicht wünschen! 😛

Und für die audiophilen Freunde unter uns gibt es „realistische Soundeffekte“ dank innovativer Technologien wie dem „Sound Blaster“ oder der „AdLib“ Soundkarte. Wer das alles nicht hat, kann sich natürlich auch an den piepsigen Klängen des PC-Speakers erfreuen… 😀

Fun Fact: Sogar das längst vergessene Covox-Soundmodul (Covox Speech Thing) ein Adapter mit welchem sich Boxen oder Stereoanlagen via Parallelport an den PC anschließen lassen wird unterstützt – das nenne ich mal Service! 😉

Besonders schön finde ich die Hardware-Anforderungen. 16 MHz CPU und HD-Diskettenlaufwerk. Na das sollte doch kein Problem sein! 😉

Fun Fact: „HD“ steht hierbei nicht für „high definition“ sondern für „high density“. Damit ist die Aufzeichnungsdichte (Sektoren pro Spur auf der magnetisierbaren Schicht) in welcher die Daten auf die Diskette geschrieben werden gemeint.

So, lang genug geschwafelt, es wird Zeit die Büchse der Pandora zu öffnen und endlich einen Blick in die Verpackung zu werfen…

Entfernt man den Umschlag kommt ein weißer Karton zum Vorschein:

Darin befindet sich der eigentliche Inhalt:

Mal sehen… Da wäre zum einen natürlich die Diskette mit den Spieldaten.

Fun Fact: Man sieht, dass das ganze etwas „improvisiert“ veröffentlicht wurde. Anstatt ein passendes Diskettenetikett drucken zu lassen wurde einfach ein länglicher (wesentlich größerer) Aufkleber „um die Diskette“ herum geklebt. Kann man so machen… 😀

Etwas irritiert bin ich darüber, dass der Schreibschutz gar nicht aktiviert ist. Ich war immer der Meinung, dass der Schieber bei gekauften Disketten geöffnet ist. Wieder ein Indiz dafür, dass hier keine Profis am Werk waren! 😉

Fun Fact: Das Loch auf der gegenüberliegenden Seite der Diskette ist das Erkennungsmerkmal für das Diskettenlaufwerke, ob es sich um eine HD- oder eine DD (double density) Diskette handelt.

Ebenso ist eine Anleitung mit dabei. Mir persönlich hat das unterschiedliche Farbdesign der Vorder- und Rückseite schon immer sehr gut gefallen.

Ein Blick in die Anleitung verrät die wichtigsten Details. Neben einer interessanten Vorgeschichte (die sich fast wie ein SciFi-Roman liest) finden sich hier auch Installationsanweisungen, ein Troubleshooting-Guide sowie die Seite mit Informationen zur Steuerung:

Alleine die beigelegte Umfragekarte hat es in sich… „W.- Germany“?! Eigentlich waren die Zeiten von „West-Germany“ 1993 doch auch schon vorbei… 😀

Fun Fact: Die ADAMIK Import & Export GmbH gibt es natürlich seit Jahren nicht mehr. Um ehrlich zu sein habe ich im Internet absolut nichts über das Unternehmen gefunden! Verrückt, dass man nichts darüber im Netz findet, wenn man bedenkt, dass heutzutage Haustiere eigene Internetauftritte (in Form von Facebook-, Snapchat- oder Instagramaccounts) besitzen! 😛

Auf der Rückseite soll man ausfüllen, wie die Konfiguration des eigenen PC-Systems ist. So sind Angaben zum Betriebssystem (also welche DOS-Version man einsetzt) oder zur Hardware des PCs (IBM AT/XT oder 386/486) zu machen. Besonders schön finde ich auch die Frage welche Spiele man bevorzugt. Na, steht ihr eher auf Simulationen, „Denkspiele“ oder „Ballerspiele“? 😀

Fun Fact: Hosen runter! Wie viel RAM habt ihr? 1MB? 2MB? Oder doch nur 640kB? Oh Mann, ich liebe solche Zeitdokumente… 😀

Last but not least befindet sich dann noch der Soundtrack des Spiels mit in der Box – auf Kassette! Ich habe das gute Stück natürlich gleich mal auf dem Autoradio aus Artikel 41 ausprobiert. Schon cool, dass das nach so langer Zeit noch funktioniert. Lustigerweise geht der Stil des Soundtracks in Richtung EBM (Electronic Body Music) – viel passender zum Titel geht’s ja fast gar nicht! 😀

Fun Fact: Es geht nichts über einen physikalischen Datenträger. Ein „MP3-Downloadcode“ wäre wohl schon längst verfallen (u.a. weil es die Plattform vermutlich nicht mehr geben würde)… 😉

So, jetzt wird es aber Zeit, dass wir das Teil noch zum Laufen bekommen. Also nichts wie rein mit der Diskette ins Laufwerk (siehe Artikel 17). Jetzt heißt es beten, dass das Teil noch funktioniert!

Fun Fact: Um ehrlich zu sein war ich etwas beunruhigt, weil das Laufwerk etwas länger als gewöhnlich auf der Diskette rumgenudelt hat, aber am Ende hat er die Daten noch einwandfrei lesen können… Wahnsinn – ich sag nur 30 Jahre alt! 😉

Natürlich hat es mich auch interessiert, was sich in dem „EB.ARJ“-Archiv befindet. Gut, dass das alte ARJ-Format noch mit WinRAR geöffnet werden kann! 😀 So richtig klar ist mir nicht, wieso die Entwickler ein paar Dateien in ein Archiv gepackt haben – zumal es diese nur um ca. 7kB komprimiert!

Natürlich läuft das Spiel nicht mehr nativ unter einem 32- oder 64-Bit-Betriebssystem, da es für DOS konzipiert wurde. Abhilfe schafft hier die DosBox, ein tolles Stück Software zur Emulation eines DOS-kompatiblen Betriebssystems! 🙂

Nachdem wir das Verzeichnis als C:\-Laufwerk gemountet haben…

…kann die eigentliche Installation losgehen:

Wurden alle Dateien entpackt kann man mit einem kleinen Konfigurationsprogramm noch Grafik- und Soundeinstellungen anpassen. Tatsächlich kann die DosBox sogar einen Sound Blaster emulieren – so können wir den Sound in bester Qualität genießen! 🙂

Versucht man nun das Spiel (durch den Aufruf der EB.EXE) zu starten, bekommt man einen kryptischen Hinweis. Die doch recht wortkarge Dialogbox (mit zugegeben echt fetzigem Sound) erwartet von mir die Eingabe eines bestimmten Wortes aus dem Handbuch als Bestätigung, dass ich auch das originale Spiel erworben habe – Kopierschutz und so… 😉

Also gut, dann sehen wir halt schnell im Handbuch nach, was das fünfte Wort auf Seite acht im ersten Absatz ist: „mal“

Kaum eingegeben lässt uns das Spiel auch schon ins Hauptmenü:

Fun Fact: In diesem Fall hatte ich Glück und es hat beim ersten Mal funktioniert. Leider schlägt die Eingabe – auch wenn man das Handbuch besitzt und das korrekte Wort gefunden hat – manchmal fehl. Häufig ist das der Fall, wenn z.B. Umlaute in dem Wort vorhanden sind, oder wenn das Wort länger als 10 Zeichen ist. Ob das nun an der etwas brüchigen deutschen Übersetzung des polnischen Handbuchs oder an der unsauber programmierten Kopierschutzprüfung liegt kann ich nicht sagen. 😉

Einen Tastendruck auf die Leertaste (mir gefällt der Ausdruck „Spacebar“ besser – das hört sich so abgespaced an) später sind wir auch schon im Spielgeschehen. Man startet ohne Munition in einer Weltraumstation und ist auf das Hüpfen beschränkt. Jack besitzt zwar eine „Superwaffe“, kann diese jedoch zu Beginn nicht verwenden, weil ihm „Energie“ dafür fehlt. Über die kleinen (gelb-orangen blinkenden) Teleporter kann Jack auch unüberwindbar wirkende Abschnitte bewältigen und sich an verschiedene Orte teleportieren.

Natürlich kann unser Protagonist im Lauf des Spiels Energie für seine Schusswaffe (in Form von Batterien dargestellt) einsammeln. Je nachdem wie viele Upgrades man eingesammelt hat, ändert sich der Charakter der Projektile. Von Geschossen mit geringer Reichweite bis hin zu einem alles durchdringenden Strahl ist alles dabei.

Aber Vorsicht – die Munition ist begrenzt und bei jedem Tod sowie jeder Durchquerung eines „Jesus Points“ (Speicherpunkt) wird die Waffe wieder „auf null“ zurückgesetzt. Das ermutigt den Spieler taktisch und ggf. riskanter zu spielen. So muss man sich überlegen, ob man jetzt einen Speicherpunkt verwendet um auf Nummer sicher zu gehen, oder ob man die ausgebaute Waffe behalten möchte, den Speicherpunkt ignoriert (einfach drüber springt), dafür aber ein höheres Risiko eingeht im Falle eines Todes mehr Spielfortschritt zu verlieren – clever gemacht! 😉

Hintergrundmusik gibt es keine, dafür aber ein paar sehr prägnante Soundeffekte – z. B. wenn man ein paar Roboter abballert oder wenn diese selbst ihre Projektile verschießen. Mich erinnern die akustische Untermalung fast an ein Atari-Spiel (keine Musik dafür aber kernige Soundeffekte). Diese kommen erst so richtig zur Geltung, wenn man das Spiel mitten in der Nacht in einem dunklen Raum spielt! 😉

Fun Fact: Schon witzig – da legen sie extra eine Kassette mit dem Soundtrack bei, aber außer dem Titelthema kommen die anderen vier Stücke des Soundtracks gar nicht im Spiel vor! 😀

Ziel des Spiels ist es in jedem der insgesamt acht Level drei Interface-Module zu sammeln…

… welche den „Megaporter“ öffnen. Dieser teleportiert Jack in den nächsten Spielabschnitt.

Und so hüpft und ballert man sich von Level zu Level. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei moderat an. Es gibt einige knackige Stellen (gerade im dritten Level, der wie ein Labyrinth aufgebaut ist und in dem man teilweise große Strecken komplett ohne Munition zurücklaufen muss und dabei wenig Speicherpunkte zur Verfügung hat) aber für Fans des Genres sollte das kein Problem sein.

Die Meinungen über Electro Body gingen seinerzeit weit auseinander. Während PC Joker dem Spiel ein vernichtendes Urteil gab, waren die Kollegen der PC Games richtig begeistert. Eine eher gemischte Wertung gab es für das Spiel im PC Player Magazin. Mir persönlich gefällt Electro Body richtig gut und ich spiele es auch heute noch gerne. Mir gefällt besonders, dass „Hirn und Geschicklichkeit“ benötigt werden – eine Combo die man heutzutage in der Welt der Spiele nicht mehr ganz so oft antrifft! 😉

Fun Fact: Wer Lust auf das Spiel bekommen hat, kann es sogar kostenlos (und völlig legal) im Browser online ausprobieren! Die Entwickler haben das Spiel 2006 als Freeware zur Verfügung gestellt.

So, ich bin dann mal weg… Es gibt noch ein paar weitere Level in der Raumstation zu überstehen… In diesem Sinne – bis die Tage!

#126 – GEX: It’s Tail Time

Stop! Bevor ihr mir irgendwas unterstellt – heute geht es weder um irgendwelche Schweinereien noch um die Stadt Gex im französischen Département Ain. Stattdessen möchten wir uns heute mit einem stylischen (digitalen) Schuppenkriechtier aus den Neunzigern beschäftigen – GEX dem Gecko! 🙂

Für alle die ihn nicht kennen – „Gex Gecko“ ist ein Videospielcharakter der 90er Jahre, welcher aus einer Jump-’n’-Run-Computerspiel-Reihe des US-amerikanischen Entwicklungsstudios Crystal Dynamics abstammt. Die grüne Echse hat es insgesamt zu drei Spielen auf unterschiedlichsten Konsolen und PCs geschafft, ich selbst besitze auch ein paar seiner digitalen Abenteuer:

Fun Fact: Ich weiß, ich muss mich nicht rechtfertigen, wieso ich etwas über ein paar recht unbekannte Jump-‘n‘-Runs aus den 90ern erzähle. Ich wüsste auch gar nicht groß was ich sagen sollte! 😀 Für mich ist Gex einfach ein Teil der Kindheit und er wird immer einen Platz in meinem Herzen – und nun auch auf meinem Blog haben. 🙂

Gex hatte seinen ersten Auftritt 1996 auf dem 3DO (einer recht unbekannten Konsole aus dem Hause Panasonic). Noch im gleichen Jahr hüpfte der quirlige Gecko mit seinem Erstlingswerk auch auf die PlayStation 1, das Sega Saturn sowie den PC. Ich selbst habe das Spiel für PS1 (physikalisch) und PC (digital):

Fun Fact: Allein die Anleitung ist so dick, wie manche Spielehüllen heutzutage. Ach ja, das waren noch Zeiten wo man anständige Informationen und Hintergrundgeschichten in Papierform zu einem Spiel bekommen hat…

Gex 1 ist ein typischer 2D-Side-Scroller mit zahlreichen Plattform-Elementen. Das Jump-‘n‘-Run ist in einzelne Gebiete unterteilt, welche über eine Weltkarte zu erreichen sind. Jeder einzelne Spielabschnitt repräsentiert ein spezielles Filmset (Horror, Science-Fiction, etc.) und besitzt auch ein zur jeweiligen Thematik passendes Level-Auswahlmenü in Form einer Karte. Auch in den einzelnen Levels findet man zum Setting passende Gegner und Hintergründe. Das erste Level ist gleich mal der Friedhof – schaurige Angelegenheit!

Fun Fact: Dank einem aktuellen GOG-Release läuft Gex auch auf aktuellen Betriebssystemen ohne Probleme! 🙂

Das Spiel ist in einem 2D-Grafikstil gehalten. Gex kann hüpfen, einen 360-Grad-Schwanzschlag ausführen und mit der Zunge Gegenstände einfangen. Auch kann er sich mit seinen Zehen an Wänden und Decken festhalten und so alle Winkel eines Levels ohne Probleme krabbelnd erkunden – kein Wunder, schließlich ist er ja auch ein Gecko! 😉

Fun Fact: Das besondere an Gex ist, dass er vom Comedian „Dana Gould“ synchronisiert ist und in so gut wie jeder Situation einen lässigen, meist leicht anzüglichen oder doppeldeutigen Spruch auf den Lippen hat. Einer dieser Sprüche (wenn nicht der bekannteste) lautet „It’s Tail Time“ – so haben wir den merkwürden Titel des heutigen Beitrags auch erklärt! 😉

Während eines Levels kann Gex Power-Ups einsammeln, welche ihm verlorene Lebensenergie zurückgeben oder besondere Fähigkeiten (wie z.B. das Verschießen von Feuer- oder Eisbällen sowie vorübergehende Trefferimmunität) ermöglichen. Ebenso gibt es an jeder Ecke goldene Fliegen einzuheimsen. Sammelt man 100 Stück von ihnen bekommt man ein Extraleben.

Fun Fact: Über bestimmte schwierig zu erkundende Abschnitte kann man Bonuslevel erreichen, in welchen man weitere Goodies einsacken kann! 🙂

Ziel eines jeden Levels ist es Fernbedienungen einzusammeln, mit welchen sich wiederrum neue Level freischalten lassen. Als Checkpoint (falls man stirbt) dient eine Polaroid-Kamera in der Mitte eines Levels. Etwas schade ist, dass man nicht die Möglichkeit hat nach jedem Level zu speichern, sondern während eines Levels – durch Einsammeln einer VHS-Kassette – ein Passwort erhält, welches man nach Ableben (oder wenn man zu einem späteren Zeitpunkt weiterspielen möchte) wieder mühsam eingeben muss!

Ich bin mir gar nicht sicher was ich sonst zu Gex Einstieg in die digitale Welt sagen könnte. Es ist ein solider 2D-Plattformer mit zahlreichen Geheimnissen, fetzigen Sprüchen, cooler Musik und einer gehörigen Portion 90er-Jahre-Humor – voll mein Ding! 😀

Da der erste Teil bei Kritikern recht gut abgeschnitten hat, veröffentlichten die Entwickler 1998 ein weiteres Spiel mit dem grünen Gecko. In „Gex 3D: Enter the Gecko “ wagt Gex den Sprung in die dritte Dimension!

Fun Fact: Ich besitze das Spiel für PS1 und den N64 und natürlich in digitaler Form auf dem PC. Meiner Meinung nach ist die PC-Version die Beste, aber was weiß ich schon… 😀

Analog der Story des ersten Teils muss Gex – der eigentlich nur faul vor dem Fernseher herumlungern will – erneut den Weg in die „Media Dimension“ antreten um sich dem kybernetischen Bösewicht „Rez“ zu stellen. Natürlich hält unser gelassener Protagonist nicht viel von der Idee, sich erneut in Gefahr zu begeben, aber er lässt sich schlussendlich dann doch von zwei Geheimagenten mit einem dicken Koffer voll Geld überreden.

Fun Fact: In amerikanischen Gefilden wurde das Spiel „Gex: Return of the Gecko“ genannt.

In wahrer James-Bond-Manier macht sich Gex also auf die einzelnen Level der Media Dimension zu erkunden, alle TV-Fernbedienungen einzusammeln und am Ende den Bösewicht Rez in einem epischen Kampf zu besiegen. Die Auswahl der Level erfolgt, in dem man in verschiedene TV-Kanäle springt. Zu Beginn eines jeden Levels werden die Herausforderungen genannt, welche es zu bewältigen gibt.

Fun Fact: Dieses „in Wände reinspringen um einen Level auszuwählen“ erinnert mich stark an „Super Mario 64“. Bereits dort fand ich die Idee die einzelnen Level mit einer begehbaren „Overworld“ zu verbinden klasse! 🙂

Jedes Level bietet ein anderes Setting und ähnelt verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen. So gibt es z. B. Anspielungen auf die Looney Toons, Scream, Terminator, sowie andere Comic-, Kungfu- und Science-Fiction-Filme. Je nach aktuellem Leveldesign verändern sich nicht nur die Gegner und die Umgebung, sondern auch unser Protagonist. So trägt Gex z.B. einen Knochen als Nasenring in einem Dinosaurierlevel oder einen Raumanzug im Weltall.

Fun Fact: Selbst die Levelnamen sind Anspielungen auf Film und Fernsehen. So heißt ein Level mit Horror-Thema z.B. „Poltergex“ oder ein auf einem Kung-Fu-Film basierender Level „Samurai Night Fever“.

Passend dazu gibt Gex auch laufend Kommentare von sich, welche auf Filme oder ikonische Zitate von Schauspielen anspielen. Die kultigen Sprüche von Gex machen einen Großteil des Charmes aus. Schlägt man einen Gegner mit dem Schwanzschlag sagt Gex z.B. Sätze wie „Now that’s what i call getting some tail“. Zieht sich Gex mit seiner langen Zunge an einem Hindernis hoch (der klassische „Wallgrab“ aus Plattform-Spielen), kommen so Sprüche wie „A little tongue now, a lot of tail later!“ 😀

Fun Fact: Aus welchem Grund auch immer wurde die Stimme von Gex für den europäischen Markt angepasst und von Leslie Phillips, einem britischen Synchronsprecher eingesprochen. Mir persönlich gefällt seine Stimme für Gex fast besser als die aus der amerikanischen Version aber vielleicht ist das nur Gewohnheitssache.

Gex hat seine Moves aus dem ersten Teil behalten. Je nach Levelthema kann er auch bestimmte Fähigkeiten temporär einsetzen. So kann er sich z.B. in den „Circuit Central“ Levels mit Energie aufladen, um so Plattformen in Gang zu bringen oder auf speziellen Sprungfeldern einen Supersprung auszuführen. Im Weltraum muss Gex dagegen permanent darauf achten, genügend Sauerstoff zu tanken um nicht zu ersticken.

Fun Fact: In einem Bonuslevel spielt man sogar als gigantischer „Gex-Zilla“ und kämpft gegen Mecharez! Der Level ist so cool und witzig umgesetzt, den werde ich hier bestimmt nicht spoilern! 😉

Was das Gameplay angeht hat sich (außer dem Sprung von 2D zu 3D) nicht viel geändert. Auch in Gex 2 müssen wieder Fernbedienungen eingesammelt werden um neue Level freizuschalten. Neben den normalen (roten) Fernbedienungen können auch noch silberne und goldene Fernbedienungen gefunden werden, welche weitere Bonuslevel freischalten. Diese sind teils sehr fies versteckt oder man bekommt sie für das Einsammeln vieler Gegenstände.

Dank des speziell für das Spiel benötigten 3D-Beschleunigers (Voodoo 3dfx) ist es gar nicht so einfach Gex auf einem modernen PC zum Hüpfen zu bringen! Mit viel Geduld und einigen Tricks kann man es schaffen, aber es ist ein steiniger Weg. Bei meinem Playthrough für diesen Blogartikel hat es mir wegen eines Grafikfehlers des 3dfx-Wrappers an einer Stelle den Spielstand zerschossen. Diesen musste ich mir dann mühsam mit einem Hexeditor wieder zusammenfummeln – shit happens! 😀

Wer sich erinnert – in Artikel 44 habe ich als Workaround einfach die N64-Version in einem N64-Emulator gespielt. Theoretisch eine gute Idee, doch leider wurde auf Grund des beschränkten Speicherplatzes auf dem N64-Modul (16 MB) auf alle Bonuslevel verzichtet. Ebenso läuft das Spiel wesentlich holpriger und es wurden zahlreiche Musikstücke und Soundeffekte entfernt – echt schade!

Fun Fact: Die Entwickler wussten, dass die ganzen Einschränkungen im Vergleich zur PS1- und PC-Version für viele Spieler eine Enttäuschung darstellen könnten. Dafür haben sie (quasi als kleines „Goodie“) in den N64-Port einen exklusiven Wasserlevel mit eigener Schwimm-Mechanik eingebaut – sehr lobenswert! 🙂

Uff, ich muss mich bremsen nicht zu sehr auszuholen, ich glaube ich könnte noch Stunden über das Spiel erzählen! 😀 Gex 2 ist ein echt tolles Spiel mit hohem 90er-Jahre-Trash-Kultfaktor. Es bietet abwechslungsreiche Levels und Herausforderungen, solides Gameplay und viele schöne Zwischensequenzen. Was soll ich sagen – es macht einfach verdammt viel Spaß! Meine klare Empfehlung – spielt „Gex 3D – Enter the Gecko“!

Aller guten Dinge sind drei, oder? Im darauffolgenden Jahr (1999) folgte dann mit „Gex 3: Deep Cover Gecko“ der dritte (und bisher letzte) Teil der Gex-Reihe.

Die Story (sowieso ein Schwachpunkt der Gex-Spiele) ist diesmal noch absurder. „Agent Xtra“, eine weibliche Agentin wurde von Rez entführt und will von Gex gerettet werden. Agent Xtra wird dabei von einer blonden, vollbusigen Schauspielerin gespielt. Dieser surreale Stilbruch überrascht mich bis heute. Ernsthaft – wer dachte es wäre eine gute Idee einen animierten Comic-Gecko mit einem Playboy-Model in einer Art James Bond Parodie zu kombinieren? Das wirkt so trashig und out of place, dass es schon fast wieder brilliant ist! 😀

Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Gex findet sich diesmal in einer noch bunteren und abgedrehteren Spielwelt wieder. Die Level sind etwas abwechslungsreicher, dafür aber teilweise echt verwirrend und unübersichtlich gestaltet.

Neu ist auch, dass diesmal die einzelnen Kostüme Fähigkeiten haben. So kann er z.B. als „Rotkäppchen“ oder „Anime-Roboter“ in einem Level kurzzeitig gleiten oder sich als „Sherlock Gex“ mit Hilfe seiner Lupe schrumpfen und in einen Sublevel transportieren lassen.

Neben den Fernbedienungen gibt es einige weitere Gegenstände wie z.B. Fußabdrücke (für Lebensenergie) oder Bonusmünzen zum Freischalten von Bonusleveln einzusammeln. Insgesamt gibt es wirklich viel zu entdecken, aber ich finde etwas schade, dass die levelspezifischen Sammelgegenstände entfernt wurden.

Natürlich sind die typischen „Gex-Sprüche“ und zahlreichen Pop-Kultur-Referenzen wieder mit an Bord. Diesmal spricht Gex sogar deutsch, doch leider sind die flachen Witze mittlerweile etwas ausgelutscht und auch der deutsche Synchronsprecher bringt (gerade in der N64-Version) die Einzeiler einfach nicht so rüber, was einen Großteil des kultigen Humors kaputt macht. Merke: Gex auf Deutsch funktioniert einfach nicht! 😀

Ich denke mehr Worte will ich über den dritten Teil gar nicht verlieren. Gex 3 ist kein schlechtes Spiel, kann aber nicht ganz an seinen Vorgänger anknüpfen. Mir persönlich gefällt Gex 2 einfach deutlich besser, vielleicht liegt das aber auch daran, dass der dritte Teil nie für den PC erschienen ist und ich so nie die Möglichkeit hatte das Spiel „in meinen besten Jahren“ zu spielen! 😀

Fun Fact: Diesmal habe ich sogar ein Lösungsbuch gebraucht, weil einige Gegenstände so kryptisch versteckt waren. Ich werde zu alt für den Scheiß… 😀

Abschließend sollte ich vielleicht noch einen Satz zu den „portablen“ Gex-Spielen sagen. Als Handheld-Ableger erschienen parallel zu Gex 2 & 3 auch noch zwei Game Boy (-Color) Spiele:

Ich selbst konnte mit Gex Ausflügen auf die tragbare Konsole nie besonders viel anfangen. Leider ist das Leveldesign nicht auf einer Stufe mit den originalen Spielen und die Steuerung ist sehr hakelig, bzw. unpräzise. Auch machen sich (dank Limitierungen des Game Boys) die fehlenden Sprüche und Zwischensequenzen bemerkbar – dadurch geht einfach ein Großteil von Gex Charme verloren. Immerhin muss man den Entwicklern zu Gute halten, dass sie ernsthaft versucht haben die Spiele möglichst originalgetreu auf dem Game Boy umzusetzen. So sind z.B. die Grafiken sehr schön und beide Spiele laufen flüssig. Aber hey, immerhin hat der grüne Gecko es auch auf den Game Boy geschafft! 😉

Fun Fact: Die Screenshots habe ich mit einem GBC-Emulator aufgenommen. Stellt euch jetzt das mal in monochromen „grün-schwarz“ auf dem Game Boy vor – echt heftig! 😀

Ich denke es wird Zeit, dass wir die 90er hinter uns lassen und wieder im 21. Jahrhundert ankommen. Für mich ist Gex definitiv mehr als nur ein obskurer Videospiel-Held aus den 90ern. Ich denke es schwärmt eine große Portion Nostalgie mit, weil mich der grüne Gecko an eine unbeschwerte Zeit erinnert, in welcher die größte Sorge war, endlich Rez zu besiegen! Gerade den zweiten Teil habe ich als Kind rauf und runter gespielt – wie doch die Zeit vergeht…!

Seit der Jahrtausendwende wurde es still um Gex. In den letzten Jahren gab es immer wieder Anläufe das Franchise wiederzubeleben, aber leider ist in keinem Fall was Produktives heraus gekommen. Ich denke es ist eher unwahrscheinlich, dass wir den alten Gecko jemals wieder bei einem Abenteuer begleiten werden. Schade eigentlich – ich mag Gex! 🙂

In diesem Sinne – it’s tail time! 😀

#125 – Nippes und Tand(berg) – III – tape software

Mann, was war denn das für ein Reinfall beim letzten Mal? Erst ist das blöde Laufwerk defekt und dann zickt die Software… Freunde, ich sag’s euch – IT ist nichts für Weicheier, es ist ermüdend… 🙂

Jetzt aber zurück zum Thema. Heute wollen wir mal eine alternative Software namens „TurboTape“ ausprobieren. Vielleicht lassen sich damit mehr Daten auf das Band schreiben?

Fun Fact: Im Handbuch des Bandlaufwerks werden zwar verschiedene Software-Produkte empfohlen, aber meist sind das recht professionelle (und somit unbezahlbare) Produkte wie z.B. „ARCserveIT“ (heute „Arcserve Backup“) oder „Veritas Backup Exec“ mit einem wesentlich größeren Funktionsumfang. Zudem sind die benötigten Versionen so alt – da sehe ich keine realistische Chance die irgendwo her zu bekommen… 😦

Mal sehen… Auch bei TurboTape muss das Band einmalig initialisiert werden. Leider sind die beiden Tools nicht miteinander kompatibel und so musste ich das Band auch im „Turbo Tape Standard“ nochmals formatieren:

Die Software sieht etwas altertümlich aus, aber immerhin bietet sie laut Changelog Support für Dateien größer als 4 GB! Na, das wollen wir doch gleich mal probieren. Als Testobjekt habe ich das 6,5 GB große retrololo-Verzeichnis hergenommen. Zumindest läuft der Sicherungsvorgang ohne Probleme an:

Und auch bei über 4096 MB scheint es keine Probleme zu geben! 🙂

Fertig! Insgesamt 51 Minuten für 6,5 GB. Nicht gerade schnell, aber wenn es erfolgreich war, ist mir das egal 🙂

Jetzt ist die Frage, ob auch das Wiederherstellen der Sicherung klappt. Angeblich lassen sich mit der Software sogar einzelne Dateien aus einer Bandsicherung wiederherstellen. In jedem Fall muss vor dem Restore der Index vom Band eingelesen werden:

Tatsächlich habe ich es geschafft, einzelne Daten aus der Sicherung wiederherzustellen. Blöd ist nur, dass (egal was man angibt) immer nur die erste Datei oder das erste angegebene Verzeichnis zurückgesichert wird!

Auch scheint die Software nicht wirklich zuverlässig zu arbeiten, denn hin und wieder poppen kryptische Fehlermeldungen auf:

Fun Fact: Angeblich gibt es auch eine inkrementelle Sicherung (bei der nur veränderte oder neu zu sichernde Daten ergänzt werden), doch leider bekommt man auch hier direkt eine Fehlermeldung noch bevor irgendwas aufs Band geschrieben wird…

Was den vollständigen Restore angeht wurden die Daten leider auch nach eineinhalb Stunden Wartezeit nicht ganz vollständig wiederhergestellt. Trotzdem sind 5.880 zurückgesicherte Dateien (von 5.888 gesicherten) keine schlechte Quote und fairerweise muss man sagen, dass das jetzt auch an dem Band oder einem verdreckten Schreib-/Lesekopf liegen könnte.

Fun Fact: Ein Vorteil wäre, dass die Software eine Dateikomprimierung anbietet. Allerdings wird ein recht schwaches ZIP-Kompressionsverfahren verwendet, was nicht viel Platz spart. Und wenn ich ehrlich bin möchte ich eigentlich ganz auf eine Kompression verzichten, um mir nicht noch eine weitere Fehlerquelle einzuhandeln… 😉

Alles in allem nicht wirklich befriedigend. Es hilft alles nichts, wir müssen noch einmal in den Untiefen des Internets graben… Gibt es vielleicht nicht doch die eine Software, die wirklich gut für meinen Anwendungsfall funktioniert? Ich kann euch sagen – ich habe verdammt lang gesucht um was Geeignetes zu finden, aber ich denke ich bin mit „Z-DATdump“ fündig geworden!

Fun Fact: Eigentlich kein Wunder, dass es am Markt fast keine Lösungen (mehr) gibt – wer produziert schon noch Software für alte Bandlaufwerke, die mit einer veralteten Technologie arbeiten und auf einem veralteten Betriebssystem laufen? 😛

Optisch erinnert das gute Stück an Z-TapeDump aus Artikel 124 und ist wohl tatsächlich eine Weiterentwicklung davon. Alleine die Installation war ein „Retro-Abenteuer“ vom feinsten. So mussten z.B. einige DLL-Fehler händisch glattgebügelt werden. Die größte Herausforderung war es, eine alte Version zu finden, welche noch unter Windows 2000 lauffähig ist und trotzdem noch registriert werden kann! 😀

Fun Fact: Um alle Features zu nutzen lohnt sich die Pro-Version definitiv. So können damit auch einzelne Dateien wiederhergestellt und Sicherungen größer als 12GB angelegt werden. Ebenso werden Dateiinformationen (Attribute wie „wann erstellt“, „wann geändert“ oder „letzter Zugriff“) bei der Pro-Version mit übernommen! 🙂

Immerhin startet die Software ohne Probleme und erkennt auch gleich mein Bandlaufwerk!

Zum Testen habe ich ein neues Band verwendet, welches natürlich wieder formatiert werden muss.

Hierfür muss über den Menüpunkt „Laufwerk“ die Option „einrichten“ ausgewählt werden.

Natürlich muss der Software wieder mitgeteilt werden, um welchen Bandtyp es sich handelt:

Anschließend wird die Kassette in mehreren Schritten eingerichtet:

Geschafft! Die Kassette ist startklar und unser neues „retrololo“-Volume wird einwandfrei erkannt! 🙂

Fun Fact: Nach jedem Vorgang (sei es nun eine Formatierung, eine Sicherung oder ein Restore) muss das Band zum Anfang zurückgespult werden. Die Funktion übernimmt die Software automatisch für uns, aber der Vorgang dauert (je nach Volumen der Daten) etwas (bei mir waren es immer ca. 3 Minuten).

Um jetzt auch Daten zu sichern, müssen diese über den Punkt „Einstellungen => Datenauswahl“…

…ausgewählt werden. Für den Test habe ich mir ein großes Verzeichnis mit den bisherigen retrololo-Musikalben (MIDIs, MP3s, Videos, Cover, etc.) erstellt, weil diese Daten mir am wichtigsten sind! 😉

Mit einem Klick auf „Dump“ wird dann die Sicherung gestartet. Natürlich muss zuvor die Dateiliste erstellt werden:

Die Sicherung läuft! 🙂

Fun Fact: Wie schnell die Sicherung läuft hängt davon ab, wie viele Dateien gesichert werden müssen und wie groß diese sind. Generell gilt: Viele kleine Dateien sind schlecht und erzeugen viel Overhead. Je größer die Dateien, desto schneller läuft auch die Sicherung. Das ist nicht nur bei Bandlaufwerken so! 😉

In meinem Fall waren es ca. 42 Minuten für 5.190 Dateien mit einer Gesamtgröße von 6.840MB. Das entspricht einer Übertragungsgeschwindigkeit von ca. 2,65MB/Sekunde. Klar – aus heutiger Sicht ist das nicht die Welt, aber wenn man bedenkt, dass der theoretische Maximalwert für das Laufwerk bei 3MB/Sekunde liegt ist das gar nicht schlecht! 🙂

Über die Menüauswahl „Anzeigen“ lässt sich die Dateiliste mit dem Inhalt der Kassette auslesen:

Fun Fact: Dieser Vorgang dauert nur ca. 15 Sekunden. Kein Wunder, dass das so schnell geht, denn der Index ist am Beginn des Bands gespeichert.

In dem Menü lassen sich auch gleichzeitig einzelne Dateien zurücksichern. Als Test habe ich sieben Dateien aus der Liste ausgewählt und den Restore-Prozess gestartet:

Tatsächlich wurden alle sieben Dateien gefunden und nach insgesamt 22 Minuten wiederhergestellt. Wie lang so etwas dauert, ist natürlich auch davon abhängig, an welcher Stelle die Daten auf dem Band abgelegt sind (je weiter am Anfang, desto besser).

Fun Fact: Immerhin ist die Software so klug und hört auf zu lesen, sobald alle angeforderten Dateien gefunden wurden.

Und siehe da, alles noch heile! 🙂

Abschließend wäre es noch spannend zu prüfen, ob sich die gesamte Sicherung wiederherstellen lässt. Gesagt, getan – mit einem Klick auf Restore (sowie ein paar langweiligen Auswahlmenüs wohin man die Daten zurücksichern möchte) geht’s los:

Puh, ich befürchte das wird was Längeres…

Nach zweieinviertel Stunden war es dann endlich so weit. Laut Programm wurden alle 5.190 Dateien (6.840MB) in einer Geschwindigkeit von ca. 0,85MB/Sekunde zurückgesichert. Zugegeben – nicht gerade schnell, aber verständlich, wenn man bedenkt, dass die Dateien ja wieder einzeln aufgedröselt und auf einen Zieldatenträger geschrieben werden müssen.

Fun Fact: Ich denke, der Restore könnte auch etwas schneller laufen, aber mir ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass ich für den Test als Ziellaufwerk leider einen sehr alten und extrem langsamen USB-Stick verwendet hatte. 😀

Und tatsächlich – auch laut Windows sind alle Dateien zurückgesichert worden. Ich bin begeistert, dass das echt funktioniert hat! 🙂

Fun Fact: Lasst euch von den merkwürdigen Datums- und Zeitangaben nicht verwirren – die Uhr des alten Shuttle-PCs ist falsch eingestellt… 😀

Neben den Standardfunktionalitäten bietet die Software noch zahlreiche weitere Möglichkeiten. So gäbe es z.B. zahlreiche Kommandozeilenparameter, mit denen man automatisierte Backupskripte erstellen könnte. Auch lässt sich ein Report über die auf dem Band gesicherten Dateien erstellen und ausdrucken:

Beim Auswurf der Kassette (durch Drücken des Eject-Knopfes) spult das Laufwerk das Band selbstständig auf die Anfangsposition zurück – das nenne ich mal Komfort! 😀

Tja, was bleibt abschließend über das Tandberg-Laufwerk, bzw. die Sicherung von Dateien auf Band zu sagen? Ich denke aus heutiger Sicht hat sich das Thema „Band“ erledigt. Musikkassetten hört schon lange keiner mehr, VHS ist auch schon Geschichte und selbst im professionellen Umfeld kommen Bandlaufwerke immer seltener zum Einsatz. Mir persönlich gefällt so Zeug einfach (welch ein Wunder :P)! Klar, diese Art der Speicherung ist eher als „Langzeitarchiv“ zu sehen und nicht als temporärer Speicher, auf den permanent zugegriffen wird. Ich finde, dafür erfüllt es seinen Zweck sehr gut.

So, jetzt ist aber Feierabend. Bleibt abschließend eigentlich nur noch eine Sache zu tun… 😉

In diesem Sinne – bis die Tage! 🙂