#111 – Wii in neuem Gewand

Erinnert sich noch jemand an die olle Wii aus Artikel 83?

Softwaremäßig haben wir der betagten Konsole ja schon ein paar neue Tricks beigebracht (Spiele von USB abspielen und ältere Systeme emulieren). Heute möchten wir dem guten Stück noch was Gutes tun und der Konsole eine kleine Schönheitskur verpassen…

Mal überlegen, was brauchen wir dafür? Definitiv ein mysteriöses Paket aus China! 😀

Nein, darin sind tatsächlich keine Drogen, sondern eine Pappschachtel mit einem neuen Plastikgehäuse für die Wii:

Fun Fact: Was macht man als kreativer chinesischer Hersteller, wenn man keine Namensrechte an der Wii besitzt um offiziell lizensierte Ersatzteile herzustellen? Richtig, man nennt sein Produkt anstelle von „Wii“ einfach „Wü“ und verwendet eine Schriftart, bei welcher der untere Strich des Buchstaben „ü“ einfach nicht so dick aufträgt. Genial! 😀

Zumindest ist das Gehäuse gut verpackt. Auf den ersten Blick schaut das gar nicht so kompliziert aus…

Bei genauerem Hinsehen fällt aber dann schnell auf, dass es doch einige kleine (und vor allem sehr fragile) Plastikstücke gibt. Ich kann es kaum erwarten die alle an den richtigen Platz zu setzen! 😉

Fun Fact: Etwas schade finde ich die Tatsache, dass überhaupt keine Anleitung (auch nicht online) dabei war. Im Endeffekt muss man sich so die einzelnen Schritte beim Auseinanderbauen der Konsole merken und einfach auf gut Glück drauf losbasteln. 😀

So, nicht lang schnacken, sondern gleich mit dem Umbau anfangen. Als erstes müssen die Abdeckklappen, unter denen sich die Ports für Gamecube-Controller und Memory-Cards befinden abgeklipst werden. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich ein paar Schrauben lösen, welche die schwarze Abdeckplatte am Gehäuse befestigen.

Fun Fact: Für den Umbau wird neben unterschiedlich großen (bzw. kleinen) Kreuzschlitzschraubenziehern auch ein spezieller Tri-Wing-Schraubenzieher benötigt. Selbst in einem gut ausgestatteten Bitsatz ist dieser meist in so kleiner Größe nicht vorhanden.

Auch unter der schwarzen Abdeckplatte müssen weitere Schrauben gelöst werden. Sehr merkwürdig, dass gefühlt an jeder Stelle ein anderer Schraubentyp verwendet wurde!

Ist das geschafft kann man sich um die Seiten des Gehäuses kümmern. An einigen Stellen sind Schrauben unter Gummifüßen oder Plastikabdeckungen versteckt. Ich nehme zum Entfernen dieser immer ein Cutter-Messer.

Auf der Unterseite ist eine kleine Halterung samt Knopfzelle verbaut, welche dafür da ist die Systemzeit zu halten.

Es wird Zeit die Wii von ihrem alten Gehäuse zu befreien. Als erstes muss die Front samt Knöpfe und Schlitz für die DVDs herausgezogen und umgeklappt werden.

Anschließend kann die Oberseite abgenommen werden. Jetzt müsste die Konsole doch eigentlich „nur noch“ nach rechts in das neue Gehäuse… 😉

Ganz so einfach ist es leider nicht, denn um das zu erreichen müssen mal sämtliche Schrauben gelöst und das Abschirmblech entfernt werden.

Nun kann das Laufwerk abgeschraubt und abgesteckt werden. Hierbei sollte man darauf Acht geben, dass das fragile Flachbandkabel nicht zu sehr geknickt oder gebogen wird. Die Ersatzteilversorgung in dem Bereich ist leider eher „dünn“. 😀

Um an die Platine zu kommen müssen sogar sämtliche Plastikrahmen und Halterungen sowie der Lüfter abgeschraubt werden. Ein besonderes Augenmerk sollte man hier auf die quer durch die Konsole verlaufenden, sehr kleinen Leitungen legen. Diese wirken teilweise recht willkürlich verlegt und reißen schnell ab, wenn man nicht aufpasst.

Fun Fact: Ich mache bei so verwirrenden Aufgaben immer bei jedem Arbeitsschritt Bilder. So kann ich zum einen besser nachverfolgen wie man das Teil wieder zusammenbaut und zum anderen habe ich so gleich ein paar Bilder für einen Blogartikel! 😉

Uff – endlich beim mittleren Schutzblech angekommen…

Fun Fact: Zu Beginn der Aktion hatte ich gehofft, dass es „nichts Großes“ wird, aber spätestens an diesem Punkt war mir klar, dass ich die Konsole mehr oder weniger komplett auseinander nehmen muss – puh!

Doch leider lässt sich der Rest der Konsole immer noch nicht im Ganzen herauslösen. Die letzten vier Schrauben, die das Konstrukt im Gehäuse halten, sind die des Kühlers.

Sobald diese gelöst wurden, können wir damit anfangen die Konsole in das neue Gehäuse zu verpflanzen. Mann, ist das ein gutes Gefühl, endlich mit dem eigentlichen Umbau zu beginnen!

Fun Fact: An sich wollte ich auf das untere Schutzblech verzichten, damit die Wii später von außen „cooler“ aussieht, doch leider wird dies benötigt um die Platine überhaupt am Gehäuse zu befestigen. Naja, man kann nicht alles haben. ^^

Und so wird die Wii wieder Stück…

…für Stück…

…zusammengebaut.

Während das DVD-Laufwerk noch vergleichsweise einfach einzubauen war…

…habe ich mit der bescheuerten Front-Blende ganz schön gekämpft. Das Konstrukt wird nur durch gepresste Plastikteile zusammengehalten. Wer denkt sich so etwas aus?!

Wenn ich an die filigrane Kabelführung denke, werde ich immer noch leicht aggressiv – was für ein Gefrickel! 😀

Wie dem auch sei, irgendwann war auch das geschafft und nun musste nur noch das restliche Gehäuse verschraubt werden. Während die Unterseite noch recht unspektakulär daherkommt…

…kann man auf den Seiten die „Innereien“ gut erkennen. Auch die beiden Abdeckklappen passen und fallen gar nicht auf. Sieht cool aus wie ich finde! 🙂

Auf der Vorder- und Rückseite der Konsole sind die Buchsen und Knöpfe ganz normal angeordnet. Schön ist auch, dass man nun gleich auf den ersten Blick sieht ob sich eine SD-Karte in der Konsole befindet oder nicht.

Das Highlight ist und bleibt natürlich die Oberseite. Der direkte Blick auf das DVD-Laufwerk gefällt mir schon gut muss ich sagen. 🙂

Wie bei jeder guten Reparatur (bzw. jedem guten Umbau) sind natürlich zahlreiche Teile übriggeblieben! 😀 😛

Fun Fact: Normalerweise würde mich das beunruhigen, aber in diesem Fall bleib ich entspannt. Ich habe mich ja explizit dazu entschlossen auf die andersfarbigen Plastikabdeckungen sowie ein Schutzblech zu verzichten. Kein Wunder, dass da auch zahlreiche Schrauben übrigbleiben.

Jetzt bleibt abschließend eigentlich nur noch die Frage zu klären, ob die Wii noch funktioniert. Um das zu testen, habe ich die Konsole angeschlossen und gleich mal ein Spiel („Beat The Beat: Rhythm Paradise“) eingelegt. Auf dem Bild kommt es gar nicht so rüber, aber es hat was extrem befriedigendes der drehenden Scheibe beim Lesevorgang zuzusehen… 😀

Läuft ohne Probleme – nice! 🙂

Fun Fact: Nicht nur die Power-LED wirkt durch das transparente Gehäuse ganz anders. Auch die blau aufleuchtenden LEDs beim Einschieben einer DVD machen so optisch deutlich mehr her. Wäre natürlich top gewesen, wenn ich das fotografiert hätte, fällt mir jetzt so im Nachhinein auf… xD

Abschließend betrachtet bin ich mit dem neuen Gehäuse sehr zufrieden. Leider war der Umbau deutlich aufwändiger als gedacht und hat mich einige Stunden (und Nerven) gekostet. Aber ich denke es war die Mühen wert, das Ergebnis kann sich schon sehen lassen… 🙂

In diesem Sinne, bis die Tage – behaltet einen klaren Durchblick! 😛

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