#50 – Floppy-Musik – Extended

Erinnert sich noch jemand an die musikmachenden Floppy-Laufwerke aus Artikel 34? Diese haben mittlerweile ein „Upgrade“ bekommen. Aber eins nach dem anderen…

Von einem Arbeitskollegen habe ich dankenswerterweise noch zwei weitere Floppy-Laufwerke ergattern können. Diese möchte ich dem Ensemble hinzufügen:

Um sicherzugehen, dass die beiden Laufwerke funktionieren, habe ich sie einzeln getestet – Erfolg! 🙂

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich von vier benötigten Pins nur noch drei am Arduino zur Verfügung habe (Pin 1-9 sind ja bereits durch die bisherigen vier Laufwerke belegt). Doch angeblich müsste der Arduino noch genügend freie Anschlüsse haben, also was geht hier ab?! Die Antwort ist einfach: Der letzte digitale Anschluss (D13) befindet sich auf der anderen Seite des Arduinos – sehr merkwürdiges Design! Somit musste ich noch einen weiteren Pin verlöten:

So weit so gut. Doch wie bekommen die Laufwerke nun eigentlich Strom? Unser Netzteil hat selbst mit den beiden Adapterkabeln nur vier Berg-Stecker. Auch hier hat mir ein Arbeitskollege unter die Arme gegriffen. Er hatte noch ein altes ATX-Netzteil mit zwei Stromanschlüssen für Diskettenlaufwerke herumliegen, welches er mir kostenlos überlassen hat.

Fun Fact: Das trifft sich gut, dass ich jetzt ein „neues“ Netzteil haben, denn das bisherige war nur geliehen! 😉

Bevor wir nun alles verkabeln, wollte ich den ganzen Haufen in eine etwas „sauberere“ Form bringen. Was würde sich da besser eignen als eine Holzplatte?

Die Frage ist nur, wie ich darauf das Netzteil und die Laufwerke befestigen soll. Letztendlich habe ich mich für eine Lösung mit einer Winkelleiste entschieden.

Zuerst habe ich die Winkelleiste in 12cm-Stücke geschnitten und die Kanten etwas abgefeilt.

Anschließend habe ich ein Podest (14cm x 15cm) für das ATX-Netzteil aus einer alten Baudiele gebaut.

Doch wie befestigt man nun das Netzteil? Hierfür habe ich mir eine „Pfosten-Konstruktion“ aus einer Winkelleiste aus Holz einfallen lassen. Die Pfosten können einfach an das „Podest“ geschraubt werden.

An manchen Stellen muss man „kreativ“ werden, dass das passt! Dank Feile und etwas Geduld ist das kein Problem 😉

Für die Befestigung der Laufwerke habe ich die zugeschnittenen Stücke der Winkelleiste als Schienen verwendet. Diese lassen sich prima am Boden festschrauben.

Jetzt bräuchte man eigentlich nur noch passende Schrauben zum Befestigen der Diskettenlaufwerke. Idealerweise müssten diese etwas länger als die typischen (<5mm) Laufwerksschrauben sein.

Da das Projekt mal wieder unter dem „Low Budget“-Motto stand, habe ich diverse Schrauben aus meinem Fundus herausgesucht. So haben sie noch einen Sinn und verstauben nicht im Regal.

Eins fertig, bleiben noch fünf…

Der Rest ist eigentlich nur noch Wiederholung…

Auch wenn es im Endeffekt nach wenig aussieht – das war eine SCH**** Arbeit, die mich einen ganzen Abend gekostet hat. Das Bohren der Löcher auf exakter Position und das anschließende Hereinfummeln der kleinen Schrauben um die Laufwerke zu befestigen war wirklich eine Challenge, da man kaum an die Schraubenköpfe herankommt. Gott sei Dank ist das geschafft! 😀

Anschließend habe ich wieder alles verkabelt. Na da soll noch mal einer durchblicken…! 😀

Eines der Laufwerke konnte nicht mit Jumper überbrückt werden, da nicht alle Pins der unteren Leiste vorhanden waren. Blöd, aber so ist die Welt. Shit happens 😀

Auch für das Kabelgewirr des Netzteils habe ich noch eine Abdeckung gebastelt.

Da diese nicht besonders schön ist (Holzteile stammen aus einer zusammengeschnittenen Euro-Palette), habe ich die Oberseite mit einem Stück Karton (und selbstverständlich einem Logo) abgedeckt! 😉

Fun Fact: Warum Version 0.8? WEIL HALT! 😛

Auch der Arduino hat mittlerweile ein Zuhause gefunden.

Fun Fact: Es gibt definitiv bessere/schönere Halterungen (z.B. aus dem 3D-Drucker), aber da ich die Holzstückchen sowieso rumliegen hatte, habe ich es aus Holz gemacht! 🙂

Damit das Anschlusskabel für den PC nicht so durch die Gegend wackelt, habe ich es einfach seitlich vom Netzteil mit zwei Kabelschellen festgenagelt.

So lässt sich einfach das Netzkabel und ein USB-Verlängerungskabel anschließen. Das USB-Kabel lag sowieso noch herum, hätte nicht gedacht, dass ich das tatsächlich nochmal für irgendetwas brauchen würde! 🙂

Aus optischen (und akustischen) Gründen habe ich die Metallabdeckungen der Diskettenlaufwerke entfernt, sodass man sehen kann, wie sich die Motoren bewegen – das macht gleich mehr her! 😉

Jetzt sind wir doch eigentlich fertig, oder? Noch nicht ganz! Damit kein Staub und Dreck in die Laufwerke rieselt brachen wir noch eine Abdeckung. Ich habe mich für eine 2mm dicke Plexiglasplatte entschieden. Diese konnte ich gleich passend auf Maß (40×40 cm) ordern. Als zusätzlicher Service können sogar passende Bohrungen gemacht werden. Den Service habe ich auch gerne in Anspruch genommen, denn die Verarbeitung von günstigem Plexiglas (extrudiert, nicht gegossen) ist nicht ganz einfach, da es sehr leicht schmilzt.

Passend dazu habe ich vier Wandabstandshalter aus Edelstahl bestellt (unten auf dem Bild sichtbar).

Die „Abdeckung“ musste ich jetzt nur noch verschrauben und schon ist der Floppy Midi Player fertig! 😉

Ich denke ein Video zeigt wohl am besten, wie das in der Praxis aussieht. Was würde da besser passen als das ikonische Fluch der Karibik-Thema „He’s a Pirate!“ ARRRRRR! 🙂

Oder erinnert sich noch jemand an die lahme Version des „Tetris-Themes“ vom letzten Mal? So klingt das doch schon viel besser 😉

Fun Fact: Man muss fairerweise zugeben, dass ich für diese Version auch ein anderes MIDI-File mit mehreren Kanälen verwendet habe! 😉

Da ich bisher nur „fertige“ (von Leuten mit zu viel Zeit, für das Abspielen auf Diskettenlaufwerken optimierte) MIDI-Dateien verwendet habe, wollte ich als Abschluss des Themas noch ein eigenes MIDI-File für meine sechs Diskettenlaufwerke anpassen. Selbstverständlich gibt es hier professionelle (und teure Musikproduktionssoftware) wie z.B. Steinbergs Cubase, aber ich habe mich für einen Open Source MIDI-Sequenzer namens „Sekaiju“ entschieden. Als Musikstück habe ich mir die ikonische Levelmusik 4-2 aus „Ninja Gaiden“ herausgesucht. Frenetische Fans haben bereits die Sounddatei von einem NES-Modul gesichert und in das MIDI-Format konvertiert. Ich musste jetzt „nur noch“ die Datei bearbeiten. Gut, dass es hierfür sogar ein Tutorial gibt! 😉

Damit sich das Ergebnis brauchbar anhört, dürfen nur sechs Audio-Kanäle übriggelassen und die einzelnen Noten müssen um ein paar Oktaven verschoben werden. Die Floppy-Laufwerke können – wie jedes Instrument auch – nur in einem ganz bestimmten Ambitus Töne erzeugen. Das Ganze ist jetzt noch kein Meisterwerk, aber ich denke für einen ersten Versuch kann ich gut damit leben! 😉

Alles in Allem gesehen bin ich mit dem „Floppy-Projekt“ sehr zufrieden. Sicher gäbe es weitere „Ausbaustufen“, wie z.B. das direkte Einlesen von MIDI-Dateien (ohne Computer mit MoppyDesk). Hierfür bräuchte man aber einen weiteren Arduino (oder alternativ Raspberry) und es war mir so schon genug Kabelgewirr. Und wenn man ehrlich ist, hat selbst dieser erste Versuch schon genügend Lebenszeit verschlungen. 😀

In diesem Sinne – ich bin dann mal weg – „Musik“ hören! 😉

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