#111 – Wii in neuem Gewand

Erinnert sich noch jemand an die olle Wii aus Artikel 83?

Softwaremäßig haben wir der betagten Konsole ja schon ein paar neue Tricks beigebracht (Spiele von USB abspielen und ältere Systeme emulieren). Heute möchten wir dem guten Stück noch was Gutes tun und der Konsole eine kleine Schönheitskur verpassen…

Mal überlegen, was brauchen wir dafür? Definitiv ein mysteriöses Paket aus China! 😀

Nein, darin sind tatsächlich keine Drogen, sondern eine Pappschachtel mit einem neuen Plastikgehäuse für die Wii:

Fun Fact: Was macht man als kreativer chinesischer Hersteller, wenn man keine Namensrechte an der Wii besitzt um offiziell lizensierte Ersatzteile herzustellen? Richtig, man nennt sein Produkt anstelle von „Wii“ einfach „Wü“ und verwendet eine Schriftart, bei welcher der untere Strich des Buchstaben „ü“ einfach nicht so dick aufträgt. Genial! 😀

Zumindest ist das Gehäuse gut verpackt. Auf den ersten Blick schaut das gar nicht so kompliziert aus…

Bei genauerem Hinsehen fällt aber dann schnell auf, dass es doch einige kleine (und vor allem sehr fragile) Plastikstücke gibt. Ich kann es kaum erwarten die alle an den richtigen Platz zu setzen! 😉

Fun Fact: Etwas schade finde ich die Tatsache, dass überhaupt keine Anleitung (auch nicht online) dabei war. Im Endeffekt muss man sich so die einzelnen Schritte beim Auseinanderbauen der Konsole merken und einfach auf gut Glück drauf losbasteln. 😀

So, nicht lang schnacken, sondern gleich mit dem Umbau anfangen. Als erstes müssen die Abdeckklappen, unter denen sich die Ports für Gamecube-Controller und Memory-Cards befinden abgeklipst werden. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich ein paar Schrauben lösen, welche die schwarze Abdeckplatte am Gehäuse befestigen.

Fun Fact: Für den Umbau wird neben unterschiedlich großen (bzw. kleinen) Kreuzschlitzschraubenziehern auch ein spezieller Tri-Wing-Schraubenzieher benötigt. Selbst in einem gut ausgestatteten Bitsatz ist dieser meist in so kleiner Größe nicht vorhanden.

Auch unter der schwarzen Abdeckplatte müssen weitere Schrauben gelöst werden. Sehr merkwürdig, dass gefühlt an jeder Stelle ein anderer Schraubentyp verwendet wurde!

Ist das geschafft kann man sich um die Seiten des Gehäuses kümmern. An einigen Stellen sind Schrauben unter Gummifüßen oder Plastikabdeckungen versteckt. Ich nehme zum Entfernen dieser immer ein Cutter-Messer.

Auf der Unterseite ist eine kleine Halterung samt Knopfzelle verbaut, welche dafür da ist die Systemzeit zu halten.

Es wird Zeit die Wii von ihrem alten Gehäuse zu befreien. Als erstes muss die Front samt Knöpfe und Schlitz für die DVDs herausgezogen und umgeklappt werden.

Anschließend kann die Oberseite abgenommen werden. Jetzt müsste die Konsole doch eigentlich „nur noch“ nach rechts in das neue Gehäuse… 😉

Ganz so einfach ist es leider nicht, denn um das zu erreichen müssen mal sämtliche Schrauben gelöst und das Abschirmblech entfernt werden.

Nun kann das Laufwerk abgeschraubt und abgesteckt werden. Hierbei sollte man darauf Acht geben, dass das fragile Flachbandkabel nicht zu sehr geknickt oder gebogen wird. Die Ersatzteilversorgung in dem Bereich ist leider eher „dünn“. 😀

Um an die Platine zu kommen müssen sogar sämtliche Plastikrahmen und Halterungen sowie der Lüfter abgeschraubt werden. Ein besonderes Augenmerk sollte man hier auf die quer durch die Konsole verlaufenden, sehr kleinen Leitungen legen. Diese wirken teilweise recht willkürlich verlegt und reißen schnell ab, wenn man nicht aufpasst.

Fun Fact: Ich mache bei so verwirrenden Aufgaben immer bei jedem Arbeitsschritt Bilder. So kann ich zum einen besser nachverfolgen wie man das Teil wieder zusammenbaut und zum anderen habe ich so gleich ein paar Bilder für einen Blogartikel! 😉

Uff – endlich beim mittleren Schutzblech angekommen…

Fun Fact: Zu Beginn der Aktion hatte ich gehofft, dass es „nichts Großes“ wird, aber spätestens an diesem Punkt war mir klar, dass ich die Konsole mehr oder weniger komplett auseinander nehmen muss – puh!

Doch leider lässt sich der Rest der Konsole immer noch nicht im Ganzen herauslösen. Die letzten vier Schrauben, die das Konstrukt im Gehäuse halten, sind die des Kühlers.

Sobald diese gelöst wurden, können wir damit anfangen die Konsole in das neue Gehäuse zu verpflanzen. Mann, ist das ein gutes Gefühl, endlich mit dem eigentlichen Umbau zu beginnen!

Fun Fact: An sich wollte ich auf das untere Schutzblech verzichten, damit die Wii später von außen „cooler“ aussieht, doch leider wird dies benötigt um die Platine überhaupt am Gehäuse zu befestigen. Naja, man kann nicht alles haben. ^^

Und so wird die Wii wieder Stück…

…für Stück…

…zusammengebaut.

Während das DVD-Laufwerk noch vergleichsweise einfach einzubauen war…

…habe ich mit der bescheuerten Front-Blende ganz schön gekämpft. Das Konstrukt wird nur durch gepresste Plastikteile zusammengehalten. Wer denkt sich so etwas aus?!

Wenn ich an die filigrane Kabelführung denke, werde ich immer noch leicht aggressiv – was für ein Gefrickel! 😀

Wie dem auch sei, irgendwann war auch das geschafft und nun musste nur noch das restliche Gehäuse verschraubt werden. Während die Unterseite noch recht unspektakulär daherkommt…

…kann man auf den Seiten die „Innereien“ gut erkennen. Auch die beiden Abdeckklappen passen und fallen gar nicht auf. Sieht cool aus wie ich finde! 🙂

Auf der Vorder- und Rückseite der Konsole sind die Buchsen und Knöpfe ganz normal angeordnet. Schön ist auch, dass man nun gleich auf den ersten Blick sieht ob sich eine SD-Karte in der Konsole befindet oder nicht.

Das Highlight ist und bleibt natürlich die Oberseite. Der direkte Blick auf das DVD-Laufwerk gefällt mir schon gut muss ich sagen. 🙂

Wie bei jeder guten Reparatur (bzw. jedem guten Umbau) sind natürlich zahlreiche Teile übriggeblieben! 😀 😛

Fun Fact: Normalerweise würde mich das beunruhigen, aber in diesem Fall bleib ich entspannt. Ich habe mich ja explizit dazu entschlossen auf die andersfarbigen Plastikabdeckungen sowie ein Schutzblech zu verzichten. Kein Wunder, dass da auch zahlreiche Schrauben übrigbleiben.

Jetzt bleibt abschließend eigentlich nur noch die Frage zu klären, ob die Wii noch funktioniert. Um das zu testen, habe ich die Konsole angeschlossen und gleich mal ein Spiel („Beat The Beat: Rhythm Paradise“) eingelegt. Auf dem Bild kommt es gar nicht so rüber, aber es hat was extrem befriedigendes der drehenden Scheibe beim Lesevorgang zuzusehen… 😀

Läuft ohne Probleme – nice! 🙂

Fun Fact: Nicht nur die Power-LED wirkt durch das transparente Gehäuse ganz anders. Auch die blau aufleuchtenden LEDs beim Einschieben einer DVD machen so optisch deutlich mehr her. Wäre natürlich top gewesen, wenn ich das fotografiert hätte, fällt mir jetzt so im Nachhinein auf… xD

Abschließend betrachtet bin ich mit dem neuen Gehäuse sehr zufrieden. Leider war der Umbau deutlich aufwändiger als gedacht und hat mich einige Stunden (und Nerven) gekostet. Aber ich denke es war die Mühen wert, das Ergebnis kann sich schon sehen lassen… 🙂

In diesem Sinne, bis die Tage – behaltet einen klaren Durchblick! 😛

#110 – THPS

Die Neunziger. Nichts war so cool wie zerrissene Hosen, ein Walk- oder Discman in der Tasche, eine PS1-Konsole, die Pflege eines Tamagotchis – und natürlich Skateboarding! 🙂

Mich persönlich hat die Faszination von Skateboarding im „real life“ nie so richtig gepackt. Vielleicht liegt es daran, dass mich selbst Inlineskaten oder Schlittschuhfahren schon vor größte Herausforderungen stellt. Aber das alles ist völlig egal: Hatte man als Kind kein Skateboard – egal ob man überhaupt darauf stehen konnte oder nicht – war man einfach nicht cool!

Was die „virtuelle Welt“ angeht, sieht die Geschichte da schon anders aus! Wie immer dauerte es das ein oder andere Jahr bis die Skateboarding-Welle (primär geritten durch den Star der Szene „Tony Hawk“) über den großen Teich zu uns nach Europa überschwappte. Am 29. September 1999 war es dann so weit – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft stand „Tony Hawk’s Pro Skater“ für die PS1 in den Regalen:

Fun Fact: Tatsächlich wurde das erste „Tony Hawk’s“ nur in Amerika als „Tony Hawk’s Pro Skater“ veröffentlicht – in England, Australien, Neuseeland und Teilen der EU (und somit auch Deutschland) wurde das Spiel seltsamerweise als „Tony Hawk’s Skateboarding“ veröffentlicht. Alle weiteren Teile hießen dann auf der gesamten Welt gleich (z.B. „Tony Hawk’s Pro Skater 2“ oder „Tony Hawk’s Underground“.

Die Entstehungsgeschichte des Spiels ist kurios. Der Publisher Activision erkannte den Geist der Zeit und vergab den Auftrag zur Entwicklung eines Skateboarding-Spiels an ein kleines Entwicklungsstudio namens „Neversoft“ aus Los Angeles. Diese hatten bereits zuvor „Apocalypse“, ein Third-Person-Shooter mit Bruce Willis in der Hauptrolle für Activision entwickelt. Obwohl die Firma noch nie ein Sportspiel entwickelt hatte, schenkte Activision ihnen ihr Vertrauen.

Fun Fact: Tatsächlich wurde für die Entwicklung von „THPS“ die Engine von Apocalypse modifiziert. Die ersten Prototypen des Spiels enthielten sogar noch Bruce Willis auf einem Skateboard! 😀

Während einige Hersteller mehr auf Realismus bei ihren Sportsimulationen setzten, ging Neversoft einen anderen Weg. Das Entwicklungsteam verbrachte ihre Mittagspausen in einer Bowlinghalle in der Nähe ihres Büros. Dort stand ein Arcade-Automat auf dem Segas „Top Skater“ lief. Die Mitarbeiter waren so begeistert von dem Spiel, dass sie sich bei ihrem Skateboardspiel (THPS) stark von Top Skater inspirieren haben lassen. Ziel ist es, dass der Spieler Spaß auf der Jagd nach Highscores hat und nicht durch die potentiell frustrierende Steuerung einer möglichst realen Skateboardsimulation ausgebremst wird.

Auch Activision trug zum Erfolg des Spiels bei indem sie den Profi-Skater „Tony Hawk“, welcher zu der Zeit bereits viel Popularität genoss, als Berater sowie für die Namensrechte engagierte. Ebenso stand Hawk den Entwicklern bei Fragen Rede und Antwort, fungierte als Testkandidat für diverse Prototypen des Spiels und war auch für die Auswahl aller weiteren spielbaren Charaktere (ebenfalls Profi-Skater) zuständig.

Anstatt den Spieler einfach blind in eine offene Welt zu stecken, konnten verschiedene Spielmodi (Freeskate, Single Session, Career) ausgewählt werden. Für Einzelspieler war besonders der „Karriere-Modus“ interessant. Hier galt es zahlreiche Herausforderungen (S-K-A-T-E-Buchstaben einsammeln, Highscore erzielen, Kisten zerstören und natürlich das versteckte Videotape finden) in diversen Leveln zu meistern. Damit man den Überblick behält, werden vor Beginn eines Levels die Ziele aufgelistet:

Erreicht man ein paar Ziele wird ein neuer Level freigeschaltet. Jede Session dauerte dabei nur zwei Minuten und ein Ziel muss innerhalb einer Session beendet werden. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad und sorgt für Nervenkitzel, wenn man z.B. den letzten S-K-A-T-E-Buchstaben innerhalb der letzten vier Sekunden kurz vor Ablauf des Zeitlimits einsammelt! 😀

Begleitet wurde man dabei von einem legendären Soundtrack, dessen Songs bis heute noch in zahlreichen Playlisten zu finden sind. Genretechnisch bewegten sich die Lieder überwiegend im Bereich „Skate-Punk“. In den späteren Teilen kamen dann auch noch ein paar andere Genres (wie z.B. Rap) dazu. In jedem Fall hatten die Tracks sehr hohes Ohrwurmpotential. Klassische Beispiele wären hier z.B. „Superman“ von der Band Goldfinger oder „You“ von Bad Religion.

Das Ergebnis schlug ein wie eine Bombe. Tony Hawk‘s Pro Skater verkaufte sich so gut, sodass es nur eine Frage der Zeit war bis Neversoft mit „Tony Hawk’s Pro Skater 2“ erneut zuschlug:

Alles was den ersten Teil großartig machte wurde erhalten, alle Schwächen wurden ausgemerzt. Die Grafik wurde überarbeitet und was das Gameplay angeht wurden auch diverse Neuerungen wie z.B. das Einsammeln von Geldscheinen zur Verbesserung der Statistikpunkte („Fähigkeiten“) eines Skaters eingeführt.

Ebenso konnte der Spieler jetzt dank „Manuals“ seine Trickkombinationen auch auf flachem Terrain verlängern und so noch intensiver auf Highscore-Jagd gehen! Als das Spiel 2000 in die Läden kam wurde es sofort zu einem Kassenschlager und gilt bis heute als eines der besten Spiele aller Zeiten.

Fun Fact: Die Tony Hawk Spiele wurden für zahlreiche Plattformen (z.B. PS1, PC, Dreamcast, N64, Game Boy und sogar iOS) veröffentlicht – somit gibt es keine Ausrede für euch die Titel nicht selbst mal anzuspielen! 😉

Im Jahre 2001 (auf einigen Plattformen erst 2002) ging es dann mit THPS 3 weiter. Optisch wurde nochmal eine gewaltige Schippe draufgepackt und auch am Gameplay wurde nochmal etwas gefeilt. So kamen z.B. Tricks wie Revert oder Wallride dazu, welche noch längere Trick-Kombos ermöglichten.

Fun Fact: Tatsächlich ist Tony Hawk’s Pro Skater 3 mein absoluter Lieblingsteil der Serie. Vielleicht ist es die Nostalgie, weil ich den Titel als Kind (oder Jugendlicher) rauf und runter gespielt habe. So oder so halte ich es für ein legendäres Spiel. Wer sich jetzt wundert, wieso ich an dieser Stelle nur kurz darüber spreche dem sei gesagt: Es ist aber mal sowas von klar, dass ich dem Titel einen eigenen Blogartikel widmen werde! 🙂

Tony Hawk’s Pro Skater 4 (ca. 2002) war dann das erste Spiel, welches vom klassischen Konzept (einzelne Ziele innerhalb von zwei Minuten zu erfüllen) abwich. So konnte der Spieler sich nun freier bewegen und einzelne Personen als Auftraggeber von Herausforderungen ansteuern. Wie auch seine Vorgänger kam das Spiel bei Fans und Kritikern gut an.

Fun Fact: Auch war THPS 4 das erste Spiel, in welchem man sich an Autos (zum Erlangen von Geschwindigkeit) dranhängen konnte. In vorherigen Titeln haben diese einen einfach überfahren. 😀

2003 folgte dann mit „Tony Hawk’s Underground“ ein weiterer Titel. Natürlich wurde das bisherige Repertoire um ein paar weiter Gameplay-Mechaniken ergänzt. So gab es neue Tricks und zum ersten Mal wurde dem Spieler das Absteigen vom Skateboard ermöglicht. Auch wurde der Hauptspielmodus in einen „Story Mode“ umgewandelt, welcher wie eine Art Abenteuer mit Zwischensequenzen erzählt wird. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Nachwuchs-Skaters, der sich die Karriere-Leiter hocharbeiten muss.

Prompt folgte 2004 der Nachfolger „Tony Hawk’s Underground 2“. Diesmal tourte der Spieler zusammen mit ein paar anderen Profi-Skatern auf der „World Destruction Tour“ durch diverse Levels und musste neben klassischen Aufgaben (Highscore, Combo-Buchstaben, SKATE-Buchstaben) auch zahlreiche echt schräge Challenges meistern. Das ganze Spiel war mehr oder weniger an „Jackass“ angelehnt und gab dementsprechend Bam Margera (samt seinen verrückten Ideen) eine größere Rolle. Toll war dabei, dass man in jedem Level weitere Skater entdecken konnte, welche wiederrum ihre eigenen Aufgaben mit sich brachten. Auch die Grafik bot ein bisher nie dagewesenes Erlebnis.

Fun Fact: Quasi als „Bonus“ wurde neben dem Storymodus auch ein „Classic Mode“ in THUG 2 eingeführt, in welchem der Spieler (analog den früheren Titeln) innerhalb eines Zwei-Minuten-Limits diverse Ziele erreichen musste.

Leider war „THUG 2“ ein Wendepunkt in der bisher so schillernden Reihe, denn 2005 folgte mit „Tony Hawk’s American Wasteland“ ein Titel, welcher nicht ganz so gute Rezensionen erhielt. Ihr spielt einen namenlosen Amateur-Skater, welcher sein altes Leben hinter sich gelassen hat und in Hollywood neu anfangen möchte. Ziel des Spies ist es in der gesamten Welt Teile für eine sog. „Skate Ranch“ zusammenzusammeln. Alle Level sind dabei über den Story Modus (und letztendlich lange leere Gänge) miteinander verknüpft, so soll das Gefühl eines „Open-World-Spiels“ aufkommen. Keine schlechte Idee, leider wurde gerade die Skate Ranch eher mittelmäßig umgesetzt. Auch die neu eingeführten Mechaniken wie das Radeln auf BMX-Bikes oder Parkour-Elemente (ohne Skateboard) kamen nicht gut an. Man hatte den Eindruck Neversoft hat irgendwie seine Wurzeln verloren und wurde gezwungen jedes Jahr ein neues frisches Spiel auf den Markt zu werfen – um jeden Preis.

Einen kleinen Lichtblick brachte „Tony Hawk’s Project 8“ im Jahre 2006. Das Spiel wirkte wieder etwas reifer als American Wasteland und konzentrierte sich auf das Wesentliche. Als Skatetalent müsst ihr euch in einer Rangliste (durch Erledigung von Challenges) nach oben arbeiten um einem von Tony Hawk organisiertem elitären Team namens Project 8 anzugehören. Insgesamt kein schlechtes Spiel, aber Story, Grafik und Leveldesign enttäuschten leider etwas. Ebenso wurden einige Funktionen der Vorgänger gestrichen. Doch wo Schatten ist gibt es auch Licht. Gerade der „Nail-the-Trick“-Modus, ein neuartiges Element zur Steuerung und Entwicklung von eigenen Tricks in Zeitlupe, wurde von vielen gelobt.

Fun Fact: Ich persönlich habe Project 8 als Teenager nie gespielt, weil das Spiel nur für Konsolen (PS2, PS3, Xbox, Xbox 360, PSP) und nicht für den PC erschien.

Mit „Tony Hawk’s Proving Ground“ wurde der leichte Aufwärtstrend 2007 leider nicht fortgesetzt – im Gegenteil. So langsam merkte man der Spieleserie an, dass der große Hype aus der Gründerzeit verflogen war und die Entwickler nicht so recht wussten, was sie noch an Neuerungen etablieren können um die Serie interessant zu halten. Tatsächlich war Proving Ground das letzte Spiel, welches von den Serienschöpfern Neversoft entwickelt wurde. Das Team fühlte sich ausgebrannt und das merkte man dem Endprodukt leider an. Die Levels wirkten riesig aber auch etwas leer. Neu ist der „Rigger“-Modus, in dem die Landschaft durch das Hinzufügen von Objekten verändert werden kann. Proving Ground ist ein eher mittelmäßiges Spiel, welches dem hohen Standard der Vorgänger keinesfalls gerecht wird.

Fun Fact: Auch dieser Titel kam nicht für den PC raus und so kam ich nicht in den Genuss (oder habe es mir erspart) das Spiel zu spielen.

Neben den Hauptspielen gab es natürlich auch noch zahlreiche weitere Ableger der Serie (u.a. für portable Konsolen). Ich will nicht auf alle eingehen, hier nur ein paar Beispiele: Ein tiefer Griff ins Klo waren die 2009 und 2010 vom neu beauftragten Entwicklerstudio Robomodo entwickelten Titel „Tony Hawk: Ride“ und „Tony Hawk: Shred“. Bei beiden Titeln kam anstatt dem normalen Controller ein zusätzliches Stück Hardware – ein Plastikskateboard (ähnlich wie das Wii Balance Board) zum Einsatz. Was sich in der Theorie nach einem innovativen und „coolen“ Konzept anhört, scheiterte an mangelhafter Umsetzung der Komponenten (Soft- und Hardware) kläglich. So erkannten die Infrarotsensoren Gesten eher sporadisch und die Spiele galten als unspielbar. Definitiv ein düsteres Kapitel in der Geschichte der Videospielreihe.

2012 versuchte Robomodo die Serie mit „Tony Hawk’s Pro Skater HD“ zurück zu ihren Wurzeln zu bringen. Das Spiel sollte als Remake der ersten zwei Spiele (und Levels von Teil drei via DLC) den betagten Skate-Profi in die HD-Welt hieven, überzeugte dabei aber leider auch nicht wirklich. Grafikfehler, Glitches und fehlende Features (Park Editor, Multiplayer Modus) trugen zu gemischten Kritiken bei. Immerhin hatte man zumindest das Gefühl, dass es wieder ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte!

Fun Fact: Bereits 2017 wurde das Spiel aus allen digitalen Marktplätzen (z.B. Steam, Xbox Live, PlayStation Network) entfernt. Ich kenne keinen, der dieser Entscheidung wirklich nachtrauert! 🙂

2015 war dann mit „Tony Hawk’S Pro Skater 5“ der absolute Tiefpunkt erreicht. Das Spiel wurde zum Releasetermin unfertig ausgeliefert und strotzte nur so vor Bugs und Glitches. Ein Day-One-Patch, der fast doppelt so groß wie das eigentliche Spiel selbst war wurde veröffentlicht, aber auch dieser konnte die krassen Designfehler nicht beheben. Die Grafik war schlecht, die Steuerung schwammig, und das Leveldesign katastrophal. Selbst mit aufgesetzter Fanbrille kann man dem Titel nichts abgewinnen. Alles was THPS ausmacht wurde scheinbar vergessen und durch eine unfertige Demoversion ersetzt.  Mein persönliches Beileid geht an alle, die Geld für dieses Desaster ausgegeben haben! 😦

Fun Fact: Sogar die Entwickler waren von ihrem Produkt nicht überzeugt und verwiesen die Spieler via Twitter an das von Fans auf Basis von THUG 2 erstellte „THUG Pro“ – Wahnsinn! 😀

Nachdem der Entwickler 2016 insolvent ging und der Vertrag über die Namensrechte zwischen Tony Hawk und Activision Ende 2015 auslief wurde es ruhig um den betagten Skater. Bis zum 04. September 2020, denn dort wurde „Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2“ für PS4, Xbox One und PC veröffentlicht. Das Spiel ist ein neuer Ansatz eines Remakes der ersten beiden Teile mit einem neuen Entwicklungsstudio. Vicarious Vision war tatsächlich bereits früher für ein paar Portierungen der Tony Hawk-Spiele auf portable Systeme (Game Boy Advance, Nintendo DS) zuständig. Definitiv keine schlechte Wahl, denn das Studio arbeitet auf Basis des originalen Quellcodes und brachte auch alle ikonischen Songs der ersten beiden Teile zurück.

Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit das Spiel zu spielen, da es für den PC leider nur exklusiv im Epic Games Store veröffentlich wurde und ich damit eigentlich nichts zu tun haben möchte! 😉

Aber alles in allem sieht es so aus als wäre der Reboot geglückt, die allgemeinen Rezensionen sind positiv. Sollte der olle Skater tatsächlich wieder rollen? Ich bin noch etwas skeptisch und hoffe einfach mal, dass das ein gutes Zeichen für die Zukunft ist! 🙂

So, ich denke es wird Zeit, dass wir die Kurve kriegen und uns ein Feierabendbier zusammen mit dem betagten „Birdman“ (Spitzname von Tony Hawk) gönnen. Eins ist klar – seine Spiele werden für immer einen großen Platz in meinem Herzen haben – und damit bin ich scheinbar nicht der einzige. Das flüssige Gameplay und die herausfordernden Challenges haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und Skatepunk höre ich selbst heute noch gerne. Meist nur wenige Akkorde, eine eingängige Melodie, ein systemkritischer (oder total hirnverbrannter) Text. Unglaublich simpel und trotzdem schafft diese Musik es immer wieder die Laune steigen zu lassen und mir ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. 🙂

Fun Fact: Wer mehr Hintergrund über die Szene sowie vor allem die Entwicklung der Tony Hawk-Spiele erfahren möchte, dem kann ich wärmstens die Dokumentation „Pretending I’m A Superman“ ans Herz legen.

Was bleibt abschließend noch zu sagen. Achja – spielt Tony Hawk’s Pro Skater! Vor allem der dritte Teil ist definitiv jedem – auch „Anti-Skateboardern“ zu empfehlen. 🙂

#109 – Mavica for Mavericks

Na, ob das Objekt, um das es im heutigen Artikel geht wirklich nur was für Einzelgänger ist, bzw. war? Da bin ich mir nicht so sicher! Eins ist aber ganz klar: Heutzutage ist es definitiv etwas sehr „Spezielles“… 😉

Hm? Auf den ersten Blick sieht das wie eine gewöhnliche alte (und etwas heruntergekommene) Digitalkamera von Sony aus: Auslöser, Objektiv und Blitz – alles da!

Mal etwas genauer inspizieren…

Fun Fact: Die Kamera besitzt noch keine Features wie „Zoom“ oder „Autofokus“ – wer braucht schon sowas? 😀

Auf der Rückseite befindet sich ein großes Display sowie die typischen Knöpfe und Bedienelemente einer Kamera (Power-Knopf, Helligkeitsregler, Modus-Schalter sowie ein kleines Steuerkreuz).

Fun Fact: Unter der kleinen Abdeckung rechts unten befindet sich im Übrigen eine CR2025-Knopfzelle. Ich vermute mal, dass die für die „interne Uhr“ (Erhalt des Datums sowie der Uhrzeit) der Kamera benötigt wird.

Betrieben wird die Kamera mit recht großen, proprietären Sony-Akkus (NP-F*), welche über ein externes Ladegerät geladen werden können. Ein „normaler“ Ladevorgang (ca. 80% Kapazität) benötigt gute drei Stunden. Um die Akkus vollständig zu laden, müssen sie ungefähr vier Stunden am Strom hängen. Das Ladegerät (AC-V700) könnte sogar für noch größere Videokamera-Akkus verwendet werden – clever!

Fun Fact: Spätere Mavica-Modelle konnten auch direkt über ein Netzteil betrieben, bzw. aufgeladen werden.

Schaut man sich die Unterseite an, findet man eine Klappe, unter der sich der Akku befindet.

Mit gut 590 Gramm ist die Kamera kein Leichtgewicht – allerdings hatte die Konkurrenz damals teilweise wesentlich schwerere Modelle im Angebot. Wer genau hinsieht, kann sogar eine Modellnummer erkennen: „MVC-FD5“ steht da. Leider habe ich nirgendwo eine Jahreszahl, welche auf das Baujahr hindeuten könnte gefunden, aber nach etwas Recherche hat sich herausgestellt, dass das gute Stück von 1997 und somit knapp 25 Jahre alt ist – verrückt! 😀

Das ist ja alles schön und gut, aber seit wann interessieren mich alte Kameras? Um ehrlich zu sein lautet die richtige Antwort „gar nicht“! 🙂

Die gute alte Mavica interessiert mich eigentlich nur aus einem Grund – und der verbirgt sich hinter dieser Klappe:

Öffnet man diese kommt ein schwarzer Schlitz zum Vorschein. Hm, schaut fast so aus als würde da etwas drin stecken…

Drückt man auf den kleinen schwarzen Knopf an der Unterseite kommt einem tatsächlich eine Diskette entgegengeschossen – das hältst du im Kopf nicht aus! 😀

Fun Fact: Spätestens jetzt erklärt sich auch der Name der Kamera. Der Begriff „Mavica“ ist ein Kunstwort von Sony und steht für „Magnetic Video Camera“ – eine direkte Anspielung auf die Speicherform der Bilder auf Diskette. Die FD5 ist dabei die erste Sony-Kamera, welche die Diskette als Speichermedium verwendete.

Natürlich habe ich sofort geprüft, ob sich noch Daten darauf befinden. Und tatsächlich, auch nach so langer Zeit lässt sich die Diskette noch lesen – Wahnsinn! 🙂

Der Inhalt war dann aber doch eher enttäuschend. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich schon immer mal ein Bild einer alten AAA-Batterie von 1997 sehen wollte… 😀

Fun Fact: Durch das Betrachten der technischen Daten des Bildes kann man Rückschlüsse auf die Funktionen der Mavica ziehen. Die Kamera nimmt Bilder in einer VGA-Auflösung von 0,3MP (640×480 Pixel) bei 96 dpi auf. Damit ist sie genauso „gut“, wie die Kamera meines Sagem Handys aus Artikel 22! 😀 Aus heutiger Sicht ist das natürlich lächerlich, aber es gab mal eine Zeit da war das „Standard“… 🙂

Genug Theorie, es wird Zeit das gute Stück anzuschmeißen. Tatsächlich springt die Kamera innerhalb von Sekundenbruchteilen an und erkennt sofort, dass keine Diskette eingelegt. Auch ohne Diskette lassen sich im Hauptmenü ein paar Einstellungen (Tastentöne, Uhrzeit, etc.) vornehmen.

Fun Fact: Über EV- und EV+ lässt sich die manuelle Belichtungskorrektur durchführen. Ich selbst lasse die Finger von solchen Einstellungen, zumal sich die Helligkeit ja noch über zwei weitere Regler einstellen lässt! 🙂

Zwar kann man keinen Einfluss auf die Auflösung nehmen, aber zumindest können zwei Stufen der JPEG-Kompression ausgewählt werden. Je nachdem für welche Option man sich hier entscheidet, hat das leichte Auswirkungen auf die Qualität des Bildes sowie die Dateigröße.

Ich denke es wird Zeit für einen Schnappschuss! Nachdem eine Diskette eingelegt wurde, brauchen wir nur noch ein geeignetes Motiv. Als Testobjekt habe ich ein Bild vom ersten retrololo-Album gemacht! 😉

Fun Fact: Das Bild ist nicht etwa in der Mitte „zerstört“, ich habe es nur zwei Mal gemacht und dann nebeneinander gelegt um den Unterschied zwischen den Optionen „Standard“ und „Fine“ zu testen. Von der Qualität her lohnt sich meiner Meinung nach die bessere Option kaum, lediglich an der Schrift kann man die schlechtere Kompression (links im Bild) erkennen. Allerdings ist es letztendlich auch egal, ob das Bild jetzt 30 oder 50kB groß ist! 😀

Der „Macro-Schalter“ (befindet sich auf der Vorderseite) bringt dagegen bei sehr nahen Aufnahmen (mit einem Abstand von ca. 8-25cm) tatsächlich so einiges. Hier zwei Aufnahmen einmal mit (links) und einmal ohne Makro-Schalter (rechts). Wie bei jeder Kamera muss man einfach etwas herumprobieren um die richtigen Einstellungen für das perfekte Bild zu finden.

Selbstverständlich kann man die geknipsten Fotos auch ansehen. Hier z.B. ein Bild von unserem IKEA-Hai! 😀

Fun Fact: Die Tatsache, dass man aufgenommene Bilder gleich ansehen konnte war in Zeiten, in denen (nicht zuletzt aus Kostengründen) noch überwiegend analog fotografiert wurde tatsächlich etwas Besonderes. Sehr lobenswert: Im „Play“-Modus verbraucht die Kamera wesentlich weniger Akku als im „Camera“-Modus.

Die kleine Grafik rechts oben auf dem Display zeigt an, wie viel Platz noch auf der Diskette ist. Auch wird die restliche Akkulaufzeit angezeigt.

Fun Fact: Je nach Motiv ist so ein Bild ca. 20-60 kB groß. So lassen sich tatsächlich ca. 25 Bilder auf einer einzigen Diskette speichern – sehr geil! 😀

Soviel zur „FD5“… Aber keine Angst, noch ist nicht Schluss, denn wie es der Zufall will besitze ich sogar noch zwei weitere Mavica-Modelle! 😀

Fun Fact: Ich weiß, ich weiß – ich höre schon wieder die Menge rufen: „Du alter Nerd, wer hat denn schon verschiedene Modelle von Kameras, welche auf Disketten aufnehmen zu Hause?“. Ich geb’s ja zu, ich denke das ist eher die Ausnahme… 😀

Zum einen wäre da die „FD83“ aus dem Jahre 1999. Im Vergleich zur FD5 bietet die Kamera 0,9MP mit einer Auflösung von bis zu 1216×912 Pixel. Auch ist dieses Mal ein 8-facher optischer Zoom mit an Bord – abgefahren! 😉

Mit 670 Gramm wiegt das gute Stück etwas mehr, aber die paar Gramm lassen sich verschmerzen. Auch wurde ein Diskettenlaufwerk mit vierfacher Geschwindigkeit verbaut. So ist die Wartezeit nach dem Knipsen eines Fotos noch kürzer – cool! 🙂

Da die FD83-Kamera aber ansonsten keine nennenswerten Neuerungen im Vergleich zur FD5 bietet, möchte ich keine Zeit verlieren und euch last but not least die „FD200“ aus dem Jahre 2002 vorstellen. Tatsächlich war die Kamera das letzte Mavica-Modell, in welchem die Diskettentechnologie zum Einsatz kam. Alle neueren Mavica-Modelle haben die aufgenommenen Fotos auf CDs gespeichert (kein Witz).

Fun Fact: Tatsächlich gab es noch zahlreiche weitere Mavica-Modelle im Lauf der Jahre, aber diese besitze ich nicht. Ich denke die Tatsache, dass hier drei verschiedene Varianten rumliegen ist schon schlimm genug. 😀

Optisch und technisch wurde das Modell im Vergleich zu seinen Vorgängern nochmal gehörig überarbeitet. So gibt es zahlreiche neue Funktionen wie z.B. eine höhere Auflösung, optisch und digitaler Zoom, Autofokus sowie einen Nacht- und Panoramamodus.

Ebenfalls mit an Bord ist ein Video-Out-Anschluss. Damit lässt sich die Kamera über ein AV-Kabel mit einem Fernseher verbinden, um die Fotos als Diashow auf dem TV zu zeigen – mega retro! 🙂

Fun Fact: Was das Erhalten von Einstellungen nach Ausschalten der Kamera angeht wurde beim Modell FD200 (wie auch bei der FD83) auf eine Knopfzelle verzichtet. Die Uhrzeit wird stattdessen auf einem intern integrierten zusätzlichen Lithium-Akku gehalten. Dieser wird während des Betriebs oder beim Betrieb über Netzteil (zum Aufladen des „normalen“ Akkus) aufgeladen – praktisch! 🙂

Neben der Speicherung auf Diskette konnten Bilder nun auch auf Sonys proprietärem „Memory Stick“, quasi ein Vorläufer der SD-Karte, gespeichert werden. Wie es der Zufall will habe ich sogar noch einen alten 8 MB-Memory-Stick samt Plastikhülle hier, mit dem wir das ausprobieren können! 😉

Fun Fact: Ich habe den alten Memory Stick von einem Forumskollegen quasi geschenkt bekommen und musste nur das Porto für den Briefversand zahlen – vielen Dank für die Spende! 🙂

Funktioniert einwandfrei! Mit dem Memory Stick lassen sich nicht nur deutlich mehr Bilder knipsen, sie werden dank schnellem Flash-Speicher auch wesentlich schneller abgespeichert. Vom Handling her fühlt sich das Teil wie eine überdimensionierte SD-Karte an (mit der Ausnahme, dass es kaum noch Kartenleser gibt, welche das MS-Format lesen können). Keine Angst, den Stick lasse ich gleich wieder verschwinden – da geht ja das ganze Retro-Feeling von den Disketten verloren! 😀

Als besonderes Schmankerl hat die Kamera sogar einen USB-Anschluss mit an Bord – das war für die damalige Zeit tatsächlich noch etwas Besonderes! Ich habe es ausprobiert und konnte so meine Bilder von Diskette oder Memory Stick einfach zum PC übertragen. Wahnsinn – es musste nicht mal ein Treiber oder ähnliches installiert werden, die Mavica wird von Windows sofort als „Sony DSC“-Kamera erkannt! Ich vermute mal der Name DSC rührt daher, dass der Treiber auch für neuere Kamera-Modelle der CyberShot-Familie (DSC-*) entwickelt wurde und funktioniert.

Fun Fact: Auch wenn es den USB-Standard offiziell bereits seit 1996 gibt wurde der Support (sei es nun von Geräteherstellern oder Betriebssystemen) flächendeckend erst mit USB 1.1 implementiert. Kein Wunder, dass Sony versucht hat alternative Speichermedien (z.B. in Form eines Memory Sticks) zu finden…

Was das eigentliche Fotografieren angeht kann die 2,1 MP-Kamera Bilder mit einer Auflösung von bis zu 1600×1200 aufnehmen. Selbstverständlich können aber auch niedrigere Auflösungen gewählt werden.

Fun Fact: Es gibt sogar eine Option Text abzufotografieren, dieser wird dann im GIF-Format gespeichert damit (laut Handbuch) „ein besonders scharfes Bild entsteht“. 😀

Je nachdem welche Auflösung man wählt können mehr oder weniger Bilder auf einer Diskette gespeichert werden. Im Handbuch gibt es eine lustige Tabelle dazu, welche sogar einige Nutzungsszenarien für die jeweilige Auflösung aufzeigt. Zugegeben, die ganzen Werte wirken aus heutiger Sicht schon etwas altbacken… 😉

Was die Qualität der Fotos angeht, braucht sich die alte Kamera nicht zu verstecken. Gerade mit den Maximaleinstellungen sind die Bilder auch heute noch brauchbar. Für kleinere Aufnahmen, welche nicht zu viel Platz belegen dürfen ist das allemal ausreichend. Hier beispielsweise ein Foto des Retro-Telefons aus Artikel 108.

Fun Fact: Tatsächlich habe ich mit der Mavica schon häufiger die Bilder für einige meiner Blogartikel erstellt! Das hat den Vorteil, dass die Aufnahmen automatisch in einem kleineren Format sind und ich sie so nicht komprimieren/verkleinern muss, bevor ich sie ins Internet hochlade. Unabhängig davon gefällt mir als alter „Retro-Fan“ natürlich der Übertragungsvorgang zum PC via Diskette! 😀

Theoretisch lassen sich mit der Mavica sogar kurze Videos (zehn Sekunden – ohne Ton) aufnehmen. Die Dateien werden im MPEG-Format mit einer Auflösung 320×256 aufgenommen. In der Praxis sieht das mehr nach „bewegten Bildern“ als nach einem wirklichen Film aus, aber allein die Tatsache, dass man 10 Sekunden auf eine Diskette bringt finde ich krass! 😀

Tja, was könnte ich abschließend zur Mavica sagen? Auch wenn das gute Stück aus heutiger Sicht etwas klobig wirkt, finde ich es extrem beeindruckend, wie der komplexe Laufwerksmechanismus auf so kleinem Raum untergebracht wurde! Selbst die externen USB-Diskettenlaufwerke sind meist etwas länger, wenn auch schmaler gebaut.

Klar, es gibt mittlerweile wesentlich elegantere Methoden digitale Bilder aufzunehmen. Trotzdem greife ich hin und wieder gerne zu der „Floppy-Kamera“ – was soll ich sagen, ich finde das Teil einfach richtig cool! 🙂

In diesem Sinne – bleibt lässig! 🙂

#108 – retro(lolo)-Telefon

Preisfrage: Wer hat heutzutage noch einen Festnetzanschluss? 🙂

Es würde mich nicht wundern, wenn jetzt kaum noch einer „HIER“ ruft – ich denke für viele Haushalte hat sich das Thema schon lange erledigt. Jeder hat mittlerweile ein Handy – Verzeihung – Smartphone – und die Notwendigkeit für einen Hausanschluss ist einfach nicht mehr gegeben. Zugegeben, in den meisten DSL-Verträgen ist der Anschluss noch inkludiert, aber ich kenne immer weniger Leute, die tatsächlich ihre „Festnetznummer“ nutzen…

Fun Fact: Selbstverständlich nutze ich selbst das „normale“ Telefon noch regelmäßig, aber der Blog heißt ja nicht umsonst „retrololo“! 😛

Einen richtigen „analogen Telefonanschluss“ hat sowieso schon lange keiner mehr und selbst der digitale Festnetzanschluss via ISDN ist in den letzten Atemzügen. Und selbst wenn man noch eine Festnetznummer (egal über welche Technologie) hat – mit welchem Telefon arbeitet man dann? Heutzutage wird alles über das IP-Protokoll („Voice over IP“, bzw. VoIP) abgefackelt. Entweder man besitzt ein entsprechendes Endgerät mit Netzwerkanschluss oder man hat einen Router mit DECT-Funktion, an welchem man DECT-Endgeräte betreibt. Beliebt sind z.B. die FRITZ!Fons von AVM oder DECT-Telefone von Gigaset.

Fun Fact: „DECT-Endgerät“ – das hört sich schon sehr technisch und kryptisch an. Für mich heißen die Dinger immer noch „Schnurlos-Telefon“! 😀

Erstaunlich finde ich, dass alles was irgendwie mit „Telefon-Technologie“ zu tun hat in der Technik-Welt eine nahezu unvergleichbare Kompatibilität mit älteren Geräten bietet. So lässt sich heute (abhängig natürlich davon in welchem Teil der Erde ihr euch befindet) noch so ziemlich jedes Handy verwenden – wir erinnern uns an mein altes 2G-Sagem-Handy aus Artikel 22.

Das gleiche gilt natürlich nicht nur für Mobiltelefone, denn auch analoge (stationäre) Telefone können heutzutage noch an einer Telefonanlage oder einem Router betrieben werden. Je nachdem welches Setup (Telefon, Router, etc.) man besitzt, kann es aber sein, dass Adapter und Brückentechnologien benötigt werden. Die meisten älteren analogen Telefone lassen sich so z.B. direkt an den FON-Anschlüssen (TAE oder RJ11) einer Fritz!Box betreiben.

Fun Fact: Wer richtig „retro“ sein möchte und zu viel Zeit hat, der könnte sogar ISDN-Geräte (Telefone oder Telefonanlage) an dem FON-S0-Anschluss der Fritz!Box betreiben. Nein danke! 😀

Die vom Telefon verwendete Technologie ist dabei entscheidend. Während neuere analoge Telefone mit dem Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) – international auch DTMF genannt – arbeiten, verwenden z.B. alte Wählscheibentelefone das Impulswahlverfahren (IWV).

Beim MFV wird für jede Ziffer ein Gemisch aus zwei Frequenzen übertragen. In der Vermittlungsstelle (Telefonanlage oder Router) werden dann die Frequenzen herausgefiltert und wie Koordinaten ausgewertet. Links im Bild ein sehr früher Vertreter dieser Gattung, der „Fernsprechtischapparat 71“ (abgekürzt FeTAp) der DBP (Deutschen Bundespost). Rechts im Bild ein etwas moderneres Modell namens „Lombard S“ von der Telekom.

Fun Fact: Ich erinnere mich noch, dass meine Eltern so ein Teil hatten – in knalligem Rot! 😀

Beim IWV enthält die Wählscheibe im Telefon eine Wählschaltung, die beim Wählen Unterbrechungen in der a-Ader des Telefonanschlusses erzeugt. Je nach gewählter Ziffer wird eine entsprechende Anzahl von Unterbrechungen erzeugt. Die Vermittlungsstelle (Telefonanlage oder Router) schließt von der Anzahl der Unterbrechungen auf die gewählte Ziffer. Ein besonders populärer Vertreter ist das „W 48“ der Deutschen Bundespost (links im Bild). Vielleicht kann sich auch der ein oder andere noch an den „Fernsprechtischapparat 61“ erinnern? Das Gerät war neben der Standardausführung (kieselgrau) auch in den dekorativen Farben „farngrün“, „hellrot-orange“, „ockergelb“ und „lachsrot“ erhältlich.

Fun Fact: Im August 1970 führte die Deutsche Bundespost eine Umfrage zu möglichen Farben bei Telefonen durch. Von den 13 möglichen Farben wählte man die genannten vier aus. Der lachsrote Apparat stieß aber nur auf eine geringe Nachfrage und wurde bald wieder aus dem Programm genommen. 😀

Möchte man ein altes Wählscheibentelefon, welches mit Impulswahl (IWV) arbeitet betreiben, benötigt man in den meisten Fällen einen Adapter, welcher IWV auf MFV konvertiert. Das Ding wird einfach zwischen TAE-Dose („Telekommunikation-Anschluss-Einheit“) und Telefon gestöpselt und benötigt in den meisten Fällen nicht mal Strom. Es gibt zahlreiche (teils recht kostspielige) Varianten, ich habe so ein Teil mal vor Jahren gekauft, weil der damalige Router kein IWV mehr unterstützt hat:

Fun Fact: Tatsächlich können die meisten Fritz!Box-Modelle bis heute – auch wenn die Funktion schon vor langer Zeit vom Hersteller abgekündigt wird – nativ noch das IWV verstehen. Lediglich die neuesten Modelle (z.B. 7590) können damit nicht mehr umgehen.

Das ist ja schön und gut, aber warum erzähle ich euch das eigentlich alles? 😀

Nun, was soll ich schon groß sagen, im Endeffekt ist es ja schon fast selbstverständlich, dass ich als Retro-Fan auch so ein altes Telefon besitzen muss! 😛

Fun Fact: Das Häkeldeckchen darunter ist natürlich Pflicht und gehört zum optischen Gesamtpaket einfach dazu. Das Teil wurde vor ein paar Jahren von meiner Oma angefertigt! 🙂

Auch wenn es alt ausschaut, ist es weder eine Rarität noch etwas Besonderes. Es ist ein Gerät vom Typ „DFeAp 301 Lyon“ und wurde vermutlich für den Export (z.B. Niederlande, Schweiz oder Frankreich) gebaut. Gut erkennbar ist das an der nicht geflochtenen Hörerschnur und dem Lautstärkeregler auf der Unterseite des Geräts. Diese Geräte wurden in den Achtzigern produziert, da es eine große Nachfrage nach Modellen mit etwas „exklusiverer Optik“ als den typischen Plastik-Telefonen gab. Als Kunde der deutschen Bundespost konnte man gegen Aufpreis so ein Modell erhalten, wenn man keine Lust auf das Standard W 48 Bakelit-Telefon hatte.

Gesteuert wird das Telefon selbstverständlich über eine Wählscheibe. Eins kann ich euch sagen – es fühlt sich einfach verdammt befriedigend an, damit eine Telefonnummer zu wählen. Fehlt nur noch der Ledersessel, ein Bademantel, eine Pfeife und ein Glas Whiskey und dann kann ein gepflegtes Gespräch unter Gentlemen beginnen! 😉

Spaßeshalber habe ich das Telefon mal aufgeschraubt um mir die Innereien anzusehen. Mann, das war noch Technik. Alles sehr simpel und bedarfsgerecht aufgebaut. Hier würde ich mich im Notfall vermutlich auch noch mit dem Lötkolben herantrauen! 😉

Fun Fact: Den Schaumstoff habe ich absichtlich eingelegt, damit das Teil beim Klingeln nicht so extrem laut scheppert. Selbst auf einer niedrigen Einstellung ist das Gebimmel ganz schön laut! 😀

Tatsächlich benötigt das Telefon keinen Adapter und hängt einfach direkt an der TAE-Dose (und die führt zum FON1-Port der Fritz!Box). Dementsprechend braucht das Telefon auch keinen Strom, es reicht tatsächlich die „Klingelspannung“ auf der Telefonleitung aus. Das nenne ich mal „Eco-Modell“! 😀

Wer sich wundert, was sich in der grauen Box befindet aus der das Telefonkabel herauskommt: Hier werden die Leitungen aller TAE-Dosen (sowie die Drähte der Türklingelanlage) zusammengeführt. Eins kann ich euch sagen – herauszufinden welche Leitung für was gut ist und wie alles verdrahtet werden muss, damit auch ja jedes Endgerät funktioniert war eine richtige „Retro-Challenge“. Ich hoffe ich muss das Ding nie wieder aufschrauben und an der Ecke hinlangen! 😀

Aber was soll ich sagen, alles funktioniert so wie es soll. Manchmal gönne ich es mir und telefoniere etwas mit dem alten Telefon. So bleiben die grauen Zellen fit, weil man sich ja jede Telefonnummer merken muss (oder ein schlaues Telefonbuch – egal ob digital oder offline – zur Hand hat). Es hat einfach einen gewissen Charme, den ein Fritz!Fon dir nicht bieten kann! 🙂

Fun Fact: Natürlich besitze ich zusätzlich zum Telefonieren auch ein paar „Schnurlostelefone“. Ich gebe es ja zu – die Dinger sind für ein schnelles Gespräch einfach praktischer, alleine schon der Tatsache geschuldet, dass sie nicht stationär an einem Ort verweilen müssen.

Eine Sache, die mich an dem Retro-Telefon leider wirklich stört, ist die fehlende Nummernanzeige. Heutzutage ist das nichts Besonderes mehr, aber früher war das ein gängiges Problem! Aus diesem Grund boten einige Hersteller Zusatzgeräte an, die man zwischen Leitung und Telefon schalten konnte, welche diese Aufgabe übernahmen. Solche Geräte boten einen recht unterschiedlichen Funktionsumfang. Von einer einfachen Nummernanzeige bis hin zu einem Anrufbeantworter samt Nummernspeicher war alles möglich.

Fun Fact: Viele der Geräte schimpfen sich „Call ID“. Einige heißen auch „Call Boy“, welch cleverer Schachzug der Marketingabteilung! 😀

Leider sind die ganzen Anbieter mittlerweile vom Markt verschwunden und selbst gebraucht ist es nicht ganz einfach an so ein Teil heranzukommen. Tatsächlich gibt es interessante Ansätze so etwas mit Hilfe eines Arduinos nachzubauen, aber das passt nicht wirklich gut zu so einem alten Telefon. Ganz klar – hier muss Retro-Hardware her! 😉

Nach längerer Suche bin ich in der elektronischen Bucht dann doch noch fündig geworden und habe für ganze fünf Euro folgendes Gerät ersteigert:

Ein Profoon PCI-27B. Selbst in den großen Weiten des Internets findet man kaum noch Infos über das Gerät (wie bei allen diesen Rufnummern-Anzeige-Geräten aus grauer Vorzeit). Ich weiß eigentlich nur, dass es in Holland produziert wurde und die Rufnummer eines Anrufers anzeigen soll… 😀

Fun Fact: Erst einige Zeit später habe ich im Netz tatsächlich noch eine deutsche Bedienungsanleitung gefunden. Das Internet ist schon ein lustiger Ort… 🙂

Was die Stromversorgung angeht, kann das Gerät über vier AA-Batterien oder alternativ über ein 9V-Netzteil mit mindestens 200mA betrieben werden.

Beim Öffnen des Batteriefachs kamen mir vier ausgelaufene Batterien entgegen, welche einiges an Korrosion an den Batteriekontakten hinterlassen haben. Nicht schön, aber damit muss man wohl rechnen, wenn das Gerät „als ungetestet, bzw. defekt“ verkauft wird! 😀

Natürlich habe ich die alten Batterien samt Säure entfernt, aber letztendlich möchte ich das Teil sowieso über ein Netzteil betreiben. Da kein originales mit dabei war, habe ich zum Testen einfach ein Universalnetzteil (mit unterschiedlichen Steckern) angeschlossen – immer gut so etwas zur Hand zu haben! 🙂

Na, dann wollen wir das gute Stück doch mal anschließen. Im Endeffekt muss das Teil nur zwischen das Telefon und die TAE-Dose gehängt werden. Leichter gesagt als getan, denn leider besitzt das Gerät keine TAE-Buchsen sondern verwendet RJ11-Technologie (umgangssprachlich auch „Western-Stecker“ genannt). Immerhin konnte ich die benötigten Adapter und Kabel noch auf Amazon für ein paar Euro ergattern – ich war selbst überrascht, dass die noch sowas anbieten! 😀

Fun Fact: Die beiden RJ11-Kabel (je 2 Meter) haben jeweils 60 Cent gekostet, der TAE-Adapter 2 €. Ich denke das kann man verschmerzen! 😉

So sieht die Verkabelung dann aus. Erinnert mich irgendwie an Früher… 🙂

Fun Fact: Im Endeffekt habe ich mich dazu entschlossen trotzdem den MFV-Konverter prophylaktisch dazwischen zu schalten. Zum einen bin ich dann flexibler, falls ich mal einen anderen Router (der das IWV nicht mehr unterstützt) im Einsatz habe und andererseits bräuchte ich ohne den Konverter weitere Adapterstücke (RJ11-Kupplung und TAE-F/RJ11-Adapterkabel) um die Komponenten zu verkabeln.

Ob das Gerät nach so langer Zeit noch seinen Dienst verrichtet? Probieren geht über Studieren! 🙂 POWER ON!

Und tatsächlich – auf dem Display tut sich etwas!

Nachdem man sich für eine Sprache entschieden hat, kommt man ins Hauptmenü und kann sofort erkennen, dass mich keiner angerufen hat! 😀

Fun Fact: Ich bin bei Englisch geblieben, weil mein Französisch und Holländisch nicht so gut sind :P)

Na, das sollten wir schleunigst mal ändern. Wie heißt es so schön? „Ein paar Telefonate später“…

Tatsächlich zeigt das Gerät nicht nur die Nummer, sondern auch den Namen des Anrufers (sofern dieser im Telefonbuch der Fritz!Box hinterlegt ist) an. Insgesamt können 95 Anrufe gespeichert werden, bis die Einträge überschrieben werden.

Fun Fact: Auch die Uhrzeit stellt sich automatisch mit dem ersten empfangenen Anruf ein – ich bin geplättet – Raketentechnologie?! 😛

Über die Knöpfe auf der Oberseite des Geräts kann man einen entsprechenden Anruf aus dem Speicher auswählen und anzeigen. Es gibt sogar die Möglichkeit über die „Rückruf-Funktion“ den Anrufer gleich quasi „per Knopfdruck“ zurückzurufen – Wahnsinn! 🙂

Fun Fact: Im Falle des Wählscheibentelefons muss man vorher den Hörer abheben, bevor man auf „Rückruf“ drückt, sonst klappt es nicht! 😀

Um sich nicht alle Nummern merken zu müssen, habe ich mir für ganze fünf Euro noch ein kleines Telefonregister (auch Adressregister genannt) gegönnt:

Fun Fact: Ein einfaches Adressbuch hätte es auch getan, aber das wäre ja irgendwie zu langweilig! 😛

Mit Hilfe der Wählscheibe kann man einen (bzw. zwei) Buchstaben wählen. Ist man mit dem Finger unten am „Auslöser“ angekommen, klappt das Buch automatisch die beiden gewählten Seiten auf. Und das alles ohne Strom! Magie? Nein! 😉 dahinter steckt ein einfacher Mechanismus, welcher die in der Mitte unterschiedlich gelochten Blätter einfach im Kreis abfährt und an entsprechender Stelle anhält. Einfach, aber clever! 🙂

Fun Fact: Zugegeben, bei dem Ding ist leider nur die Optik „retro“, da es entgegen des silbernen Designs nur billig aus Plastik und „Made in China“ ist, aber was soll’s. Ich finde das Teil passt trotzdem gut dazu! 🙂

So, wird Zeit, dass wir die Kurve bekommen – genug Retro-Technologie für heute! 🙂

Ich weiß – heutzutage gibt es viel bessere (und vor allem einfachere) Möglichkeiten zu telefonieren. Aber was soll ich sagen – mir gefällt das alte Telefon. Es macht einfach optisch was her und ich bin natürlich begeistert, dass es auch nach so langer Zeit noch verwendet werden kann – und das ganz ohne Upcycling! 😉

In diesem Sinne, „Call on Me“…

#107 – Once upon Atari

Denkt man über die „Frühzeit“ der Videospielgeschichte nach, kommt einem vor allem ein Begriff in den Sinn: „Pong“. Das 1972 von Atari veröffentlichte Spiel gilt (auch wenn schon zuvor diverse Videospiele entwickelt wurden) als Urvater der Videospiele und bietet trotz seines minimalistischen Designs bis heute endlosen Spielspaß für zwei Spieler! 🙂

Fun Fact: Die falsche, aber häufig verwendete Bezeichnung als „erstes Videospiel aller Zeiten“ stammen vermutlich von dem massiven kommerziellen Erfolg. So trug Pong mit nur ein paar rechteckigen Formen zur Gründung einer ganz neuen Branche bei – krass! 😀

Heute möchte ich gar nicht zu sehr abschweifen und euch eine gefühlte Ewigkeit über die Geschichte der Videospielindustrie vollquatschen. Stattdessen möchten wir uns mit einer Konsole beschäftigen, welche in den frühen Jahren der Videospiele einen großen Teil zu eben jenem Erfolg der Industrie beitrug und aus heutiger Sicht das Wort „Klassiker“ quasi gepachtet hat: Der „Atari 2600“.

Den Atari 2600 gab es in zahlreichen Varianten. Während die ersten Modelle des Atari 2600 noch unter dem Namen VCS (Video Computer System) Ende der Siebziger in den USA für den amerikanischen Markt produziert wurden, schwappte die „Atari-Welle“ erst Anfang der Achtziger zu uns nach Europa. Populäre Modelle sind z.B. der klassische Holz-2600 (gerne „Woody“ genannt) und der Atari 2600 Jr., sozusagen das „Facelift“ des Ataris! 🙂

Fun Fact: Während die ersten Modelle tatsächlich noch mit Holzdekor verziert waren, wurden die späteren nur noch mit entsprechenden Aufklebern versehen.

Jedes Modell der Konsole ist mit allen Atari 2600 Spielen kompatibel. Letztendlich unterscheiden sich die Systeme nur durch deren Optik. So sind bei späteren Modellen z.B. die Schalter zur Einstellung der Schwierigkeit von der Ober- auf die Rückseite gewandert. Und ja – damit kann man tatsächlich in einigen Spielen die Schwierigkeit einstellen. Häufig wurde der Schalter aber auch dafür benutzt eine andere Einstellung im Spiel zu verändern. So kann man in „Moon Patrol“ damit z.B. die Hintergrundmusik an- und ausschalten oder in „Space Invaders“ kann so die Größe des eigenen Raumschiffs modifiziert werden.

Fun Fact: Das gleiche gilt für die Schalter „TV Type“ (Color / Black and White), „Game Select“ und „Game Reset“. Diese wurden sehr gerne von Programmierern für ganz andere Funktionen als der Name vermeintlich verrät missbraucht.

Ich selbst besitze ein späteres Modell CX-2600 AP (wird dank der schwarzen Farbe auch gerne „Darth Vader“ genannt). Über das Alter kann ich leider nicht viel sagen, ich weiß lediglich, dass das gute Stück in Irland (vermutlich ca. 1983) produziert wurde (Angaben auf dem Typenschild auf der Unterseite des Geräts).

Auf der Oberseite hat mein Atari dementsprechend nur vier Schalter. Aber selbst diese haben es in sich. Aus heutiger Sicht wirkt gerade der „TV Type“-Schalter zum Auswählen des Fernsehbildes in Schwarzweiß oder Farbe wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen! 😀

Fun Fact: Einen interessanten Artikel über den „TV Type“-Schalter und seine Funktion in diversen Spielen findet ihr hier.

Auf der Rückseite des Systems befinden sich die beiden Controller-Ports, ein Stromanschluss, die Schwierigkeits-Schalter sowie ein „Channel-Schalter“, welcher dafür gedacht war die Konsole auf den TV-Kanal 2 oder 3 (sofern die Konsole über ein Koaxialkabel mit Antennenausgang am Fernseher angeschlossen ist) zu kalibrieren – jaja, lang ist’s her, dass diese Art Konsolen anzuschließen modern war! 😀

Apropos Antennenausgang – wo ist der eigentlich? Normalerweise kommt direkt aus der Konsole ein schwarzes Kabel mit besagtem Anschluss (links unten im Bild), allerdings wurde das bei diesem Atari entfernt, da er mit einem „AV-Mod“ (Ergänzung des Systems um ein Compositsignal samt Cinch-Buchsen) beglückt wurde. Dafür wurden lediglich ein paar Widerstände, ein paar Transistoren und natürlich Cinch-Buchsen benötigt.

Fun Fact: Keine Angst – der Mod wurde bereits vor einiger Zeit durchgeführt und ich werde in diesem Artikel nicht weiter drauf eingehen. 😀

Der mitgelieferte Joystick ist so ziemlich das absolute Minimum, was man für die Steuerung von Spielen benötigt. Ein Joystick und ein Knopf – viel einfacher geht es wirklich nicht! 😀 Dennoch hat das gute Stück schon Kultstatus erreicht und wird häufig als Icon oder Sinnbild für Retro-Videospiele verwendet!

Was Spiele angeht, bestand ein Großteil der Atari 2600 Bibliothek aus konvertierten Arcade-Umsetzungen, bekannt aus den Spielhallen. Die meisten davon mit ziemlich heftigen Kompromissen, weil die Hardware „für zu Hause“ einfach zu schwach auf der Brust war, um echtes „Arcade-Feeling“ zu simulieren. Es war eine einfachere Zeit, in der Spiele häufig von lediglich einer Person in wenigen Wochen entwickelt wurden. Aus heutiger Sicht unvorstellbar! 😀

Schaut man sich die Module genauer an, fällt sofort auf, dass Atari (z.B. im Vergleich zu Nintendo) eine sehr lockere Politik fuhr was die Standards von Spielen anbelangt. So wurden die Modulformen nur rudimentär genormt und auch beim Artwork wurde unabhängigen Entwicklungsstudios relativ freie Hand gelassen.

Fun Fact: Tatsächlich besitzt der Atari 2600 keinen „Lockout-Chip“ und so lassen sich theoretisch auch US-Games auf europäischen Konsolen zocken (und umgekehrt). Allerdings kann es dabei zu verschobenen Bildern, falsch dargestellten Farben oder inkorrekter Geschwindigkeit in den Spielen kommen. Die Probleme sind einfach – mal wieder – den unterschiedlichen Fernsehnormen (NTSC und PAL) geschuldet.

So – lange genug geredet. Es wird Zeit ein Modul einzustecken und die Kisten anzuschmeißen. Ich habe mich für „Donkey Kong“ entschieden – ein absoluter Arcade-Klassiker! 🙂

Fun Fact: Da ich das originale Netzteil nicht mehr habe – und auch irgendwie ein schlechtes Gefühl habe ein fast 40 Jahre altes Netzteil anzuschließen – habe ich einfach ein Universal-9V-Netzteil mit entsprechender Polung verwendet.

Mann – die Grafik war definitiv kein ausschlaggebender Faktor für gute Games und Spielspaß. Das ist definitiv kein GTA 5 kann ich euch sagen! 😀 Das Design von Mario (damals noch Jumpman genannt) und Pauline (damals gab es noch keine Prinzessin Peach) lasse ich mir ja noch eingehen, aber schaut euch mal an wie der rebellische Affe aussieht! 😀

Auf dem System wurde eine ganze Reihe an Arcade-Klassikern umgesetzt, so selbstverständlich auch das allseits bekannte „Pac-Man“, welches 1982 für den Atari portiert wurde. Es ist logisch, dass Pac-Man ein Klassiker ist, aber meiner Meinung nach sieht man gerade dieser Konvertierung die Einschränkungen des Systems doch deutlich an – kein Vergleich zum Arcade-Original!

Neben eher mäßig umgesetzten Arcade-Ports gab es aber auch einige wirklich gelungene Titel wie z.B. „Pitfall!“ – ebenfalls aus dem Jahre 1982. Darin begleitet ihr den Protagonisten „Pitfall Harry“ durch den Jungel auf der Suche nach 32 Schätzen innerhalb eines Zeitlimits von 20 Minuten. Das Spiel war mit mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren kommerziell sehr erfolgreich und wurde nur noch durch Pac-Man (sieben Millionen verkaufte Exemplare) überflügelt.

Ein weiterer Titel der schon lange Kultstatus erreicht hat ist „Space Invaders“. Das Spielprinzip des Shoot-‘em-up-Titels ist so einfach wie genial und wird bis heute in zahlreichen Nachfolgern und Arcade-Sammlungen von Fans geliebt. Das Spiel erschien bereits 1979 für den 2600 und trug somit einen entscheidenden Beitrag zum Durchbruch des Ataris im Heimmarkt bei.

Fun Fact: Space Invaders wurde nach seinem Erscheinen 1978 in den japanischen Spielhallen sogar so populär, dass nach kurzer Zeit die 100-Yen-Münzen im ganzen Land knapp wurden. Die Regierung Japans war gezwungen die Münzproduktion zu verdreifachen. Wahnsinn! 😀

Ein Evergreen, den auch fast jeder kennt, ist „Frogger“ aus dem Jahre 1982. Ziel des Spiels ist es einen Frosch sicher über eine stark befahrene Straße und anschließend über einen Fluss zu führen. Ziel eines jeden Levels ist es fünf Frösche sicher ans andere Ufer zu bringen – gar nicht so einfach wie es klingt! 😀

Ein – meiner Meinung nach völlig zu Unrecht – nicht ganz so populäres Spiel ist das 1980 erschienene „Berzerk“. Darin steuert man ein Strichmännchen durch ein Labyrinth, welches mit schießenden Robotern übersät ist. Ziel ist es, möglichst viele Roboter mit der eigenen Laserwaffe auszulöschen. Dabei dürfen die Projektile der Gegner, die Gegner selbst und auch die Wände eines Raumes nicht berührt werden, sonst verliert man ein Leben. Passiert das drei Mal heißt es Game Over. Das Spiel ist simpel, aber es verkörpert den Atari 2600 wie kein anderes. Es kann von jedem ohne Vorkenntnisse einfach gespielt werden, ist aber schwer zu meistern. In jedem Fall ist es einen Blick wert – alleine schon wegen den absolut legendären Soundeffekten! 🙂

Ich könnte vermutlich noch stundenlang über irgendwelche Spiele oder die Geschichte des Systems erzählen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass in dem Atari-Spiel „Adventure“ das erste jemals programmierte Easter Egg enthalten ist? Der Programmierer „Warren Robinett“ versteckte 1978 seinen Namen in dem Spiel. Oder wusstet ihr, dass das Spiel „E.T the Extra-Terrestrial“ für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Videospielmarkts 1983-1985 („Videogame-Crash“) mitverantwortlich gemacht wird? Es gilt weitläufig als eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten und zwang Atari dazu, 1983 mehrere tausend nicht verkaufte überschüssige Module zu zerstören und in der Wüste Neumexikos zu vergraben – kein Witz!

Stopp – ich schweife schon wieder ab! 😀

Während PC-affine Benutzer meist zum Commodore VC-20, C64 oder C128 griffen, führte der Atari 2600 in Deutschland zunächst ein Schattendasein bis er sich nach und nach durchsetzte. Meiner Meinung nach definiert der Atari 2600 das Wort „Klassiker“. Er bot erstmalig die Möglichkeit, die aus den Spielehallen bekannten Spiele zu Hause zu spielen und trug somit einen gewaltigen Schritt zur Entwicklung des Videospielmarkts bei.

Wer noch nicht genug von „Atari“ hat und mehr über die Geschichte des Unternehmens erfahren möchte, dem kann ich die Dokumentation „Once Upon ATARI“ sehr empfehlen! 🙂

Fun Fact: Jetzt wisst ihr auch, wieso der heutige Blogartikel so heißt wie er heißt! 😉

Der Atari-Werbeslogan „Have you played Atari today“ von 1977 stellt ja bereits eine sehr provokative Frage, die ich mit „Nein“ beantworten muss. In diesem Sinne – bitte entschuldigt mich – ich muss jetzt noch eine Runde „Q*Bert“ spielen! 🙂

Stay retro! 😉

#106 – Sacred

Es gab eine Zeit, in der wurden viele Ego-Shooter (heutzutage eher First-Person-Shooter genannt) fast ausschließlich als „Doom-Klon“ bezeichnet. Warum das so war? Nun, zum einen wusste man damals noch nicht, was die Zukunft alles zu bieten hat und zum anderen gilt das Spiel als wegweisendes Erstlingswerk des Genres, welches wichtige Grundelemente zementierte und somit Vorreiter für alle kommenden FPS war.

Fun Fact: Nach Doom gab es natürlich weitere (mittlerweile auch schon etwas betagte) Titel wie z.B Halo, Half-Life oder Counter-Strike. Moderne Vertreter des Genres wären z.B. Battlefield, Far Cry oder Call of Duty.

Selbstverständlich gibt es solche stilprägenden Titel nicht unter Ego-Shootern. Was Doom für das FPS-Genre war, ist „Diablo“ für Fans von Action-RPGs (Action-Rollenspiele). Gerade „Diablo II“ wird von vielen Anhängern als der beste Teil der Serie angesehen und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit.

Fun Fact: Scheinbar sehen das nicht nur die Fans so, denn tatsächlich will Blizzard mit Remaster namens „Diablo 2 Resurrected“ den Glanz der alten Serie nochmal neu aufblitzen lassen. Fans warten gespannt auf die Veröffentlichung dieses Jahr!

Uff, ich schweife schon wieder ab. Schnell zurück zum eigentlichen Thema! 😀 Heute möchte ich euch ein Spiel vorstellen, welches meiner Meinung nach zu Unrecht häufig ein reines Schattendasein als „Diablo-Klon“ führt: „Sacred“!

Fun Fact: Das nenn ich mal lobenswert – die Erstauflage des Spiels kommt in einer großen Box mit Handbuch und Karte! Gekauft habe ich das Spiel erst kürzlich für ganze 2€! 😀 Das ist das Schöne an alten PC-Spielen – sie interessieren gefühlt keine Sau mehr. Außer mich natürlich! 😉

Sacred ist ein vom deutschen Entwicklerstudio „Ascaron“ (Studio II Software) entwickeltes und von Take 2 Interactive vertriebenes Action-RPG aus dem Jahre 2004. Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist die fiktive Fantasy-Welt „Ancaria“, in welcher es zahlreiche Aufgaben (Quests) zu erledigen gibt.

Als Protagonisten (bzw. Protagonistin) könnt ihr euch zwischen sechs unterschiedlichen Charakteren entscheiden. Zur Auswahl stehen der starke Gladiator („Hau-Drauf-Maschine“), der giftige Dunkelelf, der clevere Kampfmagier, die himmlische Seraphim, die höllische Vampirin oder die naturverbundene Waldelfin (aka Bogenschützin).

Die Charaktere unterscheiden sich primär durch Stärken und Schwächen bestimmter Statuswerte (Charisma, Stärke, Widerstand, Geschick, etc.). Ebenso bietet jeder Protagonist eine eigene Hintergrundgeschichte samt Startpunkt im Spiel sowie verschiedene Kampftechniken, Fertigkeiten, spezielle Zaubersprüche, Rüstungen und Waffen an. So wird dem Spieler (je nach dem für welchen Charakter er sich entscheidet) jedes Mal eine vollkommen andere Spielerfahrung geboten! 🙂

Fun Fact: Ich habe immer sehr gerne mit dem Kampfmagier oder der Seraphim gespielt. Meiner Meinung nach sind beide gute Allrounder und bieten einen Mix aus magischen Angriffen und konventionellen Angriffen. 😉

Was die Handlung angeht, so müsst ihr dem bösen Totenbeschwörer Shaddar das Handwerk legen. Er ist mies drauf, weil er von der Magiergemeinschaft verstoßen wurde. Nun will er Rache üben und beschwört hierfür einen gigantischen Sakkara-Dämon. Der Versuch geht aber nach hinten los, denn der Dämon wendet sich gegen seinen Beschwörer! Zusätzlich wird das Tor zur Unterwelt geöffnet, welches Schwärme von Untoten auf Ancaria loslässt. Nur euer Held kann das Königreich Ancaria retten! 🙂

Fun Fact: Keine Angst, auf die Story sollte man gar nicht zu viel Wert legen, sie ist in diesem Fall mehr oder weniger nur „Beiwerk“ zu einem großartigen Rollenspiel.

Während eures Abenteuers gibt es die üblichen RPG-Quests zu erledigen. Die Aufgaben reichen von Dingen wie „Töte einen machtbesessenen Herrscher, der das Nachbardorf unterjocht“ über „Hilf den Dorfbewohnern beim Einfangen von Tieren oder dem Transport von Gütern“ bis hin zu den klassischen Eskorte-Missionen à la „Bringe einen Händler quer durch das Land, damit er seine Waren wo anders verkaufen kann“.

Gerade die Eskorten („escort quests“ genannt) stoßen bei vielen Spielern meist auf wenig Gegenliebe, weil man auf zumeist langsame Begleitcharaktere warten muss, die sich dann auch noch völlig hilflos von heraneilenden Gegnern abstechen lassen. „mission failed“ sag ich da nur! Pro Tipp: Speichern, speichern, speichern… 😉

Fun Fact: Auch in Sacred wird mit Eskorten nicht gegeizt. Diese wirken manchmal etwas absurd und an den Haaren herbeigezogen – es ist wirklich gut, dass diese Aufgaben nur optional erledigt werden müssen! An einer Stelle muss man z.B. einen entlaufenen Wachwolf namens „Gambit“ finden und zu seinem Herrchen zurückbringen. Alle anderen Wölfe, denen man so auf dem Weg begegnet, dürfen natürlich abgeschlachtet werden, ist klar. 😀

Als Belohnung für abgeschlossene Quests erhält der Spieler Gold oder Erfahrungspunkte. Gerade letztere sind notwendig um die Fähigkeiten des eigenen Charakters zu verbessern („hochzuleveln“). Mit jedem neuen Level kann der Spieler so bestimmte Fertigkeiten (wie z.B. Konstitution, Waffenkunde, Wendigkeit, etc.) und Attribute (z.B. Stärke, Geschick, Regeneration, etc.) vergeben. Dadurch lässt sich jeder Charakter in eine komplett unterschiedliche Richtung entwickeln – cool! 🙂

Das Gold kann der Spieler wiederrum für Waffen- oder Rüstungsupgrades beim Schmied investieren. Dieser kann Schmiedekünste oder Gegenstände wie Amulette oder Ringe in die Ausrüstungsgegenstände schmieden und so euch noch stärker und resistenter gegen Feinde machen.

Apropos Waffen und Rüstungen – selbstverständlich gibt es in jeder neu zu erkundenden Stadt auch einen Händler, bei dem man sein Geld loswerden kann. Ich persönlich habe deren Angebote aber immer als unnötig empfunden. In den niedrigeren Schwierigkeitsstufen des Spiels findet man durch den Loot, welche Gegner nach deren Tötung fallen lassen, wesentlich besseres Zeug.  Selbstverständlich kann man den Händler auch dazu nutzen, den ganzen Kram loszuwerden und ein paar Goldstücke zu verdienen.

Fun Fact: Häufig findet man z.B. Gegenstände, die vom eigenen Charakter nicht verwendet werden können (entweder weil man entsprechende Attributwerte (noch) nicht erlangt hat, oder weil der Gegenstand nur von einer ganz andere Charakterklasse genutzt werden kann). Ich nehme diese Sachen trotzdem immer gerne mit und verscherble sie beim Händler im nächsten Dorf – da lacht der Geldbeutel! 🙂

Last but not least kann auch der Combomeister bemüht werden, welcher spezielle Zaubersprüche und Kampftechniken zu starken Angriffsvarianten kombinieren kann. Ebenso können diese speziellen Angriffe durch den Einsatz vieler Goldstücke verbessert werden, sodass sie z.B. mehr Schaden anrichten.

Neben dem normalen „Hau-Drauf-Angriff“ (sei es nun mit einer Nah- oder Fernkampfwaffe) gibt es zahlreiche Kampfkünste, welche durch sogenannte „Runen“ erlernt werden können. Diese Runen bekommt man durch das Besiegen von Bossgegnern oder durch die Erledigung von Nebenaufgaben. Je nach Charakterklasse können natürlich unterschiedliche Künste erlernt werden.

Fun Fact: Meine Waldelfin kann z.B. ein paar spezielle Techniken mit dem Bogen (Mehrfachschuss, verfolgender Pfeil, Bombenpfeil, etc.) erlernen. Ebenso können auch einige naturverbundene Zauber wie z.B. die Giftranken, die dem Gegner Schaden zufügen, erlernt werden. Neben dem klassischen „Heilungszauber“, welcher die eigene Energie wieder herstellt, gibt es sogar einen „Verwandlungszauber“, welcher einen Gegner in ein gebietsabhängiges Tier (z.B. ein harmloses Reh) verwandeln kann.

Mit entsprechender Ausrüstung ist man dann gut gewappnet um den ganzen Schurken und untoten Kreaturen das Handwerk zu legen. Die Hauptstory führt euch dabei immer wieder mit einigen Schlüsselfiguren wie z.B. dem rechtmäßigem Thronerben Prinz Valor oder seiner Gattin in spe Baroness Vilya, sowie deren Zauberin Shareefa zusammen. Diese können und werden euch (teils optional, wenn vom Spieler gewünscht) ein Stück der Reise begleiten.

Fun Fact: Im Gegensatz zu andern Begleitcharakteren können diese Schlüsselfiguren – Gott sein Dank – nicht sterben. Sobald ihre Lebensenergie sich dem Ende neigt, kippen sie einfach um und sind für wenige Sekunden bewusstlos, bevor sie aufstehen und weitermachen als wäre nichts gewesen! 😀

Die jeweiligen Settings wie z.B. Waldgebiete…

…grüne Ebenen mit querenden Flüssen…

…Eisbergpässe…

…dunkle Höhlen…

…oder mysteriöse Kellergewölbe sind dabei für die damalige Zeit recht ansehnlich inszeniert.

Fun Fact: Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Gebiete, die ich euch jetzt unterschlagen habe. Zum einen möchte ich nicht zu viel spoilern, andererseits würde es wohl den Rahmen des Beitrags sprengen! 😀

Auch spezielle Orte, an denen meist Hauptaufgaben erledigt werden müssen stechen nochmal deutlich aus der restlichen Welt heraus. So müssen z.B. an einer Stelle des Spiels die vier Elemente Ancarias (Luft, Feuer, Erde und Wasser) gefunden werden. Jedes dieser Elemente befindet sich in einer unterschiedlichen Spielregion…

…und wird dabei von vergleichsweise starken Gegner (wie z.B. einem Drachen oder einem Sakkara-Dämon) bewacht. Während sich die normalen Widersacher (Straßenräuber, Goblins, Orks, etc.) noch recht einfach vernichten lassen, sind diese Bossgegner teilweise richtig harte Nüsse, an denen man (oder zumindest ich) ganz schön zu knabbern hat (höhere Level und übertrieben hohe Angriffswerte). Spätestens vor so einem Kampf ist es ratsam sich mit Heiltränken auszustatten und die Ausrüstungsgegenstände sowie Kampfkünste des eigenen Charakters zu verstärken.

Während normale Gegner manchmal etwas eintönig wirken, wurde gerade bei den Boss-Gegnern ein Augenmerk auf Animation und Details gerichtet. Es gibt wenig Befriedigenderes als einen schweren Gegner zu erledigen…

…nur um dessen Ableben (samt passender „die-bösen-Geister-entweichen“-Animation) zu erleben.

Fun Fact: Neben der Bronze-Kampagne gibt es auch noch die höheren Schwierigkeitsgrade Silber und Gold. Sehr lobenswert: Der eigene Charakter kann samt Kampfkünsten und Ausrüstungsgegenständen von einem vorherigen Spielstand (niedrigere Schwierigkeitsstufe) importiert und somit weiterentwickelt werden – cool! 🙂

Was mir besonders gefällt ist der Humor der Entwickler. So wird z.B. wenn man seinen Charakter regungslos für einige Minuten stehen lässt die „vierte Wand“ durchbrochen und der Spieler wird mit einem lustigen Spruch gerügt, wieso es nicht weiter geht. 😀

Ein für mich persönliches Highlight sind die Grabinschriften auf den jeweiligen Friedhöfen der einzelnen Städte. Diese haben – neben gelegentlichen Überraschungen wie Ausrüstungsgegenständen oder einem untoten Skelett, das es zu besiegen gilt – eigentlich immer einen lustigen Spruch eingraviert. Hier nur ein paar Beispiele:

Der schwächste Punkt des Spiels ist für mich die Vielzahl an Bugs. Trotz zahlreichen Patches, die Ascaron im Laufe der Zeit nachgeliefert hat, gibt es immer noch einige Stellen, an denen man beten muss, dass alles so funktioniert wie es soll. Manchmal sind es nur kleine Dinge, wie z.B. dass einige Gegner außerhalb der Spielwelt erscheinen und so nicht besiegt werden können – ein Gamer würde dazu „out of bounds spawnen“ sagen.

Auch gibt es die ein oder andere Nebenaufgabe, die sich nicht erfüllen lässt, wenn man sie in der falschen Reihenfolge angeht (Stichwort: Whiskeyfässer). Neben so Kleinigkeiten gibt es auch richtig krasse Fehler, welche ein Weiterspielen unmöglich machen. Mir ist es z.B. an zwei Stellen passiert, dass sich eine Tür nach Besiegen eines Bossgegners nicht öffnet – und das alles nur, weil ich den Gegner nicht exakt in der Mitte eines Raumes besiegt habe! Erst durch einen Tipp im Steam-Forum habe ich einen Workaround gefunden.

Fun Fact: Ich habe vorsichtshalber immer vor so Stellen (an denen ich Probleme vermutet habe) gespeichert. Meistens ist alles gut gegangen, aber wenn nicht gibt es nichts Frustrierenderes als zwei Stunden Spielzeit durch so einen blöden Fehler zu verlieren…

Da Sacred aber von den Spielern trotzdem relativ gut angenommen wurde, kam noch im gleichen Jahr eine neue Auflage („Sacred Plus“) raus, welche zahlreiche Fehler behob und die Spielwelt erweiterte und um neue Gegnertypen ergänzte.

Fun Fact: Alleine das Logo rechts unten in der Ecke weckt nostalgische Erinnerungen. Wer hat nicht schon mal ein richtig gutes (PC-)Spiel für 5 € in der „Software Pyramide“ beim Müller oder Mediamarkt erworben? Klassiker! 😉

Ein Jahr später (2005) kam dann mit „Sacred Underworld“ ein AddOn. Die Erweiterung brachte zwei neue Charaktere (Zwerg und Dämonin), eine um ca. 40 % vergrößerte Spielwelt, neue Gegnertypen und Gegenstände sowie eine Fortsetzung der Kampagne aus der Grundversion. Diese knüpft unmittelbar an die Ereignisse in Sacred an.

Mir persönlich hat die Underworld-Erweiterung nicht ganz so gut wie das Hauptspiel selbst gefallen. Zwar sind die zusätzlichen Inhalte ganz nett, aber irgendwie fehlt es dem Spiel an Persönlichkeit. Die Story (Rettung der Baroness Vilya nach – Spoiler alert – Prinz Valors Tod) ist noch flacher als im Original. Die neuen Gebiete sind schön, aber wirken vollgestopft mit Gegnern, was das Spielerlebnis eintönig macht. Ich kann den Gamespot-Kollegen an der Ecke nur zustimmen – Ascaron hat es leider versäumt wirkliche Innovationen hinzuzufügen. Underworld ist definitiv kein schlechtes AddOn, aber auch kein „Must-have“.

Fun Fact: Was cool ist – auch für Underworld kann der eigene Charakter aus der Ancaria-Kampagne übernommen werden. So konnte ich ein weiteres Abenteuer mit meiner Waldelfin bestreiten! 🙂

2008 erschien dann mit „Sacred Gold“ noch eine Kompilation mit Sacred sowie dem AddOn Underworld. Mit dabei ist neben dem Spiel und dem Handbauch auch die Ancaria-Karte sowie eine Soundtrack-CD! 🙂

Fun Fact: Ich habe das Exemplar vor ein paar Tagen auf eBay für 3€ ersteigert! Ich mag alte PC-Spiele – wo sonst bekommt man (je nachdem wie vollständig man alle Missionen abschließen möchte) 40-100 Stunden Spielzeit für so wenig Geld? 😉

Was die weiteren Spiele der Sacred-Reihe angeht, gefällt mir persönlich immer noch der erste Teil am besten. Die späteren Teile driften eher in Richtung „Hack and Slay“ oder sogar ins „Beat ‘em up“-Genre ab. Auch mit dem zweiten Teil, welcher eigentlich die klassische Formel beibehält, kann ich nicht so recht was anfangen. Die Grafik ist besser, wirkt für mich aber zu comichaft und bunt. Vielleicht liegt das auch nur an mir. Ich habe einfach eine Schwäche für alte Spiele mit Pixelgrafik oder Retro-Charme (der Blog heißt ja nicht umsonst „retrololo“ :P).

So, ich denke es wird so langsam Zeit, dass wir zum Ende kommen. Ich könnte vermutlich noch Stunden über das Spiel berichten, über spezielle Set-Gegenstände, Transport-Portale und eine Vielzahl an coolen Easter Eggs, aber das würde den Rahmen dann endgültig sprengen! 😀

Ich weiß nicht woran es liegt, dass mich „Sacred“ vom ersten Tag an gefesselt hat. Ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wie ich überhaupt zu dem Spiel gekommen bin. Alleine diese Tatsache beeindruckt mich bis heute, denn Action-RPGs sind üblicherweise nicht wirklich mein Beuteschema…

Fun Fact: Worüber ich beim Durchspielen überrascht (und nicht gelinde gesagt schockiert) war, ist der Zeitaufwand, den man reinstecken muss um solche RPGs zu spielen. Das ist so, wie wenn man in die Arbeit (oder in das Schreiben von Blogartikeln :P) vertieft ist – da vergeht die Zeit im Flug. Rückblickend betrachtet kommt es mir so vor, als hätten mich solche Sachen früher weniger gestört. Ich vermute mal ich hatte „damals“ einfach mehr Zeit. Vielleicht liegt es aber auch nur einfach daran, dass ich alt werde… 😀

Wer nun Lust darauf bekommen hat, Ancaria zu entdecken, dem kann ich nur empfehlen das Spiel einfach zu kaufen! Digital kostet es ca. 8€ bei GOG, alternativ könnt ihr auch für ganz kleines Geld (meist nur 1-3€) eine Version auf eBay ersteigern, denn das Spiel läuft selbst unter Windows 10 (64 Bit) ohne Probleme! 🙂

Noch ein Hinweis zur Technik: Tatsächlich wurde das Spiel für eine 4:3-Auflösung (1024×768) entwickelt. Wer sich nun über die schönen „Widescreen-HD-Screenshots“ in dem Beitrag wundert: Es gibt eine Möglichkeit Einstellungen am Grafiktreiber vorzunehmen, um so das Spiel auch in einer HD-ready-Auflösung (1366×768) im Fullscreen-Modus zu spielen.

Als noch bessere Alternative kann ich euch den „Sacred ReBorn HD-Mod“ empfehlen. Der Mod wurde von einigen russischen Enthusiasten entwickelt und merzt einen Großteil der Fehler im Spiel aus. Ebenso wurde der Schwierigkeitsgrad etwas erhöht und es können sogar diverse Einstellungen, wie z.B. das Setzen eine Full-HD-Auflösung von 1920×1080 getätigt werden, welche das Spielerlebnis deutlich verbessern. Das Beste – der Mod wird auch heute noch aktiv weiterentwickelt! Alles in allem ist das die perfekte Lösung um Sacred auf einem modernen System zu spielen. 🙂

So, nun ist aber gut… In diesem Sinne – beste Grüße aus Ancaria – bis bald! 🙂

#105 – NES außer Kontrolle

Nanu? Was ist denn das trauriges?

Das sieht mir doch nach einer Kiste mit defekten NES-Controllern aus…

Ich habe die angeschlagenen Sportsfreunde günstig auf eBay ersteigert. Heute wollen wir mal schauen, ob wir sie wieder zum Leben erwecken können! 🙂

Fun Fact: Tatsächlich waren es fünf NES-Controller. Bitte fragt mich nicht, wieso ich nur vier fotografiert habe?! 😀

Zuerst sollten wir mal testen, ob die Controller wirklich defekt sind. Tetris-Modul einschieben, Controller anstecken und Action…?

Leider nein, denn tatsächlich funktioniert keiner der fünf Controller. Ob sie wirklich alle defekt sind?

Bevor wir voreilige Schlüsse ziehen, sollten wir die Controller erst mal aufschrauben und nachsehen was los ist. Controller Nr. 1 – bitte auf die Krankenstation! Auf den ersten Blick schaut eigentlich alles noch ganz gut aus – die Platine ist (bis auf etwas Dreck) in Ordnung.

Allerdings ist mir ist aufgefallen, dass das Kabel an einigen Stellen schon mal geflickt wurde:

Um zu prüfen, ob es wirklich ein Kabelproblem ist, sollten wir mal die Strecke von der Platine zu den einzelnen Pins am Stecker durchmessen. Doch wie kommt man an die tief ins Steckergehäuse gesetzten Kontakte? Mal wieder hilft uns eine die ultimative Allzweckwaffe – eine zurechtgebogene Büroklammer! 😀

Mit Hilfe der Klammer und einem Multimeter lassen sich die Kontakte durchmessen – und siehe da, tatsächlich sind zwei der sieben Kontakte fehlerhaft. Ob das nun ein Bruch im Kabel oder ein Problem im Stecker selbst ist weiß ich nicht, aber letztendlich will ich damit auch gar keine Zeit verschwenden. Das Kabel sollte entfernt werden, es wurde schon zahlreiche Male geflickt und sieht auch optisch nicht mehr vertrauenserweckend aus! 😀

Wie es der Zufall will, habe ich noch ein loses NES-Controller Ersatzkabel samt Stecker hier herumliegen! 🙂

Fun Fact: Das Kabel stammt noch von dem zu einem USB-2.0-Hub umgebauten NES-Controller aus Artikel 67! 😉

Im Endeffekt muss man nur das alte Kabel ablöten und fünf Adern des neuen Kabels entsprechend ihrer Farbcodierung an die Platine löten…

Fun Fact: Tatsächlich verwendet der NES-Controller nur fünf Leitungen um die Signale zu übertragen, obwohl der Stecker sieben Ports bietet. Die Funktion des Controllers wird z.B. in diesem Video gut erklärt.

Abschließend müssen wir den Controller lediglich wieder zusammenschrauben und natürlich noch testen ob er auch funktioniert. Da das Tetris-Modul schon im Slot steckt, habe ich mir gleich eine kleine Pause gegönnt – läuft! 🙂

Na dann schauen wir uns gleich mal den zweiten Controller an. Dessen Problem konnte glücklicherweise sehr schnell behoben werden, denn hier waren einfach nur die Kontakte der Platine…

… sowie der Tastengummis so sehr verdreckt, dass die Kontakte nicht mehr überbrückt und so kein Signal zum NES weitergegeben wurde. Mit etwas hochprozentigem Alkohol, ein paar Wattestäbchen und viel Geduld hat sich das Problem beheben lassen! 🙂

Es lief fast zu gut, denn tatsächlich konnte auch Controller Nr. 3 recht schnell repariert werden. Dieser hatte eine offene Stelle an der Isolierung des Kabels. Beim Durchmessen habe ich festgestellt, dass wohl auch eine Ader verletzt ist. Glücklicherweise war die defekte Stelle direkt am Anfang des Kabels (und nicht in der Mitte oder am Stecker), so habe ich das Kabel einfach ein kleines Stück gekürzt und neu verlötet – läuft auch wieder! 🙂

Also schnell weiter zu Controller Nr. 4. Beim Aufschrauben habe ich mich gewundert wieso nur fünf (anstatt der sonst typischen sechs) Schrauben verwendet wurden. Es sieht so aus als wäre mal eine Schraube abgebrochen, zumindest steckte das Gewinde noch in der Plastikfassung.

Fun Fact: Ich habe es nicht fotografiert, aber ich habe die defekte Schraube mit viel Geduld herausgebohrt, sodass man jetzt wieder eine andere Schraube reindrehen kann! 🙂

An dem Controller war definitiv schon mal jemand dran, denn die Tastengummis wurden bereits durch neuere Modelle ersetzt.

Das technische Problem war aber ein ganz ein anderes. Nachdem ich den Controller endlich offen hatte, kam mir folgender Scherbenhaufen entgegen. Ich bitte um eine Schweigeminute für die von uns gegangene Platine! 😦

Zugegeben, mit genügend Zeit und Lust könnte man jetzt versuchen die Platine wieder zusammenzukleben und die einzelnen Leitungen mit Kabeln zu überbrücken. Wenn ich ehrlich bin ist mir das den Aufwand nicht wert, denn ich vermute das würde einige Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

Dann ist mir eingefallen, dass wir ja noch aus Artikel 101 eine – theoretisch – funktionsfähige Platine samt Kabel übrighaben. Bei jedem anderen wäre das Teil wohl schon im Müll gelandet aber ihr kennt mich – ich hätte es nie übers Herz gebracht, die (teilweise) noch funktionierende Platine wegzuschmeißen! 😀

Zur Erinnerung: An sich war die Platine ja OK, nur der Chip ist defekt. Vielleicht können wir den Chip von der zerbrochenen Platine recyceln und in die intakte Platine einlöten? 🙂

Gesagt, getan…

Merkwürdigerweise war auch noch eine Lötstelle an der Kabelzuleitung gebrochen. Das war beim letzten Mal aber noch nicht so! Ich vermute das ist der Tatsache geschuldet, dass die Platine in irgendeiner Schublade lag und beim Suchen nach Ersatzteilen durch die Gegend geworfen wurde! 😀 Aber kein Problem, die kalte Lötstelle habe ich bei der Gelegenheit auch etwas nachgebessert… 🙂

Tatsächlich hat der Chiptausch funktioniert und so konnte auch der vierte Controller repariert werden – läuft! 🙂

Wie es meistens bei so Basteleien ist, habe ich mir instinktiv die größte Baustelle für den Schluss aufgehoben! 😀 Ich sag’s euch – der letzte Controller war ein absoluter Härtefall. Alleine an der Optik merkt man, dass hier etwas nicht stimmt. Der Aufkleber („Faceplate“) ist lose und hat schon einen Riss…

Die Optik ist das eine, aber wie sieht es mit der Technik aus? Als ich ihn dann aufschrauben wollte kamen mir gleich mal Tri-Wing-Schrauben entgegen. Sehr merkwürdig, da eigentlich nur normale Kreuzschlitz-Schrauben bei den Controllern verwendet wurden. Wieder ein Indiz dafür, dass schon mal jemand was an dem Controller gemacht hat!

Auch das Innere war eher weniger erfreulich. Zumindest waren die Platine und das Kabel intakt, aber die Gummipads haben definitiv schon bessere Tage gesehen:

Fun Fact: An sich könnte man versuchen die Dinger zu reparieren (kleben), aber so richtig gut fühlen sich die Druckpunkte der Knöpfe dann nicht an. Den Aufwand wollte ich mir sparen und habe bei der Gelegenheit dem Controller ein paar neue Tastengummis spendiert (solche Ersatzpads kosten ca. 3 €).

Hm, wenn aber Kabel und Platine nicht das Problem sind, wieso funktioniert der Controller nicht? Tatsächlich habe ich noch einige Zeit gegrübelt, bis es dann nach etwas Internet-Recherche doch noch „klick“ gemacht hat. Für mich sieht es so aus als hätte irgendein Scherzkeks hier eine amerikanische Platine in ein europäisches Gehäuse eingebaut! Der Unterschied zwischen beiden ist, dass in den europäischen Controllern je zwei zusätzliche Widerständen eingelötet sind, damit z.B. eine „Nicht-Euro-Konsole“ amerikanische Controller aussperrt. So viel zum Thema „region locking“ – sogar die Controller haben eine Ländersperre – Wahnsinn! 😦

Na, so leicht lass ich mich nicht abschütteln. Theoretisch müsste es möglich sein, die Widerstände nachträglich einzulöten und somit den Controller kompatibel mit einer europäischen Konsole zu machen. Gut, dass ich sowieso ein paar Elektronik-Teile bestellen musste! 😉

Fun Fact: Es werden lediglich zwei 3.3k Ohm Widerstände benötigt, welche an die orangene und rote Zuleitung (sowie Masse) gelötet werden müssen! 🙂

Mit verlöteten Widerständen sieht das dann so aus:

Und tatsächlich, durch die Modifikation funktioniert der Controller jetzt auch mit europäischen NES-Konsolen – sehr schön! 🙂

Jetzt müssten wir nur noch was wegen der Optik unternehmen. Da ich den originalen (gerissenen) Aufkleber nicht wiederverwenden wollte, dachte ich mir ich mache mit dem letzten Controller etwas Besonderes. Von einem Game Boy Bastelprojekt hatte ich noch ein paar Ersatzteile (schwarze Knöpfe und Steuerkreuz) übrig. Vielleicht könnte man die alternativ statt den normalen roten Knöpfen einbauen? 🙂

Mein ursprünglicher Plan war es auch das Steuerkreuz zu tauschen, doch leider ist das D-pad des Game Boys etwas kleiner und so musste ich beim NES-Original bleiben. Aber zumindest die Knöpfe können wir austauschen. Sieht gut aus wie ich finde! 🙂

Fun Fact: Die Knöpfe sind – was die Bauform angeht – zwar fast identisch mit denen des Game Boys, trotzdem musste ich die Aussparung etwas mit einer Feile bearbeiten, sodass die schwarzen Knöpfe in den NES-Controller passen. *Seufz* – immer diese ungeplanten Herausforderungen! xD

Jetzt müssten wir nur noch einen neuen, passenden Aufkleber für die Oberseite des Controllers finden. Tatsächlich bin ich auf eBay fündig geworden. Der Aufkleber kommt aus Griechenland (vom Aufkleberdealer meines Vertrauens) und kostet inklusive Versand nur knapp 5 € – irre! 😀

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sieht meiner Meinung nach wirklich cool aus! 🙂

So, damit sollten wir es für heute gut sein lassen. Ich bin froh, dass ich alle fünf Controller vor dem Müll retten konnte. Jetzt müsst ihr mich aber entschuldigen, es wird Zeit ein paar alte Tetris-Highscores zu knacken! 😉

Cya! 🙂

#104 – Flipper-Reparaturen

In Artikel 5 und Artikel 9 haben wir uns ja schon mit meinem Indiana Jones Flipper beschäftigt. Heute soll das gute Stück etwas Aufmerksamkeit bekommen, denn es gibt noch ein paar kleinere Reparaturen durchzuführen! 🙂

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beleuchtung. So ist mittlerweile die ein oder andere Birne defekt. Eine sehr gute Gelegenheit diese gegen LEDs auszutauschen.

Um auch zukünftig gut ausgerüstet zu sein, habe ich mir einen ganzen Satz an verschiedenen LEDs für den IJ-Flipper bestellt.

Fun Fact: Tatsächlich gibt es – obwohl es so ein Nischenprodukt ist – noch zahlreiche Onlineshops, in denen man diverse Ersatzteile für den Flipper bestellen kann – irre! 😀

Mit dabei war ein Belegungsplan um die Übersicht über die ganzen Leuchtmittel zu behalten – praktisch! 🙂

Fun Fact: Ganz möchte ich den Flipper nicht auf LED umrüsten. An einigen speziellen Stellen wirken die Birnen einfach besser. Gerade die „Flasher“ (schnell hell aufblitzende Lichter) wirken als Glühbirnen viel cooler! 🙂

Um an die defekte Birne heranzukommen, muss der Flipper erst mal geöffnet, das Spielfeld herausgezogen…

…und nach oben geklappt werden (kennen wir ja alles bereits).

Fun Fact: Man sollte unbedingt daran denken die Kugeln zu entnehmen, bevor man das Spielfeld hochklappt. Tut man das nicht gibt es Beulen am Kopf, oder – noch schlimmer – defekte Teile im Flipper! 😉

Einige Birnen lassen sich dann recht einfach tauschen, dafür müssen lediglich kleine Sockel auf der Unterseite herausgedreht werden. Einige andere sind mit dem Spielfeld direkt verschraubt (meist mit Bajonett-Sockel) aber auch diese lassen sich mit nur einer Schraube lösen. Baut man LEDs ein, sollte man auf die Einbaurichtung achten. Die modernen LEDs haben zwar einen Verpolungsschutz (sodass diese nicht abrauchen, wenn man sie falsch herum einbaut), trotzdem bleibt es dunkel im Flipper! 😀

Leider war auch eine Birne auf dem beweglichen Mini-Spielfeld (wird auch POA, für „playfield over air“ genannt) defekt. Das zu entfernen war ein ganz schöner Act, denn hierfür müssen diverse Teile (Drahtrampe, Plastikbrücke, etc.) abgeschraubt werden. Hierbei hilft ein Blick ins englische Service Manual.

Fun Fact: Das POA ist tatsächlich einer der größten Schwachpunkte des Flippers. Es ist definitiv ein cooles und innovatives Feature, gleichzeitig bietet es leider zahlreiche Schwachstellen (Motor, Getriebewelle, Lichtschranken, …), die Probleme verursachen können…

Einige Schrauben sind dabei so fies versteckt, sodass man ohne spezielles Werkzeug (oder zusammengebasteltes Werkzeug mit mehreren Verlängerungsstücken) keine Chance hat diese zu erreichen.

Fun Fact: Ganz wichtig – möchte man an dem Flipper herumschrauben wird (amerikanisches) Werkzeug mit Zoll-Maß benötigt. Mit einem bei uns handelsüblichen Werkzeugset kommt man da nicht weit…

So sieht das Mini-Spielfeld im ausgebauten Zustand aus. Um es zu lösen, müssen natürlich auch diverse Stecker auf der Unterseite des Spielfelds gelöst werden. Gott sei Dank ist der Übeltäter schnell gefunden und das Birnchen kann einfach gewechselt werden! 🙂

Fun Fact: Ich mache bei solchen Aktionen immer gerne mehrere Fotos, sodass ich die Geräte auch ja wieder zusammen bekomme! 😀

Beim Zusammenschrauben ist mir dann aufgefallen, dass sich das Mini-Spielfeld nicht mehr vernünftig bewegen lässt. Nach rechts dreht es sich einwandfrei, aber sobald man versucht das Spielfeld nach links zu kippen, bewegt es sich nur stotternd. Ich meine mich zu erinnern, dass der Fehler schon immer da war, mir es aber noch nie so wirklich störend aufgefallen ist.

Tatsächlich ist das ein bekanntes Problem, welches durch die Gabellichtschranken verursacht wird. Diese werden im Lauf der Jahre schwächer und erkennen die Signale, welcher der Arm übertragen soll, nicht mehr zuverlässig. In meinem Fall hat es gereicht, die Plastikummantelung zu entfernen und die Sensoren etwas näher aneinander zu biegen.

Fun Fact: Perspektivisch werde ich wohl nicht um den Austausch des Opto-Boards herumkommen. Solange das noch nicht nötig ist, lasse ich schön die Finger davon! 😉

So sieht das schon besser aus. Das Spielfeld lässt sich (im entsprechenden Modus) wieder einwandfrei über die seitlichen Flipper-Buttons kippen und alle Birnen leuchten wieder – sehr schick! 🙂

Ein weiteres defektes Birnchen ist mir dann noch vor den Drop Targets beim Center Hole (welches den Multiball-Modus auslöst) aufgefallen – das „N“ will nicht mehr leuchten. Schuld daran war ein ausgerissener Kontakt an der LED. Mit etwas Lötzinn konnte ich die LED reparieren und musste diese somit nicht mal wegwerfen! 🙂

Fun Fact: An sich könnte man den Flipper jetzt starten und hoffen, dass alles funktioniert. Besser ist natürlich, wenn man sich über die Funktionalität der ganzen Komponenten im Testmenü (erreichbar über die Knöpfe in der Kassentür) überzeugt, bevor man wieder alles zusammenbastelt.

Nachdem ich noch ein paar weitere Birnen getauscht hatte, war es Zeit, sich dem „Mode-Start“-Problem zu widmen. Um einen Spielmodus (z.B. Video Mode, bestimmte Rampen oder Targets treffen, etc.) zu starten, wird der Ball in ein sog. „Kick-Out Hole“ gespielt, welches den Ball nach Auswahl des Modus wieder zurück aufs Spielfeld schleudert.

An sich eine coole Sache aber leider auch eine bekannte Schwachstelle, da der Ball häufig nicht im Loch liegen bleibt, sondern einfach zurück auf das Spielfeld rollt. Schuld daran ist ein Designfehler des Herstellers. Das Loch, welches den Ball auffangen soll, ist einfach nicht tief genug. Erschwerend kommt hinzu, dass das Blech, welches den Ball nach unten in das Loch drücken soll, im Lauf der Jahre durch die vielen Treffer nach oben gebogen und somit der Ball einfach zurückgeschleudert wird.

Um dem Problem etwas entgegenzuwirken haben Bastler aus dem Flipperforum ein paar Plastikstücke entworfen, welche die betroffenen mechanischen Teile (Kicker, Spule, Schalter, …) einfach etwas tiefer legen. So soll die Erfolgsquote erhöht werden.

Fun Fact: Eigentlich muss man „nur“ die weißen Plastik-Plättchen unter die Teile schrauben, trotzdem hat der Einbau (zur Erinnerung – das ganze passiert vertikal bei aufgerichtetem Spielfeld) einiges an Zeit verschlungen! 😀

Und tatsächlich – dank des „Tunings“ bleibt der Ball jetzt wesentlich öfter im Mode Start Loch hängen. Sehr schön! 🙂

Fun Fact: Es war leider sehr schwer das während eines laufenden Spiels (und auf Grund der spiegelnden Oberfläche) zu fotografieren, ich hoffe man erkennt es trotzdem… 🙂

Da wir den Flipper sowieso schon offen haben macht es Sinn dem Gerät mal eine Grundreinigung zu verpassen, denn an manchen Stellen hat sich doch ganz schön viel Dreck angesammelt!

Für die Glasscheibe verwende ich immer einen speziellen Glasreiniger (Dr. Becher). Für das Spielfeld und die installierten Teile gibt es auch einen Spezialreiniger namens Super Flip von Geiger, welcher nicht nur reinigen, sondern die Spielfläche auch versiegeln und somit vor weiteren Einflüssen schützen soll. Bei dem Thema scheiden sich aber die Geister (welcher Reiniger ist der beste), das kann man nur falsch machen. Ich bin schon zufrieden, wenn der grobe Dreck beseitigt ist! 🙂

Beim Reinigen sind mir dann noch zwei defekte Gummis (einer gerissen, der andere ausgeleiert) aufgefallen.

Die Gummis gibt es nur selten einzeln als Ersatz, stattdessen werden Kits angeboten, welche alle benötigten Gummis für einen vollständigen Austausch beinhalten. Gut, dass auch hier ein Belegungsplan dabei ist. Bei 45 Gummiringen könnte man da leicht durcheinander kommen! 😀

Fun Fact: Tatsächlich habe ich dann nur den defekten Gummi entfernt und mich um den einen Ausgeleierten gekümmert. Für einen vollen Austausch müsste ich wohl das Spielfeld komplett abbauen und dazu fehlt irgendwie die Motivation! 😉

Was mich die ganze Zeit schon stört ist, dass die Flipperfinger so gar nicht zum Design des restlichen Flippers passen. Die stechen optisch doch deutlich heraus finde ich.

Aus diesem Grund habe ich mir ein paar Decals (Aufkleber) bestellt, welche die Flipperfinger passend zum „Jungle-Theme“ des Flippers mit dem Indiana-Jones-Schriftzug schmücken sollen.

Endlich mal ein einfacher „Einbau“. Aufkleber aufkleben – fertig! 🙂

Auch habe ich mittlerweile herausgefunden für was der mysteriöse Anschluss auf der Kassentür gut ist. Tatsächlich ist es eine Klinkenbuchse, in welcher ein Kopfhörer eingesteckt werden kann. So kann man flippern, ohne dass die laute Musik andere Leute stört! 😀

Fun Fact: Wenn man ehrlich ist, dann ist das Quatsch, denn die mechanischen Geräusche werden natürlich nicht ausgeblendet. Musik kommt zwar dann keine mehr, aber die Kugel rappelt und scheppert weiter fröhlich durch das Gehäuse und knallt gegen alles was ihr in den Weg kommt. Nicht gerade leise. 😀

Irgendwie ist es wie bei jedem technischen Gerät: Je mehr ich mir den Flipper ansehe, desto mehr Stellen entdecke ich, an denen man mal Hand anlegen müsste. Doch ich befürchte, dafür ist heute keine Zeit mehr, der Artikel ist sowieso schon wieder recht lang geworden. Eigentlich habe ich gehofft euch heute etwas mehr über die verschiedenen Modi sowie das Regelwerk des Flippers berichten zu können. Ich denke das muss noch etwas warten… 😉

Jetzt wird es erst mal Zeit die ein oder andere Runde zu flippern. Immerhin müssen wir ja auch überprüfen, ob noch alles funktioniert… 🙂

In diesem Sinne – „The adventure continues…“

Fun Fact: „The adventure continues“ war sogar der offizielle Werbe-Slogan des Indiana Jones Pinball Adventure Flippers! 😉

Cya!

#103 – Oldest NAS on the block

„Network attached storage“. Was für eine praktische Erfindung. Was früher lediglich der Industrie vorbehalten war, wird heutzutage in zahlreichen privaten Haushalten als „private Cloud“ eingesetzt.

NAS-Systeme gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, je nachdem wie redundant und verfügbar die Daten sein müssen. Ich selbst habe eine Netzwerkfestplatte von Western Digital („My Cloud“, 3TB) – zugegeben, die wohl geringste Ausbauform eines NAS. Als richtigen Langzeit-Datenspeicher würde ich diese Lösung definitiv nicht verwenden, aber für so einen schnellen Austausch von Daten über mehrere Geräte ist das schon sehr praktisch! 🙂

Möchte man eine bessere (und somit leider auch teurere Lösung), bei der die Daten im Fehlerfall einer Platte auch noch verfügbar sind, gibt es z.B. die DiskStations von Synology. Diese bieten eine Vielzahl an praktischen Funktionen (FTP-Transfer, Zugriff übers Internet, Synchronisation zwischen verschiedenen Clients/Systemen, automatische Backup-Services, Einsatz als Media-Server, …) und fallen dank ihrer Bauform (kompakt, klein und leise) z.B. in einem Büro gar nicht mehr auf.

Aber heute wollen wir uns nicht mit so neumodischem Schnickschnack, sondern mit guter alter Hardware beschäftigen. Von wegen klein, kompakt und leise: DAS ist ein NAS! 😀

Was für eine Maschine. Dieses Monstrum ist ein Arena EX easyRAID Disk Array System (SCSI to IDE). Es hat sechs IDE-Platten in Wechselrahmen integriert und kann über SCSI mit dem Computer verbunden werden. Integriert sind 32 MB RAM und ein Intel i960 Prozessor mit 33 MHz. Betrieben werden kann es mit verschiedenen RAID-Leveln (0-5) und war so als Einstiegsprodukt für den Einsatz als Server- oder Archivsystem in kleineren Unternehmen gedacht.

Fun Fact: Ich habe viel recherchiert, aber leider keine Produktdaten zu dem Modell gefunden. Ich weiß nur, dass es 1999 geliefert wurde und gefühlt eine Tonne wiegt (ist natürlich übertrieben, aber das Ding ist definitiv sau schwer – ohne installierte Festplatten sind es schon 13 kg) 😀

Auf der Rückseite sieht man, dass das Gerät zwei 250 W-Netzteile integriert hat, welche sogar unterschiedliche Spannungen liefern können – cool! Zur Konfiguration und Steuerung des Systems kann ein Terminal (serielle Schnittstelle) angeschlossen werden. 🙂

Fun Fact: Laut Handbuch könnten die Lüfter und Netzteile via „hot swap“ im laufenden Betrieb getauscht werden – beeindruckend!

Damit das Gerät nicht nur lokal via SCSI (68 Pin) mit einem PC verbunden werden kann, ist auch ein Plug&Store-LAN-Controller („thin file server“) mit an Bord. Damit kann man über Netzwerk auf seine Daten zugreifen. Auch wird über diesen Weg (mit Hilfe eines Webinterfaces) das System konfiguriert.

Was den Speicherplatz angeht sind sechs Maxtor-Festplatten (5400 U/min, 13 GB pro Platte) verbaut. Das System kann in unterschiedlichen RAID-Leveln konfiguriert werden und bietet somit 78 GB (bzw. 65 GB bei RAID-3 und RAID-5) Speicherplatz.

Fun Fact: Natürlich geht noch etwas Platz für das Dateisystem sowie die Volume-Verwaltung verloren, im Endeffekt sind gute 60 GB nutzbar.

Um das Teil über SCSI anzuschließen, brauchen wir einen RAID-Controller (PCI-Karte) und ein SCSI-Kabel. Wie gut, dass das noch vorhanden ist! 🙂

Fun Fact: Ich bin tatsächlich sehr froh, dass ich noch das ganze Zubehör habe, so langsam wird es selbst im Internet schwierig so spezielle Retro-Hardware aufzutreiben! 😉

Puh, aber wo finde ich jetzt einen alten Rechner mit PCI-Port (nicht PCI-Express, sondern PCI). Alles kein Problem, erinnert ihr euch an den Shuttle aus Artikel 87? 😉

Na, dann wollen wir doch mal versuchen die Karte da einzubauen. Ich könnte mir vorstellen, dass es knapp werden könnte…

Tatsächlich passt die Karte (Adaptec AHA-2940VW) einwandfrei in das Gehäuse. Wahnsinn – wie ausgemessen! 😀

Jetzt ist nur die Frage, ob das System mit dem Controller zurechtkommt. Ein erster Systemstart schlägt schon mal fehl und der PC bleibt bei der SCSISelect Utility Meldung hängen.

Hm, vielleicht sind ein paar Parameter im Bios des SCSI-RAID-Systems (ja, das Teil hat tatsächlich ein eigenes BIOS) falsch gesetzt. Das sollten wir gleich mal überprüfen.

Fun Fact: Tatsächlich hat man nur ca. eine halbe Sekunde Zeit um „STRG + A“ zu drücken. Ich musste das durch mehrere Versuche erst lernen… 😀

Nachdem ich die Einstellungen auf Default zurückgesetzt hatte, ist der PC wieder hochgefahren. Und siehe da, der SCSI-Controller wird sofort ohne weiteres im Gerätemanager erkannt. Keine Treiberinstallation, nichts – ich bin baff! 😀

Ob das RAID-System auch noch läuft? Erst mal verkabeln:

Ich habe ja schon fast Bedenken das Ding anzuschalten, aber was soll’s: No risk, no fun! 😉 POWER ON! It’s alive! Das Display auf der Vorderseite zeigt diverse Systemtests an…

Fun Fact: Der Start des Systems hört sich fast so wie ein Flugzeugstart an und man könnte definitiv meinen man ist in einem alten Serverraum… 🙂

…und scheinbar wurden alle sechs Platten einwandfrei erkannt! 🙂

Auch am PC wird das „Laufwerk E“ ohne Probleme erkannt und wir können darauf zugreifen – krass!

Fun Fact: Hierfür musste der PC allerdings mit angeschaltetem RAID-System neugestartet werden. Plug & Play gab es damals – bei SCSI – noch nicht! 🙂

„Old but Gold“ sage ich da nur. Jetzt ist eigentlich nur noch die Frage, ob wir auf das NAS auch tatsächlich über Netzwerk zugreifen können, denn bisher haben wir es ja nur über den SCSI-Port probiert. Der Netzwerksupport wird über das kleine Panel auf der Rückseite gestartet.

Nach einer kurzen Systemdiagnose wird leider eine falsche IP-Adresse angezeigt. Um dem System eine neue IP zu vergeben, müssen wir den „Admin Mode“ starten. Das geht, in dem man beim Boot (linker Knopf) die anderen beiden Knöpfe (Enter und Next) gedrückt hält und anschließend das Admin-Passwort (3x Next und 3x Enter) eingibt.

Fun Fact: Die Eingabe der IP-Adresse über nur zwei Knöpfe ist echt eine Challenge – jetzt bloß keinen Fehler machen! 😀

Um weitere Konfigurationen vorzunehmen muss man auf das NAS über ein Webinterface (http://<ip>/admin) zugreifen. Eigentlich kein Problem (nachdem wir die IP-Adresse jetzt angepasst haben), oder? Tja, leider lässt sich das Interface nicht mehr aufrufen, weil es mit einer uralten Java-Version programmiert wurde und Java ja bekanntlich aus allen Browsern entfernt wurde – Mist! 😀

Um aus der Nummer herauszukommen habe ich eine alte portable Firefox-Version heruntergeladen und diese mit einer alten Java-Version „vermanscht“. Dafür müssen entsprechende DLLs gelöscht, kopiert, überschrieben und eine Ini-Datei mit Verweis auf das Java-Verzeichnis erstellt werden. Gebastel auf höchsten Niveau! 😛

Und siehe da: Mit Retro-Software klappt auch ein Aufruf von Retro-Webseiten! 🙂 Sehr gut, jetzt müsste ich mich nur noch an das Administrator-Passwort erinnern. Puh… 😀

Fun Fact: Tatsächlich habe ich dann (mit etwas Unterstützung) das Passwort noch herausgefunden und konnte den Server neu konfigurieren. Das ist auch gut so, weil leider ist das so proprietär versteckt, dass man (laut Handbuch) das Gerät einschicken müsste – uff! Ich habe auch auf die Schnelle keine Möglichkeit gefunden das Passwort anderweitig auszulesen.

Die Konfiguration ist relativ einfach, aber es müssen ein paar Schritte beachtet werden. Seht es mir nach, wenn ich jetzt nicht zu sehr ins Detail gehe, das würde den Rahmen deutlich sprengen. Im Endeffekt müssen einige Netzwerkparameter wie Servername, Workgroup oder Gateway konfiguriert werden. Auch muss für das angeschlossene Storage-Device ein Volume erstellt werden, sodass der File Server etwas mit dem Speicherplatz anfangen kann.

Fun Fact: Leider lässt sich das aktuelle Datum nicht mehr einstellen, die Auswahl in dem Drop-down-Menü geht nur bis 2007! 😀

Abschließend müssen noch ein Serververzeichnis sowie eine dazugehörige SMB-Freigabe erstellt werden. Standesgemäß heißen die natürlich „retrololo“! 😉

Fun Fact: Hier könnte man auch zahlreiche Sicherheitseinstellungen vornehmen. So könnten eigene Benutzer mit spezifischen Rechten definiert, oder sogar auf die Berechtigungsstrukturen eines Windows-Domänencontrollers zugegriffen werden. Seht es mir bitte nach, dass ich auf diese Features (Stichwort Lebenszeit) verzichte! 😀

Leider verwendet das Gerät das veraltete SMBv1-Protokoll, welches standardmäßig in Windows 10 nicht mehr unterstützt wird. Um das veraltete Feature weiterhin zu nutzen, muss dieses über „Programme und Funktionen“ erst nachinstalliert werden:

Fun Fact: Bei mir war die Einstellung tatsächlich bereits schon so gesetzt, weil ich für diverse andere Projekte (z.B. die PS2 aus Artikel 61) die Einstellung bereits aktiviert hatte! 😀

Nach der ganzen Aktion können wir tatsächlich über das Netzwerk auf die neu erstellte Freigabe zugreifen:

Testweise habe ich ein paar Dateien auf das NAS kopiert. An sich funktioniert das auch ohne Probleme (wenn auch der Zugriff mit ca. 2,5 MB/s nicht gerade schnell ist), doch leider ist das Handling eher umständlich. So können vom Benutzer keine Verzeichnisse angelegt werden. Diese müssen alle händisch über die Administrations-Oberfläche definiert werden.

Fun Fact: Das Gerät stammt aus einer Zeit, in der man seinen „Admin“ noch mit einer Butterbreze oder alternativ einer Hopfenkaltschalte bestechen konnte, sodass er einem Ordner im Netzwerk anlegt! 😉

Nach den ganzen negativen Einschränkungen wird es Zeit, noch eine der Stärken des Systems auszutesten – einen Notfall! 🙂

In der aktuellen Konfiguration läuft das System mit RAID-5, d.h. dass sich die Paritätsinformationen auf mehreren Festplatten befinden. Rein theoretisch müsste es möglich sein im laufenden Betrieb einfach eine Platte rauszunehmen und diese durch eine neue zu ersetzen – na das wollen wir doch gleich mal probieren – zum Glück war noch eine weitere Platte samt Wechselrahmen dabei! 😉

Zum Entfernen der Wechselfestplatte samt Einbaurahmen wird ein spezieller Schlüssel benötigt. Leider hatte ich keinen exakt passenden Schlüssel mehr, sondern nur ähnlich Schlüssel, also musste ich mir erst aus einem nicht mehr benötigten Schlüssel einen Passenden basteln. Ein paar Minuten sägen, schleifen und feilen später…

Fun Fact: Theoretisch kann man auch versuchen mit einer Zange oder Nadel das Schloss zu öffnen, aber mit einem (wenn auch nachgemachtem) Schlüssel wirkt das ganze einfach gleich wesentlich professioneller… 😉

Sobald man den Schlüssel einsteckt und um 45 Grad dreht, erkennt das System, dass etwas nicht stimmt und kennzeichnet die Festplatte mit einer roten LED:

Fun Fact: Natürlich würde im richtigen Fehlerfall die rote LED bereits vorher leuchten (als Merkmal, dass die Platte getauscht werden muss), aber wir tauschen ja jetzt eine funktionierende Festplatte aus! 🙂

Alte Platte rausziehen, neue Platte einbauen:

Und tatsächlich, sobald man die neue Festplatte eingebaut und den Schlüssel umgedreht hat beginnt das System damit die fehlenden Informationen anhand der Teildaten auf den anderen Festplatten wiederaufzubauen – Wahnsinn!

Fun Fact: Während des Vorgangs kann man natürlich weiterhin auf die Daten zugreifen! 🙂

Der Fortschritt des Rebuild-Prozesses wird durch eine Prozentanzeige samt lauter Pieptöne des Geräts kenntlich gemacht.

Fun Fact: Die neue Festplatte zu initialisieren und somit den Spiegel wieder vollständig aufzubauen hat ca. 50 Minuten gedauert.

Puh, der Artikel geht schon wieder viel zu lang, wird Zeit, dass wir die Kurve kriegen! Um ehrlich zu sein macht es aus Effizienzgründen keinen Sinn (mehr) für private Backups ein RAID-System wie dieses einzusetzen. Warum ich das Gerät bisher noch verwendet habe? Vermutlich Nostalgie! 🙂 Ich fand die Optik immer recht ansprechend und auch die „Hot-Plug“-Mechanik, also dass man im laufenden Betrieb einfach eine Platte entfernen kann, hat mich schon immer fasziniert.

Fun Fact: Tatsächlich habe ich bei der Firma, bei welcher das Gerät damals erworben wurde eine Anfrage bzgl. maximaler Ausbaustufe des RAID-Systems gestellt und selbst nach so vielen Jahren eine kompetente Antwort erhalten. Der Support war von der ungewöhnlichen Anfrage so begeistert, dass sie gleich einen Artikel auf ihrer Homepage veröffentlicht haben. Ich fühle mich geehrt! 🙂

Stay retro! 😉

#102 – DIY: Keller-Kabelkanal

Vorwort: Oh weh, auch der heutige Artikel liegt schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf der Halde… Das ist echt ein Problem! Je länger so ein Projekt her ist, desto geringer sind die Chancen, dass ich noch passende Bilder dazu habe (geschweige denn, dass ich mich an die einzelnen Arbeitsschritte erinnere) … 😀

Ich versuche mich in Zukunft zu bessern – ich verspreche es euch! 😉

Seht es mir nach, es gibt einfach viel zu viele interessante Dinge, mit denen man sich beschäftigen könnte… 🙂

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Preisfrage: Was ist an diesem Bild falsch?

Wer auf die chaotische (und zugegeben etwas „unaufgeräumte“ Werkstatt) getippt hat, liegt richtig, aber darauf wollte ich nicht hinaus! 😀

Tatsächlich ist das Problem, dass ich im Keller immer ein Stromkabel quer durch den Raum legen muss, um mit irgendwelchen Geräten auf der Werkbank zu arbeiten. Klar, mit einem Verlängerungskabel oder einer einfachen Mehrfachsteckdose ist das zwar kein Problem, aber ich würde lügen wenn ich euch sage, dass ich nur einmal über das blöde Kabel gestolpert bin! 😀

Fun Fact: Ebenso rieseln beim Sägen von Holz immer die ganzen Späne in die Mehrfachsteckdose – nicht cool! 😦

Um Abhilfe zu schaffen, habe ich mir eine verschraubbare Verteilersteckdosenleiste mit Klappdeckeln besorgt.

An sich ein tolles Teil, aber das Grundproblem bleibt: Das Kabel muss quer durch den Raum gelegt werden…

Im Endeffekt wäre es geschickt, das Kabel permanent irgendwie mit einem Kabelkanal an der Decke zu verlegen. Doch dank Corona-Lockdown sind die Einkaufsmöglichkeiten (Stichwort Baumärkte) ja eher beschränkt – da hilft nur eins: Reste-Basteln! 😉

Als erstes habe ich mal den Stecker der Steckdosenleiste entfernt, da dieser gerade nach vorne absteht und ich einen abgewinkelten Stecker benötige. Ein Glück – in der „Elektro-Schrottkiste“ war noch ein schraubbarer Stecker, den ich vor den ewigen Jagdgründen am Wertstoffhof retten konnte. 🙂

So kann ich das Kabel hinter der Verkleidung im Holzlager durchführen:

Jetzt fehlt „nur noch“ der Weg auf die andere Seite! 😀

Da ich den Kabelkanal auch vollständig aus Resten basteln wollte, habe ich zu einer alten Dachlatte gegriffen:

Leider wurde diese in ihrem bisherigen Leben als Halterung für Hasendraht (ein Überbleibsel des alten Hasenstalls aus Artikel 33) verwendet und so musste ich erst zahlreiche Klammern mühsam mit Schraubenzieher und Zange entfernen.

Fun Fact: Jeder Handwerker würde spätestens jetzt fragen, ob ich zu viel Zeit habe. Eine neue Dachlatte kostet meist nur 1-2 €, also wofür den Aufwand? Nun, mir gefällt es einfach Reste zu verarbeiten. So hat man eine Aufgabe und tut gleichzeitig etwas für das gute Gewissen! 🙂

Anschließend habe ich die Latte in drei feine lange Streifen gesägt und zu einem Schacht verschraubt. Somit musste ich eigentlich nur noch das Kabel durchführen und mit zwei seitlichen Stücken an der Verkleidung verschrauben. Selbstverständlich habe ich es versäumt Bilder davon zu machen, darum gibt es hier gleich das fertige Ergebnis. 😉

Fun Fact: Selbst die verwendeten Schrauben wurden aus anderen Bastelprojekten recycelt! 🙂

Jetzt kann der Strom von hier…

…hinter der Verkleidung nach oben…

…um die Ecke…

…an der Decke entlang…

…nochmal um die Ecke…

…auf der anderen Seite runter…

…und durch einen kleinen waagrechten Schacht zur Werkbank geführt werden:

Die Steckdosenleiste habe ich sicherheitshalber mit der Werkbank verschraubt. Passt, wackelt und hat Luft! 😛

Jetzt müssten wir nur noch hoffen, dass nicht irgendwo der Wurm drin ist und die Stromversorgung auch noch funktioniert. Läuft – Erfolg! 🙂

Insgesamt bin ich recht zufrieden mit der Lösung. Klar, hätte man deutlich besser machen können, aber für die Tatsache, dass der Kanal mehr oder weniger aus Abfall besteht, kann man nicht meckern! :).

In diesem Sinne – bis die Tage! 😉