#155 – el commodore – XIV – games

So langsam muss doch mal gut sein mit dem Thema C64, oder? Immerhin haben wir uns beim letzten Mal die „Final Cartridge“ angesehen – wenn das mal nicht nach „Ende“ klingt? 😀

Ich kann euch beruhigen, heute ist der letzte Teil der C64-Reihe! 🙂 Ich möchte die Zeit nutzen und abschließend noch einen kleinen, ungezwungenen Blick auf eine paar Spiele für den C64 werfen – denn sind wir mal ehrlich, für was Anderes wurde der Commodore sowieso eher selten verwendet! 😉

Fangen wir gleich populär an: „Pirates!“ gilt weitläufig als eines der esten (wenn nicht als das Beste) Spiele für den C64. Mit einem eigenen Schiff durch die Karibik segeln, plündern, saufen und Gouverneurstöchter flachlegen – welcher Teenager hat damals nicht davon geträumt? 😉

Fun Fact: Wenn man die beim Spiel mitgelieferte Karte der Karibik nicht mehr hat, lohnt sich ein Blick in den Atlas, denn alle Schauplätze wurden originalgetreu umgesetzt! 🙂

Pirates! erschien 1987 und wurde von Sid Meier, einem recht bekannten Entwickler diverser Strategie- und Simulationsspiele, programmiert. Eine reine Simulation ist Pirates! aber nicht, denn das Spiel verbindet zahlreiche unterschiedliche spielerische Elemente miteinander. So kann man z.B. mit seinem Schiff auf der Karte umhersegeln, Seeschlachten austragen, mit feindlichen Kapitänen fechten, etc. Dabei muss gleichzeitig der Wirtschaftsaspekt, also so Dinge wie Nahrungsversorgung oder Handel beachtet werden.

Und warum tut man das alles? Nun, Ziel des Spiels ist es, sich einen Namen als Pirat zu erarbeiten und last but not least das Herz der schönsten Gouverneurstochter zu erobern – eine bisher nie dagewesene Gameplay-Vielfalt! 🙂

Alles in allem ist Pirates! wirklich ein rundum gelungenes Spiel und bietet eine coole Kombination aus Handel und Action – sehr empfehlenswert! 😉

Fun Fact: Wer es (zumindest etwas) moderner mag, für den ist vielleicht das 3D-Remake aus dem Jahre 2004 etwas. Es behält das grundsätzliche Spielprinzip bei und bietet gleichzeitig einige Ergänzungen, wie z.B. eine ausgedehnte Gouverneurstochter-Heirats-Quest. Hm, das wäre ja fast mal was für einen zukünftigen Blogartikel… 😀

Für mich als Adventure-Fan ist es natürlich logisch, dass mit „Maniac Mansion“ und „Zak McKracken and the Alien Mindbenders“ auch zwei Point-and-Click-Adventures aus dem Hause LucasArts (Lucasfilm Games) vertreten sein müssen! 😉

Im 1987 erschienenen Maniac Mansion müssen wir es schaffen Sandy, die Freundin von Dave (einer der Protagonisten) aus den Händen des wahnsinnigen Professors Dr. Fred zu retten. Es ist ein genial verrücktes Point-and-Click-Adventure welches mit der SCUMM-Engine – ein eigens für das Spiel entwickeltes Werkzeug, welches anstatt eines Textparsers Verben zur Steuerung des Spiels (sowas wie „benutze XXX mit XXX“) zur Verfügung stellt – programmiert wurde. Als Besonderheit ist vielleicht zu erwähnen, dass abhängig von der Zusammenstellung des Teams sich verschiedene Lösungen der Rätsel im Spiel ergeben. Für die damalige Zeit waren Grafik, Humor und das dynamische Gameplay ein echtes Novum und zurecht gilt Maniac Mansion bis heute als ein echter Adventure-Klassiker! 🙂

Fun Fact: Um euch Maniac Mansion etwas schmackhafter zu machen, sage ich nur drei Worte, die eine essentielle Bedeutung im Spiel haben: Kettensäge, Hamster in der Mikrowelle, Atomreaktor im Pool. Na, neugierig? 😉

In Zak McKrackens Abenteuer geht es dagegen um den Journalisten Zak, welcher die Welt vor einer Invasion durch Außerirdische retten muss, welche die Menschheit mit einer Dummheits-Maschine verdummen wollen. Um das zu verhindern reist Zak mit drei weiteren Protagonisten um die Welt um Fragmente eines uralten Rätsels zu finden und die Dummheits-Maschine zu zerstören. Das Spiel erschien 1988 und heimste durch die Bank positive Kritiken ein, wenn auch es – meiner Meinung nach – nicht ganz an Manic Mansion herankommt. Gerade die interessante (verrückte) Story sowie der überragende Humor machen aus dem Adventure etwas ganz Besonderes.

Ein recht bekannter Vertreter aus dem Puzzle-Genre ist „Archon“ aus dem Jahre 1983. Archon ist eine Art Schachspiel mit Fantasyfiguren, welche sich beim Aufeinandertreffen in einer kleinen Action-Schlacht duellieren. Jede Figur hat dabei eigene Fähigkeiten und es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Spiel zu gewinnen. Einziges Manko ist die relativ dumme KI, am meisten Spaß macht das Spiel mit einem Freund zusammen – also quasi so „lokaler Multiplayer“! 😉

Fun Fact: Optisch und akustisch erinnert mich das Spiel irgendwie stark an ein Atari 2600-Spiel. Ach ja, es war eine andere, einfachere Zeit, in der man sehr viel mehr „Vorstellungsvermögen“ benötigt hat als heutzutage! 😀

1987 erntete „The Great Giana Sisters“ teils scharfe Kritik, da es sich doch sehr stark an das auf dem NES erschienene „Super Mario Bros.“ anlehnt. Heutzutage würde so etwas als Plagiat gelten und vermutlich von einer Armee von Nintendo-Anwälten in den Boden gestampft werden. Die C64-Spielergemeinde störte das nicht und sie feierten – nicht zuletzt dank der genialen Musik von Chris Hülsbeck – das kurzweilige Jump & Run Spiel. Mir persönlich gefällt das Spiel auch gut, allerdings ist gerade die Steuerung im Vergleich zu Mario recht holprig. Trotzdem – eine echt gute Alternative für den Brotkasten! 🙂

Fun Fact: Im Introbildschirm wird das Spiel übrigens mit einem zweiten „N“ in Gianna betitelt! Das ist schon ein recht grober Schnitzer – stellt euch mal vor ein neuer „Assassin’s Creed“-Teil würde z.B. „Asassin’s Creed“ auf dem Cover stehen haben. Heutzutage unvorstellbar! 😀

Auch „Turrican“ sowie sein Nachfolger „Turrican II – The Final Fight“ schmücken sich mit den fetzigen Soundtracks von Chris Hülsbeck. Beide Titel wurden Anfang der Neunziger von Rainbow Arts entwickelt und sind somit relativ spät in der „C64-Ära“ erschienen. Offiziell werden die Spiele als Shoot ‘em ups bezeichnet, mich persönlich erinnert Turrican irgendwie immer an einen Mix aus Contra und Metroid. Gerade das Gameplay ist dank des grandiosen Leveldesigns einzigartig. Wer auf Run-and-Gun-Spiele steht ist mit Turrican mehr als gut bedient!

Nicht ganz so spannend geht es im 1985 erschienenen „Winter Games“ zu, einer Spielsammlung mehrerer Wintersport-Disziplinen. Ihr könnt euch in sieben Disziplinen wie z.B. Hot-Dog (Skiartistik), Biathlon, Eiskunstlauf, Skispringen oder Bobfahren messen und Medaillen (letztendlich Punkte) durch den Sieg in einer Disziplin einheimsen. Die meisten Sportarten machen echt Spaß und sorgen gerade in einem Duell gegen einen zweiten Spieler für Laune. Nur der Eiskunstlauf ist unter Highscore-Jägern vor allem aufgrund der wenig transparenten Steuerung verhasst – bei mir auch! 😀

Fun Fact: Auch wenn das Spiel laut Anleitung in Calgary anno 1988 spielt und Medaillen eingesammelt werden müssen, handelt es sich um keine wirklichen „olympischen“ Spiele. Vermutlich liegt das daran, dass der Entwickler Epyx einfach keine offizielle Lizenz des IOC zur Betitelung als olympische Winterspiele erhalten hat. Das hat einen übereifrigen Übersetzer in der deutschen Version des Handbuchs allerdings nicht davon abgehalten die „Winter Games“ dennoch als „Olympische Winterspiele“ zu bezeichnen – läuft! 😀

Wer auf Jump ‘n‘ Run-Spiele steht, könnte mit „Bubble Bobble“ glücklich werden. Das niedliche Geschicklichkeitsspiel erschien 1987 und ist Arcade-Freaks vielleicht noch aus diversen Spielehallen bekannt. Ihr steuert einen – im Zweispielermodus zwei – Brontosaurier, welche sich durch 100 Level schlagen müssen. In jedem Level muss eine definierte Anzahl von Gegnern besiegt werden. Das geht, indem die Dinosaurier Blasen verschießen, in welchen sie die Unholde einschließen und anschließend durch Berührung zerplatzen lassen können. Das Spielprinzip ist einfach, bietet aber hohes Suchtpotenzial und sollte in einer geselligen Runde Retrospieler nicht fehlen – zumal sich die C64-Version im Vergleich zum Original aus der Spielhalle nicht verstecken muss!

Ein ebenfalls sehr einfaches, aber sehr spaßiges Spiel ist „Arkanoid“ aus dem Jahre 1987. Letztendlich handelt es sich bei Arkanoid um einen Breakout-Klon, bei welchem der Spieler einen Ball mit einem Paddle gezielt abprallen lassen muss, um farbige Steine aus dem Weg zu räumen. Dabei können Power Ups eingesammelt werden, die den Schläger verbreitern, mehr Kugeln ins Spiel holen oder andere Effekte generieren. Dieses Spiel ist das perfekte Beispiel für eine simple, aber geniale Idee, die auch mit minimaler Grafikpracht eines C64 auskommt. Für eine kurze Pause zwischendurch absolut empfehlenswert.

Ein frühes Action-Adventure ist „The Last Ninja“, welches vor allem durch seine für den C64 ungewöhnlich hübsche Grafik aus isometrischer Perspektive sowie einem überragenden Soundtrack punktet. Unser Protagonist (natürlich ein Ninja) muss die Wege der Ninja ergründen, heilige Schriftrollen sammeln und einen bösen Shogun-Typen ausschalten, der schreckliche Dinge getan hat. Eines ist mal klar – kaum ein Spiel fängt den Ninja-Boom der späten 80er und frühen 90er besser ein als The Last Ninja. Leider muss der hübschen Präsentation das Gameplay etwas Tribut zollen, denn die Steuerung ist etwas hakelig und einige Gegner geradezu unfair. Alles in allem ist das Spiel ein extrem harter Brocken, der trotzdem einen Blick wert ist! 😉

Mit „Prince of Persia“ gibt es sogar einen Klassiker, welchen man noch aus Apple II- oder DOS-Zeiten vom PC kennt. Ihr steuert einen namenlosen Prinzen, welcher nur eine Stunde Zeit hat aus einem Gefängnis zu entkommen, den sinistren Statthalter Jaffar zu töten und die Prinzessin zu retten. Auf dem Weg durch die Palastanlage müssen Hindernisse und Abgründe durch Sprünge überwindet, Fallen ausgewichen sowie Wachen und Skelette bekämpft werden.

Besonders beeindruckend sind die flüssigen und real wirkenden Animationen. Kein Wunder, denn für die Bewegung der Spielfigur wurden damals mit Hilfe der Rotoskopie menschliche Bewegungen relativ realitätsnah aufgenommen.

Fun Fact: Das Spiel ist seinerzeit (1989) nie für den C64 erschienen und wurde erst 2011 von einem Fan für den C64 portiert.

Ein äußerst innovatives Spiel ist „Elite“ von der Firma Firebird aus dem Jahre 1985. Es ist teils Wirtschaft- teils Weltraum-Flug-Simulation und schickt den Spieler auf eine endlose Reise. Was damit gemeint ist? Nun, das Spiel hat kein vorgegebenes Ziel und somit auch kein definiertes Ende – ja richtig gelesen! 😀

Fun Fact: Elite war weit seiner Zeit weit voraus und gilt bis heute als einer der Urväter der Open-World Spiele. Klar, heutzutage ist das nichts Besonderes mehr, aber vor gut 35 Jahren waren solche Gamplay-Mechaniken ein absolutes Novum.

Ihr könnt frei entscheiden, ob ihr beispielsweise als friedlicher Händler durch das Universum reisen und auf legale Weise ein kleines Vermögen verdienen oder als aggressiver Space-Pirat harmlose Handelsschiffe plündern oder als Kopfgeldjäger euren Unterhalt verdienen wollt. Mit dem eigenen Raumschiff Planeten bereisen, Handel treiben und mit den erwirtschaften Beträgen das eigene Schiff aufmotzen um damit andere Raumfahrer auszuschalten. Und das alles aus einer mit Vektorgrafiken erzeugten 3D-Perspektive aus dem eigenen Cockpit – irre! Echt abgefahren und gleichzeitig mitunter leider auch nicht ganz einfach – gerade das manuelle Andocken an einer Orbitalstation gehört wohl zu einem der schwierigsten Manöver der C64-Raumfahrer! 😀

Als letztes möchte ich noch ein kurzes Wort über ein kniffliges Jump & Run mit Puzzle-Elementen namens „Impossible Mission“ verlieren. Das Spiel erschien 1984 und bot als eines der ersten C64-Spiele Sprachausgabe. Als Spezialagent 4125 muss der Spieler innerhalb von sechs Stunden (Echtzeit) in die Festung eines bösen Professors eindringen, 36 Codekarten sammeln und diese korrekt zusammensetzen. Klingt leichter als es ist, denn die Festung ist dabei zufallsgeneriert und wird bei jedem Spielstart komplett neu ausgewürfelt. Ebenso werden bei jedem In-Game-Tod zehn Minuten Spielzeit abgezogen – uff! 😀

Fun Fact: Tja, was soll ich sagen? Früher waren die Spiele einfach schwerer als heute. Keine Tutorials, keine Hilfestellungen, keine Extraleben. Nur der Spieler und das Spiel – und manchmal ein Block und ein Stift mit einer handgezeichneten Karte der Spielwelt! 🙂

So, ich denke es wird Zeit, dass wir endlich den guten alten Commodore Computer hinter uns lassen. Was gibt es abschließend noch zu sagen? Gerade in Deutschland genießt der C64 auch knapp 40 Jahre nach seiner Markteinführung absoluten Kultstatus. Tatsächlich hat der Heimcomputer selbst heute noch eine äußerst aktive Community, welche den betagten Rechner immer noch mit zahlreichen Fan-Software-Projekten oder durch die Entwicklung von Hardware-Erweiterungen unterstützt.

Schon verrückt – hätte mir jemand gesagt, dass das alles so ausufert hätte ich vermutlich die Finger davon gelassen! 😀 Erinnert ihr euch noch wie „harmlos“ das ganze C64-Thema angefangen hat? Falls nicht, hier ein Bild aus Artikel 144:

Zum Vergleich, so sieht der Wahnsinn mittlerweile aus! 😀

Egal – das war es wert! Frei nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“. Immerhin stolpert man nicht jeden Tag über einen Commodore 64 – erst recht nicht im 21. Jahrhundert! 😉

In diesem Sinne wünsche ich euch ein entspannte Zeit – bis die Tage! 🙂

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