#160 – DS flash cards – I – iTouch DS

Erinnert ihr euch? In Artikel 158 haben wir dem heruntergekommenen DS Lite eine Schönheitskur samt neuem Gehäuse verpasst. Heute möchte ich euch cooles Zubehör in Form einer „Flashkarte“ für unseren klappbaren Freund vorstellen.

Fun Fact: Zur Erinnerung – Flashkarten erlauben das Starten von vielen verschiedenen Spielen, ohne jeweils das Modul (Cartridge) wechseln zu müssen. Hierzu sind die einzelnen Spiele als sogenannte ROM Files (Dateiendung *.nds) in einem normalen Flash-Speicher Dateisystem abgelegt.

Darf ich vorstellen? Das ist die „iTouch DS“ Karte:

Ich habe das gute Stück mal irgendwo für fünf Euro gekauft, kann euch aber gar nicht mehr sagen wann oder wo das war. Ich bin mir relativ sicher, dass es schon einige Zeit her ist, weil mittlerweile werden diese Karten gar nicht mehr angeboten! 😀

Öffnet man die Verpackung kommt die Karte selbst sowie ein USB-MicroSD-Kartenleser zum Vorschein. Der Leser selbst ist nichts Besonderes, aber er erfüllt seinen Zweck! 🙂

Na, dann wollen wir doch mal sehen ob die Karte noch ihren Dienst verrichtet. Ab damit in den DS:

Hmpf, das wäre auch zu einfach gewesen – natürlich springt uns sofort eine Fehlermeldung entgegen. Mist – SD-Karte nicht gefunden. Eigentlich logisch. 😀

Also gut, wir brauchen eine MicroSD-Karte. Wie wäre es mit dieser Transcend-Karte aus den Archiven meines Vaters? WOW – 2 Gigabyte! Aus heutiger Sicht nicht viel, aber für ein paar Nintendo-DS-ROM-Dateien sollte es reichen. 😉

Neuer Versuch. Immerhin bekommen wir jetzt eine andere Fehlermeldung. Scheint so als würde der Karte noch eine Firmware fehlen…

Leider ist die im Handbuch angegebene Homepage zum Download der Firmware schon lange offline, so musste ich mir die Dateien in einem Forum besorgen. Klassiker! 😀

Um auch gleich ein paar Spiele auszuprobieren habe ich einen Ordner namens „NDS“ erstellt und gleich ein paar ROM-Dateien reingepackt:

So, jetzt aber – mit in die iTouch DS eingesteckter MicroSD-Karte fährt das System hoch und wir bekommen (dank der auf die SD-Karte kopierten Firmware) ein eigenes Hauptmenü zu Gesicht.

Fun Fact: Was sofort auffällt: Das nervige „Warnung – Gesundheit und Sicherheit“-Menü, welches beim Starten der Konsole immer kommt, wird dabei automatisch von der Karte übersprungen, bzw. weitergedrückt – sehr praktisch! 🙂

Hier gibt es verschiedene Funktionen. Unter der Auswahl „iCARD“ versteckt sich der normale Dateibrowser. Mit diesem können wir durch den Inhalt der MicroSD-Karte navigieren. Über „Select“ lassen sich Dateien löschen (Ordner löschen geht nicht, sofern diese nicht leer sind) und über „X“ können einzelne Spiele dem Favoriten-Ordner „iFAV“ hinzugefügt werden.

Fun Fact: Ich habe meistens nur den unteren Bildschirm fotografiert, weil sich auf dem Oberen eher selten nützliche oder interessante Informationen befinden 😉

Über die Auswahl „A“ lassen sich dann ROMs starten. Na, das wollen wir doch gleich mal mit „Super Mario 64 DS“ ausprobieren! 🙂

Der erste Start einer ROM-Datei dauert etwas länger, denn dabei wird ein Spielstand (Save-File) für das gewählte Spiel angelegt. Doch kurz darauf lässt sich das Spiel ohne Probleme spielen.

Fun Fact: Nach einem Neustart der Konsole wird man automatisch in das Menü mit dem Cursor auf das Spiel navigiert, welches man zuletzt gestartet hat – sehr praktisch! 🙂

Als weitere Auswahlmöglichkeit im Hauptmenü gibt es den Punkt „iGAME“. Darunter findet sich im Prinzip auch ein Dateibrowser (wie bei „iCARD“), jedoch lassen sich in „iGAME“ über „Select“ Einstellungen zu dem jeweiligen Spiel anzeigen und ändern. Hier können z.B. Cheatcodes eingegeben und aktiviert, eine Slow Motion-Funktion konfiguriert oder Sicherheitskopien der Spielstände generiert werden. Natürlich lassen sich auch aus diesem Menü heraus Spiele über einen Druck auf „A“ starten.

Last but not least gibt es das „iFAV“-Menü. Hier finden sich zuvor (in den anderen beiden Menüs) festgelegte Favoriten sowie eine „Global.nds“. Startet man diese, landet man in einem Konfigurationsmenü in welchem sich systemweite, globale Einstellungen wie z.B. die Systemsprache oder eine äußerst nützliche Reset-Funktion (Soft Reset, d.h. Konsole bleibt angeschaltet und nur das Spiel wird beendet) aktivieren lassen.

Tatsächlich gäbe es wohl auch eine „Savestate“-Funktion (RTS, bzw. Real Time Save Feature), mit welcher man den aktuellen Zwischenstand eines Spiels als Speicherabbild sichern und wieder laden kann, also quasi so eine Art „jederzeit Speichern“. Bei mir hat diese leider nur suboptimal funktioniert, denn beim Zurückladen eines Super Mario 64 DS Zwischenstands hat es mir den Sound sowie ein paar Grafikdateien zerschossen. Tja, man kann eben nicht alles haben! 😀

Fun Fact: Diese „Savestate“-Funktion kennen einige von euch vielleicht von „modernen“ Konsolen wie z.B. dem NES- oder SNES Classic, welche auch Möglichkeiten bieten Spiele zu jedem Zeitpunkt zu speichern. Warum das so ist? Nun, ich denke mal Nintendo (und auch andere Hersteller) möchte den Spielern heutzutage etwas unter die Arme greifen und die alten, bockschweren Klassiker für die aktuelle Generation etwas leichter machen! 😉

Zumindest funktioniert die „normale“ Speicherfunktion ohne Probleme. Um das zu testen habe ich einen neuen Spielstand bei Super Mario 64 DS erstellt und den ersten Stern – durch Besiegen König „Bob-ombs“ – eingesammelt:

Nach einem Neustart der Konsole ist der entsprechende Spielstand im „iCARD“-Menü einsehbar:

Fun Fact: Ebenso wird, sobald man ein Spiel einmalig gestartet hat eine Optionsdatei (.OPT) angelegt, in welcher die spielspezifischen Einstellungen über das „iGAME“-Menü konfiguriert werden können.

Und auch das Spiel selbst erkennt die angelegte Datei und wir können an der gespeicherten Stelle weiterspielen! 🙂

Ein weiterer Vorteil einer Flashkarte ist, dass sich auch Spiele, welche gar nicht bei uns in Europa erschienen sind, spielen lassen. Eines dieser Spiele ist z.B. „Gyakuten Kenji 2“, ein nur in Japan erschienenes Spin-off der Ace Attorney Reihe, in welchem wir den Staatsanwalt Edgeworth bei der Aufklärung einiger Mordfälle begleiten.

Für mich war dieser Umstand immer sehr ärgerlich, da sich die Story des Spin-offs über zwei Spiele (Gyakuten Kenji 1 & 2) erstreckt und in unseren Gefilden leider nur der erste Teil erschienen ist! Die iTouch-Karte ermöglicht es uns jetzt, das Spiel mit Hilfe einer Fanübersetzung auch in Englisch zu spielen. Dafür muss lediglich die originale, japanische ROM-Datei mit Hilfe des Tools xdelta gepatched werden.

Anschließend kann die erzeugte „Ace Attorney – Prosecutors Path.nds“-Datei auf die Flashkarte kopiert und das Spiel gestartet werden:

Nanu? Wieso ist denn der Text so „verschwurbelt“? Das sieht für mich nicht nach Englisch, sondern eher nach ägyptischen Hieroglyphen aus! 😀

Merkwürdig – startet man das Spiel (also die gepatchte ROM-Datei) über einen Emulator auf dem PC klappt es ohne Probleme. Hier z.B. ein Versuch mit dem Emulator „DeSmuMe“:

Nach einiger Recherche bin ich auf die Lösung des Problems gestoßen. Ich habe mal wieder die Durchtriebenheit der Entwickler unterschätzt, denn es liegt tatsächlich am Kopierschutz des Spiels! xD Beim Versuch das Spiel über eine Flashkarte (und nicht über ein originales, japanisches Modul) zu starten, greift der Kopierschutz, welcher den gesamten Text des Spiels in die fiktive Sprache „Borginisch“ übersetzt! 😀 Na das nenne ich mal eine kreative Art die Spieler zu zwingen originale Module zu kaufen! 😉

Für uns ist das – im Falle der Fan-Übersetzung leider alles andere als Ideal. Glücklicherweise haben findige Hacker auch für dieses Problem eine Lösung gefunden und einen weiteren Patch veröffentlicht, welcher die Prüfung deaktiviert. Also, gleiches Spiel nochmal, wir müssen die ROM-Datei erneut via xdelta mit einem Patch beglücken:

Ob es jetzt mit der doppelt gepatchten ROM-Datei (Ace Attorney Prosecutors Path New.nds) klappt? Tatsächlich – jetzt lässt sich das Spiel auch auf Englisch mit der iTouch DS Flashkarte spielen – geil! 😀

Fun Fact: Schon merkwürdig – den Emulator auf dem PC scheint das alles nicht zu interessieren. Ich vermute, dass die entsprechenden Routinen, welche „auf echte Hardware prüfen sollen“ entweder auch modifiziert oder so optimal programmiert wurden, dass sich das Spiel überlisten lässt.

Uff – jetzt wäre ich fast wieder vom eigentlichen Thema abgedriftet. Um was ging es? Ach ja, die iTouch DS Flashkarte, stimmt! 🙂 Aber um ehrlich zu sein ist das absolut authentisch, denn genau so läuft es IMMER, wenn man sich in solche Themen einarbeitet. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie häufig ich beim Erstellen dieser Blogartikel thematisch abgedriftet bin. Es gibt einfach so viel zu entdecken und alles ist irgendwie auf seine eigene Art und Weise interessant. Schlimm! 😀

Wie dem auch sei, ich denke damit sollten wir es für heute belassen. Es gibt definitiv noch die ein oder andere interessante Funktion zu entdecken, aber wir wollen mal nicht übertreiben. So, entschuldigt mich jetzt bitte – Prinzessin Peach hat gerufen und möchte, dass wir schleunigst ins Schloss kommen, denn sie hat einen Kuchen für uns gebacken! Na das lass ich mir nicht zweimal sagen! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage!

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