#54 – PS1-Clock („zock around the clock“)

Ich wette, jeder von euch hat dieses gute Stück schon mal auf einem Flohmarkt liegen sehen – eine defekte PS1-Konsole…

Eine Reparatur ist leider oft kompliziert (Stichwort SMD-Bauteile) und unrentabel. Da die Nachfrage nicht die größte ist und es gebrauchte PS1-Konsolen noch zahlreich gibt, lassen sich Ersatzkonsolen meist für wenige Euros ergattern.

Was macht man also mit den „Innereien“?

Vielleicht kann man das ein oder andere Teile noch für das Ersatzteillager aufheben. Manchmal bleibt kein anderer Weg als Müll zu entsorgen. Das Gehäuse ist da schon etwas interessanter. Vielleicht lässt sich damit noch was Sinnvolles anstellen? Wegschmeißen möchte ich das auf keinen Fall! 🙂

Eins ist klar – das Case der ersten Playstation besitzt definitiv ein originelles Design. Wenn man es etwas genauer betrachtet stellt man fest, dass sich ihr runder „Deckel“ perfekt als Ziffernblatt für eine Uhr eignet – ein PS1-Uhr! 😉

Der Herstellung so einer Uhr ist – je nachdem wie schön man das Endergebnis haben möchte – nicht kompliziert. Nachdem man die PS1 vollständig „entkernt“ hat, muss man das Gehäuse für das Uhrwerk vorbereiten. Am besten geht das, wenn man den Deckel zuvor abbaut:

Mit einem Werkzeug der Wahl (Säge, Dremel, Feile, …) wird eine Aussparung in die Gehäuseinnenseite geschliffen, damit das Uhrwerk später auch Platz hat.

Fun Fact: Bitte verzeiht mir, aber ich habe natürlich mal wieder an den wichtigsten Stellen keine Bilder gemacht. Es ist echt schwierig, daran zu denken, wenn man so am Werkeln ist… Egal, ich überlasse die fehlenden Arbeitsschritte einfach eurer Fantasie! 😉

Anschließend muss ein Loch möglichst mittig in den Deckel für die Zeigerwelle des Uhrwerks gebohrt werden. Je nachdem wie schön, bzw. stabil man die Uhr haben möchte, kann man ggf. noch den Ring auf der Innenseite des Deckels wegschleifen.

Fun Fact: Ich habe die Lochposition mit einem Zirkel ausgemessen – die Schulzeit lässt grüßen! 🙂

Als Uhrwerk verwende ich gerne eine schleichende Ausführung, da mich (gerade bei günstigeren Uhrwerken) das laute Ticken nervt. Einfache Uhrwerke sind z.B. in der elektronischen Bucht oder beim großen Amazonen (bitte nicht mit den leicht bekleideten starken Frauen verwechseln) zu erstehen.

Fun Fact: Ich habe mich für ein einfaches Uhrwerk ohne Funk entschieden, weil ich so optimistisch war, dass die EU-Spezialisten die Zeitumstellung zeitnah abschaffen… Ich weiß – naiv. 🙂

Wichtig ist eigentlich nur, dass das das Loch groß genug gebohrt wurde und die Zeigerwelle lang genug ist, um durch den Deckel der PS1 durchzureichen.

Puristen schrauben nun das Uhrwerk mit der Gegenmutter fest und montieren einfach direkt die Zeiger darauf – das sieht dann ungefähr so aus:

Kann man machen – muss man aber nicht! Wenn man es etwas ausgefallener mag, kann man auch versuchen, das Ziffernblatt etwas aufzuhübschen. Diese Uhr hat z.B. ein Kollege aus einem Gamingforum gebaut – als Abgrenzung der einzelnen Abschnitte hat er Knöpfe eines defekten PS1-Controllers verwendet – clever! 🙂

An sich alles nicht schlecht, aber um ehrlich zu sein lässt sich so nur sehr grob die tatsächliche Uhrzeit ablesen. Für ein richtiges Ziffernblatt fehlt nämlich noch was sehr Wichtiges – Ziffern! Diese kann man nun aufmalen oder richtig professionell mit einem Laser in das Gehäuse eingravieren. Ich persönlich habe mich für Ziffern auf Klebefolie entschieden. Die lassen sich relativ leicht verarbeiten, kosten nur ein paar Euro und man braucht keine speziellen Werkzeuge dafür:

Um die Folie besser aufzubringen habe ich mir eine kleine Schablone gebastelt. Nicht perfekt, aber für meine Ansprüche reicht es! 😉

Anschließend braucht man eigentlich nur noch Zeit (und Geduld) um die einzelnen Stückchen Folie möglichst passend auf der Uhr aufzubringen.

Ist das geschafft, müssen als letzter Schritt noch die Zeiger angebracht werden. Je nach Uhrwerk sind verschiedene Zeigersätze mit dabei. Mir persönlich gefällt das schlichte, geradlinige Design am besten! 🙂

So sieht die fertige Uhr dann aus:

Wenn man möchte, kann man auf der Rückseite noch eine Kerbe fräsen oder alternativ einen Aufhänger an der Uhr anbringen, um diese an die Wand zu hängen.

Im Lauf der letzten Jahre habe ich schon mehrere dieser Uhren gebaut, hier z.B. ein Modell mit verschnörkelten Zeigern:

Oder wie wäre es mit einem ganz leichten minimalistisch gehaltenen Modell? 😉

Fun Fact: Das SONY-Logo auf der Oberseite der Uhr ist tatsächlich nur ein glänzender SONY-Aufkleber! 😀

Je leichter die Uhr, desto besser lässt sie sich natürlich an die Wand hängen! 😀

Mir persönlich gefällt trotzdem das ursprüngliche Design am besten. Es vereint einfach Nostalgiegefühl und Upcycling-Gedanken perfekt miteinander! Auch heute noch ziert die Uhr die Wand meines Gamingrooms… 🙂

In diesem Sinne – die Zeit läuft… Bis Bald! 🙂

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