#144 – el commodore – III – tape

Mann, retrololo… Was sind denn jetzt diese merkwürdigen Kassetten von denen du beim letzten Mal erzählt hast?

Ich will euch nicht zu lange auf die Folter spannen (und die meisten älteren unter euch werden das sowieso schon wissen). Diese mit Daten bestückten Audiokassetten wurden gerade in der C64-Ära gerne verwendet um Software an den Mann (also den Kunden) zu bringen! 🙂

Fun Fact: Die prinzipielle Technik, wie die digitalen Daten als Audiosignal codiert werden um auf einem Magnetband gespeichert zu werden, kennen wir ja bereits aus Artikel 121! 😉

Neben den Input 64 Kassetten habe ich noch eine ganze Latte an weiteren Tapes mit Spielen:

Die meisten meiner Kassetten stammen aus England und sind richtig professionell gefertigt.

Fun Fact: Tatsächlich ist es keine Überraschung, dass die meisten C64-Tapes aus England kommen. Auf Grund des (damals) niedrigeren Lohnniveaus und der Tatsache, dass der C64 hinter dem Marktführer Sinclair Spectrum nur die zweite Geige spielte, entschieden sich viele Softwareentwickler dazu ihre C64-Programme nur auf dem günstiger herzustellenden Medium Kassette zu veröffentlichen.

Damit meine ich, dass neben der Kassette selbst auch ein schönes Inlay mit Spielbeschreibung, Hinweisen und meist Werbung für weitere Titel des Herstellers in der Verpackung steckt. Was die Technik angeht, wurden aus Kostengründen üblicherweise eher kurze Bandtypen (C10 mit 2×5 Minuten, C15 mit 2×7,5 Minuten oder C20 mit 2×10 Minuten) verwendet. Neben der höheren Stabilität (stärkeres Trägermaterial und somit strapazierfähiger/langlebiger) ist ein weiterer Vorteil, dass sich ein C15-Band deutlich schneller durchspulen lässt, als z.B. ein C60-Band! 🙂

Auf einem Band vom Typ C15 können im Standardformat der Commodore-Rechner rund 25 KByte pro Seite gespeichert werden – nicht gerade viel! 😀

Fun Fact: Auf die unterschiedlichen Bandlängen sind wir ja bereits in Artikel 85 eingegangen! 😉

Einige der Kassetten sind etwas weniger glanzvoll mit nur einem schlichten weißen Cover ausgestattet. Zumindest sind die Kassetten selbst bedruckt oder mit einem Aufkleber gekennzeichnet! 🙂

Fun Fact: Selbst heute noch gibt es einige wenige Firmen, die sich auf die Produktion von Musikkassetten spezialisiert haben. Die für die Tape-Produktion verwendeten Maschinen stammen meist noch aus den 80ern – krass! 😀

Sollte es mich irritieren, dass irgend so ein Schlaumeier bei der Asterix-Kassette „Seite 1“ mit einem Black Sabbath-Aufkleber versehen hat? Ich hoffe nur, dass das ein Scherz ist und die Kassette wurde nicht tatsächlich überspielt! 😀

Eine der Kassetten in meiner Sammlung scheint sogar „handgemacht“ und mit einer Vielzahl von Sicherungskopien bestückt zu sein! Bei dem Tape handelt es sich um ein Modell vom Typ C60 (also mit 30 Minuten pro Seite). Nachdem was wir bereits wissen, lassen sich (ohne weitere Software) auf so einer Kassette mit dem C64 rund 100 KByte Daten pro Seite speichern.

Fun Fact: Durch Zufall gerade gesehen – selbst heutzutage könnte man (sogar beim Musikhaus Thomann) noch einige C60-Kassetten kaufen – verrückt!

Auf Grund der Vielzahl an Spielen und dem verräterischen Hinweis „Turbo Tape 64“ würde ich mal vermuten, dass hier eine Spezialsoftware („Schnelllader“ genannt) zum Einsatz kommt, welche es erlaubt, wesentlich mehr Daten auf dem Band zu speichern und diese auch in deutlich geringerer Zeit zu lesen. Im Endeffekt wird die Geschwindigkeit dabei etwa um den Faktor 10 gesteigert, allerdings auf Kosten der Datensicherheit (durch Verzicht auf Redundanz und Paritätbits).

Fun Fact: Das einzige was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass auf Seite A „alles Spiele ohne abschießen“ drauf sind! 😀

Ok, und was macht man jetzt mit den Teilen? Um den betagten Rechner mit Kassetten zu füttern, brauchen wir ein speziell dafür entwickeltes Bandlaufwerk. Commodore taufte dieses Stück Hardware „Datassette“, ein Kofferwort aus „Data“ und „Cassette“. Glücklicherweise habe ich so eine Datassette hier:

Auf der Rückseite können wir erkennen, dass es sich um ein Modell 1530 handelt und 1990 gebaut wurde.

Als besonderes Merkmal hat das Teil ein Bandzählwerk samt Resetknopf verbaut:

Definitiv kein unwichtiges Feature, denn damit lassen sich bestimmte Positionen (und somit letztendlich bestimmte Programme und Dateien) auf einer Kassette leichter auffinden. Besonders relevant ist das bei Kassetten, welche mehrere Programme/Spiele beheimaten.

Fun Fact: So war z.B. bei dem Spiel „Pub Games“ ein Vorbesitzer so freundlich und hat auf die Innenseite des Inlays die genauen Bandpositionen der einzelnen Spiele aufgeschrieben. Mit diesen Angaben kann man (im Zusammenspiel mit dem Bandzählwerk) gleich „bequem“ an die entsprechende Stelle auf der Kassette spulen um eins der sieben Spiele zu spielen – clever!

Über einen speziellen Kassettenport wird die Datassette mit dem C64 verbunden. Während viele Schnittstellen an dem Computer auf Standards (z.B. DIN oder D-Sub) basieren, habe ich so einen Stecker, bzw. Anschluss noch nie gesehen – das ist definitiv was Proprietäres! Cool: Es wird kein eigener Stromanschluss für die Datassette benötigt!

Fun Fact: Commodore hat zwar den Begriff Datassette erfunden, aber auch andere Hersteller (wie z.B. Atari, Apple, Tandy, Sinclair, etc.) haben die Bezeichnung übernommen. Sie haben lediglich ein „s“ gestrichen und ihre Kassettenlaufwerke einfach „Datasette“ genannt.

Mann, ich liebe dieses Bild. Das sieht mal nach „richtiger IT“ aus. Keine Touchscreens, keine virtuellen Maschinen oder irgendwelche Cloud-Dienste. Einfach ein alter Computer mit Kassettenlaufwerk – geil! 😀

Das einzige was mir etwas Bauchschmerzen bereitet, ist die Tatsache, dass diese Laufwerke einige Verschleißteile (Riemen, Zahnräder, etc.) besitzen. Auch mit den Datenträgern könnte es Probleme geben, denn analog der Musikkassette können die Tapes im Lauf der Jahre ihre Magnetisierung verlieren und somit Daten verloren gehen.

Doch Schluss jetzt mit den Spekulationen. Es wird Zeit ein Band einzulegen, am C64 den Befehl „LOAD“ einzugeben und der netten Aufforderung „Press Play on Tape“ zu folgen…

Fun Fact: Anstatt „LOAD“ kann man die Tasten „SHIFT“ + „RUN/STOP“ auf der Tastatur eingeben.

Und siehe da, das Band läuft an und der Bildschirm wird komplett blau. Der Computer versucht, die Metainformationen über gespeicherte Programme am Anfang des Bandes zu erkennen. Ungefähr zehn Sekunden später hält der C64 das Band automatisch an und meldet sich mit der Lesebestätigung „3D Snooker found“ zurück – das hört sich vielversprechend an! 🙂

Um das gefundene Programm zu starten, muss die „Commodore-Taste“ (links unten auf der Tastatur) gedrückt werden. Anschließend läuft das Band weiter und es werden die eigentlichen Daten des zu ladenden Programms vom Band gelesen. Alternativ kann man auch wenige Sekunden warten und der C64 lädt automatisch das gefundene Programm.

Fun Fact: Der Automatismus funktioniert allerdings nur, weil sich kein weiteres Programm auf dem Band befindet. Wäre das der Fall, würde nach wenigen Sekunden einfach das nächste Programm, welches zum Laden zur Verfügung steht, angezeigt werden.

Nach dem Tastendruck heißt es aber erst mal warten, denn jetzt werden die Daten vom Band in den Hauptspeicher des Computers geladen. Optisch sieht es so aus als befände sich der C64 im „Disco-Modus“! 😀

Der Lesevorgang ist wirklich sehr entspannt. Ohne Zusatzsoftware liest die Datasette die Daten auf der Kassette mit einer Geschwindigkeit von ca. 60 Bytes/Sekunde. Festhalten, damit ihr nicht bei dieser bahnbrechenden Geschwindigkeit aus dem Fenster fliegt! 😀

Zumindest kommt nach gut eineinhalb Minute mal der Titelbildschirm:

Spätestens an dieser Stelle ist der richtige Zeitpunkt sich eine Hopfenkaltschale zu organisieren, denn es dauert weitere sechs Minuten (samt Epilepsie verursachendem Bildschirmgeflacker) bis der Ladevorgang beendet und man endlich im Spiel angekommen ist.

Immerhin lässt sich das Spiel erstaunlicherweise gut mit dem Joystick spielen. Um ehrlich zu sein bin ich von der Snooker-Umsetzung was Grafik, Sound und Steuerung angeht überrascht, ich hatte irgendwie „Schlimmeres“ (mehr Pixel, hakelige Steuerung, etc.) erwartet. Ein gelungenes Spiel aber trotzdem spiele ich Billard im Allgemeinen lieber im „Real Life“… 😉

Achja, noch was – ich kann euch entwarnen: Auch Asterix scheint einwandfrei zu funktionieren und wurde nicht durch das Gegröle einer britischen Heavy-Metal-Band überspielt! 😉

Fun Fact: Merkwürdigerweise hat es diesmal ca. 20 Sekunden gedauert bis das Programm gefunden wurde. Allerdings konnte „Asterix and the Magic Cauldron“ dann innerhalb von nur vier Minuten geladen werden… 😉

Auch habe ich eine der Input 64 Kassetten zum Laufen gebracht:

Sie enthält ein schönes Menü in welchem man durch die einzelnen Programme durchblättern und diese dann laden kann:

Auf der Kassette waren auch einige nützliche Tools, aber wer braucht schon sowas, wenn man stattdessen „Die versunkene Stadt“, ein Labyrinthspiel, in dem man ein kleines Tauchboot durch versunkene Höhlen steuern und Diamanten einsammeln muss, spielen kann. 🙂

Hm, eigentlich wäre das doch ein gelungener Abschluss zum Thema „Datassette“, oder? Leider nein, denn tatsächlich gibt es noch einige Erfahrungswerte und Erkenntnisse zu berichten. Leider ist dafür heute keine Zeit mehr, aber ich verspreche euch – beim nächsten Mal schließen wir das Thema „Tapes“ ab! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage! 🙂

#143 – el commodore – II – media

Nachdem wir den C64 beim letzten Mal grundlegend zum Laufen bekommen haben, wird es Zeit sich einige Software dafür anzusehen. Eine Frage ist dabei noch nicht geklärt: Wie bekommt man überhaupt Anwendungen (und vor allem natürlich die Spiele) auf der Kiste zum Laufen? Schließlich besitzt der C64 keine Festplatte und ich sehe auch keine Schnittstellen wie z.B. ein verbautes Diskettenlaufwerk oder ein Datasettenlesegerät.

Die Frage zu beantworten ist gar nicht so einfach, denn tatsächlich gibt es zahlreiche Optionen! 🙂 Die vermutlich einfachste Möglichkeit, Software auf dem C64 zum Laufen zu bekommen, ist mit Hilfe eines Steckmoduls („Cartridge“). Ich selbst besitze nur eines dieser Module. Es ist eine 1988 erschienene Spielesammlung namens „Super Games“:

Diese Module wurden meist für den Erweiterungsslot, manchmal auch für den Userport des C64 konzipiert. Wichtig: Man sollte sie nur im ausgeschalteten Zustand ein- und ausstecken, da ansonsten das Modul (oder sogar der Computer) beschädigt werden könnten.

Schaltet man den C64 mit eingestecktem Modul ein, wird nicht BASIC sondern direkt die Software auf dem ROM/EPROM des Moduls geladen. Ganz klarer Vorteil: Es entstehen keinen nervigen Ladezeiten. Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. So beheimatet das Modul nur lesenden Speicher und man kann keine Daten darauf ablegen.

Fun Fact: Das Prinzip von Modulen mit ROM-Chips ist uns ja bereits von vielen Spielkonsolen (z.B. NES, SNES oder Mega Drive) bekannt. Rein technisch besteht das Modul aus zwei 32KByte großen ROM-Bausteinen welche durch zwei TTL-ICs gesteuert werden.

Die Spieleauswahl meines „Super Games“-Moduls ist eher mau. Ich weiß nicht was mich geritten hat, wieso ich mich gleich zu Beginn für „Colossus Chess“ entschieden habe – Schach ist eigentlich nicht wirklich mein Fall! 😀

Gesteuert wird das Spiel mit den Cursortasten sowie RETURN. Schach-Cracks können auch direkt über die Eingabe von Buchstaben A-F und der Zahlen 1-8 das Spielgeschehen steuern – definitiv über meinem Schach-Skill-Level! 🙂

Fun Fact: Schön finde ich, dass sich nach jedem Zug der Computer mit einem „Let me think…“ meldet und am rechten Bildschirmrand seine möglichen Züge durchkalkuliert. Man hat gleich das Gefühl, dass man gegen einen guten Gegner verliert! 😀

Bevor es jetzt peinlich wird und ich nach wenigen Zügen gegen eine zugegeben recht gute KI verliere, sollten wir schnell zu „Silicon Syborgs“, dem zweiten Spiel auf dem Modul, wechseln! 🙂

Der Titelbildschirm ist nicht gerade aussagekräftig – „Press Button to Play“. Es wäre schön gewesen, wenn uns die Entwickler verraten hätten, welcher Knopf gedrückt werden muss! xD

Da keine einzige Taste auf der Tastatur etwas bewirkt hat, habe ich auf gut Glück mal einen Joystick angeschlossen. Darf ich vorstellen? Ein Commodore-Joystick Modell C-1342 – ein Steuerknüppel mit einem roten Knopf auf der Oberseite – viel primitiver geht es nicht mehr! 🙂 Das gute Stück erinnert mich etwas an den Joystick des Atari 2600 aus Artikel 107.

Doch selbst mit angeschlossenem Joystick tut sich immer noch nichts – aber wo ist der Fehler? Guess what – wir haben den Joystick in den falschen Port angeschlossen! 😀 Tatsächlich funktioniert es nur, wenn man ihn am Controller Port 2 anschließt. Oh Mann – das muss man wissen… 🙂

Anschließend kann ich endlich Silicon Syborgs spielen. Besonders viel gibt es aber nicht zu entdecken. Letztendlich ist es eine Art „Fünf-Gewinnt“ im Live-Modus, also man muss permanent auf Plattformen im Weltraum durch die Gegend hopsen um eine Zeile, Reihe oder Diagonale mit fünf Feldern in der eigenen Farbe zu markieren. Immerhin – schön ist, dass man es zu zweit und gegen mehrere Computer-Gegner spielen kann.

Auch wenn das gameplaytechnisch und von der Grafik her nichts Beeindruckendes ist, fallen mir die Soundeffekte sofort positiv auf. Die sind fast auf dem legendären Atari-Niveau und könnten kaum kultiger sein! 🙂

Als letztes Spiel ist „International Football“ auf dem Modul. Ein wahrer Kracher – gebt euch mal diesen Titelbildschirm! 😀

Und das Gameplay erst… Eins steht mal fest – das ist nicht FIFA! 😀

Es ist unfair von mir so zu spotten, denn tatsächlich lassen sich die Figuren mit dem Joystick recht reibungslos durch die Gegend schicken. So ganz klar, wer jetzt zu welcher Mannschaft gehört, ist mir nicht, aber Spaß macht es trotzdem! Hat man es endlich (trotz des überdurchschnittlich motivierten Torwarts) geschafft ein Tor zu erzielen…

… wird man mit einem tosenden Jubelsturm der Fans im Stadion entlohnt. Wieder ein deutlicher Pluspunkt für die Soundeffekte – mit geschlossenen Augen hört es sich fast so wie das Meeresrauschen an… 😉

Soviel zum Thema „Cartridges“. Mehr Module habe ich leider nicht, um weitere Spiele auszuprobieren. Leider hat sich diese Art Software auf den C64 zu bringen nie so richtig durchgesetzt. Aus Herstellersicht waren vor allem die hohen Kosten und der beschränkte Speicherplatz von (meist nur) 16KByte Gründe, wieso eher wenig Software und Spiele (und wenn dann nur recht hochpreisig) für den C64 angeboten wurden.

Fun Fact: Richtige Freaks basteln sich diese Module selbst, aber so weit möchte ich (zumindest in diesem Blogbeitrag) nicht gehen… 😉

Eine weitere – gerade in Anfangszeiten recht verbreitete Methode Software auf den C64 zu bringen war es diese selbst einzutippen (ja, ihr habt richtig gehört)! 😀

Die grundsätzliche Möglichkeit selbst BASIC-Programme in das System einzugeben haben wir ja bereits kennengelernt, doch woher bekommt man den entsprechenden Quellcode? In der „Prä-Internet-Ära“ gab es so merkwürdig analoge Dinge aus Papier. Die heißen glaub ich „Magazine“ oder „Zeitschriften“. 😉

Letztendlich gab es zig verschiedene Verlage und Magazine. Ich selbst besitze lediglich einige Ausgaben des „Input 64“-Magazins vom Heise-Verlag.

Eigentlich wäre jedes dieser Magazine es wert, genauer inspiziert zu werden. Wer Lust auf eine Zeitreise in die 80er hat, ist hier genau richtig! Geballte (und vor allem sehr technische) Informationen in stilsicherem schwarz-weiß – Retro-Herz, was willst du mehr? 😀

Neben Soft- und Hardwaretests…

…Leserfragen…

…nützlichen Tipps…

…Neuigkeiten in der C64-Welt…

…Schulungsangeboten…

…Gewinnspielen…

…und natürlich etwas Werbung…

…gab es so ziemlich alles was das Nerd-Herz begehrt. Auch wurden häufiger Listings von Spielen und Programmen abgedruckt. Diese konnten dann vom C64-Besitzer abgetippt und im laufenden Betrieb ausgeführt werden.

Fun Fact: Mann – die Leute in den 80ern hatten irgendwie mehr Zeit… Stellt euch mal vor ihr kauft euch einen Laptop oder ein Tablet und müsst nach dem Start erst mal selbst eure Apps programmieren – unvorstellbar! 😀

Ernsthaft Leute – würdet ihr dieses Programmlisting abtippen? Bedenkt man die Tatsache, dass die Programme (nachdem man den Computer ausgeschalten hat) wieder weg sind, müsste man schon verrückt sein, so einen langen Block Text abzutippen… 😀

In einem der Magazine habe ich sogar einen Einkaufszettel gefunden! Was hat denn der C64 mit Sahne, Aufschnitt und Marmelade zu tun?!

Fun Fact: Dem aufmerksamen Leser wird bestimmt der Eintrag „Pfefferspray“ aufgefallen sein. Ich würde nur zu gerne wissen, was es damit auf sich hatte! xD

Erst die Rückseite des Zettels offenbart einige (wichtige) C64-Befehle. Na das nenne ich mal Recycling! 😉

In einigen Fällen lagen den Magazinen auch Datenträger wie Disketten oder Kassetten bei. So konnte man die Programme digital einspielen und musste nicht seitenweise Text abtippen. Im Falle meiner Input 64-Magazine sind es zwei Kassetten:

Doch was hat es mit diesen Teilen auf sich? Und wie bringen wir den C64 dazu von einer Musikkassette Daten zu lesen? Mehr dazu im nächsten Beitrag. Bis die Tage! 😉

#142 – el commodore – I – basics

Vorwort: Auweia! Auch beim heutigen Thema sind die Erzählungen mal wieder etwas ausgeufert und ich musste den Blogbeitrag in mehrere Teile splitten. Um ehrlich zu sein ist es gleich ein ganzer Marathon an Beiträgen zu dem Thema geworden! 😀

Eigentlich wundert mich das überhaupt nicht, schließlich geht es heute um ein äußerst ikonisches Stück Technik-Geschichte, zu dem es einfach massig viel zu erzählen gibt.

Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel und habt trotzdem Spaß an einem kleinen Ausflug in die 80er Jahre! 🙂

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Entgegen dem irreführenden Titel (das hat ja mittlerweile schon fast Tradition) geht es heute nicht um einen prestigeträchtigen Militäranführer und auch nicht um den gleichnamigen Film („Der Kommodore“) aus dem Jahre 1963…

Vielmehr möchte ich euch heute auf ein Retro-Erlebnis der Extraklasse mitnehmen. Zusammen werden wir uns mit dem „Commodore 64“ (besser als „C64“ bekannt) beschäftigen! 🙂

Mal überlegen, was brauchen wir für den Ausflug? In jedem Fall eine große Schublade mit Nerd-Zeug (böse Zungen würden das wohl „Elektroschrott“ nennen)! 😛

Fun Fact: Eins kann ich euch sagen: Auf dem Bild sieht das alles schon recht „aufgeräumt“ aus, aber ich musste erst mal zahlreiche Kabel entknoten und die einzelnen Teile sortieren. Es war gar nicht so einfach herauszufinden, welches Kabel/Netzteil jetzt eigentlich zu welchem Gerät gehört. 😀

Gut, dass es noch genügend Informationen im Internet auf diversen C64-Fanseiten gibt. Neben hilfreichen Troubleshooting-Anleitungen, Downloads und technischen Spezifika zum Gerät werden z.B. auch noch regelmäßig Community-Treffen organisiert – irre! Gerade dieses Einsteiger-Tutorial habe ich als so hilfreich empfunden, dass ich mir gleich eine „Offline-Version“ ausgedruckt habe! 🙂

Ach ja, der gute alte C64. Der 8-Bit-Computer wurde 1982 von Commodore veröffentlicht und gilt bis heute als einer der meistverkauften Heimcomputer weltweit. Kein Wunder, denn der C64 bot (für die damalige Zeit) viel Technik und eine gute Erweiterbarkeit zu einem erschwinglichen Preis. Produziert wurden die Geräte in unterschiedlichen Modellvarianten von 1982 bis 1993.

Fun Fact: In deutschen Gefilden wurde (und wird) der Computer auf Grund seiner Form auch liebevoll „Brotkasten“ genannt! 😀

Mein C64 ist ein Modell „G“ von 1988. Im Vergleich zum „Ur-C64“ wurde der Computer (um attraktiver zu wirken) optisch etwas überarbeitet. So hat der C64G ein helleres Gehäuse und eine weiße Tastatur (anstatt wie üblich ein braunes Gehäuse mit schwarzer Tastatur). Technisch gesehen hat sich nicht viel geändert, allerdings wurden (um Kosten zu sparen) in dem Modell einige höher integrierte Chips als in Vorgängermodellen verbaut.

Fun Fact: Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann das gute Stück zum letzten Mal im Einsatz war. Ich hoffe nur, dass das Ding noch funktioniert. Immerhin sieht es so aus als wurde der C64 noch nie geöffnet, denn das Garantiesiegel ist noch unbeschädigt vorhanden! 🙂

Schön und gut, aber wie sieht es mit den „inneren Werten“ des C64 aus? Der Computer bietet ganze 64KByte Arbeitsspeicher und einen MOS 6510 (bei späteren Modellen MOS 8500)-Prozessor mit einem MHz (ja, richtig gelesen)! 😀 Damit man auch sehen kann, was man tut, zaubert der VIC-II (Video-Interface-Chip) ganze 16 Farben bei einer Auflösung von 320×200 Pixel auf den Bildschirm – abgefahren! 😉 Und auch für die Ohren gibt’s was, denn mit Hilfe des SID-Chips (Sound-Interface-Device), welcher als bester Soundchip der 8-Bit-Ära gilt, werden die zahlreichen ikonischen C64-Musikstücke kreiert.

Fun Fact: Es war eine andere Zeit, in der Dinge wie 64KByte RAM und die Verfügbarkeit von Klein- UND Großbuchstaben noch etwas Besonderes waren! 😀

Seitlich bietet der Brotkasten (neben dem Power-Knopf und einer siebenpoligen DIN-Buchse für die Stromzufuhr) zwei neunpolige Anschlüsse (D-Sub-Stecker) für Controller. Damit lassen sich Joysticks, Paddles, Ligthpens oder sogar eine Maus an den C64 anstöpseln. Ob die jeweilige Hardware dann aber auch mit einer Anwendung funktioniert, hängt von der Programmierung der Software ab.

Um den C64 mit einem Fernseher zu verbinden, gibt es auf der Rückseite des Gehäuses einen Antennenausgang. Direkt daneben gibt es eine Aussparung, welche bei einigen Modellen einen Schalter oder Drehregler zur Einstellung der Audionorm beheimatet. In unserem Fall (neuere Revision des Mainboards) fehlt dieser Schalter, denn es ist bereits „intern“ (ab Werk) die korrekte Norm fest eingestellt. Alternativ kann man den Computer auch über den Video-Ausgang (achtpolige DIN-Buchse) an einen PC-Monitor anschließen.

Fun Fact: Aus welchen Gründen auch immer ist die Beschriftung der Antennenbuchse (RF) sowie die Aussparung für den H-L-Schalter beim C64G vertauscht. Das nenne ich mal einen Design-Fail! 😀

Ebenso finden sich auf der Rückseite des Gehäuses vier proprietäre Anschlüsse für Peripheriegeräte. Zum einen wäre da der Hauptspeichererweiterungs-Slot (für Steckmodule – ähnlich wie den ISA- oder PCI-Steckplätzen auf einem PC-Mainboard), eine serielle Schnittstelle (z.B. zum Anschluss eines Nadeldruckers), ein proprietärer Anschluss für ein Kassettenlaufwerk sowie eine Anwenderschnittstelle (genannt Userport) für diverse Zwecke.

Fun Fact: Die serielle Schnittstelle (sechspoliger DIN-Port) ist nicht in diesem, sondern im Bild zuvor abgelichtet. Qualitätsjournalismus sage ich da nur! 😛

Auch die Tastatur des C64 ist etwas Besonderes. Sie besitzt 66 Tasten und einige davon sind mit ungewöhnlichen Sonderfunktionen belegt. So gibt es z.B. eine einrastende SHIFT-Taste (SHIFT LOCK), eine RUN/STOP-Taste (zur Unterbrechung laufender Programme), oder eine RESTORE-Taste (welche in Kombination mit der RUN/STOP-Taste einen Reset des C64 auslöst). Auch können mit der Tastatur neben Ziffern und Buchstaben auch direkt grafische Zeichen (z.B. ein Herz, ein Kreis oder ein Karo) eingegeben werden – echt abgefahren! 😀

Bevor das alles schon wieder in langweilige theoretische Vorträge ausartet, sollten wir schleunigst zur Praxis zurückkehren. Neben dem Computer benötigen wir natürlich noch eine Stromzufuhr. Das Netzteil liefert 5V Gleichspannung und 9V Wechselspannung und erinnert mich irgendwie an das der Xbox 360 (wiegt auch gefühlt eine Tonne)! 😀

Die Frage ist nur – wie bringen wir das Videosignal auf einen Bildschirm? Leider habe ich keinen alten PC-Monitor mehr, der mit so einer niedrigen Auflösung (geschweige denn mit einem siebenpoligen DIN-Eingang) umgehen könnte. Kein Problem – Abhilfe schafft ein extra angefertigtes Kabel, welches das Videosignal auf einen SCART-Anschluss überträgt. So können wir den C64 ohne Probleme an einen TV anschließen! 🙂

Jetzt heißt es anschnallen und beten. Ob ein erster Start nach so langer Zeit gelingt? Power on!

Start geglückt! Na, zumindest leuchtet mal die Power-LED des Systems! 😉

Und tatsächlich bekommen wir auch ein Bildsignal auf den TV übertragen. Nanu? Ist das ein Bluescreen wie man ihn von Windows kennt? Weit gefehlt, denn tatsächlich ist das der „Startbildschirm“ des Systems! 🙂

Darf ich vorstellen? Das ist „BASIC V2“, das eingebaute Betriebssystem des C64. BASIC steht für „Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code“ und ist eigentlich eine interpretierte Programmiersprache aus den 60er Jahren. Beim Commodore 64 ist der BASIC-Interpreter gleichzeitig auch die Benutzerschnittstelle, welche nach dem Start des Computers geladen wird.

Fun Fact: Das gesamte Betriebssystem (samt Kernel, Zeichensätze und BASIC V2 Interpreter) befindet sich in 20KByte ROM auf drei (bzw. später zwei) Chips verteilt.

An dieser Stelle erwartet der Computer konkrete Anweisungen (auch Befehle genannt), was man jetzt mit ihm tun möchte. Der blinkende Cursor signalisiert, dass man eine Eingabe (wie in einem Editor) vornehmen muss. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von BASIC-Befehlen. Zum einen gibt es die Kommandos wie z.B. „RUN“, „LOAD“ oder „SYS“, welche den Computer in einen bestimmten Betriebszustand versetzen. Diese können ohne weiteres direkt (ohne Zeilennummern) über die Tastatur eingegeben werden. Die Anweisung „SYS 64738“ ruft eine Systemroutine auf, welche einen Reset des C64 auslöst! 🙂

Ebenso gibt es eine ganze Reihe an Anweisungen, welche den Ablauf eines BASIC-Programms beeinflussen und so nur indirekte Auswirkung auf die Hardware haben. Populäre Beispiele sind z.B. „GOTO“, „IF/THEN“, oder „RETURN“. Diese Anweisungen akzeptiert der Editor nur in strukturierter Form unter der Angabe einer Programmzeile mit vorangestellter Zeilennummer. Um ein eingetipptes Programm anzuzeigen kann man den Befehl „LIST“ verwenden. Zum Starten des Programms gibt es das Kommando „RUN“.

Fun Fact: Die Zeilennummerierungen im Zehnerabstand sind mit Absicht so gewählt, denn so kann man später noch Zeilen einfügen. Tatsächlich ist es egal in welcher Reihenfolge man die Befehle eingibt, solange die Reihenfolge der vorangestellten Nummern stimmt.

Das Ergebnis ist – zugegeben nicht recht spektakulär- aber immerhin funktioniert es! 🙂 Letztendlich würde das Programm nun in einer Dauerschleife laufen. Um es anzuhalten, drückt man einfach die Taste „RUN/STOP“.

Eines der bekannten Beispiele für die BASIC-Programmierung ist das „zufällige Labyrinth“. Dabei werden einfach zwei grafische Zeichen (205 und 206, jeweils eine diagonale Linie) zufällig auf dem Bildschirm ausgegeben. Dieser Effekt erzeugt eine Art Labyrinth – einfach, aber echt clever! 🙂

Fun Fact: Theoretisch könnte man jetzt auf die Idee kommen mit BASIC seine eigenen Spiele zu programmieren. Auch wenn das technisch möglich ist, kann man es nur als schlechte Idee bezeichnen. Tatsächlich wurden die meisten C64-Spiele in Assembler programmiert um die Sound- und Grafikmöglichkeiten der Hardware optimal auszureizen.

Natürlich lässt sich mit BASIC noch viel mehr anstellen. So kann z.B. über die Befehle „PEEK“ und „POKE“ direkt auf die Hardware (und so auch auf Video- und Soundchip) zugegriffen werden. Mit einem einfachen Beispielprogramm können wir so z.B. die Farbe des Bildschirmrahmens ändern. Das Programm läuft dabei so schnell, dass beim Wechsel der 16 verschiedenen Farben ein Flackern entsteht. 🙂

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen ein kleines „RETROLOLO-Beispielprogramm“ aus verschiedenen Beispielen zusammen zu kopieren:

Es wird permanent die Hintergrund- und Schriftfarbe geändert – sinnlos, aber cool! 😀

Fun Fact: Wie viel Platz haben wir auf dem System eigentlich für so ein Programm? Der C64 verrät es uns bereits in der zweiten Zeile – es stehen insgesamt 38911 Bytes für ein BASIC-Programm und dessen Daten zur Verfügung. Wow, nur knapp 38KByte – nicht gerade die Welt. Heutzutage belegt selbst eine zehnsekündige Sprachnachricht schon mehr Speicher! 😀

Hm, das war ja alles schön und gut, aber wo bleibt die Action? Wo bleiben die coolen Spiele? Bisher haben wir doch nur irgendwelche Textzeilen ausgegeben. Ich befürchte an dieser Stelle muss ich euch auf das nächste Mal vertrösten… Sorry für den Cliffhanger! 😉

Bis die Tage! 🙂

#141 – Music: do a kickflip

Bereits in den Artikeln 110 und 112 habe ich euch etwas über die legendäre „Tony Hawk’s Pro Skater“-Reihe erzählt. Ein wesentlicher Beitrag zum Erfolg der Serie ist der geile Soundtrack. Aus dem bunten Genremix mit welchem die Spiele auffahren gefallen mir persönlich die Pop-Punk-Songs am besten.

Somit ist es eigentlich völlig klar, dass ich es nicht lassen konnte, ein paar der Stücke auf den musizierenden Diskettenlaufwerken umzusetzen! 😉 Das in Albumform gegossene Werk schimpft sich „do a kickflip“ und beinhaltet Skatepunk in seiner pursten (kratzigsten) Form! 😛

Fun Fact: Könnt ihr glauben, dass das mittlerweile das sechste Album ist?! Schon verrückt, das alles hat doch so harmlos angefangen… 🙂

Die Tracklist ist bunt zusammengemischt. Wichtig war mir nur, dass es alles Lieder aus den Tony Hawk Spielen sind.

Auch dieses Mal war es leider ganz schön viel Arbeit (zumindest mehr als ich es erwartet hätte). Immerhin – durch die Tatsache, dass die Stücke alle schon etwas älter sind, habe ich in den Untiefen des Internets noch ein paar MIDI-Dateien finden können! 🙂

Fun Fact: Mit einer Gesamtspielzeit von gut 57 Minuten ist das Album deutlich länger als sein Vorgänger. Kein Wunder, denn anstatt kurzen Serienintros gibt es diesmal „normale“, bzw. vollständige Tracks! 🙂

Soviel zu den guten Nachrichten, denn wie es immer so ist, war natürlich keine der Vorlagen wirklich geeignet. Häufig haben ganze Teile gefehlt, waren falsch oder einfach viel zu kompliziert. Da heißt es einen kühlen Kopf bewahren und sich durch die einzelnen Spuren durchbeißen. Oft muss man dabei ganz schöne Kompromisse eingehen (Instrumente entfernen, Noten weglassen, etc.), aber so ist es eben. 🙂

Trotzdem habe ich die Instrumente in halbwegs vertretbarer Zeit hinbekommen, aber spätestens bei den Gesangsspuren wäre ich aber fast verzweifelt. In keiner der MIDI-Dateien war die Gesangsstimme vorhanden. Da bleibt einem nichts Anderes übrig, als sich hinzusetzen und jede der Noten einzeln Stück für Stück manuell zu setzen – puh…

Erinnert sich noch jemand an das MIDI-Keyboard aus Artikel 128? Da ich mir bei einigen Passagen nicht ganz sicher war, bzw. die Stimme aus einem originalen Stück nicht heraushören konnte, habe ich versucht die ein oder andere Stelle mit dem MIDI-Keyboard einzuspielen – zugegeben, mit eher mäßigem Erfolg, aber als Orientierung hat das echt geholfen! 🙂

Natürlich hatte auch wieder jedes Stück seine eigenen Gemeinheiten parat. Gerade 96 Quite Bitter Beings machte mir mit seinen vielen Pausen ganz schön viel Arbeit, da bei jeder Pause störende Hintergrundgeräusche händisch entfernt werden müssen. Einen Filter über das komplette Lied zu legen wäre einfacher, aber dann hört sich das Ergebnis leider nicht mehr authentisch und sehr gedämpft an – so ein Mist! 😀

Fun Fact: Häufig sind (ironischerweise) die Lieder, die sich nach „nicht viel“ anhören diejenigen, welche am meisten Arbeit machen! 😀

Doch genug gejammert, schließlich ist das Album ja irgendwie doch noch fertig geworden! 😉 Ich selbst habe ein paar gemischte Gefühle beim Ergebnis. Irgendwie hatte ich mir noch etwas mehr erhofft, aber gleichzeitig auch „schlimmere“ (schlechtere) Resultate befürchtet! 😀

Wie dem auch sei, wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich das Album gerne hier kostenlos herunterladen. Alternativ gibt es natürlich wieder eine Playlist auf YouTube!

Bis die Tage! 🙂

#140 – In Memoria of Satinav

Hm, was soll denn das für ein merkwürdiger Beitrag heute sein? Der Titel hört sich ja fast so an wie der Name einer schwedischen Death-Metal-Band! 😀

Ich befürchte ich muss euch enttäuschen, denn tatsächlich geht es heute nur um zwei Videospiele – welch eine Überraschung! 😛

Nachdem wir uns in Artikel 120 schon mit einem PC-Adventure aus der Feder von Daedalic Entertainment beschäftigt haben, wird es heute Zeit einen Blick auf die Adventures der „Das Schwarze Auge“-Reihe zu werfen.

Fans von Pen-&-Paper-Rollenspielen (ich bin es nicht) wird „Das schwarze Auge“ vielleicht ein Begriff sein. In seiner ursprünglichen Form gibt es das Spielprinzip seit 1984 aber mittlerweile wurde das Regelwerk mehrfach überarbeitet. Wie in jedem Rollenspiel gibt es die üblichen Elemente, wie eine Spielwelt, verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Attributen und natürlich irgendwelche Herausforderungen, die gemeistert werden wollen.

Fun Fact: Irgendwie erinnern mich so Rollenspiele immer an die Spieleabende von Dr. Sheldon Cooper und seinen freakigen Nerdkollegen aus „The Big Bang Theory“. 😀

Ich bin mit so „analogen“ Rollenspielen irgendwie nie richtig warm geworden. Alleine die Tatsache, dass sich der Spielleiter alles selbst ausdenken muss und man mehr oder weniger nur dasitzt und würfelt hat mich irgendwie nie so richtig gefesselt. Ich habe immer den Eindruck, dass es viel bequemer und einfacher wäre ein Buch zu lesen, oder noch besser sich einen Film anzusehen anstatt das ganze Abenteuer „nur“ mit Hilfe der Erzählungen des Spielleiters sowie der eigenen Vorstellungskraft im Kopf abspielen zu lassen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu ungeduldig für solche Dinge! 😀

Moment mal – sollte es heute nicht um PC-Adventures gehen? Was haben die denn mit einem Rollenspiel gemeinsam?

Gute Frage – grundsätzlich erst mal nichts! 😀 Da das „DSA“-Franchise aber mittlerweile recht populär ist, hat das Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment sich 2012 dazu entschieden ein Point-and-Click-Adventure mit dem Namen „Satinavs Ketten“ zu erschaffen, welches im DSA-Universum angesiedelt ist. Na das trifft schon eher meinen Geschmack! 😉

Fun Fact: Wie bei vielen dieser älteren PC-Adventures üblich gibt es in der „Limitierten Erstauflage“ nicht nur das Spiel, sondern auch ein Handbuch, ein Poster und eine Soundtrack-CD – sehr geil! 🙂

In „Satinavs Ketten“ begleiten wir den jungen Vogelfänger Geron auf einem märchenhaften Abenteuer seine Welt zu retten. Die Handlung spielt in einem Königreich namens Andergast, welches auf dem Kontinent Aventurien liegt.

Nach dem üblichen Tutorial (in Form einer „Eichenblattqueste“, bei welcher vier gleiche Eichenblätter gefunden werden müssen) wird unser Protagonist vom König höchstpersönlich angewiesen die Krähenplage in der Burg zu beseitigen. Doch schnell wird klar, dass hinter den wild gewordenen Vögeln mehr steckt.

Die Story webt sich um einen düsteren Seher, welcher die Zukunft verändern und somit seinen eigenen Tod verhindern möchte. Dazu benutzt er eine magische Harfe, welche allerdings nur von Feen gespielt werden kann, für normale Menschen wäre der Kontakt mit dem Instrument tödlich. Der Seher selbst taucht immer wieder als zwielichtige Rabengestalt auf und versucht das Geschehen der Geschichte nach seinem Willen zu beeinflussen.

Um sein Abenteuer nicht alleine bestreiten zu müssen bekommt Geron nach wenigen Stunden Spielzeit eine Begleiterin namens „Nuridarinellavanda“ (kurz „Nuri“) an die Hand geben. Nuri ist eine Fee aus dem Rech Neirutneva, aus welchem sie geflohen ist um ihr Glück in einer anderen Welt zu finden. Im Vergleich zum überwiegend zynisch und deprimiert wirkenden Geron dient Nuri als unterhaltsame Auflockerung, weil sie mit kindlicher Naivität und einer gehörigen Portion Sorglosigkeit durch die Welt wandelt.

Als besonderes Merkmal ist Geron leicht „magiebegabt“ und kann so einige Gegenstände wie Tonkrüge oder Glasflasche per Zauberspruch zerstören. Seine Begleiterin Nuri dagegen kann außerhalb ihrer Feenwelt nur begrenzt ihre Zauberkräfte einsetzen. So kann sie Geron lediglich mit einem „Dinge-wieder-ganz-machen“-Zauber helfen. Nicht nur in dieser Hinsicht ergänzen sich die beiden prima, aber ich will jetzt nicht zu viel von der Story spoilern! 😉

Die bittersüße Geschichte ist spannend und hält einige Wendungen bereit. Auch technisch gesehen gibt es wenig zu meckern. Das Spiel lässt sich ohne Probleme steuern, der Soundtrack ist toll und auch die Vertonung ist gelungen. Was die Grafik angeht gefällt mir der gezeichnete Stil grundsätzlich sehr gut, lediglich mit den 3D-Charakteren kann ich persönlich nicht viel anfangen. Die wirken irgendwie fehl am Platz, aber vielleicht ist das nur Geschmackssache. Auch könnte man über die sehr sperrig und steif wirkenden Bewegungsanimationen meckern, aber dank der schönen Hintergründe fallen diese zum Glück gar nicht zu sehr auf! 😉

Typisch für Daedalic-Spiele sind die unterschwelligen Gewissensbisse, welche unseren Protagonisten plagen. Soll er dem Rat seines Ziehvaters folgen und Nuri töten um das Königreich zu retten? Oder soll er sie zurück in ihre Welt bringen, obwohl er Nuri nur unter falschen Versprechungen (auf ein Leben in einem erfundenen Traumland namens Fanglari) dazu bewegen konnte mit ihm zu reisen. Was ist richtig, was falsch? Satinavs Ketten ist definitiv ein Spiel, welches (zumindest im Rahmen der Story) zum Nachdenken anregt.

Meiner Meinung nach wirkt Satinavs Ketten deutlich düsterer als bisherige Werke von Daedalic. Gruseln muss man sich nicht, aber ein gewisses ernstes, bedrückend wirkendes Gefühl kommt schon an der ein oder anderen Stelle auf. Gut, dass die Entwickler dem Spiel einige lustige Dialoge verpasst haben.

Ein klarer Kritikpunkt sind leider die Rätsel. Diese wirken oft unlogisch und irgendwie „unnötig“. Es gab mehrere Stellen im Spiel an denen ich mich gefragt habe, „was muss ich jetzt eigentlich nochmal schnell tun?“ oder „warum versuchen wir jetzt an diesen oder jenen Gegenstand zu kommen?“. Einige Lösungen habe ich nur durch ewiges Herumprobieren (oder mit viel Glück auf Anhieb) lösen können. Tatsächlich hat man das Gefühl, dass die Rätsel einen irgendwie nur beim Versuch der Story zu folgen aufhalten. Auch das etwas sporadische, ja fast unzureichend wirkende Ende könnte man bemängeln. Doch genug genörgelt, mehr negative Punkte sind mir nicht aufgefallen! 🙂

Fun Fact: Stolz kann ich sagen, dass ich nicht im Internet nach einer Komplettlösung suchen musste – immerhin! 😉

Doch genug von Satinavs Ketten, denn die Story rund um den Vogelfänger Geron und die Fee Nuri ist noch nicht vorbei! Bereits ein Jahr später (2013) erschien mit „Memoria“ ein weiteres Adventure aus der „Das Schwarze Auge“ Reihe.

Fun Fact: Spätestens jetzt erklärt sich der Titel des heutigen Blogeintrags oder? Mann, da war aber wieder jemand kreativ… 😛

Die Story von Memoria knüpft dabei unmittelbar an den Vorgänger an. Zwar hat Geron die Welt gerettet, doch Nuri wurde durch einen mächtigen Seelentauschzauber gegen Ende des letzten Teils in einen Raben verwandelt. Der junge Vogelfänger macht es sich zur Aufgabe, Nuri wieder in einen Feenkörper zu transformieren.

Somit ist klar – auch diesmal begleiten wir den Vogelfänger Geron auf einem Abenteuer. Dabei trifft er auf einen zwielichtiger Händler namens Fahi, welcher Geron einen mächtigen Zauber anbietet, mit dem er Nuri zurückverwandeln kann – allerdings nur im Austausch gegen die Lösung eines antiken Rätsels, für welche er nur drei Tage Zeit hat.

Das Rätsel dreht sich dabei um eine vor fünf Jahrhunderten lebende Prinzessin namens Sadja, welche zur größten Heldin aller Zeiten aufsteigen wollte und dafür einst in die Schlacht gegen die Dämonen in die Gorische Wüste zog. Ihr Plan wurde jedoch aus ungeklärten Gründen vereitelt und nun ist es Gerons Aufgabe das Geheimnis um Sadjas Schicksal zu lösen. Natürlich ahnt unser Protagonist bald, dass viel mehr hinter der Geschichte steckt als es zu Anfang scheint…

Fun Fact: Seht es mir nach, dass ich auch diesmal nicht viel mehr über die Story berichten möchte – das würde einfach allen, die sich selbst in das Abenteuer stürzen wollen, zu viel verraten! 😉

Geron muss das Abenteuer doch nicht alleine bestreiten. So kann ihm an bestimmten Stellen im Spiel Nuri (in ihrer gefiederten Rabenform) unter die Arme greifen und kleinere Aufgaben und Rätsel lösen. Als clevere Beraterin steht Geron die ambitionierte Magieschülerin Bryda zur Seite für welche Satinav (der Wächter der Zeit) ein ganz eigenes Schicksal vorgesehen hat.

Doch das ist nur gut die Hälfte des Spiels, denn neben der Geschichte der Gegenwart lassen sich ebenso die Geschehnisse vor fünf Jahrhunderten aus Sicht der Prinzessin Sadja nachspielen. Mir persönlich gefällt das „Pingpong“ zwischen den beiden Geschichten. So können wir zwei unterschiedliche Handlungsstränge spielen, die irgendwie doch mehr miteinander verwoben sind als man zu Beginn des Spiels annimmt.

Was Grafik und Gameplay angeht, hat sich zum Vorgänger nicht viel geändert – und das ist auch gut so! Geron hat seine magischen Fähigkeiten behalten und kann kleinere Gegenstände per Zauberspruch zerbrechen lassen. Ebenso hat er den „Dinge-wieder-ganz-machen“-Zauber von Nuri gelernt und kann diesen bei Bedarf einsetzen. Hinzu kommt eine mysteriöse Linse, mit welcher magische Spuren gefunden werden können.

Auch Sadja kann mit Hilfe eines mit einem Dämon belegten Stabes einige Zauber durchführen. So kann man z.B. Golems zum Leben erwecken, Licht machen, Dinge versteinern oder sogar Visionen erzeugen und diese bestimmten Leuten telepathisch zukommen lassen. So lassen sich einige Charaktere im Spiel nach eigenem Gusto „fremdsteuern“.

Die liebevoll animierten Charaktere bewegen sich in 120 handgezeichneten Hintergründen durch die Geschichte und erwecken die Spielwelt dadurch zum Leben. Die Steuerung ist sehr intuitiv – auch für Leute die den ersten Teil nicht gespielt haben.

Fun Fact: Ursprünglich erschienen beide Teile der Reihe für den PC, aber für diesen Blogartikel habe ich die Spiele auf der Switch durchgespielt. Da der Nintendo-Konsole im Vergleich zu einem guten PC etwas Power fehlt, gibt es leider hier und da (gerade im zweiten Teil) ein paar Performanceprobleme (ruckeln/stottern), welche sich erst durch einen kurzen Sprung ins Hauptmenü beheben lassen. Tja, eine Portierung ist eben nie so gut wie das Original… 😉

Die meiner Meinung nach größten Schwachpunkte sind – analog wie im ersten Teil – die Rätsel. Zwar hängt alles zusammen und auch die Lösungen der Rätsel sind logisch, aber häufig ist mehr der Weg bzw. die Ausführung der Lösung das Problem. Gerade im Zusammenhang mit den magischen Fähigkeiten gibt es einige Situationen in denen man eher durch Zufall (oder durch blindes Kombinieren von Gegenständen) auf die theoretisch und offensichtlich logische Lösung kommt. Ernsthaft – selten hatte ich bei einem Adventure so viel Glück und habe komplexe und um die Ecke gedachte Rätsel durch willkürliche Versuche gelöst! 😀

Fun Fact: Ich erinnere mich da z.B. dunkel an ein Rätsel gegen Ende des Spiels, bei welchem das Tor eines Turms geöffnet werden muss. Um jedoch den Schlüssel dafür von einem Geistlichen zu erhalten, muss man erst einen Bösewicht mit Steinen bewerfen, um dessen Aufmerksamkeit zu erhalten – alles klar… 😀

Ich denke viel mehr kann (und will) ich zu den beiden Spielen gar nicht erzählen. Abschließend betrachtet kann man Daedalic mal wieder nur loben. Die beiden DSA-Adventures sind wirklich schöne und vor allem sehr stimmungsvolle Spiele. Die interessante Geschichte gepaart mit der malerischen Optik der Hintergründe machen verdammt viel her. Der tolle Soundtrack sowie die hervorragenden Synchronsprecher tragen den Rest zum Erlebnis bei. Man könnte fast meinen man blättert ein Märchenbuch durch!

Lange Rede, kurzer Sinn: Adventure-Freunden sind die Spiele allemal zu empfehlen! 🙂

In diesem Sinne, bis die Tage – ciao!

#139 – FOF und USDX

FOF und USDX? Sind das die Abkürzungen für zwei neue Pay-TV-Fernsehsender? Weit gefehlt – heute möchte ich euch zwei Spiele bzw. Anwendungen aus meinen Teenagerjahren vorstellen mit denen ich viel Spaß hatte! 🙂

Fangen wir mit „FOF“ an. Tatsächlich ist FOF nur eine Abkürzung, denn diese wunderbare Stück Software heißt in Wirklichkeit „Frets on Fire“.

Frets on Fire ist ein Musik- bzw. Rhythmus-Spiel für den PC, bei dem ihr durch das Drücken von bestimmten Tasten auf eurer Tastatur Gitarrenriffs nachspielt. Der Clou dabei – Die Tastatur wird dabei verkehrt herum in die Hand genommen – fast so wie eine echte Gitarre, nur eben in viel „nerdiger“! 😀 Die Idee ist so bescheuert, dass sie genau genommen genial ist. So braucht man keinen weiteren Controller und was gibt es (außer einer Luftgitarre versteht sich) cooleres als eine Tastatur falsch herum zu halten? 😀

Fun Fact: Vielleicht kommt euch das Prinzip von der populären Spielereihe „Guitar Hero“ bekannt vor. Frets on Fire ist letztendlich genau das Gleiche, nur eben in viel einfacher. Die Grafiken und Animationen sind nicht so hübsch und man hat auch keine Plastik-Gitarre als Controller, also quasi eine Art „Guitar Hero“ für arme Leute! 😀

Die Software kommt – wie könnte es anders sein – aus Finnland, dem Land welches auch für diverse verrückte Sportarten sowie deren Weltmeisterschaften bekannt ist. Kennt ihr z.B. die „Weltmeisterschaft im Frauentragen“? Bei diesem extravaganten Event müssen Männer ihre Ehefrauen (nicht verheiratete Paare sind auch erlaubt) durch einen Hindernisparcours tragen. Das schnellste Paar gewinnt. Ebenso gibt es „Trostpreise“ für das unterhaltsamste (am besten kostümierte) Paar sowie den Träger, der am schwersten tragen muss. Spaßig und bescheuert gleichzeitig – ich find’s top! 🙂

Fun Fact: Der Preis für das Sieger-Paar ist im Übrigen das Gewicht der Ehefrau in Bierkästen umgerechnet! Was sonst? 😀

Oder wie wäre es mit der „Weltmeisterschaft im Handy-Weitwurf“? Kein Witz! Der Sieger der WM bekommt ein neues Handy! xD Es gibt sogar eine „Freistil“-Disziplin, in der es nicht auf die Weite, sondern auf einen möglichst ästhetischen Wurf ankommt…

Fun Fact: Auf die Frage, wie der 18-jährige Rekordhalter Ere Karjalainen mit seinem alten Nokia 2012 seinen Weltrekord (101,46 Meter) aufgestellt hat, meinte er nur er habe sich den Tag zuvor hauptsächlich betrunken! Völlig klar – für Höchstleistungen braucht man Hochprozentiges! 😀

Puh, ich schweife mal wieder ab – schnell zurück zu Frets on Fire! 😉

Um ehrlich zu sein habe ich das Spiel schon seit Jahren auf meiner Festplatte und greife immer wieder sporadisch mal zur Tastatur. Im Hauptmenü lassen sich Songs in Form von Audiokassetten probehören und auswählen. Zusätzlich muss ein Schwierigkeitsgrad angegeben werden. Pro Tipp: Ich empfehle euch immer zuerst mit dem einfachsten Level anzufangen, denn ich empfinde das Spiel selbst auf diesem teilweise recht kompliziert. Vielleicht liegt es auch nur an mir und ich bin nicht mehr so geschickt und schnell wie früher… 😀

Im richtigen Takt zum ausgewählten Song müssen nun Noten durch das Drücken der Tasten F1-F5 plus Enter getroffen werden. Manche Töne sind nur ganz kurz anzuschlagen, andere müssen länger gehalten werden.

Zu Beginn eines Songs (bzw. in den einfacheren Schwierigkeitsgraden) sind es noch einzelne Tasten, die gedrückt werden müssen, während im späteren Spielverlauf mehrere Tasten gleichzeitig betätigt werden wollen.

Fun Fact: Man sollte unbedingt vorher prüfen, ob die Tastatur diese „kryptischen“ Tastenkombinationen (z.B. F3 + F4 + Enter) unterstützt. Mir ist die Unfähigkeit einer speziellen Tastatur erst später aufgefallen und ich habe dadurch bestimmt einige Highscores verloren! 😀

Je mehr Noten man in Serie trifft, umso höher ist die Punktzahl und somit auch die abschließende Bewertung:

Hm, nachdem das ja eigentlich ganz gut lief könnte ich mich doch gleich mal am Schwierigkeitsgrad „Amazing“ versuchen, oder? Wie schwer kann das schon sein? 😛

WAS?! Halt, Moment, das geht viel zu schnell! Ok – ich gebe es zu – das war eine dumme Idee. Schnell zurück ins Hauptmenü! 😀

Das Schöne an Frets on Fire ist die Tatsache, dass es sehr flexibel aufgebaut ist und man es recht einfach mit neuen Funktionen erweitern kann. So gibt es online z.B. zahlreiche Mods und Verbesserungen für das Spiel. Wer Lust hat kann sogar mit einem Songeditor eigene Tracks erstellen – cool! 🙂

Immerhin habe ich (zugegeben – auf dem Schwierigkeitsgrad „einfach“) mit „Whiskey in the jar“ einen versöhnlichen Abschluss gefunden. IN YOUR FACE, Debi! 😛

Soviel zu Frets on Fire. Doch damit nicht genug, denn tatsächlich habe ich noch ein zweites „Retro-Ass“ im Ärmel! 😉

Darf ich vorstellen? Das ist „USDX“:

USDX steht eigentlich für „Ultrastar Deluxe“ und ist ein Singspiel für den PC. Wer auf Karaoke steht und nicht immer nur unter der Dusche oder beim Staubsaugen singen möchte, für den ist USDX genau das richtige! 😉

Fun Fact: Vielleicht kommt euch das Konzept (und ganz nebenbei gesagt auch die Optik) von Sonys populärer „Singstar“-Reihe für die Playstation bekannt vor. Ultrastar ist letztendlich genau das Gleiche, nur eben für den PC. Mit dem feinen Unterschied, dass es kostenlos ist und man selbst die Songs zur Verfügung stellen muss, also quasi eine Art „SingStar“ für arme Leute! 😀

Mal überlegen – was braucht man für ein echtes Karaoke-Erlebnis? Na klar – Mikrophone! Prinzipiell kann man jedes Aufnahmegerät (z.B. Headset, USB-Mikrophon, etc.) verwenden, aber tatsächlich lassen sich sogar originale Singstar-Mikrophone mit Ultrastar kombinieren – sehr cool! 🙂

Fun Fact: Meine beiden Singstar-Mikrophone liegen schon eine ganze Weile ungenutzt in der Schublade, wenn ich mich recht erinnere waren sie das letzte Mal für Artikel 62 im Einsatz! 😀

Neben der eigentlichen Software werden natürlich auch Songs benötigt. Eigentlich logisch, doch leider ist das auch der größte Schwachpunkt von Ultrastar, denn um ein Musikstück „Karaoke-ready“ zu machen, muss leider bei jedem einzelnen Track selbst Hand angelegt werden. So muss z.B. für jeden Song ein eigenes Verzeichnis mit speziellen Dateien erstellt werden:

Letztendlich besteht jeder Song in der Minimalausprägung aus einer Audiospur (MP3) und den Karaokedaten in Form einer Textdatei (TXT). Im Idealfall hat man auch noch ein Cover oder sogar ein Video, welches dann als Hintergrundbegleitung zum Song laufen kann.

Zur Erstellung der Karaokedaten kann entweder der mitgelieferte Songeditor, oder ein weitaus umfangreicheres Programm namens „YASS“ verwendet werden.

Schade, dass man jeden Song selbst „zusammenbasteln“ muss, aber eigentlich kein Wunder, dass ein „fertiger Download“ nicht möglich ist. Schließlich handelt es sich ja bei den meisten Musikstücken um urheberrechtlich geschütztes Material. Die entsprechenden Audiodateien muss man also selbst von gekauften Medien (CDs, MP3-Download, etc.) mitbringen.

So sieht eine fertig erstellte Karaokedatei aus:

Fun Fact: Immerhin findet man im Internet einige Webseiten, auf welchen man sich zumindest die entsprechenden Karaoke-Textdateien kostenlos herunterladen kann. Ebenso gibt es eine große, aktive Community und gute Tutorials – besser als nichts! 🙂

Ich selbst habe mittlerweile eine Datenbank von 200 Songs, welche im Lauf der letzten Jahre entstanden sind. Eins kann ich euch sagen – es war nicht einfach, die einzelnen Titel alle nach und nach zu erstellen, bzw. zusammen zu pfriemeln, aber ich finde es hat sich gelohnt. 🙂

So jetzt wird es aber endlich Zeit, dass wir mal was singen. Ich habe mich für „Basket Case“ von Green Day entschieden – Musik aus der Kindheit! 🙂

Während es zu Beginn noch ganz gut geklappt hat…

…habe ich im späteren Teil des Liedes ganz schön Federn gelassen! 😀

Fun Fact: Zu meiner Verteidigung – während des Singens musste ich natürlich auch die Bilder für diesen Blogbeitrag erstellen. Aber wem will ich etwas vormachen? Wenn ich ehrlich bin hatte das vermutlich keinen entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis… 😉

Zumindest ist die Bewertung äußerst gnädig. Obwohl ich bei einigen Tönen gewaltig danebengelangt habe bezeichnet mich das Spiel als „Hit-Künstler“. Oder soll der Smiley dahinter etwa sarkastisch gemeint sein?! 😀

Nachdem ich mich etwas eingegroovt hatte, klappte es etwas besser. Bei „Somewhere Only We Know“ von Keane hat es immerhin zum „UltraStar“ gereicht, was auch immer das bedeuten mag! xD

Auch für Ultrastar gibt es zahlreiche Erweiterungen und Mods. Es gibt sogar einen Zweispieler-Modus! Hierfür müssen zwei USB-Mikros oder alternativ die beiden Singstar-Mikrofone (welche über einen Adapter an nur einem USB-Port hängen) in den Windows-Soundeinstellungen sowie in USDX entsprechend konfiguriert werden.

Fun Fact: Zugegeben – alleine einen Zwei-Spieler-Modus zu spielen macht wenig Sinn, aber es geht ja ums Prinzip! 😉

So, genug Peinlichkeiten für heute, ich denke es wird Zeit für ein kurzes Resümee. Frets on Fire und Ultrastar begleiten mich schon seit vielen Jahren und hin und wieder greife ich gerne zur Tastatur, bzw. zum Mikrofon. Eine Sache, die ich persönlich immer sehr schade fand ist der manuelle Aufwand den man bei beiden Programme zum Einspielen von Songs hat. Wer eine „plug-and-play“-Lösung sucht ist hier an der falschen Stelle. Andererseits spart man sich so ggf. hunderte von Euros für diverse Guitar Hero und Singstar-Pakete! 😉

Ich jedenfalls hatte (und habe) immer viel Spaß beim Trällern und Tippen schiefer Töne. In diesem Sinne – ich bin dann mal weg. Es gibt noch einen Highscore von „Basket Case“ zu verbessern… 😉

Bis die Tage!

#138 – Moppy MIDI Tablet feat. Lenovo Helix

Ach ja – die musizierenden Diskettenlaufwerke aus Artikel 50. Was habe ich nicht schon Zeit mit den Dingern verbracht und zahlreiche Musikstücke dafür umgesetzt! 🙂

Eine Sache, die mich immer etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass man immer einen Computer (mit spezieller Software), eine Tastatur sowie einen Bildschirm benötigt, um die MIDI-Dateien auf den Arduino zu laden. Das wirkt irgendwie umständlich und ist verdammt viel Overhead, nur um ein Kilobyte an Daten an den Mikrocontroller zu senden. Zur Erinnerung – aktuell steuere ich die Laufwerke über meinen Desktop-PC (siehe Artikel 17) an:

Das funktioniert zwar, ist aber echt unpraktisch, wenn man die Laufwerke mal an einen anderen Ort verfrachten möchte. So ein PC samt Bildschirm ist eben nicht gerade „mobil“. Ich bin schon länger auf der Suche nach einem kleineren Gerät, mit dem ich das Gleiche bezwecken kann. Letztendlich bräuchte ich ja nur ein Tablet oder ähnliches, auf welchem im Idealfall Windows läuft, sodass ich die MoppyControlGUI-Anwendung (Artikel 34) nicht noch auf ein anderes Betriebssystem portieren muss…

Tja, der Zufall ist mir zu Hilfe gekommen – erinnert ihr euch noch? Beim letzten Mal war Max bei mir und hat einen alten PC mitgebracht, um den wir uns ja bereits gekümmert haben. Das war allerdings nicht das einzige Stück Hardware, das er dagelassen hat! Mit von der Partie war auch ein Lenovo ThinkPad Helix (vermutlich) aus dem Jahre 2015.

Das gute Stück sieht zwar auf den ersten Blick aus wie ein Laptop…

…gehört aber eher zur Gattung der Convertibles und hat somit eine sehr leichte, abdockbare Tastatur. Neben dieser kann man das Teil mit einer Maus, dem Touchpad, dem (in der ThinkPad-Reihe bekannten) TrackPoint oder einem Stylus steuern.

Fun Fact: Gerade die Steuerung über einen Stift funktioniert echt gut und bietet viele neue Einsatzmöglichkeiten. So können z.B. recht einfach handschriftliche Notizen oder Skizzen erstellt werden. Kreative Leute können mit so einem Teil bestimmt auch gut Grafiken erstellen – für mich ist das nichts, ich spiele darauf lieber Solitär! 😀

An und für sich ist das ein echt schönes Gerät, doch leider haben die üblichen „Verschleißteile“ mittlerweile ihren Geist aufgegeben. Der im Tablet verbaute Akku ist komplett tot und leider hat es wohl auch die CMOS-Batterie erwischt. Das hat zur Folge, dass beim Versuch das System (auch mit angestecktem Stromkabel) zu starten, man einen Fehler bekommt, weil die Zeiteinstellungen nicht passen:

Über das BIOS konnte ich herausfinden, dass es sich um das Modell „36986DG“ handelt. Verbaut ist ein Intel i5-3337U Dual-Core mit 1,8GHz. Ebenso sind 4GB DDR3-RAM und eine 180GB SSD mit an Bord.

Blöd nur, dass man – dank der leeren Knopfzelle – die BIOS/UEFI-Einstellungen nicht dauerhaft setzen kann – voll uncool! 😦

Fun Fact: Schon witzig – wir haben hier ein komplett anderes Gerät aber letztendlich ist es der gleiche Fehler wie bei dem Retro-PC letztes Mal: Eine leere Knopfzelle! 😀 Doppelt witzig, dass beide – zumindest laut Datum – um die Jahrtausendwende hängengeblieben sind! 😉

Immerhin – nach händischem Setzen der Systemzeit und anschließendem Neustart, während das Teil am Strom hing, ist das Tablet sogar hochgefahren. Als Betriebssystem läuft Windows 10 in der Version 1607.

Fun Fact: Ich habe versucht auf eine neuere Version hochzurüsten, aber leider hat „Windows Update“ einen kryptischen Fehler nach dem anderen geschmissen. Ich denke das ist definitiv keine unlösbare Aufgabe, aber irgendwie fehlt mir dazu der Nerv… 🙂

Um ehrlich zu sein wäre mir sogar der tote Akku egal, weil ich das Tablet ja eh nur stationär als „Display“ für die Floppy-Software verwenden möchte. Der benötigte Stromanschluss ist kein Problem für mich, denn die Laufwerke brauchen ja sowieso Strom. Das Problem mit der BIOS-Batterie ist dagegen schon deutlich nerviger. So müsste man (mit angesteckter Tastatur) bei jedem Systemstart händisch im BIOS an den Einstellungen herumbasteln, bis das Teil hochfährt. Das möchte ich auf keinen Fall.

Ich befürchte da hilft alles nichts – wir müssen versuchen das gute Stück zu öffnen um die Batterie zu tauschen. Also, zuerst mal die Tastatur abklipsen und das Tablet auf den Bauch legen.

Anschließend muss mit einem spitzen Gegenstand vorsichtig an einer Ecke in den Spalt zwischen Ober- und Unterseite eingetaucht werden um die Gehäusehälften voneinander zu trennen. Ein Glück, dass die beiden Hälften nur geklippt und nicht verklebt sind. Daumen hoch! 😉

Endlich ist das Teil offen. Was sofort auffällt – hier wurde der geringe Platz sehr effizient ausgenutzt, denn es ist kaum eine freie Stelle im Gehäuse erkennbar.

Das Display ist mit drei Flachbandkabeln an der Unterseite befestigt:

Die dünnen Kabel zu lösen ist gar nicht so einfach, ohne etwas kaputt zu machen. Diese verdammten FFC-Stecker sind einfach so unglaublich winzig! 😀

Nachdem das Display lose ist…

…kann man sich der Unterseite und somit dem eigentlichen „Computer“ widmen.

Die CMOS-Batterie (Knopfzelle) versteckt sich leider auf der Unterseite des Motherboards. Um diese wirklich professionell zu tauschen müsste man wohl den kompletten Laptop zerlegen und das Board ausbauen. Das würde aber bedeuten, man müsste zahlreiche weitere Flachbandkabel, Steckverbindungen, winzige Kabel und sämtliche Kühlkörper entfernen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das jemals wieder zusammenbekomme liegt bei Null! 😀

Hm, vielleicht können wir uns das ja ersparen… Da ich den defekten Akku sowieso nicht mehr brauche und auch keinen neuen einbauen will (wie gesagt, Netzbetrieb reicht mir), habe ich diesen als erstes entfernt. Das geht durch das Lösen eines kleinen Steckers sowie vierer Schrauben (von denen sich zwei ganz schön fies hinter der Webcam-Platine verstecken).

Anschließend musste ich noch einen weiteren kleinen Kabelbaum lösen um besser an die Knopfzelle heranzukommen. Nach einigen Fehlversuchen habe ich dann mit Hilfe einer Nagelfeile die Knopfzelle tatsächlich seitlich herausziehen können. Hier war Vorsicht geboten, denn schließlich wollte ich nicht die beiden Kabel, mit welchen die Batterie am Mainboard angeschlossen ist, abreißen.

Sieht so aus als wäre die Knopfzelle in eine gelbe Plastikfolie eingetütet. Ich habe die Ummantelung mit einem Cutter entfernt um an die Batterie heranzukommen. Anschließend habe ich die Knopfzelle ausgelötet um die beiden Kabelenden freizulegen.

Da ich nicht wieder eine Zelle fest verlöten wollte, habe ich einen (bereits aus Artikel 95 bekannten) Batteriehalter genommen und an diesen zwei Kabel gelötet.

Fun Fact: Natürlich habe ich vorher mit Hilfe des ausgebauten Akkus überprüft, ob der Batteriehalter überhaupt Platz im Gehäuse hat! 😉

Die beiden Kabelenden habe ich dann mit den Drähten, welche vom Mainboard kommen, verlötet und einen (viel zu großen) Schrumpfschlauch drum herum gepackt. Nicht gerade optimal, aber es hält! 😀

Fun Fact: Originale Ersatzteile (also eine Knopfzelle mit zwei Drähten und einem Stecker) kosten zwischen 5-40€. Das finde ich schon eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass man eine „normale“ Knopfzelle meist für wenige Cent kaufen kann. Verrückt, wie hier Geld gemacht wird!

Abschließend musste ich nur noch eine Knopfzelle einsetzen. Ich habe mich gleich für eine CR2032 entschieden, da diese (im Vergleich zur original eingebauten CR2016) ca. die zweieinhalbfache Kapazität hat und somit hoffentlich etwas länger hält. Damit das Teil nicht im Gehäuse durch die Gegend fliegt habe ich das ganze Konstrukt mit etwas Isolierband befestigt.

Als letzter Schritt muss der Laptop eigentlich nur wieder zusammengebaut werden. Um ehrlich zu sein war ich skeptisch, ob das wirklich funktioniert, aber siehe da – das System fährt nun (nachdem man letztmalig Datum und Uhrzeit korrekt gesetzt hat) tatsächlich ohne Probleme hoch – Erfolg! 🙂

Das Convertible ist dabei sogar so schlau und erkennt, dass kein Akku eingesetzt ist:

Ein Mysterium bleibt aber noch: Was mir äußerst negativ aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass der Mauszeiger extrem ruckelt. Sehr bizarr, denn eigentlich laufen auf (dem frisch aufgesetzten Tablet) kaum Hintergrundanwendungen. Tja, ich habe die Rechnung mal wieder ohne die inkompetenten Treiber-Programmierer gemacht! 😛 Nach einiger Recherche habe ich herausgefunden, dass es an dem Realtek-Treiber „FMAPP.exe“ liegt. Warum auch immer bringt dieser die Maus ins Schwitzen!

Na warte – dem störrischen Stückchen Software geht’s jetzt an den Kragen! Ich haben den entsprechenden Dienst im Gerätemanager gestoppt und die EXE-Datei, die im Hintergrund verwendet wird, einfach umbenannt – jetzt ist Ruhe und die Maus läuft schneller denn je! 😉

Puh, bei dem ganzen Gebastel hätte ich fast das eigentliche Ziel aus den Augen verloren! Schließlich wollten wir ja mit dem Convertible die Diskettenlaufwerke zum Musizieren bewegen! 😀

Um das zu schaffen, habe ich die benötigten Dateien für die MoppyControlGUI-Anwendung (Java, MIDIs, etc.) auf das Convertible kopiert. Zuvor habe ich alle absoluten Pfade so angepasst, dass die Anwendung „portabel“ (zusammengepackt mit einer Java-Version) läuft. Egal auf welchem System die Steuerungssoftware nun gestartet wird, ist somit keine umständliche Anpassung der JAVA_HOME- und Path-Variablen mehr notwendig! 🙂

Und siehe da, Moppy (die Steuerungssoftware) läuft auch auf dem Convertible ohne Probleme. Besonders cool – in der aktuellen Version (Moppy 2) merkt sich die Anwendung sogar die zuletzt verwendete Bildschirmposition. So kann ich die ControlGUI immer maximiert im Vollbild starten.

Fun Fact: Damit die Anwendung auch nach dem Start des Tablets wieder geöffnet wird, habe ich eine Verknüpfung auf die MoppyControlGUI-Batch-Datei in den Autostart geschoben.

Jetzt kann ich komplett ohne Tastatur einfach mit dem Stift die Laufwerke bedienen und Musik abspielen – echt cool! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage. Stay retro! 😛

#137 – Retro Windows PC Challenge

Vor einigen Tagen kam mein Kumpel Max auf mich zu und meinte er hat als Auftrag von seinem Onkel bekommen, die Daten auf einem alten PC-System seines verstorbenen Großvaters, zu sichten und ggf. zu sichern. An sich dürfte das ja kein Problem sein, oder?

Er hat gefragt, ob ich noch alte Mäuse, Tastaturen sowie einen alten VGA-Bildschirm habe, mit dem wir die Kiste zum Laufen bekommen könnten. Mit so einer Anfrage ist er bei mir genau beim Richtigen gelandet! 😉 Ich war so überheblich und meinte, wir bekommen das locker hin – ob ich damit etwas zu vorschnell war?

So sieht das gute Stück von vorne aus. Ein richtig schöner alter Tower mit Disketten- und CD-Laufwerk. Eigentlich hätten der Turbo-Knopf sowie die zwei Siebensegmentanzeigen bereits ein Indiz sein können, was für ein altes System mich da erwartet, aber ich war wohl zu naiv… 😀

Fun Fact: Entgegen dem progressiven Namen „Turbo-Knopf“ kann man damit den Rechner nicht schneller machen, sondern lediglich die Taktfrequenz der CPU verlangsamen um ältere Software/Spiele in der richtigen Geschwindigkeit zum Laufen zu bekommen – kein Witz! Auf den Segmentanzeigen lässt sich dann die aktuell eingestellte CPU-Frequenz (je nach Jumpereinstellungen in ein Anzeigemuster kodiert) einsehen – RAKETENTECHNOLOGIE!!! 😀

Spätestens beim Blick auf die Rückseite des PCs musste selbst ich kurz schlucken! 😀 Ich hatte ursprünglich vermutet, dass es sich um ein altes PC-System mit Windows XP oder vielleicht im dümmsten Fall Windows 2000 handelt, aber auf so alte Anschlüsse war ich nicht gefasst!

Uff – eigentlich hatte ich mit einer (auch schon eher altertümlichen) PS/2-Schnittstelle zum Anschluss der Peripheriegeräte gerechnet, aber die Maus wird über einen neunpoligen, seriellen D-Sub-Stecker (RS-232) angeschlossen. Für die Tastatur steht sogar lediglich nur ein alter, fünfpoliger DIN 41524-Anschluss am Mainboard zur Verfügung. Dazu gesellen sich ein Parallelport, eine SCSI-Schnittstelle, eine Grafikkarte mit VGA-Anschluss sowie eine Soundkarte mit Gameport. USB-Ports? Fehlanzeige! 😀

Fun Fact: Tatsächlich wurden gerade ältere Soundkarte (z.B. Creative Labs Sound Blaster) häufig mit einem Gameport kombiniert. Damit ließen sich Joysticks und Gamepads, wie beispielsweise die Microsoft SideWinder Controller seriell an einem PC anschließen. Heutzutage hat das – dank USB und Bluetooth – alles keine Relevanz mehr! 😉

Von innen sieht die Kiste nach meinem Empfinden relativ „leer“ aus. Zugegeben – die breiten grauen Flachbandkabel lassen den Tower voller wirken als er eigentlich ist. Hier drin herrscht wirklich Retro-Action vom Feinsten! Verbaut ist ein altes Sayo-Mainboard (SY-5BT5) samt Pentium-Prozessor. An einem der alten ISA-Steckplätze hängt eine Trident-Grafikkarte und das System kommt scheinbar mit nur einem RAM-Riegel aus. Das CD- und Diskettenlaufwerk sind über die IDE-Controller (ATA) auf dem Mainboard angeschlossen.

Doch was sehen meine Augen da? Die Festplatte ist ja gar nicht über IDE mit dem Mainboard verbunden, sondern hängt direkt mit einem 50-poligen Flachbandkabel an einem SCSI-Controller (PCI-Karte). Puh, so viel zu meiner Idee, die Platte einfach auszubauen und über einen IDE-to-USB-Adapter an einen PC anzuschließen. Mit einer SCSI-Platte wird das natürlich schwierig… 😦

Ich befürchte wir kommen nicht drum herum zu versuchen, das System tatsächlich zum Laufen zu bekommen. Da ich keine DIN-Tastatur und serielle Maus mehr besitze, hat der gute Max gleich zwei passende Adapter geordert:

Na, dann muss das gute Stück ja nur noch verkabelt werden:

Die Spannung steigt – ob die Mühle überhaupt noch läuft?! POWER ON!

Fun Fact: An dieser Stelle muss ich mich für die nicht ganz so qualitativen Bilder in diesem Beitrag entschuldigen. Wir haben die Kisten in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zum Fliegen gebracht und wie es immer so ist, lief nicht immer alles nach Plan! 😀

Tatsächlich – das System startet, der POST (Power-on self-test) läuft durch und wir sehen, dass ein Pentium MMX mit 200Mhz und 64MB RAM verbaut sind. Lediglich ein CMOS-Fehler poppt uns entgegen, welcher auf eine leere BIOS-Batterie hindeutet….

Da ist er ja, der Übeltäter! Gott sei Dank ist das kein Problem und das System lässt sich auch mit den BIOS-Defaults starten. Und wenn ich ehrlich bin ist es mehr als erstaunlich, dass die Batterie scheinbar der einzige Defekt bei dem PC ist, der seit knapp 20 Jahren nicht mehr gestartet wurde – echt irre! 😀

Für das, dass der PC so alte Anschlüsse hat, war ich mehr als überrascht zu sehen, dass Windows 98 als Betriebssystem installiert wurde. Um ehrlich zu sein hatte ich vom äußeren Eindruck her fast mit „Schlimmeren“ (z.B. Windows 3.11) gerechnet – Glück gehabt! 🙂

Ich bin froh, dass sich Max noch an das Passwort erinnert (bzw. es erraten) hat, so war die erste Hürde schnell überwunden. Andernfalls hätten wir das Passwort mit einem „Workaround“ umgehen müssen! 😉

Leider mussten wir feststellen, dass der serielle Mausadapter seinen Dienst verweigerte. Eine Analyse des Problems wäre sehr aufwändig, denn es kann zahlreiche Ursachen wie z.B. gelöschte COM-Settings im BIOS dank leerer Batterie, fehlende Treiber für den seriellen Adapter, nicht unterstützte Maus, etc. haben. Bleibt also nichts anderes übrig als das System ausschließlich mit der Tastatur zu steuern – heftig! 😀

Auf dem Desktop angekommen, fühlt man sich so als wäre man in eine Zeitmaschine ein- und zur Jahrtausendwende wieder ausgestiegen. Paint, WordPad, StarOffice, Internet Explorer und der gute alte „Aktenkoffer“ zur Dateisynchronisation mit Wechseldatenträgern (Disketten, USB-Sticks) lassen das Nostalgiker-Herz höherschlagen! 😉

Die Microsoft Office-Klassiker, wie z.B. „Word“ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Mann – Word 95 – das waren noch Zeiten… 😀

Ach ja, es geht doch nichts über das „klassische“ Startmenü. So schön aufgeräumt, so schön strukturiert. Keine nervigen Widgets oder Apps mit Newsfeeds, Schlagzeilen oder Wetterberichten und last but not least – keine bunten Kacheln. Die Welt war mal schön! 🙂

Fun Fact: Beim Ausführen von „run-Commands“ (Windows-Taste + „R“) ist aufgefallen, dass Windows 98 zahlreiche gängige Befehle (wie z.B. „devmgmt.msc“ zum Aufruf des Gerätemanagers oder „taskmgr“ für den Taskmanager) noch nicht kann! Schon verrückt wie viel man damals noch händisch machen musste aber eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das System auch schon wieder 22 Jahre alt ist! 😉

Soweit, so gut, jetzt gilt es eigentlich nur noch den eigentlichen Auftrag (Stichwort „Datenrettung“) zu erledigen. Richtig viele können es nicht sein, denn die verbaute Festplatte ist tatsächlich nur schlanke 4GB groß, von denen nicht mal 1GB an Daten (inklusive Betriebssystem und Anwendungen) belegt ist! 😀

Nach einer Prüfung, wie viele Daten überhaupt gerettet werden müssen, stellte sich heraus, dass es nur knapp 30MB mit einigen Bildern aus vergangenen Tagen sind. Eigentlich ist das keine große Datenmenge, doch wie macht man das bei einem System, welches noch keine USB-Ports hat? 😀

Ich war natürlich vorbereitet und habe extra eine Hand voll Disketten zum Kopieren bereitgelegt, aber leider waren einige der zu sichernden Dateien größer als 1,38MB und würden somit nicht auf eine Diskette passen – Mist! xD

Theoretisch könnte man jetzt versuchen die Dateien in ein in Einzelteile zerstückeltes ZIP-Archiv zu komprimieren („zippen“) und mit mehreren Kopiervorgängen auf die einzelnen Disketten zu übertragen. Ich habe es mal überschlagen – dafür bräuchte man ca. 22 Disketten und verdammt viel Zeit und Geduld – nein danke! 🙂

Ebenso war auf dem System „WinZip“ nicht installiert. Tatsächlich haben wir anfangs einige Versuche unternommen eine alte Version der Software (6.1 von 1996 und 8.0 von 2000) zum Laufen zu bekommen – ich würde sagen mit eher gemischtem Erfolg. Teilweise waren die Versionen so alt, dass sie nicht mit gesplitteten Archiven zurechtkamen. Ebenfalls kamen einige ungeplante Diskettenlese- und Schreibfehler dazu – der übliche IT-Wahnsinn eben… 🙂

Fun Fact: Die einzelnen Versionen mussten natürlich auf einem PC mit Internet heruntergeladen und anschließend auf einer Diskette gespeichert werden. Anfangs habe ich das noch mit dem PC aus Artikel 17 gemacht, später dann haben wir ein Lenovo ThinkPad Convertible genommen und daran ein USB-Diskettenlaufwerk angeschlossen um das Chaos perfekt zu machen! 😉

Hm – ne, das ist alles keine gute Lösung, das muss doch irgendwie besser gehen… Nach Auslotung der übriggebliebenen Optionen ist mir eingefallen, dass ich noch einen IDE-CD-Brenner von LG herumliegen hatte – könnte das die Rettung sein?

Einen Versuch ist es allemal wert. Also, schnell das CD-Laufwerk aus- und den Brenner einbauen. Hardware-Operationen am offenen Herzen, na das haben wir gern! 😀

Zumindest wird der Brenner sofort von Windows 98 (auch ohne zusätzliche Treiberinstallation) erkannt und auch das Lesen einer Audio-CD hat ohne Probleme geklappt. Bitte fragt mich jetzt aber nicht, wieso die blöde Abspielsoftware keinen Sound ausgegeben hat, obwohl die Windows-Sounds funktioniert haben. Ich denke das ist ein Problem, welches ich nicht mehr in diesem Leben lösen werde… 😉

Die letzte Challenge bestand dann „nur noch“ darin, ein Brennprogramm finden, welches einerseits noch unter Windows 98 läuft und andererseits klein genug ist, sodass wir es mit nur einer Diskette auf den PC übertragen können.

Letztendlich ist es mit „ImgBurn“ (Version 2.1.0.0 aus dem Jahre 2006, ca. 1MB) ein alter Bekannter von mir geworden. Die Software verwende ich selbst heute noch zum Brennen von CDs. Ich weiß, ich weiß – wer brennt heutzutage noch CDs? Ich! 😛

Mit ImgBurn haben wir dann ein ISO-Image der zu sichernden Dateien erstellt und dieses auf CD gebrannt. Tatsächlich hatte ich noch ein paar verschiedene CD-Rohlinge herumliegen. Ich würde mal vermuten, dass das heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist… 😉

Fun Fact: Nur nochmal zur Erinnerung – das alles musste komplett ohne Maus erledigt werden! Diese Einschränkung verlieh der – sowie so schon absoluten – Retro-Challenge quasi noch einen zusätzlichen Reiz 😀

Wie dem auch sei – nach mehreren Stunden Kampf mit dem alten Computer war es geschafft und wir konnten ihn zurück in seinen wohlverdienten Schlaf schicken. Im Nachhinein betrachtet hätte man vermutlich auch einfach eine weitere IDE-Festplatte verbauen und die Daten über diesen Weg sichern können. Tja, was soll ich sagen? Im Nachhinein ist man immer schlauer…

In diesem Sinne – gute Nacht alter Retro-PC. Auf dass du auch noch in 20 Jahre funktionierst! 😉

Bis die Tage, ciao!

#136 – A Lenda do Herói

Vorwort: Das hat zwar überhaupt nichts mit dem Artikel heute zu tun, aber es ist einfach viel zu cool um es euch nicht zu zeigen! 😉

Zum Jahrestag habe ich von meiner besseren Hälfte ein sehr cooles Geschenk bekommen – eine retrololo-Tasse!

Ich finde das Design richtig cool. Hätte gar nicht erwartet, dass sich das Logo, bzw. die Grafik so gut auf einer Tasse macht! 🙂

Passend dazu hat mir mein Kumpel Michi einen Untersetzer gebastelt. Moment – das ist doch nur eine einfache Diskette, oder?

Tja, nicht ganz, denn tatsächlich ist das gute Stück vollständig aus Lego gebaut! Ihr glaubt mir nicht? Hier der Vergleich mit einer echten Diskette:

Das Teil ist wirklich cool gemacht, sogar an die Löcher für den Schreibschutzschieber wurde gedacht! 🙂

Zusammen mit dem Mauspad (siehe Artikel 67) kann ich jetzt schon fast einen Merchandise-Shop aufmachen! 😀

Vielen Dank nochmal euch beiden für die tollen Geschenke! 🙂

So, jetzt aber schnell zurück zum eigentlichen Thema…

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Nachdem wir uns in den Artikeln 129 und 130 überwiegend mit der „Technik“ der Switch beschäftigt haben, ist mir aufgefallen, dass ich euch noch gar keine Spiele für Nintendos Konsolenhybriden vorgestellt habe – das möchte ich heute ändern!

Ich habe lange überlegt, welches Spiel ich euch als erstes präsentieren könnte, habe mich dann aber letztendlich für einen eher unbekannten Indie-Titel entschieden, von dem ihr (vermutlich) noch nichts gehört habt! 😉

Fun Fact: Klar, über die AAA-Titel wie z.B. „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“, „Super Mario Odyssey“ oder „Pokémon Schwert/Schild“ gäbe es einiges zu erzählen, aber ich denke zu diesen Spielen gibt es schon genügend Informationen im Netz. 😉

Eines dieser recht unbekannten Spiele ist „Songs for a Hero“. Das Spiel erschien bereits 2016 für den PC, wurde aber erst im Jahr 2020 als „Definitive Edition“ mit allen erschienenen DLCs erneut zusammengepackt und für den PC (via Steam) sowie für die Nintendo Switch veröffentlicht.

An und für sich ist Songs for a Hero ein einfacher 2D-Plattformer. Ihr spielt einen namenlosen Helden der mit Schwert und Schild loszieht, um den Hilferufen einer gefangenen Prinzessin zu folgen. WOW – Killer-Story, ich weiß! 😀 Nichts was es nicht schon tausendmal gegeben hätte…

Fun Fact: Mit „einfach“ meine ich eher das Spielprinzip, denn einige Passagen des Spiels sind für ungeübte Finger gar nicht so einfach zu bewältigen! 😉

Bevor ihr mich steinigt – natürlich ist das nur die halbe Wahrheit, denn tatsächlich spielt sich Songs for a Hero eher wie ein humoristisches, interaktives Musical. WHAT?! Wie ist das denn gemeint? Nun, das ganze Spiel wird akustisch von unserem Protagonisten begleitet – und zwar mit in Reimform gesungenen Versen! 😀

Fun Fact: Im brasilianischen Original heißt das Spiel „A Lenda do Herói“ – somit ist auch der Titel des heutigen Blogbeitrags erklärt. Gut, dass es für den internationalen Markt auch auf Englisch vertrieben wird, denn mit portugiesischem Gesang kann zumindest ich nicht viel anfangen! 🙂

Der Clou dabei ist, dass diese Verse dynamisch je nach Spielsituation gesungen werden. Der Held reagiert also auf das was ihr tut und besingt es mit passenden Reimen. Dabei werden zahlreiche Klischees wie z.B. das ewige „nach rechts gehen um weiterzukommen“ oder das „keinen Fallschaden nehmen, obwohl man aus vielen Metern Höhe auf den Boden knallt“ sarkastisch angepriesen. Was für eine kreative und vor allem coole Idee!

Das Spiel besteht aus insgesamt neun Levels, welche den Spieler in verschiedenste Gebiete (Wald, Wüste, Katakomben, Gletscher, etc.) mit entsprechend designten Gegnern schicken. Jeder Level ist dabei in einzelne Akte (ähnlich wie bei einem Musical oder eine Theateraufführung) aufgeteilt und wird durch einen epischen Bosskampf am Ende eines Abschnitts abgerundet.

In jedem Level, bzw. jedem Abschnitt gibt es verschiedene Gegenstände einzusammeln. Neben dem klassischen Extraleben (in Form eines fliegenden Kopfes des Helden :D) können z.B. goldene Medaillen eingesammelt werden. Je drei davon bringen ebenfalls ein Extraleben.

Auch gibt es pro Abschnitt drei goldene Musiknoten einzusacken, welche benötigt werden um die Türen zu geheimen Bosskämpfen zu öffnen – fast so wie bei „Banjo-Kazooie“! 🙂 Leider sind die Türen zu den „secret bossfights“ selbst auch nochmal – meist sogar ziemlich fies – in einem beliebigen Abschnitt eines Levels versteckt. Ganz schön kryptisch das alles… 😉

Fun Fact: Gut, dass die Noten völlig optional sind. Ich habe sie oft erst nach stundenlanger Spielzeit gefunden, da sie sich zumeist unsichtbar z.B. hinter Wänden verstecken. Möchte man alle finden bleibt einem nichts Anderes übrig als jeden noch so kleinen Winkel des Levels abzusuchen – puh! 😀

Viel wichtiger aber noch sind die Schatztruhen. Von ihnen gibt es ein paar (manchmal nur eine, manchmal mehrere) in jedem Abschnitt. Sie beinhalten Herzteile, Energietränke, Waffen oder Schriftrollen durch welche unser Helden neue Fähigkeiten erlernt. Gerade der „Dash“, bei dem der Recke für eine kurze Zeit durch die Luft schießen kann, erweist sich an vielen kritischen Stellen als extrem Nützlich!

Die einzelnen Levels sind über eine Oberwelt miteinander verbunden. Besonders praktisch ist, dass man von hier aus einzelne Levelabschnitte direkt anwählen kann und nicht erst ein komplettes Gebiet erneut erkunden muss, um ggf. einen vergessenen Schatz oder Musiknoten zu suchen.

Über die Oberwelt lässt sich auch die Stadt erreichen. Hier kann der Held mit den Stadtbewohnern quatschen…

…oder sich Heil- und Energietränke im Shop zulegen. Ebenso können Energiekristalle und Herzteile gekauft werden um den eigenen Charakter noch weiter zu verstärken. Schön zu sehen, dass die Entwickler dem Spieler ein paar Möglichkeiten an die Hand geben sich das Leben durch Verstärkung der eigenen Ausrüstung etwas einfacher zu machen.

Für einen 2D-Plattformer bietet das Spiel einiges an Abwechslung. So müssen neben den typischen Sprungeinlagen auch kleinere Rätsel, wie z.B. Schalter drücken um Türen zu öffnen…

… oder Kamine mit einem Feuerschwert entfachen um eine Brücke herunterzulassen, gelöst werden.

Nach jedem erfolgreich absolvierten Level wird man mit einem weiteren Stück der Hintergrundgeschichte belohnt. Manchmal empfängt man sogar kryptische Nachrichten der verschollenen Prinzessin. Ob es ihr gut geht?

Auch der Humor der Entwickler macht einen Großteil des Charmes des Spiels aus. So wird z.B. mit Anspielungen auf andere Prinzessinnen rettende Protagonisten nicht gegeizt. Hm, woher kommt mir z.B. nur der Satz „the princess is in another castle“ bekannt vor? 😉

Als kleines „Zuckerl“ darf man nach Abschluss der Hauptstory obendrauf noch einen Epilog spielen, welcher die Story sowie die Hintergründe des eigentlichen Spielendes genauer beleuchtet. Das nenne ich mal eine ordentliche Belohnung! 🙂

Tja, ich denke viel mehr kann und will ich über Songs for a Hero gar nicht erzählen. Das Spiel ist kurzweilig und für sarkastische Jump-and-Run-Fans mit gutem Humor und einem Faible für Musik ein absolutes Muss! Ich war beim Spielen häufig an dem Punkt die Switch nach einigen Stunden Spielzeit beiseite zu legen, habe mich dann aber selbst schnell mit einem „ach komm, nur noch ein Level“ überredet weiterzuspielen! 😀

Fun Fact: Die Idee für das Spiel entstand eigentlich durch ein 2013 (mit portugiesischem Text bereits 2012) veröffentlichtes Video namens „The Legend of Hero“. Fans fanden das Video und die Idee eines singenden Protagonisten so gut, dass sie sich eine Spielumsetzung gewünscht haben. Kurze Zeit später wurde dieser Wunsch vom brasilianischen Entwicklerstudio „Dumativa“ in Zusammenarbeit mit den Castro Brothers tatsächlich erfüllt!

In diesem Sinne – bis die Tage!

#135 – Poems of the Past

Vorwort: Uff – heute gibt es mal was komplett anderes als sonst. Nein, keine Videospiele, kein Retro-Gebastel, keine alte Hardware und auch keine handwerklichen Eskapaden.

Vielmehr geht es heute um Gedichte. Ja, richtig gehört! 😀

Bevor ihr mich mit fragenden Blicken überwerft und die Tomaten aus der Speisekammer holt, lasst es mich bitte erklären…

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Es gab eine Zeit in der war Kreativität keine Frage der Zeit oder der Lust. Es war eine Zeit der Emotionen, in welcher Eindrücke, Gefühle und Erkenntnisse häufig in Form von kreativen Werken, sei es nun Musik, Texte oder Bilder verarbeitet wurden. Eine Zeit, in der man einfach alles ausprobiert hat ohne Rücksicht auf Verluste oder Konsequenzen. Egal wie gut oder schlecht das Ergebnis war – das war alles egal, wenn man Spaß auf dem Weg hatte. Wenn ich mich recht erinnere nennt man diese Zeit Kindheit oder Jugend… 😉

Ok, zugegeben – lang ist’s her! 😀 Doch ernsthaft Leute – heute möchte ich euch ein paar sehr simple Gedichte zeigen, die ich vor vielen Jahren mal geschrieben habe. Warum? Nun, das ist einfach. Die Teile liegen mittlerweile schon seit Jahrzehnten auf meiner Festplatte und ich möchte sie zumindest mal online „sichern“, bevor sie für immer in den digitalen Jagdgründen verschwinden! 😉 Nehmt das Ganze bitte nicht zu ernst – die Texte sind alles andere als lyrische Meisterleistungen. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) sollten sie allen zugänglich gemacht werden, so können wir zumindest gemeinsam drüber lachen! 😀

Wenn ich mich recht erinnere hatte ich einige davon mal auf „PBU“ (partys-bei-uns.de), später „BU“ (bei-uns.de) hochgeladen. Erinnert sich noch jemand an die (eher in Bayern regional bekannte) Online-Community? Eine riesige Freundesliste pflegen, private Nachrichten mit hübschen Mädels oder guten Kumpels austauschen, peinliche Gästebucheinträge erstellen und ein mindestens noch fünfmal peinlicheres digitales Profil verwalten. Ach ja, wie doch die Zeit vergeht… 🙂

Seht es mir nach, dass ich im Folgenden nichts kommentieren werde, denn ich möchte das alles so original wie möglich belassen! 😉 Also gut, genug Vorgeplänkel, los geht’s!

Fun Fact: Tatsächlich habe ich sogar noch das ein oder andere angefangene, nie fertiggestellte Gedicht gefunden. Keine Angst – die wirren, zusammenhanglosen Sätze habe ich von vornherein aussortiert, das kann ich euch nicht antun! 😀

Auswahl

Ein neuer Tag, ein neuer Fall,

ein jeder ist auf sich gestellt.

Es ist und bleibt die Qual der Wahl,

denn schließlich geht’s ums eigen‘ Geld.

Wir müssen uns so oft entscheiden,

wird die Entscheidung richtig sein?

wofür die Stimmen stehen bleiben,

die Antwort weiß das Herz allein.

Wir sollen wählen, nach dem Herzen,

es ist der Wahrheit‘ erste Quelle.

Bereitet es uns gerne Schmerzen,

doch ändert es nicht seine Stelle.

Es kommt nur auf die Wahrheit an,

zum Lügen ist der Tag zu schade.

Ob die Entscheidung wahr sein kann,

Oft überlebt es deine Tage.

Die Möglichkeiten, viel zu glauben,

wofür man sich entscheiden kann.

Dass Sie doch den Verstand uns rauben.

die Wahl, Sie bietet es uns an.

Gefühle

Einander lieben und sich vertrauen,

es ist des Glückes‘ Freuden Leid.

Nur dazuliegen, sich anzuschauen,

am besten ist’s und bleibt’s zu zweit.

Was ist es, was uns so verbindet?

Was stellt den Schmerz so deutlich dar?

Die Liebe ist’s die’s überwindet,

Gefühle machen’s uns so klar.

Und kostet es, so will man meinen,

die eigen‘ Nerven, Kraft und Geld.

Die Liebe ist ein Haus aus Steinen,

auf das kein Stein herunterfällt.

Der Wind bläst um das alte Haus,

er treibet an, die alte Mühle.

die Kraft, er lässt Sie an Ihr aus,

die Liebe bleibt Preis der Gefühle.

Der Dichter

Verlassen von täglichem Leid‘ und Gejammer,

was könnte für Ihn noch schlimmer sein?

Sitzt Er, der Dichter, in seiner Kammer,

backt täglich‘ Brot, verfasst den Reim.

Für Ihn ist’s der Himmel und doch auch der Tod,

will Er doch mit dem Schreiben verdrängen,

was Ihm noch nicht zusteht, steckt Er schon in Not?

Er steckt in des Reime’s Fängen.

Sein Stil ist ehrlich, er weiß zu schreiben,

worüber niemand Wort verliert.

Gedanken sind’s, die Ihn antreiben,

durch die Er Tag für Tag agiert.

Gedanken lassen Ihn vergessen.

Er schreibt für sich selbst, es gibt keinen Richter.

Oft ist er Tag und Nacht besessen,

er ist und bleibt der Dichter.

Der Glaube

Der Schein, er lässt uns oftmals glauben,

was uns die Wahrheit gern verdeckt.

Er lässt uns träumen, uns erlauben,

in Ihm sei all der Hass versteckt.

Wer weiß, ob er das Leid auffrisst,

wer kann das wirklich sagen?

Für wen der Glaube Wahrheit ist,

muss jeder für sich fragen.

Meist steht er zwischen Hass und Liebe,

einander Glauben ist das Ziel.

Oft ist er deiner Tage Diebe,

Bedeutung hat er heut‘ nicht viel.

Denn viel zu oft, ja leider täglich,

ein jeder denkt sich seinen Teil.

Der Glaube macht’s sehr oft erträglich,

die gute Welt sei doch im Heil.

Vergessenheit tritt über’s Land.

Den Glaube wird’s nicht intressieren,

ist er doch aus dem Herz verbannt,

Ich wollte Ihn doch nicht verlieren.

Die Wiese

Zwei Menschen liegen im Gras,

So eng umschlungen, in der Sonne.

Sie lachen und haben Spaß,

und toben mit voller Wonne.

Doch aus rasantem Kitzelspiel,

wurd schnell der beiden Lustgefühl.

Er konnt‘ ihr es nicht sagen,

Er liebte Sie so sehr.

Hätt‘ Sie’s doch nie ertragen,

denn auch ihr Herz war schwer.

Doch mussten beide schweigen,

sich schweigend still vertrauen.

Im Herzen spielen Geigen,

wenn Sie sich in die Augen schauen.

Die Zeit war reif – das Jahr vorbei,

Sie trafen sich auf der Wiese.

Selbst nach dem Jahr warn Sie sich treu,

Sie war’n im Paradiese.

So einst geschah’s zur Sommerszeit,

Sie fühlten sich wie Diebe.

Die Zeit war reif, Sie warn bereit

für ewig‘ glücklich‘ Liebe.

Getrennte Wege

Ganz Meinerseits, der Freuden Leid.

bin Ich allein, und doch zu Zweit.

Wir sind’s gewohnt, uns zu vertrauen,

doch uns’re Zukunft liegt im Grauen.

Mir wird es fehlen, Ich werd‘s vermissen,

des Herzens Wärme, dich zu küssen.

Die Sucht die mich nach dir so plagt,

durch meiner nächtlich‘ Träume jagt.

Der Worte folgen Taten gleich,

vermiss ich dein Gesicht, so weich.

Und würde es mir rechtens sein,

wärst du jetzt hier, und nicht allein.

Ein Häufchen Elend, allein und selig,

sitz Ich so da, und wart‘ auf ewig.

Möcht ich in deiner Nähe sein,

denn wie du weißt, du warst mal mein.

Denn war und bin ich so besessen,

bliebt mir doch nichts, ich muss vergessen,

wie einst doch unsre Liebe war,

so spür‘ ich doch den Schmerz – so klar.

Der Sommer kam, es schien verflogen,

das ewig glücklich‘ traute Paar.

Doch wird die Freundschaft wiederholen,

was mit uns ist – und mit uns war.

Krankheit

Es stört des Körpers reine Seele,

was Ihr kein Mensch zu Wünschen spricht.

Der Tod, er zieht die Parallele,

zur Krankheit die in uns ausbricht.

Gequält von Last und großen Sorgen,

verstehen kann der Mensch es nicht.

Er liegt im Bett, es graut der Morgen,

die Arbeit fällt nicht ins Gewicht.

Tag ein Tag aus, der Mond kehrt wieder,

im Schlaf tobt heiß der Kampf der Nacht.

Oft schlägt uns dieser Kampf schwer nieder,

auf dass die Krankheit in uns lacht.

Begnadet doch vom Leid getragen,

dass Ihr ein Ende nahe ist,

lässt Sie das Herz nur langsam schlagen,

und setzt der Schmerzen keine Frist.

Es eilt herbei, ob Jung und Alt,

mit Wunsch das Leid doch zu vertagen,

was früher nur im Schlafe galt,

die Plage lässt sich schwer ertragen.

Doch Hoffnung eilt in’s volle Haus,

als ob Ihr auch nicht’s andres bliebe.

dringt Sie dann endlich aus uns raus,

mit viel Geduld und sehr viel Liebe.

Verflossene Liebe

Kein Mädchen war so schön wie Sie,

Sie steckte stets voll Energie.

Ich weiß nicht wie mit mir geschah,

Sie war doch immer für mich da.

Es ist und war der Liebe Schmerz,

sie ging, und mir zerbrach mein Herz.

Weil Ich Sie nicht vergessen kann,

ruf Ich noch heute bei Ihr an.

Ihr war nicht klar, wie mir geschieht,

wie Sie mir doch mein Glück entzieht,

und mit Verlassen meines Herzens,

ertrag Ich nun des Leiden‘ Schmerzens.

Wie oft war Ich nur für Sie da?

Wir waren glücklich, für ein Jahr.

Es musste kommen wie es musste,

obwohl Ich es schon immer wusste.

Und sehn Wir uns auf unsrem Wege,

nur unsre Liebe, die braucht Pflege.

Dann werden Wir bald glücklich sein,

denn Wir sind wir – und nicht allein.

Musik

Die Kunst die Noten zu vereinen,

im Geiste ist’s des Künstler’s Traum.

durch Ihn will Klang und Ton erscheinen,

die Melodie schwebt schon im Raum.

Drum gilt es, die Musik zu finden,

Schwebt Sie im Himmel hell und klar.

Den Ton auf Erden einzubinden,

der Künstler kann dies wunderbar.

Und hat Er endlich das gefunden,

wonach man Tag und Nacht gesucht.

Wird Er den Klang nochmal bekunden,

und dann wird Text mitausgesucht.

Sehr weise und mit viel Bedacht,

Er selektiert die Wörter fein.

Baut Er die Sätze angebracht,

in sein bisheriges Werk ein.

So spiegelt sich die Seele wieder,

in einer Schönheit, die Ihn blendet.

In Ihr ertönen Gotteslieder,

sein Meisterwerk es sei vollendet.

Uff – bin ich froh, dass das geschafft ist. Mann, waren da ein paar üble Texte dabei, was? 😀 Mittlerweile kommt mir das fast surreal vor, dass ich das Zeug mal geschrieben haben soll?! Schon lustig, wie man sich selbst im Lauf der Zeit „verändert“. Das fällt einem leider immer erst (wenn überhaupt) im Nachhinein auf! 😉

In diesem Sinne – bis die Tage!