#95 – Batterietausch Nintendo-Module

Nach dem ganzen Stress der letzten Wochen wird es Zeit mal wieder etwas zu spielen… 🙂

Achja, „Pokémon Silber“. Kultfaktor: 100%, Nostalgiefaktor: OVERLOAD! 😉 Wann ich dieses Modul wohl zum letzten Mal gespielt habe? Ich würde mal vermuten, es ist bestimmt schon über zehn Jahre her! 😀

Jetzt bloß keine Zeit verlieren und schnell den Game Boy anschalten. Doch was ist das? Wo ist denn mein Spielstand abgeblieben?! 😦

Fun Fact: Das ist wirklich zum Heulen. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass ich über 100 Stunden Spielzeit (samt vollständigem Pokédex) auf dem Modul angesammelt hatte. Aber was soll’s, so ist das Leben…

Tja, die Zeit geht auch nicht spurlos an unseren digitalen Monstern vorbei. Scheint so als wäre die interne Speicherbatterie leer. Der Spielstand ist definitiv futsch, aber vielleicht können wir das Modul noch retten? Im Endeffekt müsste ja nur die Knopfzelle, welche den Spielstand im SRAM hält, getauscht werden. Hm, irgendwie kommt mir das Thema bekannt vor. Ich erinnere mich ganz dunkel an Artikel 38, da hab ich doch schon mal den SRAM erklärt, oder? 😉

Als erstes sollten wir das Modul mal öffnen. Das geht mit Hilfe eines „Gamebits“, kennen wir ja auch bereits von vergangenen Bastelprojekten! 😉

Sobald wir die Oberseite entfernt haben, kommt die Platine samt verlöteter CR2025-Knopfzelle zum Vorschein.

Um wieder Speichern zu können, müssen wir eigentlich nur die entladene Knopfzelle entlöten und anschließend eine neue verlöten. An sich kann man hierfür ein ganz gewöhnliches Modell verwenden, aber ich persönlich nehme immer gerne Knopfzellen mit verschweißten Lötfahnen, damit lässt sich einfach viel leichter arbeiten.

Bevor ich die Zelle verlöte, prüfe ich immer gerne noch, ob sie auch wirklich gut geladen ist. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man das Ding (nachdem man es verlötet hat) nochmal tauschen muss.

Jetzt wird es Zeit zum Löten. Wenn ihr das auch machen wollt, solltet ihr darauf achten, zuvor die Kontaktstellen sauber zu reinigen und das richtige Lötzinn zu verwenden, sonst sehen eure Lötpunkte so schlampig aus wie bei mir! 😉

Jetzt wird es aber Zeit das Spiel auszuprobieren, also fix das Modul zusammenschrauben und nichts wie ab in den Game Boy! 😉

Um zu testen, ob das Spiel speichert, müssen wir natürlich einen neuen Spielstand anlegen. Hm, wie soll mein Protagonist heißen? „Hans“? Ok, warum nicht… 😀

Nach einem kurzen Ausflug durch Neuborkia habe ich meinen Spielstand gespeichert.

Und siehe da, auch nach dem Aus- und Einschalten des Game Boys hat sich das Modul den Spielstand gemerkt und ich kann mit „Hans“ mein Abenteuer fortsetzen! 🙂

Eigentlich könnte ich jetzt zufrieden sein und endlich meine Reise durch Johto beginnen, aber die Angst vor leeren Batterien blieb mir dann doch im Kopf hängen und ich habe das Spiel beiseitegelegt. Ich denke das ist eine gute Gelegenheit, alle meine anderen Module durchzuprobieren um zu sehen, ob es vielleicht noch Handlungsbedarf bei weiteren Spielen gibt. Und als hätte ich es geahnt – tatsächlich habe ich noch zwei Kandidaten gefunden:

Fangen wir mit „Pokémon Gelbe Edition“ an. Im Gegensatz zur zweiten Pokémon-Generation kamen hier noch CR1616-Knopfzellen zum Einsatz.

Gut, dass es auch für diesen Typ bereits fertige Zellen samt Lötfahnen zu kaufen gibt. Hier ein Größenvergleich zwischen CR2025 und CR1616.

Die Zelle ist schnell getauscht…

… und nun können wir auch wieder unseren Spielstand auf dem gemeinsamen Abenteuer mit Pikachu speichern – sehr schön! 🙂

Fun Fact: Selbstverständlich heißen hier die Protagonisten „Ash“ (Spieler) und „Gary“ (Gary) – wer als Kind die Animes der ersten Generation gesehen hat, weiß, dass eine andere Benennung der Charaktere einfach nicht in Frage kommt! 😉

Kommen wir zu unserem letzten Kandidaten: „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“. Während ich mich im Juni 2019 in Artikel 19 (jaja, lang ist’s her) noch gefreut habe, dass mein Spielstand immer noch vorhanden ist, scheint die Knopfzelle mittlerweile den Geist aufgegeben zu haben. 😦

Während ich die Knopfzelle so ausgelötet habe, ist mir eine gute Idee gekommen. Es ist zwar schön und gut eine neue Zelle zu verlöten, aber noch praktischer wäre es, wenn das „Zukunfts-Ich“ in ca. 10 Jahren (wenn die Knopfzelle wieder den Geist aufgibt) gar nicht mehr löten müsste! 🙂

Fun Fact: Mit der Idee war ich wohl nicht alleine! 😉

Aus diesem Grund habe ich mir spezielle CR1616-Knopfzellen-Batteriehalter aus China bestellt. Diese sind extrem flach und sollten prima in das Modul passen.

Fun Fact: Tatsächlich habe ich keine andere Quelle gefunden um die Dinger innerhalb Europas aufzutreiben. Mit gut 2€ pro Stück waren die Halter zugegeben auch recht teuer. Ich denke man könnte (wenn man genügend Zeit und Lust mitbringt) hier auch was Cooles mit dem 3D-Drucker zaubern.

So, nur noch schnell den Halter verlöten und mit einer passenden Knopfzelle bestücken:

Und siehe da, schon können wir wieder einen Spielstand anlegen, welcher auch nach dem Ausschalten des Game Boys erhalten bleibt! 🙂

Fun Fact: Ich habe den Helden mit Absicht „MOYSE“ getauft. In der deutschen Version von Link’s Awakening wird eine andere Hintergrundmusik abgespielt, wenn man den Protagonisten so nennt. Das geht auf Claude M. Moyse, den damaligen Chef-Redakteur des Club Nintendo, welcher gleichzeitig für die deutsche Übersetzung des Spiels zuständig war, zurück. Mit diesem Easter Egg hat er sich, bzw. seinen Namen in dem Spiel verewigt. 🙂

Nachdem ich die Game Boy Module wieder zum Laufen bekommen habe, war ich so paranoid, dass ich gleich noch alle anderen Module mit Batteriespeicherung überprüfen wollte. Gut, dass viele Spiele eine andere Speicherform nutzen, aber potentiell betroffen sind trotzdem einige N64- sowie SNES-Titel.

Fun Fact: Die abgebildeten Spiele sind natürlich nur ein kleiner Ausschnitt. Ich habe mir eine Excel-Liste erstellt um einen Überblick über alle sich in meinem Besitz befindlichen Module mit Batteriespeicherung zu behalten! 😉

Tatsächlich waren aber nahezu alle Batterien und Spielstände noch intakt, lediglich bei einem Modul sind die Spielstände verloren gegangen. Na, könnt ihr anhand des Bildschirmausschnitts erraten um welches Spiel es sich dreht? 😉

Richtig, mit „The Legend of Zelda: A Link to the Past“ hat es einen Klassiker erwischt – echt schade um die Savegames! Tränen abwischen und weiter geht’s – als erstes zerlegen wir das gute Stück mal und sehen nach was sich machen lässt.

Fun Fact: Im Vergleich zu den Game Boy Modulen wurden die beiden Hälften der SNES-Module mit zwei Außentorx-Schrauben auf der Vorderseite verschraubt. Den (unspektakulären) Schritt habe ich jetzt einfach mal übersprungen, ich denke jeder weiß, wie man einen Schraubendreher bedient. 😀

Im Vergleich zu den Game Boy Modulen kommen bei Supernintendo-Spielen größere Knopfzellen vom Typ CR2032 zum Einsatz. Diese sind wesentlich gebräuchlicher (im Vergleich zu CR2025 oder CR1616) und somit auch im Discounter zu bekommen.

Da genügend Platz im Modul ist, habe ich mich auch hier letztendlich dazu entschieden einen Batteriehalter zu verlöten. Doch selbst den extra dafür besorgten flachen Halter kann man nicht einfach direkt verlöten. Damit der Halter in das Modul passt müssen wir ihn etwas zurechtbiegen. Der Pluspol muss dabei abgebrochen, der Minuspol vorsichtig im 90°-Winkel nach oben gebogen werden.

Fun Fact: Vorsicht! Die Dinger sind sehr fragil! 🙂

Anschließend kann die alte Batterie ausgelötet…

…und der Batteriehalter verlötet werden. Wichtig dabei ist nur, dass man den Pluspol der alten Batterie ein paar Millimeter stehen lässt um einen geeigneten Lötpunkt für den Halter zu erhalten.

Jetzt wird es aber Zeit das Modul wieder zusammenzuschrauben und zu testen. Also schnell einen neuen Spielstand anlegen und dem Hilfegesuch von Prinzessin Zelda ins Schloss Hyrule folgen.

Fun Fact: Wieso ich den Spieler „WTF“ genannt habe, kann ich euch nicht mehr sagen… 😀

Und siehe da, auch nach einem Neustart der Konsole ist der Spielstand noch vorhanden. Sehr schön! 🙂

Alles in allem war das doch ein sehr gelungener Eingriff. Ich denke als Entspannung sollte ich an meinem ursprünglichen Plan festhalten und etwas Pokémon spielen! 🙂

Fun Fact: Als „besondere Challenge“ habe ich mich diesmal für das Pflanzen-Starterpokémon „Endivie“ entschieden. Wie in jeder Generation ist das Starterpokémon vom Typ Pflanze meist das mit dem schlechtesten Moveset und den niedrigsten Werten, was das Spiel nicht gerade leichter macht! 😀

Bleibt geschmeidig! 🙂

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