#5 – Euro-Münzprüfer für INDY

Oder: Wer verwendet denn heutzutage noch D-Mark?!

Während ich diesen Blogeintrag so schreibe fällt mir auf, dass ich euch noch gar nicht meine neueste Errungenschaft vorgestellt habe – einen Indiana Jones Flipper! 🙂

=> Eine perfekte Ergänzung – wenn nicht das Highlight – für mein Zockerzimmer 😉

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Keine Angst, eine detaillierte Vorstellung folgt definitiv, aber wohl leider erst nächstes Jahr in einem eigenständigen Artikel. Da wir uns gerade erst am Einleben ins Eigenheim befinden, ist nicht ganz so viel Zeit…

Trotzdem – wie könnte man der Versuchung widerstehen, an dem blinkenden, krachmachenden Ding im Keller herumzuspielen? 😉

Nun, leider ist man selbst (oder gerade) bei der Ausübung von Hobbys und Freizeitbeschäftigungen nicht vor Ausgaben gefeit, so möchte auch mein Flipper – bevor irgendwas geht – Euros von mir… Oder doch nicht? Zumindest spuckt er mir mein 1€-Stück eiskalt durch die Münzausgabe wieder entgegen. Bei einem genaueren Blick auf die Einlegeschildchen wird dann alles klar: D-Mark ist die Währung der Wahl! Eigentlich kein Wunder, der Flipper wurde ja auch 1993 zu Hochzeiten der DM gebaut, bzw. auf „deutsche Verhältnisse“ umgerüstet.

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=> So ein Mist – nichts ist es mit einer ersten Runde „flippern“…

Zugegeben, eine sehr einfache Lösung wäre es, den Flipper über die Einstellungen auf „Freispiel“ umzustellen. Allerdings wäre das ja auch irgendwie zu einfach, da geht ja das ganze „Nostalgie-Feeling“ durch Einwurf einer Münze verloren… 😉

Wer jetzt aufgepasst hat weiß, dass es heute um das Thema Hartgeld geht. Im Detail nur bedingt um Münzen, sondern vielmehr wie diese geprüft werden. Das Zauberwort heißt Münzprüfer!

Münzprüfer gibt es schon sehr lange und in verschiedenen Formen. Heutzutage werden fast ausschließlich elektronische Münzprüfer (oder gleich ganze Systeme, welche auch Geldscheine akzeptieren können) verwendet. Die Vorteile sind klar: Nur ein Münzschlitz, welcher unterschiedliche große Geldstücke annehmen kann, erweiterte Prüfmethoden und nicht zuletzt ein geringerer Platzbedarf.

In älteren Automaten wurden jedoch sehr häufig noch mechanische Münzprüfer verbaut. Diese prüfen in der einfachsten Form nur die Größe und Dicke der Münze (durch die Größe des Münzeinwurfschlitz). In etwas besserer Form (wie z.B. in meinem Flipper) werden neben dem Durchmesser auch das Gewicht, die Größe sowie die magnetische Permeabilität (elektrische Leitfähigkeit der Münze) überprüft. Eine ganz nette Erklärung und Historie hierzu lässt sich in der „Welt der Jukeboxen“ finden.

Fun Fact: Einer der wenigen Vorteile eines mechanischen Münzprüfers: Er braucht keinen Strom 🙂

Wie löse ich jetzt mein Problem? Leider sind diese mechanischen Münzprüfer exakt für bestimmte Währungen produziert worden (in meinem Fall DM). Im Internet gibt es zwar zahlreiche Anleitungen wie man mechanische DM-Münzprüfer auf €-Annahme umstellt, allerdings geht das nicht mit jedem Modell und erfordert viel Zeit (und Fingerspitzengefühl) 😀

Eine „sauberere“ Lösung wäre es wohl gleich €-Münzprüfer einzubauen. Bezugsquellen hierfür stehen – nicht zuletzt dank der großen Gemeinde an Liebhabern älterer Geräte wie Flipper oder Spielautomaten – noch ausreichend zur Verfügung, ich habe meine allerdings etwas günstiger über ein Flipperforum gekauft. Die drei Prüfer stammen im Übrigen von der Firma „Coin Controls“ aus Royton Oldham im Brexit-Land welche auch heutzutage noch Münzprüfer und Geräte für Bezahlungssysteme produziert.

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Mit dabei waren gleich passende Einlegeschildchen, damit der dumme Kunde auch weiß, welches Futter der jeweilige Prüfer haben möchte 🙂

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Um die guten Stücke zu tauschen, muss man erst mal an sie herankommen. Die Münzprüfer des Flippers sind in, bzw. hinter der Kassentür verbaut (Gott sei Dank hab‘ ich den passenden Schlüssel).

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Oha, da hängt ja doch noch einiges mehr dahinter als erwartet. Die Prüfer selbst sind nicht verkabelt – lediglich der Kontakt, wenn eine Münze als „gültig“ erkannt wurde muss dem Flipper mitgeteilt werden, sodass er weiß, wann ein Spiel beginnen darf. Für das richtige Flair sind die Münzeinwurfschlitze natürlich auch beleuchtet und erzeugen so weiteren Kabelsalat. Neben den Münzprüfern befindet sich hier auch die Eingabetafel. Über diese Knöpfe werden Serviceeinstellungen vorgenommen, dazu später mehr.

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Nun zu den Münzprüfern. Diese sind über kleine Drahtbügel (am oberen Bildrand erkennbar) gesichert und werden jeweils von einem Plastikhebel an ihrer Position gehalten.

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Durch Hochklappen der Plastik-Halterung kann der Münzprüfer anschließend mit etwas Fingerspitzengefühl aus der Haltevorrichtung entfernt werden.

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Nach zwei weiteren Durchgängen hat man alle drei Prüfer ausgebaut. Schon ironisch wie auch die DM-Münzprüfer von Coin Controls stammen. Nur der 1€-Prüfer ist von einer Firma Suzo über die ich wenig in Erfahrung bringen konnte. Laut Aufkleber wurde der Prüfer sogar mal umgerüstet (geht im Allgemeinen mit 1DM-Prüfern etwas leichter), aber meine 1€-Stücke hat er nicht angenommen. Vielleicht ist er nur verstellt, wer weiß – wir werden es nie erfahren 🙂

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Bevor man jetzt die neuen Münzprüfer einbaut, sollte man unbedingt daran denken gleich die Einlegeschildchen zu tauschen, denn wie ich schmerzhaft feststellen musste, ist es danach deutlich schwieriger an die Halterungen der Einlegeschildchen heranzukommen. 😉 Hierzu müssen drei – teilweise etwas versteckte – Schrauben am oberen Teil der Münzprüferhaltung gelöst werden.

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Der eigentliche „Einlegeschildchenhalter“ (ist das überhaupt ein Wort?) kann dann einfach „geknackt“ werden, denn er besitzt eine Vertiefung im Deckel:

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Öffnet man diese können die neuen Schilder einfach von einer beliebigen Seite hineingeschoben werden.

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Das Einbauen der Halter kann dann etwas nervenaufreibend sein, da sie mit einer Feder auf Spannung gehalten werden müssen. Hintergrund: Über einen Druck auf den „Einlegeschildchenhalter“ sollen (!) hängengebliebene Münzen wieder über den Rückgabeschacht ausgegeben werden. Fertig – sieht gut aus! 🙂

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Nun nur noch die neuen Münzprüfer wieder in umgekehrter Reihenfolge einbauen. Sicherheitshalber mache ich mir immer von jedem einzelnen Schritt ein Bild, damit ich das Ganze auch wieder zusammen bekomme (außerdem lassen sich die Bilder auch prima in einem Blogartikel verarbeiten 😀 ). Jetzt kann aber losgeflippert werden, oder?

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Ein erster Test nach dem Anschalten des Flippers: Ernüchterung 😦 Die Beleuchtung der Münzprüfer funktioniert zwar, aber der mittlere Münzschacht bleibt dunkel.

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Nach einer kleinen Inspektion ist der Übeltäter schnell gefunden:

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Glücklicherweise wurde der eingesetzte Birnentyp häufig verwendet und wie es der Zufall will habe ich noch eine passende Birne hier rumliegen. Jetzt sieht es gut aus! 🙂

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Aber jetzt kann ich doch losflippern oder? Leider wieder falsch, denn leider musste ich feststellen, dass der – ursprünglich mal für 50 Pfennig gedachte – Münzschlitz etwas kleiner als seine beiden Brüder ist. Blöd nur, dass ein 50 Ct. Stück deutlich größer ist und somit nicht mehr durch den Schlitz passt…

Da hilft nur eins – vergrößern 🙂 Mit Hilfe einer Schlüsselfeile lässt sich der Schlitz gut bearbeiten. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen den Münzschlitz nicht direkt in der Kassentür zu bearbeiten, um die Mechanik dahinter nicht mit Staub und kleinen Plastikteilchen zu beeinträchtigen, aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt einfach keine Lust mehr alles nochmal auszubauen…

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Jetzt aber – das Geldstück geht durch – Success!!!

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Aber jetzt kann doch endlich geflippert werden… ODER?!?!

Leider immer noch nicht, denn der Flipper muss noch konfiguriert werden, sodass er korrekt reagiert, wenn das entsprechende Geldstück eingeschmissen wird. Erinnert sich noch jemand an die roten und schwarzen Taster in der Kassentür? Diese kommen jetzt zum Einsatz. Über einen „Klick“ gelangt man in das Einstellungsmenü. Hier kann man sich über die roten Taster bis zu den Krediteinstellungen durchhangeln:

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Da der Flipper zu „Nicht-€-Zeiten“ gebaut wurde, lassen wir ihm in dem Glauben er liefe noch mit DM (eine €-Auswahl ist nicht möglich). Ich denke die Tatsache dass die Buchhaltungsdaten dann in DM geführt werden kann ich verkraften 😉

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Anschließend muss noch der Tarif eingestellt werden. Mit diesen Optionen wird gesteuert, wie „teuer“ ein Spiel ist. Da es keine €-Option gibt, habe ich eine französische Einstellung (mit der Währung Franc) gewählt, die passt prima für mein „Drei-Münzprüfer-Szenario“.

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Zuletzt muss noch der Münztyp eingestellt werden. Dieser Schritt ist wichtig, denn stellt man hier Blödsinn ein, müssten ggf. mehrere Geldstücke eingeworfen werden um zu spielen, da der „Geld-zu-Spiel-Umrechnungskurs“ dann nicht passen würde. Hier tun wir einfach mal so als wären 50 Ct. => 1 DM, 1€ => 2 DM und 2€ => 5 DM.

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Nach Verlassen des Einstellungsmenüs möchte der Flipper dann tatsächlich Geld von mir. Hoffentlich frisst er die Münze diesmal…

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Tatsächlich! Mein 50 Ct. Stück wird erkannt und ich habe mir ein Spiel erkauft 🙂

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==> ABER JETZT! Jetzt kann geflippert werden! Ich bin dann mal weg… 😀

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Naja, ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Gerade der 50Ct. und der 2€ Prüfer laufen noch recht hakelig und weisen hin und wieder auch mal eine Münze ab (oder noch schlimmer, sie bleiben stecken). Mit viel Feingefühl können die Prüfer auch justiert werden, dafür reicht die knappe Zeit dieses Jahr aber nicht mehr. Dazu gibt’s vielleicht nächstes Jahr noch ein Update – to be continued… 😉

Ein Kommentar zu „#5 – Euro-Münzprüfer für INDY

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