#134 – 360 Controller

Was?! Wollen wir uns heute tatsächlich mit 360 verschiedenen Controllern beschäftigen? Puh, na das wird aber ein langer Blogartikel…

Keine Angst – ganz so schlimm wird es nicht! Zwar geht es heute tatsächlich um Controller aber ganz so viele Gamepads besitze ich dann doch nicht. Zur Erinnerung: Beim letzten Mal haben wir uns die Xbox 360 sowie deren Spiele etwas zu Gemüte geführt. Was ich euch aber verschwiegen hatte: Mit in dem Paket waren auch vier Controller:

Fun Fact: Ebenso war ein Kabel dabei, über welches man die Controller über USB an der Xbox anschließen kann. Mir gefällt so etwas, aber ich denke die meisten Leute würden dann doch eher auf die kabellose Variante mit zwei AA-Batterien zurückgreifen! 😉

Leider sieht es so aus als hätte jeder der Controller eine andere Macke. Während einer überhaupt nichts tut, sind bei den anderen die Joysticks ausgeleiert und einige Knöpfe (gerade die Schultertasten LB und RB) funktionieren nicht. Auch haben wohl zwei der Controller Wackelkontakte was die Stromversorgung angeht. Ich befürchte bevor wir mit denen wieder spielen können, müssen wir die Controller erst mal wieder flott bekommen…

Fun Fact: Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich noch den anderen weißen Controller (aus Artikel 65) überarbeiten, der hat es auch nötig.

Fangen wir mit dem ersten Patienten an. Der Controller ist mit Abstand der beste und benötigt nicht mal großartig eine Reinigung (außer an den typischen Stellen wie den Gehäusezwischenräumen). Alle Knöpfe samt Schultertasten funktionieren ohne Probleme, lediglich die Abdeckkappen der Joysticks sind optisch schon etwas verblichen und sehr abgegriffen und sollten dementsprechend getauscht werden.

Kein Problem – für ein paar Euro habe ich Ersatz aus den Untiefen des Internets ordern können! 🙂

Um die Steuerknüppel zu tauschen, müssen wir die kleinen Torx-Schrauben auf der Rückseite des Controllers mit einem T8-Schraubenzieher lösen – dachte ich! 😀

Denn tatsächlich hat Microsoft hier spezielle Torx-Schrauben mit Sicherungsstift verwendet für welche ein spezieller Torx-Sicherheitsschraubenzieher (oder ein entsprechendes Bit) benötigt wird – ganz toll! Ich habe einige Bitsätze, aber so ein Bit war natürlich nicht dabei. Gut was soll’s, dann musste ich eben noch so einen speziellen Schraubenzieher bestellen…

Fun Fact: Mir geht es gar nicht um die 3€, die das blöde Teil gekostet hat. Mich nervt nur, dass sich wegen so einem Blödsinn wieder ein Bastelprojekt tagelang hinzieht und man ein neues Thema auf der „ToDo-Liste“ ansammelt. Well – shit happens… 🙂

Mit dem richtigen Werkzeug lassen sich die Schrauben dann aber ohne Probleme lösen. Richtig fies – eine der Schrauben versteckt sich unter dem Seriennummernaufkleber im Batteriefach – na da muss man erst mal draufkommen! 😀

Nachdem der Controller endlich offen war, konnte ich die Sticks ohne Probleme tauschen.

Fun Fact: Ich mache bei so Aktionen immer gerne Bilder, da die „modernen“ Controller im Vergleich zu seht alten Controllern (z.B. Atari, NES- oder SNES) doch wesentlich komplexer aufgebaut sind und eine ganze Reihe an kleinen Plastikteilchen haben. Zum einen können diese schnell mal abhandenkommen und andererseits ist nicht immer ganz klar, an welche Stelle welches Teil gehört! 🙂

Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die Gehäusehälften sowie die Kontaktflächen mit etwas Isopropylalkohol gereinigt. Nichts neues – das Prozedere kennt ihr ja bereits von diversen Controller-Reparaturen! 😉

Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen! 🙂

Jetzt müssen wir nur noch prüfen, ob auch noch alles funktioniert. Zum Testen der einzelnen Controllerfunktionen habe ich einen Bluetooth-Adapter für den PC verwendet. In Verbindung mit dem Windows-Joystick-Konfigurationsprogramm (joy.cpl) kann man hier die Funktionalität aller Tasten prima überprüfen.

Fun Fact: Den Bluetooth-Adapter hatte ich ursprünglich mal gekauft um damit alte Nintendo-Spiele (NES, SNES, N64, etc.) mit einem Xbox-360-Controller auf dem PC zu emulieren. Auch „The Messenger“ habe ich damit in die Knie gezwungen. Tatsächlich ist der 360-Controller recht universell und eignet sich ideal als modernes PC-Gamepad.

Nachdem das so gut geklappt hat schnell weiter zu Kandidat Nr. 2. Im Allgemeinen ist dessen Zustand noch ganz ordentlich und alle Knöpfe scheinen prinzipiell zu funktionieren. Lediglich der linke Joystick hat schon bessere Tage gesehen. Leider ist diesmal nicht nur der Steuerknüppel (im Vergleich zum Steuerkreuz) ganz schön dreckig/ausgeblichen, sondern auch das darunterliegende Potentiometer läuft extrem hakelig und bewegt sich nicht von selbst in die Mittelstellung zurück.

Spätestens bei der Überprüfung mit der Software lässt sich das Fehlverhalten gut erkennen.

Fun Fact: Auch die X- und Y-Rotationswerte sollten im Idealfall in ihrer Ausgangsposition im Lot sein, die stehen nämlich für den rechten Joystick. Im Bild sind sie das nicht, weil ich den Screenshot in einem Moment aufgenommen habe, in welchen ich an dem Stick herumgespielt habe! 😀

Na, dann wollen wir das gute Stück doch mal aufschrauben und schauen, wie es im Inneren aussieht…

Leider war das Teil doch deutlich dreckiger als ich es erwartet habe. Schade, und ich hätte gehofft ich kann mich um eine intensive Reinigung drücken! 😀 Mit einer Zahnbürste und viel Geduld bekommt man alle Plastikteile wieder schön sauber:

Fun Fact: Bei solchen Aktionen mache ich immer gerne viele Bilder (oder suche nach einem informativen Video im Internet), damit ich genau weiß an welcher Stelle welches Teil war. Wäre ja extrem blöd, wenn man so ein Ding auseinanderschraubt und dann nicht mehr zusammenbekommt! 😀

Auch den Joystick konnte ich retten. Der musste tatsächlich nur mal dringend gesäubert und anschließend etwas eingefettet werden. Im Idealfall hat man Lithiumfett oder PTFE-Paste zu Hause. Da ich beides nicht hatte, habe ich etwas Vaseline genommen.

Fix das Teil wieder zusammengeschraubt und überprüft ob es funktioniert – läuft! 🙂

Kandidat Nr. 3 – diesmal ein Modell in elegantem Schwarz – sehr sexy! 😉

Während die Joysticks noch einwandfrei funktionieren scheint wohl die linke Schultertaste (LB) defekt zu sein. Zumindest gibt es kein klickendes Geräusch mehr beim Druck auf die Taste.

Nach einigen planlosen Behebungsversuchen, bin ich doch noch dahintergekommen, wo das Problem liegt. Im Endeffekt sieht es so aus, als würde der darüber liegende Knopf durch Abrieb keinen Kontakt mehr zu dem drunter liegenden Mikroschalter haben. Ich habe lang überlegt, wie ich den Fehler möglichst einfach beheben könnte und habe mich dann letztendlich für ein kleines Metallplättchen als Abstandshalter entschieden:

Fun Fact: Tatsächlich war selbst dieses kleine Metallplättchen (welches ich aus einem Kabelclip herausgeschnitten habe) noch zu dick und hat den Schalter permanent nach unten gedrückt. Erst als ich es etwas mit einer Feile bearbeitet hatte, passte der Abstand perfekt und die Taste ließ sich wieder bedienen.

Beim Zusammenschrauben ist mir dann aufgefallen, dass vermutlich auch die rechte Vibrationsfunktion defekt ist. Zumindest war das Kabel, welches zum Motor mit Ungleichgewicht (erzeugt Vibrationen) führt abgerissen. Ich habe es etwas provisorisch wieder angelötet. Nicht ideal, aber besser als nichts! 😀

Fertig, oder? Noch nicht ganz, denn ein weiteres Problem ist, dass der Controller scheinbar einen Wackelkontakt hat und einfach ab und zu von selbst ausgeht. Bei der Betrachtung des Batteriefachs ist mir aufgefallen, dass der Kontakt zwischen Fach und Controller selbst einfach etwas verbogen, bzw. hinter den Aufkleber gerutscht war. Ich habe ein Stück vom Aufkleber entfernt und das Metallplättchen wieder „geradegebogen“ – jetzt funktioniert das Teil wieder ohne Probleme! 🙂

Und weiter geht’s mit Kandidat Nr. 4:

Es scheint so als würden alle Knöpfe funktionieren und der Controller stabil arbeiten. Lediglich der linke Joystick ist sehr hakelig und fühlt sich extrem schwammig an. Auch im Joystick-Konfigurationsprogramm kann man den Fehler sehen. Eigentlich sollte das Pluszeichen in der Mitte sein, aber der Joystick hängt auf Halbmast! 😀

Leider war es diesmal nicht mit etwas Schmiermittel getan, denn der Joystick sieht echt übel aus. Auch eine Reinigung hat keine Verbesserung gebracht. Scheint so, als wäre das Potentiometer ausgeleiert, denn der Stick ist sehr hakelig und fühlt sich extrem schwammig an – so ist eine präzise Steuerung nicht mehr möglich! 😦

Da hilft nur eins – wir müssen das Teil ersetzen… Doch woher bekommt man so ein passendes Ersatz-Potentiometer? Da ich nichts aus China (mit entsprechend monatelanger Wartezeit) bestellen wollte, habe ich via eBay-Kleinanzeigen Beute gemacht und ein paar von den Dingern für fünf Euro ergattern können! 🙂 Im Vergleich zum originalen Joystick (links unten) sind sie minimal anders aufgebaut, sollten aber genau so funktionieren.

Fun Fact: Fragt mich bitte nicht, wieso ich nur ein so ein Teil fotografiert habe – ich weiß es nicht mehr 😦

Der Plan ist klar: Alten Joystick aus- und neuen einlöten. Doch leider muss dafür erst mal der Umlenkmechanismus der Schultertaste LT ausgelötet werden. Zuerst dachte ich der Mechanismus wäre nur an zwei Punkten festgeklipst, doch leider muss auch der dreipolige Sensor mit ausgelötet werden.

Anschließend kann das alte Potentiometer aus- und das neue eingelötet werden. Im Idealfall hat man dafür eine gute Entlötstation. Da ich so etwas nicht besitze, habe ich es mit einer Entlötpumpe und etwas Geduld machen müssen. Kein Beinbruch – hat trotzdem prima funktioniert! 🙂

Abschließend habe ich den Sensor für die Schultertaste wieder angelötet, das Gehäuse sowie alle Einzelteile ordentlich gereinigt und wieder zusammengebaut. Mit neuen Abdeckkappen für die Joysticks sieht das Ding wieder richtig gut aus! 🙂

Dank dem neuen Potentiometer sehen die Werte des Controllers optimal aus und es lassen sich diverse Spiele wunderbar damit steuern! 🙂

Als letztes wartet noch Kandidat Nr. 5 auf eine Rettung. Bei einem ersten Test verweigert das Gamepad gleich mal vollständig den Dienst und geht nicht an. Ob es wirklich komplett defekt ist? Beim Abnehmen des Batteriedeckels sind mir zwei ausgelaufene Batterien entgegengekommen. Diese haben sich so aufgebläht, dass der Batteriedeckel gesprengt wurde. Kein Problem, nichts was sich nicht mit etwas Modellbau- oder Sekundenkleber beheben lassen würde! 😉

Leider geht – auch mit frischen Batterien – der Controller nicht an. Spätestens bei einem Blick auf die Batteriekontakte wird mir auch klar warum: Der rechte Kontakt ist völlig verrostet! Mit einer Feile habe ich den Kontakt etwas bearbeitet und anschließend mit Alkohol gereinigt. Jetzt geht der Controller wieder! 🙂

Uff – was für eine Odyssee. Verrückt, wie das wieder ausgeartet ist – eigentlich wollte ich doch nur einen schnellen Blick auf die Xbox werfen und schon findet man sich in einer Reparaturorgie wieder – unglaublich! 😀

Ich denke da habe ich mir eine kühle Hopfenkaltschale und eine Runde Zocken verdient. Als Kontrastprogramm zu den Xbox 360 Spielen wird „The Messenger“ am PC gespielt – habe gehört, es soll da noch einen härteren Schwierigkeitsgrad geben, der gemeistert werden will… 😉

In diesem Sinne – bis die Tage!

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