#145 – el commodore – IV – troubleshooting

So – eigentlich ist doch schon alles erzählt über die Datassette. Wieso zum Geier geht es heute also nochmal um dieses blöde alte Kassettenlaufwerk? 😀

Tja, ich habe noch etwas weitere Zeit mit der Datassette verbracht und habe alle meine Kassetten mal durchgetestet. Das Ergebnis war leider nicht ganz so erfreulich wie bei den drei Tapes, die wir beim letzten Mal geladen haben. Bei den meisten flogen mir kryptische Zeichen oder Fehlermeldungen wie z.B. „?LOAD ERROR“ und „?OUT OF MEMORY ERROR“ entgegen! 😦

Bei anderen startete zwar der Ladevorgang, blieb aber dann (auch nach mehreren Minuten) auf einem blauen oder schwarzen Bildschirm hängen, ohne dass es irgendeine weitere Regung vom Kassettenlaufwerk gab:

Hier der letzte Stand meiner Tests (rechts die Kassetten die funktionieren, links der Stapel mit den defekten Tapes):

Woran liegt das? Sind die Kassetten wirklich defekt? Ich denke das kann mehrere Gründe haben. Natürlich habe ich (wie in diversen Internetforen vorgeschlagen) versucht, den Tonkopf der Datassette mit Reinigungsalkohol und einem Wattestäbchen zu bearbeiten, aber das hat leider nichts gebracht.

Ebenso kann es sein, dass das der Tonkopf der Datassette sich im Laufe der Jahre verstellt hat und neu justiert werden muss. Und wie geht das? Tatsächlich befindet sich auf der Oberseite ein Loch in der Datassette, durch welches man einen kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher stecken und die Schraube zur Einstellung des Tonkopfs drehen kann.

Doch woher weiß man, in welche Richtung und wie weit man die Schraube drehen muss? Hierfür gibt es extra Programme (z.B. hier oder hier), die einem mit Hilfe von angezeigten Linien helfen sollen den Tonkopf zu justieren. Das hört sich ja super an! 🙂

Bleibt nur die spannende Frage, wie man so ein Programm jetzt auf den C64 bekommen soll? Und selbst wenn man so ein Stück Software schon auf einer Kassette hätte: Was bringt das einem, wenn man das Programm dann nicht laden kann, weil die Datasette komplett verstellt ist! Ein klassisches Henne-Ei-Problem 😉

Nach etwas „Retro-Recherche“ im Input 64-Magazin von Mai 1986 bin ich auf folgendes Programmlisting gestoßen. Tatsächlich ist das genau das, was wir brauchen – blöd nur, dass die Software nicht „digital“ vorliegt. Es hilft wohl nichts, da werde ich in den sauren Apfel beißen und das Programm manuell eingeben müssen…

Not so fun Fact: Eins kann ich euch sagen – das Eintippen hat keinen Spaß gemacht! 😀

Aber immerhin – nach einigen Fehlversuchen (dank krummen Fingern beim Eintippen) hatte ich das Programm tatsächlich zum Laufen bekommen:

Um mit der Bedienung warm zu werden, habe ich erst mal eine funktionierende Kassette (Asterix and the Magic Cauldron) überprüft. Im Endeffekt muss man nur darauf achten, dass die Datenspuren nicht zu sehr „flimmern“ und sich im Idealfall innerhalb der angezeigten Hilfslinien befinden. Im Falle von Asterix ist das der Fall. Das ist ein Indiz dafür, dass unser Gerät zumindest nicht völlig falsch justiert ist.

Ganz anders sieht es z.B. mit der Spielesammlung „Pub Games“ aus. Während es zu Beginn des Bands nur leichte „Verzerrungen“ gibt…

…sind ab dem Zeitpunkt wo Programmdaten abgespeichert sind, schon ein paar heftige Ausschläge sichtbar.

Jetzt kann man versuchen mit Hilfe eines kleinen Kreuzschlitzschraubendrehers den Schreib/Lesekopf etwas genauer einzustellen. Ziel ist es möglichst gerade Linien (ohne großartige Störsignale) hinzubekommen. Im Falle von „Jumpman Junior“ hat es geklappt, einige andere Kassetten konnten leider auch über diesen Weg nicht gerettet werden…

Fun Fact: Ich sag’s euch – das ist ein aufwändiges Prozedere bei dem man immer wieder von vorne beginnen muss. Leider ist jede Kassette etwas anders und so kann es sein, dass man durch das Justieren zwar ein weiteres Band zum Laufen bekommt, dafür aber dann eine bereits erfolgreich getestete Kassette nicht mehr funktioniert. Ich wiederhole mich wenn ich sage – die Leute in den 80ern hatten mehr Zeit… 😀

Bei einigen Kassetten (gerade bei den Input 64 Tapes) sind mir auch schlichtweg „physikalische“ Fehler, bzw. Defekte aufgefallen. So ist manchmal das Band zerkratzt, geknickt oder entmagnetisiert. Ist das der Fall sind die Kassetten ein Fall für die Mülltonne. Manchmal hat sich auch im Lauf der Jahre das Filzblättchen (Andruckfilz) gelöst, bzw. ist locker. So wird das Band nicht gleichmäßig an den Tonkopf gedrückt und das kann zu Problemen führen.

Fun Fact: Zumindest das Problem mit dem Andruckfilz ließe sich theoretisch recht einfach reparieren, wenn die (günstig hergestellten) Kassettengehäuse verschraubt und nicht verklebt wären. Unabhängig davon macht es bei einer Kassette, welche mal als Magazinbeilage gedacht war sowieso keinen Sinn mehr Aufwand rein zu stecken. 🙂

Bei „Amourdillo“ sieht das Fehlerbild im Datassetten-Justage-Programm richtig wild aus. Allerdings hört man hier auch ein paar quietschende Geräusche aus dem Laufwerk. Es scheint fast so als würde das Band nicht ganz rund laufen. Ist das der Fall dann kann es helfen, wenn man das Band in einem Kassettenrekorder (Tapedeck) das ein oder anderer Mal „durchspult“. Ich habe es mit dem Kassettendeck aus Artikel 85 probiert, aber leider ist auch diese Kassette scheinbar nicht mehr zu retten… 😦

Als kleines Trostpflaster: Einige der anderen Kassetten haben noch einwandfrei funktioniert. So haben z.B. die neueren „Input 64“-Tapes ein animiertes Menü:

Auch ein paar Spiele wie z.B. „Double Dragon“ und „The Last Warrior“ konnte ich ohne Probleme laden. Bei letzterem hat der Ladebildschirm sogar einen echt fetzigen Hintergrundsound – alleine das war die Mühen wert! 😀

Als letzte Challenge für heute wollen wir uns noch der selbstgemachten Kassette mit der Spielesammlung widmen.

Wie bereits in Artikel 144 richtig vermutet, handelt es sich um ein spezielles Band, auf dem mehrere Spiele mit Hilfe eines Schnellladers gespeichert werden können. Damit das klappt, muss vor dem Laden der Spiele der Schnelllader vom Band gelesen werden. Doch leider kommt beim Versuch ein Fehler:

Ich befürchte es hilft nichts, wir müssen uns nochmal mit dem Programm zur Justierung der Datassette herumschlagen…

Eine gefühlte Ewigkeit später konnte ich dann tatsächlich Turbo Tape 64 von der Kassette laden. Gleich zu Beginn wird ein Menü mit ein paar Befehlen und Tipps, wie das Tool zu verwenden ist, angezeigt.

Einen Tastendruck (auf „RETURN“) später können wir mit dem Befehl „PFEIL-LINKS“ + „L“ den Suchvorgang starten, welcher das erste über Turbo Tape gespeicherte Spiel auf der Kassette ermittelt.

Dino Eggs“ heißt der Titel, der gefunden wurde. Um das Spiel zu starten muss abschließend noch die Leertaste gedrückt werden. Dadurch wird das eigentliche Spiel vom Band gelesen und in den Hauptspeicher geschrieben.

Fun Fact: Im normalen Betrieb wird zum Starten, bzw. Laden von Software die „Commodore-Taste“ gedrückt. Warum man sich bei Turbo Tape stattdessen für die Leertaste entschieden hat ist mir nicht klar. Völlig egal, solange es funktioniert. 🙂

Mit dem Befehl „RUN“ wird das Spiel gestartet. Das Game selbst ist nichts Besonderes – Dino Eggs ist einfach nur ein kleines Jump and Run Spiel, bei dem man einen Forscher steuert, welcher Sauriereier einsammelt um sie ins 21. Jahrhundert zu bringen – super Idee! 😀

Fun Fact: Nanu? Wieso lässt sich der blöde Forscher nicht steuern? Tja, für dieses Spiel muss der Joystick in Port 1 umgesteckt werden. Ganz ehrlich – ohne Handbuch (oder verdammt viel Zeit zum Ausprobieren) ist man aufgeschmissen… 🙂

Selbstverständlich sind auf dem Band noch weitere Spiele. Leider musste ich feststellen, dass das handgeschriebene Kassetteninlay so überhaupt nicht zum Inhalt der Kassette passt. Tatsächlich waren ganz andere Spiele auf dem Band – ich vermute die Hülle wurde mal fälschlicherweise für diese Kassette verwendet. Sehr verwirrend das alles! 😀

Schade, dass es beim Laden eines der letzten Games auf dem Band („Donkey Kong“) einen Fehler gab, denn das Spiel wollte ich schon immer mal auf dem C64 spielen. Naja, man kann nicht alles haben. Wenn ich raten müsste, würde ich auf Altersschwäche bzw. Verschleißerscheinungen des Bands tippen, da ich einige andere Spiele (an anderer Stelle der Kassette) erfolgreich laden konnte…

So, ich denke damit sollten wir es mit der Datassette erst mal gut sein lassen – zumindest für heute! 😛

Aber keine Angst – das Thema C64 ist noch nicht vom Tisch! Beim nächsten Mal wollen wir noch ein weiteres, sehr populäres Speichermedium für den Commodore Computer erkunden… 😉

In diesem Sinne – bis die Tage! 🙂

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